Weltkinderbuchtag - Die Kraft der Vorstellung
Zum heutigen Weltkinderbuchtag wird unter dem Motto "Imagination" die essenzielle Rolle der Vorstellungskraft für Kinder betont. Das Vorlesen stellt eine wesentliche Schlüsselkomponente dar, um Kindern zu helfen, ihre Vorstellungskraft und Fantasie zu fördern und zu erweitern. Insbesondere in Kindertagesstätten wird dem Vorlesen ein hoher Stellenwert eingeräumt, womit sie einen signifikanten positiven Einfluss auf die Entwicklung der Vorstellungskraft bei Kindern haben.
Zum heutigen Weltkinderbuchtag wird unter dem Motto "Imagination" die essenzielle Rolle der Vorstellungskraft für Kinder betont. Das Vorlesen stellt eine wesentliche Schlüsselkomponente dar, um Kindern zu helfen, ihre Vorstellungskraft und Fantasie zu fördern und zu erweitern. Insbesondere in Kindertagesstätten wird dem Vorlesen ein hoher Stellenwert eingeräumt, womit sie einen signifikanten positiven Einfluss auf die Entwicklung der Vorstellungskraft bei Kindern haben.
“Wer für Erwachsene schreibt, schreibt für die Zeit, wer für die Kinder schreibt, schreibt für die Ewigkeit” - Hans Christian Andersen
Sei es das Kind in einer großen Menschenmenge, das als einziges darauf hinweist, dass der Kaiser auf dem Festzug ganz nackt ist oder das hässliche Entlein, das auf einmal seine wahre Schönheit entfaltet und damit zeigt, dass Äußerlichkeiten nichts über die innere Schönheit verraten. Sei es eine satirische Darstellung des Adels mit der Prinzessin als Vertreterin, die blaue Flecken bekommt, wenn sie auf einer Matratze schlafen muss, unter der eine Erbse liegt oder die unerwiderte Liebe der kleinen Meerjungfrau, die sich durch die Liebe des Prinzen Selbstverwirklichung erhoffte .. Das alles sind Geschichten, die Kindern auf fantastische Weise die Welt erklären, Moral lehren und einen Umgang mit Unsicherheiten und Problemen aufzeigen.
Und es sind vor allem Geschichten des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen, zu dessen Ehren an seinem heutigen Geburtstag der internationale Kinder- und Jugendbuchtag gefeiert wird. Dieser besondere Tag wurde im Jahr 1967 auf Initiative des International Board on Books for Young People eingeführt, mit dem Ziel, die Liebe für Bücher und das Lesen bei jungen Menschen zu fördern. Jedes Jahr übernimmt aus insgesamt 83 Mitgliedstaaten ein anderes Land die Partnerschaft. In diesem Jahr hat Japan die Ehre. Unter dem Motto “Imagination” wurde hierzu ein Gedicht der Autorin Eiko Kadono veröffentlicht, das poetisch darstellt, wie viele Welten Geschichten eröffnen können. Begleitet wird das Gedicht von einem Plakat der Illustratorin Nana Furiya. Zu der Bedeutung des Mottos selbst sagt der IBBY. “We believe that fostering imagination will lied to mutual understanding and a spirit of tolerance” (Wir glauben, dass die Förderung der Vorstellungskraft zu gegenseitigem Verständnis und einem Geist der Toleranz führen wird).
Wie wichtig das Lesen und Vorlesen für Kinder ist, stellt keine Neuigkeit dar. Wenn bereits in der frühen Kindheit viel vorgelesen wird, wirkt sich dies positiv auf die schulischen Leistungen und auch auf das Erwachsenenalter aus. Durch den Zugang zu Geschichten wird der Wortschatz von Kindern erweitert und sie bekommen ein besseres Gefühl für Sprache und Satzbau. Dies vereinfacht ihnen später das Lesen- und Schreibenlernen. Auch die Freude daran und die Beschäftigung mit Büchern wird dabei nachhaltig gefördert. Nebenbei vermitteln Geschichten oftmals viel Wissen. Insbesondere Kinderbücher behandeln nicht selten relevante Themen für diesen Lebensabschnitt, wie ein neues Geschwisterkind, der Kindergarten oder die Trennung der Eltern. Es werden Konflikte, Ängste, Gefühle und Hoffnungen behandelt, die viele Kinder kennen oder noch erfahren werden. Die Hauptcharaktere der Geschichten zeigen Kindern, dass sie nicht alleine mit ihren Problemen und Gefühlen sind und zeigen ihnen einen Weg, wie sie solche Situationen meistern können.
“Cross the seas on the wings of your imagination” - Nana Furiya
Doch neben all diesem Wissen, das durch Geschichten vermittelt wird, beinhaltet das Vorlesen und Lesen das unglaubliche Potential, die Vorstellungskraft und Fantasie von Kindern zu beflügeln. Geschichten führen Kinder in unbekannte Welten. Sie malen zu den Worten Bilder aus, gestalten selbst die Schauplätze und kleiden die Charaktere so ein, wie sie wollen. Geschichten erschaffen in den Köpfen von Kindern eine Welt, die unsere Wirklichkeit beschreibt. Eine Welt, in der bestimmte Werte und Moral auf fantasievolle Weise subtil vermittelt werden, die jedoch einen wirkungsvolleren Einfluss haben als die direkte Lehre eines Wertes. In herausfordernden Zeiten geben Geschichten Kindern einen Ort, an dem sie ihre Ängste und Sorgen vergessen und in eine neue Welt eintauchen können. Oft wird dies als Realitätsflucht beschrieben, doch tatsächlich können diese Träumereien und Phantasien Kindern wesentlich bei ihrem Umgang mit der Wirklichkeit helfen.
“Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt” - Albert Einstein
Durch Geschichten werden die Sinne auf verschiedenen Ebenen angesprochen. Sie senden uns Informationen, wie Bilder oder Worte, die erst noch in die richtige Reihenfolge und in Zusammenhang gesetzt werden müssen. Die Vorstellungskraft und Fantasie hilft uns, diese Informationen überschaubar zu machen und Lücken zu schließen, damit wir die Gesamtsituation besser verstehen können. Ein Beispiel ist, wenn wir in einer Geschichte nur über Worte Informationen bekommen, malen wir uns die Bilder dazu aus und schaffen damit eine vollständiges Szenario oder wenn in einer Geschichte Conni gerade noch im Kindergarten war und auf einmal zuhause ist, schließen wir daraus, dass in der Zwischenzeit die Eltern kamen, um Conni vom Kindergarten abzuholen. Dieser Prozess findet bei Kindern, denen vorgelesen wird, statt. Sie visualisieren das Gehörte im Gehirn, schließen Lücken und strukturieren durch die Vorstellungskraft komplexere Zusammenhänge.
“Diesmal wirst du bestimmt fliegen, du selbst als eine reisende Geschichte. Auf diese Weise entsteht eine Geschichte mehr in der Welt.” - Eiko Kadono
Eine ausgeprägte Vorstellungskraft hilft Kindern bei der täglichen Bewältigung des Lebens. In unbekannten Situationen, bei Problemen oder Herausforderungen greifen sie auf ihre Vorstellungskraft zurück, um die Lage besser einschätzen zu können und anhand dessen entsprechende Entscheidungen oder Lösungen zu finden. So können sie besser auf Unbekanntes reagieren. Wenn Kinder beispielsweise vor einem Zaun mit einem Warnschild stehen, auf dem ein Hund abgebildet ist, malen sie sich durch ihre Vorstellungskraft aus, was passieren könnte, wenn sie über den Zaun klettern. Vorstellungskraft wird oftmals auch als wesentliches Werkzeug für das Empfinden von Empathie beschrieben. Dank ihrer Vorstellung können sich Kinder in andere hineinversetzen, was die Basis für das gegenseitige Verständnis und den Geist der Toleranz ist. Und erstaunlicherweise hilft die Fantasie der Kinder auch uns Erwachsenen, wie die Ipsos-Studie aus dem Jahr 2018 zeigt. So gaben 60% der befragten Erwachsenen an, dass sie sich regelmäßig von der Fantasie der Kinder inspirieren lassen. Kinder werden somit für einen Moment der Peter Pan der Erwachsenen und führen sie mit ihrer Fantasie in das Nimmerland, in vergessene und neue Welten.
Kindertagesstätten nehmen beim Vorlesen eine entscheidende Schlüsselrolle ein. Wie die jährlich durchgeführte Vorlesestudie vergangenes Jahr feststellte, wird 36,4% der Kinder zwischen 1-8 Jahren kaum bis gar nicht zu Hause vorgelesen. Dagegen gaben 91% der Kindertagesstätten in der Studie von 2021 an, dass sie mindestens einmal am Tag den Kindern Impulse durch Geschichten geben. Kitas eröffnen also allen Kindern, die eine solche Einrichtung besuchen, die fantastischen Welten der Geschichten, der Vorstellungskraft und des Wissens. Sie helfen Kindern einen Weg zu bereiten, um ihre eigenen persönlichen Geschichten zu schreiben.
Wir danken all unseren Vorlese-Heldinnen und -Helden, die jeden Tag ein bisschen mehr Fantasie und Vorstellungskraft in die Welt bringen!
Lasst Kinder ein bisschen mehr Theater machen!
Bertolt Brecht sagte einst: “Alle Künste (also auch das Theater) tragen bei zur größten aller Künste, der Lebenskunst”. Diese Worte verdeutlichen die facettenreichen Fähigkeiten des Theaters, von denen insbesondere Kinder profitieren können. Anlässlich des heutigen Kindertheatertags wollen wir einen genaueren Blick darauf werfen, weshalb Kinder ein bisschen mehr Theater machen sollten.
Bertolt Brecht sagte einst: “Alle Künste (also auch das Theater) tragen bei zur größten aller Künste, der Lebenskunst”. Diese Worte verdeutlichen die facettenreichen Fähigkeiten des Theaters, von denen insbesondere Kinder profitieren können. Anlässlich des heutigen Kindertheatertags wollen wir einen genaueren Blick darauf werfen, weshalb Kinder ein bisschen mehr Theater machen sollten.
In der Welt des Theaters können Kinder träumen, ihrer Fantasie freien Lauf lassen und Vorstellungen wahr werden lassen. Doch das Theaterspielen ist weit mehr als ein reiner Ausdruck der Kreativität. Theater kann für Kinder ein Ort sein, an dem sie ihre Persönlichkeit entfalten und stärken können. Beispiele wie das von der EU unterstützte DICE-Projekt (Drama Improves Lisbon Key Competence in Education) im Jahr 2010 verdeutlichen dies.* Hier wurde die Entwicklung von Kindern, die an einem schulischen Theaterprojekt teilnahmen, mit der Entwicklung von Kindern verglichen, die nicht daran teilnahmen. Innerhalb von nur vier Monaten waren Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zu bemerken, wobei insbesondere Offenheit und Toleranz, wie auch aktive Beteiligung an Projekten bei der Theater spielenden Gruppe stark zunahmen. Theaterpädagogik Romi Domokowsky spricht sogar von ganzen 67 Persönlichkeitsmerkmalen, die durch die Theaterarbeit gefördert werden können und belegt zusammen mit Theaterpädagoge Maik Walter in einer gemeinsamen Studie im Jahr 2011 die positive Entwicklung für soziale und personale Kompetenzen bei Kindern durch das Theaterspielen.**
Diese Entwicklung kann bereits bei kleinen und spontanen Rollenspielen geschehen. In Rollenspielen haben Kinder die Möglichkeit, in andere Rollen hineinzuschlüpfen und so die Welt aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Dadurch entwickelt sich das spontane Theater zu einer Art Experimentierfeld für die Realität. Kinder können unmittelbar erfahren, wie ihre Handlungen und Äußerungen andere beeinflussen und sie erleben, wie es sich anfühlt, jemand anderes zu sein. Soziale Kompetenzen wie Empathie und Selbstreflexion werden auf diese Weise gestärkt, was es Kindern auch im echten Leben erleichtert, sozial zu interagieren. Der kanadische Professor für Psychologie Glenn Schellenberg belegte in einem Experiment sogar, dass Theater die signifikanteste Förderwirkung in Bezug auf adaptive Sozialkompetenzen bei Kindern aufweist im Vergleich zu anderen künstlerischen Maßnahmen. Darüber hinaus unterstützt Theaterpädagogik die emotionale Entwicklung der Kinder. Beim Theaterspielen lassen sich Kinder meist intuitiv leiten, sie denken nicht viel nach und verfolgen kein großes Ziel. Auf diese Weise werden sie lediglich von ihren eigenen Erfahrungen und Emotionen geleitet, die sie im Rollenspiel ausleben und nachstellen können. Dabei lernen sie, ihre eigenen Gefühle zu erkennen, auszudrücken und zu kontrollieren. Sie lernen, wie sie konstruktiv mit Konflikten umgehen können und wie sie sich anderen gegenüber verhalten sollten.
Wenn Kinder gemeinsam ein Theaterstück spielen wollen, stellt sich zunächst die Frage nach dem Stück, das aufgeführt werden soll. Hier bieten sich Märchen, Bilderbücher aber auch die fantastischen und imaginären Vorstellungen der Kinder selbst an. In der Vorbereitung tauchen die Kinder tief in die Geschichten ein, entdecken immer mehr Einzelheiten und erkunden die Zusammenhänge, wodurch wesentliche kognitive Kompetenzen geschult werden. Beim Entwickeln von Charakteren, vom Raum und den Requisiten dürfen sie ihre Fantasie voll ausleben. Sie lernen, Dinge aktiv mitzugestalten und können direkt die Auswirkung ihres Engagements erleben. In der Inszenierung des Stückes haben Kinder zudem die Möglichkeit, sich über das reine Theaterspielen weiter auszuleben, indem sie Gesang oder Tanz integrieren. Während der Proben und der Aufführungen kommt es vor allem auf die Konzentrationsfähigkeit und das Sprachverständnis an. Sie lernen laut, deutlich und frei zu sprechen und können spielerisch erproben, wie sie ihre Stimme einsetzen können. Zusätzlich lernen sie selbstsicher aufzutreten und sich gestisch zu artikulieren. Dies verbessert nicht nur ihre Eloquenz, sondern auch ihr Selbstvertrauen im Ausdruck. Der gemeinsame Auftritt vor Publikum schließlich ist das Resultat ihrer Zusammenarbeit und verdeutlicht jedem Kind seine Bedeutung für den Erfolg des Stückes. Kinder lernen dadurch, ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken zu erkennen und wie sie diese für ihren weiteren Lebensweg einsetzen können.
Theater hat einen positiven ganzheitlichen Einfluss auf Kinder, indem es verschiedene Bereiche ihrer Entwicklung anspricht, von Sprache und Körperwahrnehmung über Kreativität bis hin zum Gemeinschaftssinn, Toleranz und Selbstbewusstsein. Im Theater können Kinder ihre Träume wahr werden lassen, das echte Leben erproben und erfahren, wie sie selbst auf kreative Art und Weise Einfluss nehmen können. Theater ist ein Ort, wo Kinder sich selbst entwickeln können und für das Leben lernen. Und nicht nur Bertold Brecht hat dies erkannt, auch die Pädagogen Klepacki, Ziraf und Liebau beschreiben in ihrer Arbeit “Theatrale Bildung”, “dass man im Theater etwas für das Leben in der Welt lernen kann, nämlich Eloquenz, Menschenkenntnis, Beherrschung des körperlichen und sprachlichen Ausdrucks, Selbstbewusstsein und soziales Verhalten [...].” Daher lautet die Devise: Lasst Kinder ein bisschen mehr Theater machen!
* https://www.dramanetwork.eu/file/Policy%20Paper%20long.pdf
**https://journals.ucc.ie/index.php/scenario/article/view/scenario-6-1-7/html-de
Wir Freien Kitaträger fordern ein Ende der gezielten Wettbewerbsverzerrung für Ihre Beschäftigten in Berlin
Verwirrung und Uneinigkeit nach politischer Kehrtwende
Freie Kitaträger fordern Ende der gezielten Wettbewerbsverzerrung für Ihre Beschäftigten in Berlin
Verwirrung und Uneinigkeit nach politischer Kehrtwende
Seit knapp sechs Tagen herrscht Unverständnis unter den freien Trägern in Berlin. Die politischen Beschlüsse zur Hauptstadtzulage in der Tarifeinigung führten zu Verwirrung und Uneinigkeit. Nach der ursprünglichen Zusicherung die Hauptstadtzulage auch für die Beschäftigten der Freien Kitaträger zu gewähren, kam es am 23.02.2024 zu einer Kehrtwende durch Staatssekretärin Tanja Mildenberger.
Fachkräftemangel und finanzielle Mehrfachbelastungen
Freie Kitaträger kämpfen seit Jahren mit einem Fachkräftemangel und wirtschaftlichen Herausforderungen. Insbesondere die seit Jahren massiv steigenden Gewerbemieten bringen kleine und mittlere Kitaträger zunehmend in Bedrängnis, da hierfür keine entsprechende Refinanzierung durch das Land Berlin erfolgt.
Forderung nach Gleichbehandlung und Anerkennung
Um die freien Kitaträger und ihre Beschäftigten zu entlasten und ihren Beitrag zu würdigen, fordern wir die freien Kitaträger die Hauptstadtzulage auch für unsere Kitateams auszuzahlen. Die Hauptstadtzulage, seit 2020 an Landesbedienstete gezahlt, muss auch für Beschäftigte freier Kitaträger gelten. Eine gerechte Maßnahme, um die Ungleichbehandlung zu beenden und gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit zu gewährleisten.
Vertrauensverlust trotz Zusicherungen
Trotz Versicherungen des Senats, insbesondere durch die Senatsverwaltung für Soziales im letzten Jahr, wurde am 27.02.2024 durch die Senatsfinanzverwaltung verkündet, dass die Hauptstadtzulage tariflich nicht an die Beschäftigten der freien Kitaträger ausgezahlt werden kann.
Dem gegenüber versichert die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Frau Katharina Günther-Wünsch auf unsere Rückfrage hin, dass die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sich auch weiterhin dafür einsetzen wird, eine gerechte Regelung zu finden, die die wichtige Arbeit der freien Träger angemessen berücksichtigt.
Wir begrüßen diese Botschaft und unterstreichen zudem das die Umsetzung der Hauptstadtzulage für die Beschäftigten der freien Kitaträger ein überfälliges und wichtiges Signal der Anerkennung ist.
Didacta 2024 - Die Messe zur Zukunft unserer Bildung
Didacta- Im Bereich der frühkindlichen Bildung wurde neben den Themen fachlicher Bildung und Digitalisierung auch über die Bedeutung des Erlernens sozialer und emotionaler Kompetenzen debattiert. Im Hinblick auf die steigenden Zahlen an psychischen Erkrankungen in der Gesellschaft wurde die Relevanz betont, bereits in jungen Jahren den Grundstein für eine soziale und geistig gesunde Entwicklung zu legen. Kindertagesstätten wurden dabei als sichere Räume hervorgehoben, in welchen Kinder durch bedürfnisorientierte Pädagogik, Einbeziehen in Entscheidungsprozesse und ein respektvolles Miteinander in ihrem Wohlbefinden, Selbstbewusstsein und Gemeinschaftssinn gestärkt werden können.
Köln, 23.02.2024 - Zum 20. Februar startete der Auftakt zu Europas größter Bildungsmesse Didacta. Die fünftägige Fachmesse fand dieses Jahr in Köln unter dem Motte „Bildung mit Zukunft - Jetzt gestalten!“ statt. Auf drei Hallen aufgeteilt wurde sich an über 730 Ständen und in knapp 1500 Vorträgen mit dem Thema wie qualitativ hochwertige, moderne Bildung erfolgreich aussehen und gelingen kann auseinandergesetzt. Vertreten waren unter anderem Akteure im Bereich frühkindliche Bildung, schulische und außerschulische Bildung wie auch im Bereich Aus- und Weiterbildung. Soziale Institutionen, Verbände, NGOs, Verlage und viele weitere Unternehmen präsentierten während dieser Tage ihre Lösungen in Form von Produkten, Dienstleistungen und pädagogischen Konzepten, um die Bildungslandschaft in Deutschland nachhaltig zu verbessern.
Zentrales Anliegen war die Frage, wie Deutschland die aktuelle Bildungskrise, die mit dem PISA-Ergebnis von 2023 deutlich wurde, bewältigen kann, insbesondere unter Anbetracht des massiven Fachkräftemangels in sämtlichen Bereichen der Bildung und Pädagogik. Eine große Rolle unter den möglichen Lösungsansätzen spielte dabei die Digitalisierung und wie eine sinnvolle Symbiose aus Bildung und technologischem Fortschritt gelingen kann. Im Vordergrund dieser Thematik stand KI als vielfältige Unterstützung im Alltag von Bildungsinstitutionen. Dabei wurde KI nicht nur als entlastendes Tool im Bereich Administration beworben, sondern auch als Chance, um individuelle Förderung durch automatisierte und personalisierte Materialien umsetzen zu können. Auf diese Weise sollen Bildungsungleichheiten erfolgreich ausgeglichen werden.
Im Bereich der frühkindlichen Bildung wurde neben den Themen fachlicher Bildung und Digitalisierung auch über die Bedeutung des Erlernens sozialer und emotionaler
Kompetenzen debattiert. Im Hinblick auf die steigenden Zahlen an psychischen Erkrankungen in der Gesellschaft wurde die Relevanz betont, bereits in jungen Jahren den Grundstein für eine soziale und geistig gesunde Entwicklung zu legen. Kindertagesstätten wurden dabei als sichere Räume hervorgehoben, in welchen Kinder durch bedürfnisorientierte Pädagogik, Einbeziehen in Entscheidungsprozesse und ein respektvolles Miteinander in ihrem Wohlbefinden, Selbstbewusstsein und Gemeinschaftssinn gestärkt werden können.
Der Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger Berlin e. V. war durch Mitglieder, die sowohl als Aussteller wie auch als Besucher in Köln vor Ort waren, ebenfalls auf der Messe vertreten. Geschäftsführer Lars Békési nutzte während dieser Tage das Zusammenkommen wichtiger Akteure im Bereich frühkindlicher Bildung, um im Namen des VKMKs zahlreiche Netzwerkgespräche zu führen.
Die Didacta hat wieder einmal gezeigt, wie viele engagierte Menschen es im Bereich Bildung und Pädagogik gibt, die trotz diverser Widrigkeiten gewillt sind, Deutschlands Bildungslandschaft mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen positiv zu verändern und allen Menschen eine qualitativ hochwertige Bildung zu ermöglichen.
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Pressekontakt:
VKMK - Der Kitaverband
Frau Jana Stark
Französische Straße 12
10117 Berlin
Tel.: +49176 74734255
E-Mail: stark@vkmk.de
Fachkräftegewinnung aus dem Ausland: Eine Erfolgsgeschichte dank "BIS" - Ein Bericht aus Berlin
Die Herausforderungen, hochqualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern zu gewinnen, sind oft von bürokratischen Prozessen geprägt, die den Einstellungsprozess erschweren oder sogar behindern können. Diese Realität erlebte Herr Frank Mozer, der gemeinsam mit Sabine Schieferdecker-Bach, Geschäftsführer des internationalen Kindergartens in Berlin ist. Doch dank BIS entwickelte sich diese Geschichte, zu einer Erfolgsgeschichte.
Die Herausforderungen, hochqualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern zu gewinnen, sind oft von bürokratischen Prozessen geprägt, die den Einstellungsprozess erschweren oder sogar behindern können. Diese Realität erlebte Herr Frank Mozer, der gemeinsam mit Sabine Schieferdecker-Bach, Geschäftsführer des internationalen Kindergartens in Berlin ist. In einem Gespräch berichtete er über die Schwierigkeiten, vor allem wenn es um Bewerber:innen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union geht, aber auch über die Hilfestellungen, die er erfahren konnte, welche diese Geschichte schlussendlich zu einer Erfolgsgeschichte werden ließen.
Der Pädagoge aus Serbien, der sich um die Stelle im internationalen Kindergarten in Berlin bewarb, beeindruckte Frank Mozer nicht nur durch seine langjährige Erfahrung in der Grundschulpädagogik und bilingualen Kindergärten, sondern auch durch seinen internationalen Hintergrund. Mit Erfahrungen aus Bali, Indonesien, und China brachte er eine kulturelle Vielfalt und interkulturelle Kompetenz mit, die im globalen Kontext des Kindergartens äußerst wertvoll war.
Doch, trotz seiner Qualifikationen und des klaren Bedarfs an seinen Fähigkeiten stellte sein Nicht-EU-Status vorerst eine bedeutende Herausforderung dar. Die mit diesem Status verbundenen bürokratischen Hürden erweisen sich als komplex und zeitintensiv und die herkömmlichen Wege der Visabeantragung gestalteten sich oftmals frustrierend, sowohl für Arbeitnehmer, als auch -geber.
Frank Mozer wollte tatkräftig unterstützen, um das Bewerbungsverfahren schnellstmöglich in die richtigen Bahnen zu lenken, doch waren ihm hier in vielen Fällen selbst die Hände gebunden. Der Termin für die Visabeantragung bei der Botschaft für Serbien wurde mehrfach verschoben und auch die bürokratischen Prozesse in Deutschland können hier viel Zeit in Anspruch nehmen. Für Mozer war klar, dass er die Qualifikationen des Mannes aus Serbien in seinem Kindergarten brauche und dies, am liebsten, so schnell wie möglich. Er erkundigte sich nach Lösungen und wurde schnell fündig; BIS. Business Immigration Service, der sich als rettender Anker inmitten der bürokratischen Stürme erwies. Dieser Service erleichterte nicht nur die Anmeldung und Anerkennung, sondern fungierte auch als Vermittler zwischen verschiedenen Behörden und Botschaften.
Wie funktioniert BIS?
Vorab ist zum empfehlen, dass man die Qualifikationen der Fachkraft auf mögliche Anerkennungen in Deutschland nachprüfen lässt. Dies kann man bequem über die Website: https://anabin.kmk.org/anabin.html umsetzen. Bei erfolgreichen Übereinstimmungen benötigt man schlussendlich nur noch die Vollmachtserklärung der Fachkraft, um die bürokratischen Prozesse auch in seinem/ihrem Namen durch BIS umsetzen zu lassen.
BIS überprüft final noch einmal die Anerkennung der Qualifikationen und nach Erfolg tritt alsbald ein präziser Abwicklungsprozess in Kraft. BIS nimmt Kontakt mit dem Senat auf, um die notwendige Zustimmung einzuholen. Sobald diese erteilt wurde, erfolgt die Weiterleitung an die Bundesagentur für Arbeit, die den nächsten Schritt in die Wege leitet. Bei reibungslosem Ablauf wird der Anerkennungsbescheid an die Auslandsvertretung gesendet. Diese übernimmt die abschließenden Schritte im Visumsverfahren. Nach erfolgreicher Klärung und Bestätigung durch die Auslandsvertretung geht die Anerkennung an die Botschaft in Serbien.
Mit dem Abschluss dieser formalen Schritte, kann die Umsetzung des Visums innerhalb weniger Wochen erfolgen, wodurch der Bewerber / die Bewerberin für zunächst ein Jahr ein Visum erhält.
Der gesamte Prozess, inklusive Vorbereitungen und Anerkennun im Falle von Frank Mozer, erstreckte sich von Mai bis zum letztendlichen Arbeitsbeginn im Oktober. Ein Prozedere, das Vorab-Recherche und Eigeninitiative beinhaltet und, welches ohne den schlussendlichen Fund von BIS einen deutlich längeren Zeitrahmen in Anspruch genommen hätte.
(Hinweis: Als Teil des Prozesses musste der Arbeitgeber eine Gebühr von 411 Euro an das BIS entrichten, um sicherzustellen, dass die Schnittstelle ordnungsgemäß etabliert wurde und die Arbeitgeberpflichten effizient übernommen wurden.)
Resümee
Frank Mozer betonte, dass das BIS nicht nur die bürokratische Hindernisse überwand, sondern auch eine entscheidende Rolle dabei spielte, den gesamten Prozess der Fachkräftegewinnung effizienter und zielführender zu gestalten.
"Das beschleunigte Fachkräfteverfahren war für uns wirklich entscheidend. Die Unterstützung und Lösungsorientierung, die wir beim BIS erfuhren, waren von unschätzbarem Wert. Der Service erleichterte nicht nur die Anerkennung der Qualifikationen unseres Pädagogen, sondern ermöglichte auch eine reibungslose Visumsbestätigung und damit eine erfolgreiche Integration in unser Berliner Kindergarten-Team", sagte Herr Mozer.
Inmitten des bestehenden Fachkräftemangels in der frühkindlichen Pädagogik erweisen sich hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland als eine bedeutsame Ressource und Chance für Bildungseinrichtungen. Das Beispiel von Herrn Frank Mozer und dem internationalen Kindergarten in Berlin verdeutlicht, wie entscheidend eine effiziente Fachkräftegewinnung ist, insbesondere bei Bewerbern aus Nicht-EU-Ländern. In diesem Zusammenhang bieten Verfahren wie das des Business Immigration Service (BIS) eine wertvolle Unterstützung. Indem sie bürokratische Hürden minimieren und den Prozess für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen erleichtern, tragen solche Mechanismen dazu bei, die Potenziale hochqualifizierter Fachkräfte optimal zu nutzen. Es ist entscheidend, dass wir diese Chancen erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die frühkindliche Pädagogik mit qualifiziertem Personal zu stärken und somit die bestmögliche Betreuung für unsere Kinder sicherzustellen.
Weitere Informationen
Für detaillierte Informationen zu den Dienstleistungen des Business Immigration Service (BIS) sowie zu den erforderlichen Unterlagen, Bearbeitungszeiten und Anerkennung von Qualifikationen können Interessierte die offizielle Website des BIS besuchen: https://www.businesslocationcenter.de/bis.
Die Webseite bietet eine umfassende und benutzerfreundliche Ressource für alle, die sich über das beschleunigte Fachkräfteverfahren und dessen Anwendbarkeit informieren möchten. Hier finden sich klare Anleitungen, die den Prozess der Fachkräftegewinnung aus dem Ausland transparent machen und es sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern ermöglichen, sich optimal auf die Anforderungen vorzubereiten. Die leicht zugänglichen Informationen auf der Website erleichtern somit die Navigation durch den komplexen Prozess und bieten einen effizienten Weg, um qualifizierte Fachkräfte erfolgreich nach Deutschland zu bringen.
Allergien und Nahrungsmittelpräferenzen in Kitas - Inklusion muss gelebt werden dürfen.
Während die Kindertagesstätten sich bemühen, ein unterstützendes und förderndes Umfeld zu schaffen, stellen Allergien eine Herausforderung dar, die über die rein physischen Aspekte hinausgeht. Für Kinder mit Allergien geht es nicht nur um das Vermeiden bestimmter Lebensmittel, sondern auch um ein Gefühl von Sicherheit, Zugehörigkeit und die Gewährleistung ihrer vollen Integration in den Kita-Alltag.
In Berlin, einer Stadt voller Vielfalt und kultureller Reichhaltigkeit, steht die frühkindliche Betreuung vor der Herausforderung, die Bedürfnisse von Familien und Kindern mit unterschiedlichen Ernährungsvorstellungen und Allergien angemessen zu berücksichtigen. Während die Kindertagesstätten sich bemühen, ein unterstützendes und förderndes Umfeld zu schaffen, stellen Allergien eine Herausforderung dar, die über die rein physischen Aspekte hinausgeht. Für Kinder mit Allergien geht es nicht nur um das Vermeiden bestimmter Lebensmittel, sondern auch um ein Gefühl von Sicherheit, Zugehörigkeit und die Gewährleistung ihrer vollen Integration in den Kita-Alltag.
Vielfalt in Allergiegraden und die einheitliche Sicherheitsgewährleistung
Allergien manifestieren sich in einer Vielzahl von Erscheinungsformen, von leichten Unverträglichkeiten bis hin zu schwerwiegenden, potenziell lebensbedrohlichen Reaktionen. Während einige Kinder auf bestimmte Lebensmittel oder Umweltfaktoren mit milden Symptomen reagieren, können andere von schweren allergischen Reaktionen betroffen sein, die sofortiges Handeln erfordern.
Trotz dieser Unterschiede ist es von entscheidender Bedeutung, dass unabhängig vom Schweregrad sämtlicher Allergien ein einheitlicher Sicherheitsrahmen in Kitas gewährleistet wird. Selbst bei vermeintlich milden Allergien ist eine sorgfältige Überwachung, die Vermeidung der auslösenden Stoffe und die Sicherstellung einer ausgewogenen Ernährung von großer Bedeutung, um das Wohlbefinden und die Gesundheit aller Kinder zu schützen.
Essentielle Bedeutung der Kommunikation bei starken Allergien
Besonders bei starken oder lebensbedrohlichen Allergien wird die Notwendigkeit einer präzisen und umfassenden Kommunikation zwischen Eltern, Ärzten und dem Kita-Personal zu einem unverzichtbaren Bestandteil des täglichen Managements. Eine starke Allergie kann nicht nur die Ernährung der Kinder beeinflussen, sondern erfordert auch eine genaue Kenntnis der spezifischen Auslöser, der potenziellen Reaktionen und der adäquaten Notfallmaßnahmen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, die das detaillierte Wissen über die Allergie ihres Kindes haben, den betreuenden Ärzten, die wichtige Informationen und Behandlungsempfehlungen bereitstellen, und dem Kita-Personal, das tagtäglich für das Wohlbefinden der Kinder verantwortlich ist, ist von entscheidender Bedeutung. Diese kooperative Partnerschaft gewährleistet nicht nur die umgehende Reaktion im Notfall, sondern ermöglicht auch eine präventive Planung und einen sicheren Umgang mit potenziellen Allergenen im Kita-Umfeld.
Unsere freien Kitaträger in Berlin handeln stets proaktiv, um die Lebensmittelversorgung für Kinder mit lebensbedrohlichen Allergien sicherzustellen. Hier sind einige der Schritte, die sie unternehmen:
Es wird eine klare Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten gepflegt. Eltern werden gebeten, die Allergien ihrer Kinder im Detail zu beschreiben und das Kita-Personal über spezifische Auslöser und Symptome zu informieren. Allergene werden konsequent vermieden. Die Kitas stellen sicher, dass allergieauslösende Lebensmittel separat von anderen Lebensmitteln aufbewahrt werden, um Kontaminationen zu vermeiden. Diese Lebensmittel werden in der Küche gekennzeichnet, getrennt gelagert und zubereitet. Das Kita-Personal ist mit Notfallplänen vertraut und wird geschult, um im Falle einer allergischen Reaktion sofortige Hilfe zu leisten. Sie kennen die Symptome und wissen, wie sie im Notfall Medikamente wie beispielsweise Epinephrin richtig anwenden. Es wird auch eine Sensibilisierung in der Gruppe durchgeführt. Kinder im verbalen Alter werden sensibilisiert, um das Verständnis für die Allergie eines Mitschülers zu fördern und versehentliche Expositionen zu minimieren.
Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist für präventive Maßnahmen unerlässlich. Die Eltern werden über die Schwere der Allergie informiert und gebeten, keine Lebensmittel, die potenzielle Allergene enthalten, mit ihren Kindern in die Kita zu bringen. Diese präventive Maßnahme trägt dazu bei, das Risiko einer versehentlichen Exposition gegenüber Allergenen zu minimieren und schafft ein sichereres Umfeld für alle Kinder in den Kitas.
Differenzierter Umgang mit leichten Allergien und Lebensmittelpräferenzen in Kitas
Im Gegensatz zu schweren Allergien und Stoffwechselerkrankungen erfordern leichte Allergien oder die Ablehnung bestimmter Lebensmittel aus religiösen oder anderen Gründen in Kitas oft eine differenziertere Herangehensweise. Während strenge Maßnahmen für starke Allergien unerlässlich sind, können bei leichten Allergien oder Lebensmittelpräferenzen aus religiösen Gründen alternativere Strategien umgesetzt werden, die die Diversität aller vor Ort berücksichtigen kann.
Der Umgang mit leichten Allergien und Lebensmittelpräferenzen erfordert zwar besondere Aufmerksamkeit, ermöglicht aber in der Regel eine größere Flexibilität bei der Auswahl der Mahlzeiten und Lebensmittel, um den individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein offener Dialog zwischen Eltern, Kita-Personal und gegebenenfalls Gesundheitsexperten ist auch hier unabdingbar, um die spezifischen Bedürfnisse jedes Kindes zu verstehen und zu berücksichtigen und so eine unterstützende Umgebung zu schaffen, in der alle Kinder gleichberechtigt teilhaben können.
Beispiel einer diversifizierten Lebensmittelvergabe an einem gemeinsamen Tisch in der Kita:
An einem gemeinsamen Tisch in der Kita könnte die Lebensmittelversorgung so gestaltet werden, dass sie sowohl den Bedürfnissen von Kindern mit leichten Allergien oder spezifischen Ernährungspräferenzen als auch den religiösen Richtlinien entspricht:
Klare Kennzeichnung: Alle Lebensmittel sind deutlich gekennzeichnet, um die Unterscheidung zwischen allergenfreien, religiös akzeptablen und anderen Produkten zu ermöglichen.
Getrennte Speisen und Utensilien: Es werden separate Speisen und Utensilien für Kinder mit Allergien oder religiösen Präferenzen bereitgestellt, um jegliche Kontamination zu vermeiden. Dies schließt die Verwendung von separaten Löffeln, Schalen oder Behältern ein.
Alternative Optionen: Neben den Hauptgerichten werden alternative Optionen bereitgehalten, die den religiösen Anforderungen entsprechen oder als Ersatz für allergenhaltige Lebensmittel dienen. Diese werden klar ausgewiesen und ansprechend präsentiert.
Angepasste Portionsgrößen: Die Portionen werden entsprechend den Bedürfnissen jedes Kindes angepasst, um sicherzustellen, dass keinerlei ungewollte Lebensmittel in Kontakt kommen und um sicherzustellen, dass jedes Kind die benötigte Menge erhält.
Offene Kommunikation: Das Kita-Personal ist stets ansprechbar, um Fragen der Kinder zu den angebotenen Lebensmitteln zu beantworten. Eltern haben die Möglichkeit, im Voraus Informationen über spezielle Anforderungen oder Einschränkungen mitzuteilen und sich auch über den Speiseplan der Kita im Vorfeld über die geplanten Mahlzeiten und darin enthaltenen Allergenen und Zusatzstoffen zu informieren.
Die Herausforderungen der Nahrungsbereitstellung und der Gedanke der Inklusion
Es ist wichtig anzumerken, dass die Sorgfalt bei den Lebensmitteln selbsterklärend auch einen Mehraufwand mit sich bringt. Nicht nur personell, sondern auch in den Kosten. Separate Lagerungen in zusätzlichen Schränken und Boxen sowie individuelle Zubereitungen sind vonnöten.
Wie bereits in unserem vorherigen Artikel betont (Hier geht es zum Artikel!), ist die Herausforderung, eine ausgewogene Ernährung aufgrund finanzieller Engpässe in Kitas sicherzustellen, ein bestehendes Dilemma. Die Bemühungen, eine Ernährung zu fördern, die nicht nur den gesundheitlichen Aspekten gerecht wird, sondern auch Inklusion und Vielfalt reflektiert, verschärfen diese Schwierigkeiten zusätzlich. Es wird zunehmend kompliziert, die Grundsätze der Inklusion zu predigen, während gleichzeitig politische Hindernisse und finanzielle Engpässe die Essensversorgung in Kitas einschränken. Die Forderung nach einer Ernährung, die die Vielfalt und die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt, erfordert nicht nur ein Umdenken in der Essenspolitik, sondern auch eine verstärkte Unterstützung seitens der politischen Entscheidungsträger, um sicherzustellen, dass die Essensversorgung keine Barrieren für eine inklusive Umgebung in Kitas schafft.
Die erschreckende Entwicklung der AfD - Wenn Neutralität nicht mehr wirksam ist.
Die Meldungen der vergangenen Woche haben Wellen geschlagen und bundesweit zu Demonstrationen geführt. Im Fokus, die Funktionsträger der AfD und ihre offen rechts-populistische und demokratieaushöhlende Politik. Diese Situation erfordert eine klare Positionierung von allen, die für Demokratie und Menschenrechte stehen.
Die Meldungen der vergangenen Woche haben Wellen geschlagen und bundesweit zu Demonstrationen geführt. Im Fokus, die Funktionsträger der AfD und ihre offen rechts-populistische und demokratieaushöhlende Politik. Als Verband sind wir bemüht immer die journalistische Neutralität zu wahren. Doch im Angesicht der politischen und sozialen Entwicklung beginnt man den Wert des neutralen Raums zu hinterfragen. Wie können alle Stimmen gleichsam Gehör finden, wenn eine Seite den Rahmen beginnt zu dominieren? Diese Situation erfordert eine klare Positionierung von allen, die für Demokratie und Menschenrechte stehen.
Die aktuellen Zahlen und Meldungen sind erschreckend, und das aus verschiedenen Gründen. Noch vor vier Jahren wurde im Zuge der Debatte um George Floyd und Black Lives Matter vielseitig behauptet, "Deutschland habe kein Rassismus-Problem und sei nicht vergleichbar mit anderen Ländern, wie beispielsweise den USA." Obwohl vielen damals bereits bewusst war, dass es sich hierbei um einen fatalen Denkfehler handelte, wurde diese Sichtweise oftmals politisch beiseite geschoben. Hier wird sich meist in die altbekannte Sicherheits-Argumentation verstrickt; Deutschland sei schlussendlich ein Land mit einem hohen Bildungs-, ja auch Wohlstand. Die Aufarbeitung des zweiten Weltkrieges erleben wir alle durch mehrere geschichtliche Etappen in der Schulzeit und viele schätzen sich als informiert und gebildet genug um Rassismus, Vorurteile und Diskriminierungen benennen zu können. Und genau hier ist die Problematik verwurzelt. Dem Nicht-Anerkennen fundamentaler Lücken. Denn, trotz eines wohlmöglich hohen Bildungsstandes, ist unser Wissen selbsterklärend selektiv. Auch die Schulzeit, wenn man sie bis zum Abitur absolviert, ist nicht in der Lage sämtliche Hintergründe und politischen Entwicklungen flächig abzudecken. Die sozialen Medien setzen hier zusätzlich an und unterstreichen selektive Gedanken fundamental, in dem sie mittels des Algorithmus nur jene Informationen teilen, die mit uns und unseren Kenntnissen bereits räsonieren. Emotionen und Vorurteile werden mit gefährlichem Halbwissen weiterhin gefüttert und gestärkt.
Man sagt; „Am schwierigsten ist es ist jene Personen zu überzeugen, die überzeugt die Überzeugung hegen, sie wissen bereits alles.“
Ein Land mit einem hohen Bildungsstand stellt somit in keinster Weise einen erleichternden Rahmen dar in der Bekämpfung von rechten, diskriminierenden und vorurteilsbehafteten Denkweisen. Vielmehr kann es das eindringliche Vermitteln von Fehldenken und Trugschlüssen erschweren, da das bloße Eingeständnis eines mangelhaften Wissenstandes bereits einen erheblichen Kraftaufwand darstellen kann. Und hier gilt es jedoch anzusetzen, um (noch) harmlose Vorurteile zu bekämpfen, bevor sie größer werden. Denn selbst, wenn diese Vorurteile sich nicht gravierend verstärken, so können sie doch einen höheren Toleranz-Rahmen kreieren gegenüber jenen, die hier offen extreme Haltungen einnehmen.
Vorurteile betreffen die Gesellschaft als Ganzes
Nur die wenigsten beschäftigen sich in Eigenverantwortung aktiv mit der Aufarbeitung diverser Themen oder Hinterfragen ihre eigenen Kenntnisstände. Nicht verwunderlich erleben wir alle irgendwann vorurteilsbehaftete Aussagen, oder wurden schon einmal mit dem berühmten „Ich bin kein Rassist, aber…“-Argument konfrontiert, - sei es im familiären Rahmen, der Arbeit oder gar dem freundschaftlichen Sozialkreis. Sei es von dem Nachbarn, der nie das Land verlassen hat - oder von der Akademiker Freundin, die seit Jahren die Welt bereist. Vorurteile begegnen uns in sämtlichen, gesellschaftlichen Schichten. Wir alle tragen sie in uns - manche stärker - manche schwächer. Aber eine Aufarbeitung dessen müssen wir alle erleben, um uns von ihnen zu befreien.
Unterhält man sich mit Menschen, die starke Vorurteile hegen, wird einem oftmals schnell bewusst; das diese nur in den wenigsten Fällen einem informativen Kenntnisstand entsprungen sind. Vielmehr handelt es sich um ein faktenloses Gefühl. Entstanden durch Medien, selektiven Fokus und die nicht vorhandene Bereitschaft sich hier umfänglich zu informieren. Dieses Gefühl wird jedoch meist mit einer Überzeugung verbalisiert, welche Sorgen, Ängste und teilweise Wut unterstreicht und somit nicht nur die Meinung über bestimmte Gruppierungen nachhaltig beeinflussen, sondern auch dazu führen kann, dass Informationen, die das Bild verändern könnten, ignoriert werden.
Wenn das Bild also nicht pro-aktiv im Alltag durch Erlebnisse verändert wird, verändert es sich meist kaum bis gar nicht mehr und wird teils noch verstärkt. Nicht überraschend sind daher die Zahlen der rechts-populistischen Parteien, sei es in Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich, den Niederlanden und vielen mehr, die ihre größte Wählerschaft meist auf dem Lande finden. Gerade also jenen Regionen, die einen sehr geringen Migrations-Anteil aufweisen und kaum Berührungspunkte zu Menschen mit Migrationshintergrund bieten. Die Vorurteile sind nicht erlerbt, sondern erlernt. Die Großstädte dagegen spiegeln oftmals ein deutlich geringeres Wahlergebnisse bei eben jenen Parteien wider. Durchschnittlich zehn Prozent der AfD Wähler:innen entschieden sich dort für die Partei, im Vergleich zu bis 23 % in den ländlichen Regionen.
Die einseitige Wahrnehmung der Gesellschaft.
Die wenigsten informieren sich tatkräftig oder besprechen engagiert problematisches Verhalten seitens deutscher Staatsbürger ohne Migrationshintergrund. Wir schauen zum Beispiel auf die vielen Anfeindungen und negativen Sterotypen, denen die türkische Gemeinschaft bis heute gegenübergestellt war, nachdem viele proaktiv als Gastarbeiter von Deutschland angeworben wurden, um dabei zu helfen den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Die wenigsten sprechen in diesem Zuge überhaupt darüber, dass Deutschland diese Menschen in den 60er Jahren aktiv zum Kommen gebeten hat und wie sehr uns dies bereichern konnte. Die NSU-Prozesse stellen bei vielen große Wissens-Lücken dar. Antisemtische Übergriffe werden kaum diskutiert. Kaum einer thematisiert noch das Attentat in Hanau, dem 10 Menschen mit Migrationshintergrund zum Opfer fielen.
Alleine 2022 gab es über 151 politisch motivierte Straftaten, bei denen die Unterkünfte für Geflüchtete Angriffsziel waren. PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) zog bereits 2014 durch die Bundesländer Deutschlands und unterstrich die politische Ideologie hier klar und lautstark.
Doch, mit der selben Stärke der Ignoranz gegenüber der Fehlbarkeit Deutscher Staatsbürger ohne Migrationshintergrund liegt der Fokus eines Problems meist bei der Migration selbst. Als die neusten Bildungsstudien im Jahre 2023 erschienen sind, war der erste Impuls vieler Politiker:innen und Bürger:innen, die starke Abnahme des Bildungsstandes in Relation setzen zu wollen, mit Menschen mit Migrationshintergrund. Doch, obwohl die Studien ein anderes Bild zeichnen, und die deutsche Bildungslandschaft, seit über 20 Jahren aktiv mit einer Unterfinanzierung zu kämpfen hat, die selbsterklärend Konsequenzen mit sich bringt, wird an diesem Bild vehement festgehalten.
Antisemitismus wird aufgrund der schrecklichen Szenen in Israel seit Wochen in den Medien behandelt und hier mehrheitlich als „importiert“ bezeichnet. Der Anschlag eines Deutschen, vor der Synagoge in Halle (Saale) am 9. Oktober 2019, der als Versuch eines Massenmordes an Juden verzeichnet war, wurde hier nicht einmal erwähnt. Die medialen und politischen Debatten unterstreichen es immer wieder; den Trugschluss gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund und den Trugschluss gegenüber den Deutschen ohne Migrationshintergrund. Die mediale sehr einheitliche Berichterstattung hier, formt und stärkt dieses Bild zusätzlich zunehmend.
Ein “Nein” zur AfD wird nicht die finale Lösung sein
Die Politik hat in vielerlei Hinsichten die Bedürfnisse der Bürger:innen vernachlässigt und einen Nährboden geschaffen, der bei vielen von Sorgen und Existenzängsten geprägt ist. Deutschland steht momentan vor zahlreichen Herausforderungen, von Wirtschaftskrise und Corona-Nachwehen bis hin zu einer Reduzierung des Bildungsniveaus, deutschlandweitem Fachkräftemangel und Ängsten bezüglich der Zukunft, einschließlich der Absicherung durch die Rente. Dieser Nährboden lässt ablehnende Haltungen aufkeimen und erstickt wohlwollende Gedanken gegenüber jenen, die kommen. Und genau auf diesem Nährboden säht die AfD und verwurzelt sich zunehmend.
Während man sich in den vergangenen Jahren noch in die Hoffnung retten konnte, dass die steigenden AfD-Zahlen reine Protestwähler:innen seien, zeigten die Wahlergebnisse in Bayern 2023 bereits eine andere Tendenz. Nur noch 46 Prozent der AfD-Anhänger:innen gaben an, die Partei aus Enttäuschung über andere Parteien zu wählen. Diese Zahl verzeichnete bereits einen Rückgang von 10 Prozentpunkten im Vergleich zur Landtagswahl 2018. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die die AfD aus Überzeugung wählten (Bayrischer Rundfunk). In Hessen gaben 51 Prozent der AfD-Wähler:innen an, dass Migration das ausschlaggebende Thema für ihre Wahlentscheidung war. Bildung und soziale Themen dagegen erlangten hier gerade einmal einen auschlaggebenden Wert bei unter 10%. Die Motivation, aus welcher eine Mehrheit sich für eine rechtspopulistische Partei entscheidet liegt auf der Hand; ihre rechtspopulistische Politik.
An diesem Punkt ist es wichtig, ehrlich zu sein – mit sich selbst und mit der deutschen Bildungslandschaft und Politik. Es ist entscheidend, einen Rahmen zu schaffen, um bestimmte Denkweisen im Keim zu verändern, umzulenken und positiv zu beeinflussen. Doch dafür muss ein klares Eingeständnis stattfinden, welches Gedankengut fruchtbaren Nährboden für späteren Rechtsextremismus stellt, um dies bereits bei der Wurzel zu packen.
Ein Abschaffen der AfD könnte für kurzweilige Erleichterung sorgen - würde jedoch nicht die Gedanken der breiten Wählerschaft ändern, sondern das Gefühl politisch in Sorgen und Ängsten nicht wahrgenommen oder gar ignoriert zu werden, verstärken und vorurteilsbehaftete Ideologien keineswegs nichtig machen. Eine politische Änderung ist notwendig, um den Menschen andere Hoffnungen zu bieten, als jene, die sich in der falschen Ablehnung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund verbergen. Es ist an der Zeit, anzuerkennen, dass unsere Politik fehlbar ist, und die Verantwortung gezielt zu übernehmen, damit diese nicht auf diejenigen übertragen wird, die gesellschaftlich bereits am schwächsten aufgestellt sind.
Die Trugschlüsse zur AfD
Die AfD wägt sich als gefährliche Lösung für unsere gesellschaftlichen Herausforderungen. Doch wie sehen diese Lösung letztendlich aus? Bereits im Juni 2023 hat die Partei ihren Leitantrag zum Wahlprogramm der AfD veröffentlicht. Die Migrationspolitik stellt einen Großteil ihres Antrages dar und dies bewusst - hat sich doch in Deutschland zunehmend das große Bild der Sorge hier verwurzelt. Hier ziehen sie sogar vor, als Konsequenz, die EU als solches aufzulösen.
„Unsere Geduld mit der EU ist erschöpft. (…) Da die EU, auch wegen des Einstimmigkeitsprinzips aller Mitgliedstaaten, nicht im Sinne der AfD reformierbar ist, treten wir für die Neugründung einer europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft ein“
Sie stürzen sich in diversen Punkten auf ein „sichern“ von Deutschland, durch eine Ablehnung bezüglich bestimmter Gruppierungen und erwähnen unter anderem auch den Anstieg der Migrationen im Zuge des Gastarbeiter-Abkommens:
„Seit den 60er-Jahren sind nach und nach immer mehr Migranten nach Deutschland und Europa gekommen, insbesondere aus den Staaten des islamischen Kulturkreises.“
Hier erwähnen sie das Abkommen selbst mit keiner Silbe, viel eher stellen sie die Migration verklärt und hochstilisiert dar und schreiben von einer„einheimischen Bevölkerung, die fast vollständig verdrängt wurde.“ Sie konzentrieren sie sich auch auf Antisemitismus, den sie als „neu in Erscheinung tretenden“ beschreiben und tief im Islam verwurzeln. Sie sprechen von massiven gesellschaftlichen Verwerfungen, durch Asyl-, und Migrationspolitik und ihre Lösung scheint sich rein im großflächigerem Abschieben derer zu verankern - nicht aber in einer vernünftigen Integrationspolitik.
Nach einer verändernden Innenpolitik, welche versprechend mehr Gelder für die Gesellschaft, die Bildung und Forschung als solches bereitstellen würde, oder ein starkes Konzept gegen den bundesweiten großflächigen Fachkräftemangel, sucht man vergeblich. Gleichstellung, die Rechte der Frau, ja sogar die frühkindlichen Bildungsinstitutionen sollen große Rückschritte erleben.
„Die in den letzten Jahren immer weiter stattgefundenen Übernahmen der elterlichen Erziehungsaufgaben durch staatliche Institutionen wie Krippen und Ganztagsschulen, die Umsetzung des Gender-Mainstreaming und die allgemeine Betonung der Individualität untergraben die Familie als wertegebende gesellschaftliche Grundeinheit.“
Die AfD will sich dafür einsetzen, bestehende Gender-Lehrstühle nicht neu zu besetzen und laufende Projekte nicht zu verlängern. Das Kopftuch solle im öffentlichen Raum generell verboten sein und zuletzt betonen sie offen: „Wir lehnen das Konzept einer multikulturellen Gesellschaft sowie der Parallelgesellschaften ab.“ In sämtlichen Bereichen entdeckt man, dass jene, die gesellschaftlich bereits heute statistisch schlechter aufgestellt sind, die größten Probleme erleben werden.
„Re-Migration“ / Deportationen
Die AFD hegt den Wunsch nach einer umfassenden Re-Migration, die im Wesentlichen einer groß angelegten Deportation gleichkommt. Im Zuge einer Recherche von Correctiv wurde aufgedeckt, wie hochrangige AfD-Mitglieder, Rechtsradikale und Unternehmer:innen in einem Landhaus bei Brandenburg zusammenkamen, um Wege zu erörtern, wie der demokratische Rechtsstaat durch „eigene Mittel ausgehöhlt“ und anschließend gehandelt werden könnte. Der österreichische Rechtsextreme Martin Sellner äußerte auf diesem Treffen den Wunsch, "Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht und nicht assimilierte Staatsbürger" nach Nordafrika zu deportieren, was unter dem Terminus "Remigration" firmierte. Dieser rechtsextreme Begriff strebt die massenhafte Deportation aller nicht deutschstämmigen Menschen an, mit dem Ziel einer ethnisch homogenen Volksgemeinschaft. Jede/r, die/der sich für Menschenrechte und die Erhaltung der Demokratie einsetzt, sollte sich entschieden gegen solche Bestrebungen stellen, die grundlegende Werte bedrohen.
Integration als Chance
Menschen mit Migrationshintergrund stellen eine immense Stärkung dar, die sich in sämtlichen Bereichen entfaltet: sei es in Bildung, Wissenschaft, Forschung, Pflege, IT, Journalismus, Reinigung oder Betreuung. Ihre vielfältigen Erfahrungen und Qualifikationen tragen dazu bei, bestehende Lücken zu schließen und das gesamte gesellschaftliche Gefüge in Deutschland zu stärken. Ein Abschieben im "großen Stil", wie es von der AfD vorgeschlagen wird und sogar von Bundeskanzler Olaf Scholz in einer kürzlichen Rede angedeutet wurde, birgt, abgesehen vom moralischen verwerflichen Standpunkt, zusätzlich die Gefahr erheblicher wirtschaftlicher Probleme in sämtlichen Berufszweigen. Eine solche Massenausweisung von Menschen kann und wird nicht nur zu einem verstärktem Fachkräftemangel führen, sondern auch wirtschaftliche Sektoren in vielfältiger Hinsicht beeinträchtigen. Von der frühkindlichen Bildung über die Gesundheitsversorgung bis hin zur Industrie und anderen Dienstleistungssektoren sind viele Branchen auf die Diversität und das Engagement von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund angewiesen. Viel eher sollten wir die Potenziale effektiv nutzen, welche diese Menschen mit sich bringen und uns viel mehr darauf fokussieren, ihre Wissens- und Kenntnisstände besser zu integrieren. Eine gezielte Integrations-Politik ermöglicht nicht nur eine schnellere Eingliederung, sondern fördert auch ein harmonisches Zusammenleben und Zusammenarbeiten in unserer vielfältigen Gesellschaft.
Unberechenbare Wellengänge
Nicht nur der offenkundige Rechtsruck in Deutschland und die jüngsten Enthüllungen über die AfD sind erschreckend, sondern sie schaffen auch ein feindliches und unfruchtbares Klima für jeden/r, dem/der Gleichstellung, Toleranz, Akzeptanz und Demokratie wichtig sind. Die langfristigen Auswirkungen dieser problematischen Haltungen und Handlungen sind noch nicht absehbar.
Die AfD propagiert in ihrem Wahlprogramm eine selektivere Migration von hoch qualifizierten Fachkräften. Abgesehen davon, dass man ein Menschenleben nicht nach seiner Produktivität und seinem Bildungsstand messen darf, werden selbst jene, die von der Selektion profitieren könnten, diese vermutlich durchaus kritisch sehen. Im Zuge der Globalisierung sind die stark gebildeten, hochqualifizierten Fachkräfte von heute in der Regel auch weltbereist, belesen und mit Menschen von überall auf der Welt verbunden. Genau jene, die Deutschland ebenso dringend benötigt, insbesondere in Wissenschaft, Forschung und Medizin, werden sich mit den Werten einer xenophoben Partei wohl kaum großflächig identifizieren können und das gesellschaftliche Milieu als lebenswert ansehen. Die Zuwanderung von eben auch genau jenen Personen wird voraussichtlich einen Rückschlag erleben, und die Tendenz, dass Menschen, die ihr Glück anderswo suchen können, das Land verlassen, wird sich sicherlich verstärken. In den sozialen Medien kursieren bereits verschiedene Videos mit dem Hashtag #wohinjetzt, in denen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in den Kommentarspalten diskutieren und Länder ins Gespräch bringen, in denen das gesellschaftliche Klima als lebenswerter und erstrebenswerter empfunden wird als in Deutschland.
Eine starke Warnung fordert starke Lösungen
Die deutsche Politik steht vor einem gravierenden Problem der Verantwortungsübernahme. Immer wieder erleben wir, wie Herausforderungen übergangen werden, Probleme seit zwei Jahrzehnten diskutiert werden und Lösungsansätze zwar besprochen, aber in der Umsetzung auf sich warten lassen. Das Auftreten von Symptomen wird dabei meist nur partiell behandelt, während die eigentliche Ursache des zugrundeliegenden Problems selten bis kaum adressiert wird. Ob es um Bildung, Fachkräftemangel, hohe Krankenstände im Land oder gesellschaftliche Themen wie Migrationspolitik und das pro-aktive Schaffen von Offenheit und Toleranz geht. Die alarmierenden Zahlen der AfD sind erschreckend, aber nicht überraschend. Die politische Landschaft sollte nicht den Fehler begehen, mit diesem Wahlprogramm konkurrieren zu wollen, indem sie Ideologien reproduziert, die fälschlicherweise zunehmend als gesellschaftliche Lösungen angesehen werden. Vielmehr sollte sie sich mit realen, fundierten Lösungen auseinandersetzen, die die zugrundeliegenden Strukturprobleme angehen und eine nachhaltige Veränderung ermöglichen.
In Anbetracht des aktuellen politischen Klimas ist es ebenso von entscheidender Bedeutung, Aufklärung verstärkt in den Fokus zu rücken. Dies gilt sowohl im politischen Kontext und insbesondere in Bildungsinstitutionen, als letztendlich in Eigenverantwortung auf privater Ebene. Die Notwendigkeit, Vorurteile und Gedankengut, das sich möglicherweise in rechtsextreme Entwicklungen ausbreitet, frühzeitig zu erkennen und zu beheben, ist absolut unverzichtbar. Ein einheitliches Verständnis darüber, wo Aufklärungsarbeit bereits im Keim beginnen muss, ist entscheidend, um verzögerte Reaktionen zu vermeiden, die erst dann erfolgen, wenn problematische Einstellungen bereits manifestiert sind.
Als Verband lehnen wir entschieden die rechtspopulistischen Ideologien der AfD ab. Gleichzeitig sehen wir uns auch in der Verantwortung, die weiteren Wahlprogrammpunkte kritisch zu hinterfragen, welche zum Teil dazu neigen, gesellschaftliche Probleme auszuklammern oder sogar zu verschärfen und dementsprechend aus vielerlei Hinsichten keine Lösung darstellen. Deutschland benötigt dringend Hoffnung und einen konstruktiven Umgang mit Ängsten und Sorgen. Es ist entscheidend, Lösungen zu finden, die die Lebensqualität für alle verbessern und Ängste nicht durch das klassische Bereitstellen eines Sündenbocks in Form von Millionen Menschen in Deutschland zu befeuern. Die aktuelle Situation kann man als deutlichen, letzten Warnschuss verstehen.
Wir hoffen die Politik hört hin.
Die prekäre Lage der Kitaträger: Ein alarmierender Blick auf Deutschlands Betreuungssystem
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Ein bundesweiter Blick auf die aktuelle Situation, von München, über Köln, bis nach Hamburg und Berlin, zeigt eine verhängnisvolle Kluft zwischen politischem Anspruch und tatsächlicher Umsetzung. Die frühkindliche Bildung in Deutschland ist unterfinanziert. Die Probleme, die vor 20 Jahren bereits aktuell waren, sind es heute immer noch - nur : noch gravierender. Wir brauchen Handlungen statt warmer Worte. Jetzt.
München atmet auf: Eine neue Härtefall-Regelung kommt den finanziell gebeutelten Kitaträgern entgegen, die um ihre Existenz bangten. Die Regelung ermöglicht Kitaträgern, die wirtschaftliche Schwierigkeiten haben, einen entsprechenden Antrag auf Unterstützung in der benötigten Höhe zu stellen. Die Stadt München möchte damit verhindern, dass Kitaplätze eingestellt werden müssen. Dieses gibt vielen Kitaträgern zwar Hoffnung, aber es ist schlussendlich nur ein Trostpflaster, das den Blick auf das wesentliche Problem verschleiert: Die Finanzierung der frühkindlichen Bildung wurde über Jahrzehnte hinweg vernachlässigt, und die Auswirkungen sind deutschlandweit spürbar.
Bremen sorgte zuletzt für alarmierende Schlagzeilen. Es belegte bei einem bundesweiten Vergleich, den letzten Platz in der Betreuungssituation. Demnach ist etwa jede zweite Mutter mit einem Kind im Krippen- oder Kita-Alter nicht erwerbstätig, da Betreuungsplätze schlichtweg fehlen. Wohlfahrtsvereine rund um Hamburg schlugen zuletzt vor Weihnachten 2023 noch einmal Alarm, Nordrhein-Westfalen beschreibt die aktuelle Lage als „unzumutbar“ und in Berlin überschlagen sich die Artikel und Hilferufe ebenfalls seit Jahren. Völlig gleich, in welches Bundesland man schaut, die Kita-Krise ist bereits da und breitet sich unentwegt weiterhin aus.
Zeit für Realitätssinn: Die bedenklichen Folge der Unterfinanzierung
Es ist an der Zeit, der Realität ins Auge zu sehen und die drastischen Auswirkungen der chronischen Unterfinanzierung der frühkindlichen Bildung zu begreifen. Wir stehen vor einem erschreckenden Fachkräftemangel, der zu einem drastischen Rückgang der Betreuungsangebote und erhöhten Krankenständen führt. Das ohnehin knappe Angebot an qualifizierten Fachkräften schrumpft weiterhin, während sich die Bewerbungszahlen rapide verringern. Diese Tendenzen in der Personalbeschaffung und -bindung sind nachhaltig beunruhigend. Die neuesten Ergebnisse der Pisa-Studie bestätigen, was für viele Pädagogen:innen schon längst eine bittere Erkenntnis darstellte; die spürbare Abnahme der Bildungsqualität in Deutschland. Dieser Abwärtstrend ist nun auch nachweislich belegbar. Es ist ein letzter gravierender Weckruf, ein eindringlicher Hinweis darauf, dass das Fehlen angemessener finanzieller Mittel unweigerlich zu einem fortwährenden Qualitätsverlust führt.
Die herausfordernde Realität für pädagogische Fachkräfte
Der Beruf der pädagogischen Fachkraft ist eine Berufung, die viele von Herzen ausüben. Die Zusammenarbeit mit Kolleg:innen und die Arbeit mit den Kindern geben viele von ihnen als Etwas von unschätzbarem Wert an. Doch der Arbeitsalltag erschwert ihnen die Freude am Beruf. Bereits 2022 äußerte der damalige Berliner FDP-Abgeordnete Paul Fresdorf, dass die erschreckend hohe Anzahl von Krankmeldungen der Fachkräfte in frühkindlichen Einrichtungen als "besonderes Vorkommnis" an die Senatsverwaltung für Jugend gemeldet wurde. Doch Abhilfe gab es nicht. Im Jahr 2023 erlebten die Krankenstände in diesem Bereich in Berlin einen weiteren, bedauerlichen Anstieg. Überlastung und Personalmangel stellen für viele Fachkräfte eine erhebliche Belastung dar und führen nicht selten auch zu Burn-Out und langfristigen Ausfällen. Diese Realität bringt viele engagierte Fachkräfte an ihre Grenzen und zwingt sie schlussendlich zur Kapitulation; sie verlassen den Beruf, der ihnen so viel bedeutet hat.
Forderungen aus der Politik im Wandel der Jahre und der Mangel an Lösungsumsätzen.
Seit mindestens zwei Jahrzehnten ist das Problem der Unterfinanzierung und der Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung kein unbekanntes Thema mehr. Es scheint kein Erkenntnisproblem auf Seiten der Fachkräfte, der Eltern, der Wissenschaft oder der Verwaltungen zu sein, sondern ein Defizit in der tatsächlichen Umsetzung. Politiker:innen verschiedener Parteien haben über die Jahre hinweg auf die Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung hingewiesen, doch die Verantwortungsübernahme der akuten Lösungsumsetzung wurde stets vermisst.
Die derzeitige Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) äußerte zuletzt 2023 nach den erschreckenden Ergebnissen der Pisa-Studie, die Dringlichkeit eines aktiven Vorgehens, um die Bildungskrise zu bewältigen und verankerte ihren Fokus hier auch bei den frühkindlichen Institutionen. Ihre Stimme reiht sich in eine lange Kette ähnlicher Anmerkungen ein, die über die letzten zwei Jahrzehnte zu hören waren.
Bereits 2007 betonte Ursula von der Leyen (CDU) in einem Interview, dass viele Fachkräfte Hamburg, trotz teils besserer Arbeitsangebote von Firmen in anderen Regionen, nicht verlassen wollten. Der Grund war simpel; Hamburg stellte 2007 die Spitze dar, für Betreuungsangebote in Kindertagesstätten und ermöglichte den Fachkräften somit die Work-Familien-Balance, die sie brauchten. Von der Leyen sah darin keineswegs nur Lob für Hamburg. Vielmehr deutete sie es als ein alarmierendes Signal für andere Bundesländer und forderte einen schnellstmöglichen Ausbau von Stellen und Betreuungsplätzen, im Bereich frühkindliche Bildung.
Auch Annette Schavan (CDU) äußerte sich 2009 zur dringenden Notwendigkeit, die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte zu erleichtern, um dem damals bereits sichtbaren Personalmangel in Kitas entgegenzuwirken. Die ehemalige Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) forderte 2014 bundesweit einheitliche Standards für Kitas, sowohl in Bezug auf Bildungsqualität als auch Arbeitsbedingungen des Personals. Im Zuge dessen erörterte Schwesig ebenfalls ein Problem, das sich bis heute nicht beheben ließ. Im Interview mit „Deutschlandfunk“, betonte sie das bisherige „Schuldzuweisungsspiel“, das sie als ehemalige Landesministerin aktiv miterlebt hatte und ermahnte diese Dynamik final zu beenden. Ihr Ziel war es, konstruktiv an einem Tisch zusammenzukommen und zu klären, was bundesweit gestemmt werden kann. Dabei sollte nicht nur über die Kosten, sondern auch über die Finanzierungsgrundlagen gesprochen werden. Sie erwähnte die Dringlichkeit, nicht nur um Geld zu kämpfen, sondern auch klare Vorstellungen zu haben, wie die Umsetzung aussehen soll, damit diese schnellstmöglich beginnen kann.
2018 brachten die aktuelle Bundesministerin Lisa Paus und Nina Stahr (Bündnis 90/Die Grünen) ihre Unterstützung für eine Demonstration gegen die Berliner Kita-Krise zum Ausdruck. Paus betonte, dass bereits seit einem Jahrzehnt Eltern, Träger, Gewerkschaften und Verbände für eine nachhaltige Verbesserung der Kita-Qualität und der Kindertagespflege kämpfen würden. Sie warnte davor, dass die aktuelle Notlage einen Rückschlag in alte Missstände bedeuten könnte. Der damalige Bundesfinanzminister, und heutige Bundeskanzler, Olaf Scholz, wurde direkt aufgefordert, zusätzliche Mittel bereitzustellen, da die bisherigen finanziellen Zusagen für den versprochenen Ausbau und eine echte Qualitätsoffensive nicht ausreichten, sie wollten Handlungen sehen. Seit 25. April 2022 ist Paus Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Enttäuschende Schlagzeilen und trügerische Hoffnung
Im Jahr 2024 stehen wir erneut vor den gleichen Meldungen, denselben Schlagzeilen und drängenden Problemen – nur erscheinen sie nun noch drastischer als je zuvor. Bundesweit breitet sich eine Welle von Symptomen aus, die der Kita-Krise ein deutliches Gesicht geben. Sogar Hamburg, lange Zeit als Ausnahme gesehen, ist von den Auswirkungen schon lange nicht mehr gefeit.
In München schwankt die Stimmung zwischen Bangen und einem seufzenden Aufatmen, wenn die Stadt zumindest vorübergehend Kita-Plätze vor der Schließung aufgrund finanzieller Engpässe retten kann. Und in Berlin herrscht eine gewisse Erleichterung, seitdem Kitas seit 26. Oktober 2023 wieder selbst festlegen könnten, ob und welche Zuzahlungen von Eltern übernommen werden können, um das pädagogische Zusatz-Angebot aufrechtzuerhalten. Diese Schlagzeilen, die oftmals von Hoffnungsschimmern, Aufatmen und Erleichterung sprechen, mögen auf den ersten Blick positiv erscheinen, jedoch täuschen sie. Sie zeigen vielmehr, dass die Politik letztlich darin scheitert, die Verantwortung zu übernehmen, um die Kernprobleme zu lösen. Das Aufatmen bezieht sich schlussendlich nie auf eine festgelegte Absicherung bezüglich Betreuungsangeboten und nachhaltigen Finanzierungen, sondern vielmehr darauf, dass das Schlimmste vermieden werden konnte; das Einstellen der Angebote. Keines Wegs darf diese Form von Politik und medialer Berichterstattung davon ablenken, dass diese Lösungen keine Lösungen sind - sondern lediglich Placebos, die an Kitas oder Eltern verteilt werden, damit diese in Eigenregie die Behandlung der akutesten Symptome übernehmen können.
Ein Dialog in Bewegung (?)
Im letzten Jahr ist Bewegung in den Dialog zur frühkindlichen Bildung gekommen. Die freien unabhängigen Kitaträger, u.a. vertreten durch den VKMK (Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger), haben vermehrt Zugang zu den Entscheidungstischen gefunden, von denen sie lange ausgeschlossen waren. Hier können sie endlich ihre drängenden Anliegen vortragen. Doch bereits nach den ersten Gesprächen zeigt sich, dass die Kommunikation vornehmlich auf das Erörtern und Abwägen von Problemen beschränkt bleibt, nicht aber konkrete, tatkräftige Handlungen und verbindliches Engagement seitens der Politik garantiert. Wir können es uns nicht länger erlauben, die Umsetzung von Lösungen aufzuschieben. Über die letzten zwei Jahrzehnte hinweg haben Kitapersonal, Eltern, die Wissenschaft und sogar politische Instanzen wiederholt ihre Besorgnis, ihre Hilferufe und Warnungen geäußert – doch bisher hat das nicht zu greifbaren Verbesserungen geführt.
Wenngleich es begrüßenswert ist, dass die freien unabhängigen Kitaträger nun Einzug an diesen Gesprächstischen erhalten haben, möchten wir uns doch entschieden davon distanzieren, dies als rein „positiven“ Fortschritt zu bezeichnen. Die Tatsache, dass sie nun gehört werden, markiert eher den „Anfang des Verhandlungsprozesses“ und diesen als endlich „sinnvoll“. Denn ohne Einigkeit über die bestehenden Probleme ist es nahezu unmöglich, wirkungsvolle Lösungen zu entwickeln. Und nur ein Einbeziehen der betroffenen Akteure kann schlussendlich die Grundlage für ein gemeinsames Verständnis und somit den ersten Schritt in Richtung Lösungsfindung bilden. Ein Einbeziehen der betroffenen Akteure wäre von Anbeginn der Verhandlungen von Nöten gewesen. Unsere Hoffnung ist, dass diese Verhandlungen und die verstärkte Aufmerksamkeit nicht wie vorherige Placebos enden werden. Es bedarf einer dringenden und proaktiven Reaktion, die über bloße Diskussionen hinausgeht. Die offene Berichterstattung und das klare Darlegen des Ist-Zustandes seitens der freien unabhängigen Kitaträger ist eine große Chance. Eine Chance, die zu einem echten Wandel führen kann. Diese Chance muss genutzt werden. Das offene Gehör und die Teilnahme an Verhandlungen sollten nicht nur symbolisch sein, sondern eine echte Grundlage für eine umgehende Verbesserung der Situation in der frühkindlichen Bildung bilden.