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VKMK kritisiert Widersprüche im Antrag der Linken: Kostenloses Schulmittagessen und beitragsfreie Kitas

Heute wurde in der Plenarsitzung der dringliche Antrag “Mittagessenversorgung an Berliner Schulen sicherstellen – Kostenfreiheit für Schulessen und Kita-Besuch erhalten!” der Fraktion Die Linke diskutiert. Ein Antrag, der maßgeblich von Inkohärenz geprägt ist, wie der Kitaverband VKMK empfindet. 

Heute wurde in der Plenarsitzung der dringliche Antrag “Mittagessenversorgung an Berliner Schulen sicherstellen – Kostenfreiheit für Schulessen und Kita-Besuch erhalten!” der Fraktion Die Linke diskutiert. Ein Antrag, der maßgeblich von Inkohärenz geprägt ist, wie der Kitaverband VKMK empfindet. 

Diese Inkohärenz beginnt bereits bei der Forderung nach kostenlosem Schulmittagessen. Als Begründung hierfür schreibt Die Linke in ihrem Antrag, dass kostenloses Schulmittagessen “ein zentraler Eckpfeiler für die gesunde Entwicklung und Chancengerechtigkeit in der Bildung” sei. Das Mittagessen in der Kita findet dabei keinen Platz in der Diskussion und scheint somit für unsere Jüngsten kein “zentraler Eckpfeiler” für Bildung und Teilhabe zu sein. Eltern von Kita-Kindern sollen demnach weiterhin auf Wunsch Der Linken beim Essen zur Kasse gebeten werden, da es hier augenscheinlich einen Unterschied in der Relevanz gibt. Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK betont aus diesem Grund: “Wenn man kostenloses Schulmittagessen fordert, wäre es nur konsequent, das kostenlose Mittagessen in der Kita mitzudenken”.

Weiterhin wirkt die Forderung nach Kostenfreiheit beim Kita-Besuch in diesem Antrag fehl am Platz und fand, sowohl im schriftlichen Antrag als auch bei der Plenarsitzung, nur in wenigen Sätzen überhaupt Erwähnung. Der Hintergrund hinter dieser Forderung ist die Infragestellung des Senats bei der Kostenfreiheit des Kita-Besuchs, eine Überlegung, die der VKMK grundsätzlich nachvollziehen kann. “Die Prämisse ist, dass die Kassen des Landes leer sind. Der Senat sieht sich gezwungen zu sparen und plant, dies durch einen Kurswechsel, weg von der Gießkannen-Politik, zu erreichen. Dies betrifft zwangsläufig auch die Bildungspolitik und damit die Kitas.”, erklärt Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK. Wie er weiter erklärt, bedeutet dies jedoch im Umkehrschluss nicht, Bildung kostenpflichtig zu machen: “Bildung sollte stets für alle kostenlos und zugänglich sein – das ist ein grundlegendes Menschenrecht. Allerdings sprechen wir hier von den Betreuungszeiten, also den frühen und späten Stunden. Diese Zeiten sind nicht kostenfrei zu sehen und es gibt keinen Grund, weshalb das breite Schultern nicht tragen können und auch sollen.”

Eine Möglichkeit, die Betreuungszeiten trotz Gebührenpflicht für alle zugänglich zu machen, wäre die Einführung eines einkommensabhängigen Finanzierungssystems. Allerdings betrachten die Fraktionen Die Linke und Die Grünen dies als zu großen Verwaltungsaufwand, der sich rein rechnerisch für den Landeshaushalt nicht lohnen würde. Lars Békési äußert sich hierzu: “Wir leben in einer modernen Zeit fortschrittlicher Technologien und Künstlicher Intelligenz, die uns diesen Aufwand bestimmt abnehmen könnten, wenn wir nur wollten. Wir möchten nicht bestreiten, dass die Umsetzung eines einkommensabhängigen Zahlungssystems einfach und leicht für alle Beteiligten sein sollte. Doch es gibt zweifellos digitale Lösungen, die in Betracht gezogen werden können. Warum beispielsweise nicht einen automatischen Prozess im jährlichen Lohnsteuerausgleich integrieren, der diese Berechnung bereits berücksichtigt?”

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Gemeinsam für eine bessere Bildung: Initiative #NeustartBildungJetzt stellt Konzept für einen “Bildungsdialog für Deutschland” vor

Die Bildungslage in Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen. Ein gravierender Mangel an Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften in Kitas, steigende Bildungsarmut, abnehmende Bildungsqualität sowie anhaltende Bildungsungerechtigkeit bedrohen die Stabilität des deutschen Bildungssystems auf lange Sicht. Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen ist eine umfassende Bildungsreform dringend erforderlich. In diesem Zusammenhang hat sich eine breit angelegte Initiative formiert, die unter dem Namen #NeustartBildungJetzt im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde.


Die Bildungslage in Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen. Ein gravierender Mangel an Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften in Kitas, steigende Bildungsarmut, abnehmende Bildungsqualität sowie anhaltende Bildungsungerechtigkeit bedrohen die Stabilität des deutschen Bildungssystems auf lange Sicht. Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen ist eine umfassende Bildungsreform dringend erforderlich.

In diesem Zusammenhang hat sich eine breit angelegte Initiative formiert, die unter dem Namen #NeustartBildungJetzt im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde. Die Initiative hat eine beeindruckende gesellschaftliche Unterstützung erhalten. Insgesamt haben sich nun schon 94 verschiedene Organisationen und Verbände aus dem Bildungs-, Wohlfahrts-, Eltern- und Fachkräftebereich, Gewerkschaften, Stiftungen und Bildungsinitiativen zusammen- geschlossen, um gemeinsam einen Weg für einen Neustart im Bildungssystem zu finden.

Nun präsentiert #NeustartBildungJetzt das Konzept für einen "Bildungsdialog für Deutschland", welches unmittelbar an den Appell für einen Nationalen Bildungsgipfel aus dem März 2023 anknüpft. Das Konzept setzt auf Kooperation und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen politischen Ebenen, der Zivilgesellschaft, Bildungspraxis und der Wissenschaft. Es strebt danach, auch bisher weniger gehörten, aber unmittelbar betroffenen Gruppen, wie Kindern und Jugendlichen, Gehör zu verschaffen und ihre Perspektiven einzubeziehen. Das Ziel ist es, durch die Vielfalt der am Dialog Beteiligten umfassende Lösungen zu erarbeiten.

Die Initiative konzentriert sich darauf, einen konstruktiven Dialogprozess zu fördern, ohne dabei spezifische Reformvorschläge vorzulegen, wie es in der Pressemitteilung von #NeustartBildungJetzt heißt. Die beteiligten Akteure sollen anschließend gemeinsam Handlungsfelder identifizieren. Die inhaltliche Ausarbeitung dieser soll in Fachforen stattfinden, an denen Vertreter verschiedener Institutionen und Personen aus dem Bildungsbereich teilnehmen. Die Ergebnisse dieser Foren sollen dann auf regelmäßigen Spitzentreffen zwischen Vertretern der Zivilgesellschaft und der Politik zusammengetragen und in konkrete Ziele, wie etwa politische Maßnahmen, umgewandelt werden. Aufgrund der Zuständigkeit der Bundesländer für Bildungsfragen wird vorgeschlagen, dass diese den Prozess initiieren, möglicherweise im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz. Die Koordination könnte in den Fachministerkonferenzen der Kultus- sowie Jugend- und Familienminister angesiedelt werden.

Der VKMK, als Mitunterzeichner der Initiative, unterstützt diese aktiv von Anfang an. Der Verband sieht großes Potential in den Forderungen und betrachtet den "Bildungsdialog für Deutschland" als ersten Schritt in die richtige Richtung, um das deutsche Bildungssystem zu reformieren und international konkurrenzfähig zu bleiben. Der VKMK schätzt besonders, dass der Dialogprozess unterschiedliche Stimmen einbezieht, ohne über Köpfe hinweg zu entscheiden, und dass konstruktive Lösungsvorschläge im Fokus stehen. Es wird gehofft, dass dieser Appell auch weiterhin - insbesondere in der Politik - auf Anklang stößt und zu konkreten Maßnahmen führt.

Genaueres zum “Bildungsdialog für Deutschland” finden Sie auf der Website von #NeustartBildungJetzt: https://neustart-bildung-jetzt.de.

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Didacta 2024 - Die Messe zur Zukunft unserer Bildung

Didacta- Im Bereich der frühkindlichen Bildung wurde neben den Themen fachlicher Bildung und Digitalisierung auch über die Bedeutung des Erlernens sozialer und emotionaler Kompetenzen debattiert. Im Hinblick auf die steigenden Zahlen an psychischen Erkrankungen in der Gesellschaft wurde die Relevanz betont, bereits in jungen Jahren den Grundstein für eine soziale und geistig gesunde Entwicklung zu legen. Kindertagesstätten wurden dabei als sichere Räume hervorgehoben, in welchen Kinder durch bedürfnisorientierte Pädagogik, Einbeziehen in Entscheidungsprozesse und ein respektvolles Miteinander in ihrem Wohlbefinden, Selbstbewusstsein und Gemeinschaftssinn gestärkt werden können.

Köln, 23.02.2024 - Zum 20. Februar startete der Auftakt zu Europas größter Bildungsmesse Didacta. Die fünftägige Fachmesse fand dieses Jahr in Köln unter dem Motte „Bildung mit Zukunft - Jetzt gestalten!“ statt. Auf drei Hallen aufgeteilt wurde sich an über 730 Ständen und in knapp 1500 Vorträgen mit dem Thema wie qualitativ hochwertige, moderne Bildung erfolgreich aussehen und gelingen kann auseinandergesetzt. Vertreten waren unter anderem Akteure im Bereich frühkindliche Bildung, schulische und außerschulische Bildung wie auch im Bereich Aus- und Weiterbildung. Soziale Institutionen, Verbände, NGOs, Verlage und viele weitere Unternehmen präsentierten während dieser Tage ihre Lösungen in Form von Produkten, Dienstleistungen und pädagogischen Konzepten, um die Bildungslandschaft in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

Zentrales Anliegen war die Frage, wie Deutschland die aktuelle Bildungskrise, die mit dem PISA-Ergebnis von 2023 deutlich wurde, bewältigen kann, insbesondere unter Anbetracht des massiven Fachkräftemangels in sämtlichen Bereichen der Bildung und Pädagogik. Eine große Rolle unter den möglichen Lösungsansätzen spielte dabei die Digitalisierung und wie eine sinnvolle Symbiose aus Bildung und technologischem Fortschritt gelingen kann. Im Vordergrund dieser Thematik stand KI als vielfältige Unterstützung im Alltag von Bildungsinstitutionen. Dabei wurde KI nicht nur als entlastendes Tool im Bereich Administration beworben, sondern auch als Chance, um individuelle Förderung durch automatisierte und personalisierte Materialien umsetzen zu können. Auf diese Weise sollen Bildungsungleichheiten erfolgreich ausgeglichen werden.

Im Bereich der frühkindlichen Bildung wurde neben den Themen fachlicher Bildung und Digitalisierung auch über die Bedeutung des Erlernens sozialer und emotionaler

Kompetenzen debattiert. Im Hinblick auf die steigenden Zahlen an psychischen Erkrankungen in der Gesellschaft wurde die Relevanz betont, bereits in jungen Jahren den Grundstein für eine soziale und geistig gesunde Entwicklung zu legen. Kindertagesstätten wurden dabei als sichere Räume hervorgehoben, in welchen Kinder durch bedürfnisorientierte Pädagogik, Einbeziehen in Entscheidungsprozesse und ein respektvolles Miteinander in ihrem Wohlbefinden, Selbstbewusstsein und Gemeinschaftssinn gestärkt werden können.

Der Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger Berlin e. V. war durch Mitglieder, die sowohl als Aussteller wie auch als Besucher in Köln vor Ort waren, ebenfalls auf der Messe vertreten. Geschäftsführer Lars Békési nutzte während dieser Tage das Zusammenkommen wichtiger Akteure im Bereich frühkindlicher Bildung, um im Namen des VKMKs zahlreiche Netzwerkgespräche zu führen.

Die Didacta hat wieder einmal gezeigt, wie viele engagierte Menschen es im Bereich Bildung und Pädagogik gibt, die trotz diverser Widrigkeiten gewillt sind, Deutschlands Bildungslandschaft mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen positiv zu verändern und allen Menschen eine qualitativ hochwertige Bildung zu ermöglichen.

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Pressekontakt:

VKMK - Der Kitaverband

Frau Jana Stark

Französische Straße 12
10117 Berlin
Tel.: +49176 74734255

E-Mail: stark@vkmk.de

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Frühkindliche Bildung als Schlüssel für zukünftigen Erfolg

Die gestrige Veröffentlichung der PISA-Studie 2023 zeigte: Deutschland erlebt einen alarmierenden Tiefpunkt in den Leistungen seiner 15-jährigen Schüler: Das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der PISA-Untersuchungen. Diese globalen Einblicke in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften werfen ein bedeutsames Licht auf die Bildungslandschaft – ein Barometer, das dringendes Umdenken erfordert, insbesondere bezüglich der frühkindlichen Bildung.

Frühkindliche Bildung als Schlüssel für zukünftigen Erfolg

PISA-Studie 2023 enthüllt Herausforderungen

Mit der heutigen Veröffentlichung der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) am 05.12.2023 wurde ein globales Augenmerk auf die Leistungen von 15-jährigen Schülern und Schülerinnen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften gerichtet. Die Ergebnisse dieser umfassenden Untersuchung werfen ein Licht auf die Fähigkeiten und Defizite der Jugendlichen und dienen als Barometer für die Bildungslandschaft in verschiedenen Ländern. Inmitten dieser umfassenden Analyse liegt ein alarmierendes Ergebnis für Deutschland: Die deutschen Jugendlichen verzeichnen das schlechteste Resultat seit Beginn der PISA-Studien insgesamt.

Im aktuellen internationalen Vergleich haben die deutschen Jugendlichen in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften alarmierend schlecht abgeschnitten. Nahezu ein Drittel der 15-Jährigen zeigte lediglich geringe Kompetenzen in mindestens einem der getesteten Bereiche, während jeder sechste Jugendliche Defizite in allen drei Bereichen aufwies. Mit Platz 25 in Mathematik liegt Deutschland weit hinter seinen deutschsprachigen Nachbarländern wie Österreich (Platz 16) und der Schweiz (Platz 8) zurück.

Warum Deutschland in der PISA-Studie abrutscht

Die Suche nach Erklärungen für diese deutliche Verschlechterung der deutschen Leistungen in der PISA-Studie erfordert eine umfassende Analyse. Es ist entscheidend, sich damit auseinanderzusetzen, wie es zu einem derartigen Abwärtstrend seit Beginn der PISA-Studien kommen konnte.

Eine der vermuteten Ursachen liegt in den Schulschließungen während der COVID-19-Pandemie. Der Unterrichtsausfall und die Einschränkungen könnten den Kompetenzerwerb der Schüler negativ beeinflusst haben. Es ist anzumerken, dass der digitale Unterricht in Deutschland im Vergleich zum OECD-Durchschnitt weniger stark ausgeprägt war, was eine mögliche Rolle spielen könnte. Allerdings zeigt die internationale Datenanalyse keinen klaren Zusammenhang zwischen der Dauer der Schulschließungen und dem Ausmaß des Leistungsabfalls.

Weitere potenzielle Gründe könnten in sozioökonomischen Faktoren liegen, einschließlich des familiären Hintergrunds. Ebenfalls wurde der vermehrte Anteil von Schüler:innen mit Zuwanderungshintergrund genannt. Doch die aktuelle Datenlage zeigt bereits jetzt eine differenziertere Realität: Die allgemeine, verschlechterte Leistung ist bei Kindern sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund verzeichnet, welches diese Hypothese in Frage stellt und auf andere Einflussfaktoren hinweist.

An dieser Stelle möchten wir nachdrücklich auf die entscheidende Verbindung zwischen frühkindlicher Bildung und der grundlegenden Entwicklung sowie dem kontinuierlichen Aufbau akademischer Kompetenzen hinweisen. Die Fundamente für eine tragfähige Bildung werden bereits in den ersten Schritten des Lernens gelegt und dort tief verankert. Kindertagesstätten gewinnen in dieser Hinsicht eine unverzichtbare Bedeutung, da sie gezielt auf Defizite reagieren können, indem sie maßgeschneiderte Förderprogramme und Bildungsoptionen anbieten.

Die Teams in den Kindertagesstätten stehen im Zentrum dieser bildungsorientierten Bemühungen. Doch für eine effektive Förderung benötigt das pädagogische Personal dringend angemessene Ressourcen und ausreichend Zeit, um sich uneingeschränkt der Betreuung und Entwicklung der Kinder zu widmen. Der vorherrschende Fachkräftemangel sowie die hohe administrative Belastung stellen dabei ernsthafte Hindernisse dar, die behoben werden müssen, um diesem Ansatz gerecht zu werden.

Die Stärkung der frühkindlichen Bildung gewinnt angesichts ihrer zentralen Rolle im Bildungssystem eine unabdingbare Relevanz. Versäumnisse in diesem Bereich könnten langfristig zu weiteren Leistungseinbußen führen, die nur schwer rückgängig zu machen sind. Es ist von größter Dringlichkeit, die Bedeutung der frühkindlichen Bildung anzuerkennen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um einen festen Grundstein für die umfassende Entwicklung der kommenden Generationen zu legen.

Die Versäumnisse in der frühkindlichen Bildung tragen, wie erwähnt, nicht nur unmittelbare Auswirkungen, sondern manifestieren sich auch in späteren Bildungsphasen. Bereits in der Grundschule und verstärkt in den weiterführenden Schulen treten die Folgen deutlicher zutage. Die Herausforderungen und Defizite, die bei den heutigen 15-Jährigen festgestellt wurden, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf die anhaltende Unterfinanzierung der frühkindlichen Bildungslandschaft zurückzuführen, die in den letzten zwei Jahrzehnten bestand. Diese finanziellen Engpässe haben sich in jüngster Zeit sogar verschärft, welches uns mit Bangen in die kommenden Studien schauen lässt. Denn, wenn man dieser Entwicklung folgt, ist zu erwarten, dass die Kinder der kommenden Jahre mit noch größeren Defiziten konfrontiert sein werden. Es bedarf angemessener Maßnahmen, um diesen Trend umzukehren.

In jüngster Zeit verzeichnet die Kommunikation rund um das Thema frühkindliche Bildung sichtbare Verbesserungen. Insbesondere ist die gesteigerte Aufmerksamkeit von Bildungssenatorin Günther-Wünsch bezüglich dieser Thematik deutlich spürbar. Dialoge, insbesondere mit den freien Kitaträgern, werden offener begrüßt und signalisieren eine symbolische Wertschätzung, wie etwa durch die Einladung zum aktuellen Kitagipfel deutlich wird.

Dennoch ist es entscheidend, dass diese Gespräche in einem offenen Rahmen und mit einem wachen Bewusstsein geführt werden. Die Herausforderungen in der aktuellen Kitalandschaft sind spürbar, genauso wie der dringliche Handlungsbedarf. Es mag verlockend sein, sich auf schnelle, oberflächliche Lösungen zu konzentrieren, die jedoch vom eigentlichen Problem ablenken und lediglich oberflächliche Ergebnisse erzielen könnten.Es ist unabdingbar, dass wir langfristige Konzepte entwickeln und umsetzen, die auf fundierten Erkenntnissen, Daten und Fakten aus der frühkindlichen Bildungslandschaft basieren. Nur durch ein gezieltes Einbinden der betroffenen Akteure der frühkindlichen Bildung können wir langfristige positive Veränderungen herbeiführen und eine nachhaltige Verbesserung erreichen.

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Politik versus Praxis: Die Wichtigkeit lokaler Expertise in der frühkindlichen Bildung.

Der jüngste Kitagipfel verdeutlichte erneut die kritische Diskrepanz zwischen politischen Entscheidungen und ihrer Umsetzung in der frühkindlichen Bildung. In den letzten Jahren wiederholte sich dieses Muster: Entscheidungen wurden ohne Konsultation derjenigen getroffen, die die täglichen Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung hautnah erleben. Wir brauchen ehrliche, offene Dialoge, um zielgerichtete Lösungen umsetzen zu können!

Hinhören und Hinsehen, für die richtigen Lösungsansätze in der frühkindlichen Bildung.

Im Zuge des letzten Kitagipfels wurde dem VKMK eines wieder deutlich: Die Diskrepanz zwischen politischen Entscheidungen und praktischer Umsetzung in der frühkindlichen Bildung ist eine Thematik von entscheidender Bedeutung. Wir haben es in den letzten Jahren leider viel zu oft erleben müssen; Politische Entscheidungen werden getroffen, ohne diejenigen zu konsultieren, die die täglichen Herausforderungen und Möglichkeiten in der frühkindlichen Bildung aus erster Hand erleben. Die Folge sind Maßnahmen, die oft an den Bedürfnissen der Kinder, Eltern und des pädagogischen Personals vorbeigehen.

Die Kita-Experten, bestehend aus Erzieher:innen, Leiter:innen und anderen pädagogischen Fachkräften, sowie vertretenden Verbänden, wie dem VKMK, bringen eine unverzichtbare Perspektive ein. Ihre Erfahrungen sind ein unschätzbares Kapital, das bei der Gestaltung von Richtlinien und Programmen berücksichtigt werden muss. Ihre Kenntnisse über die Entwicklung von Kindern, pädagogischen Bedürfnissen und praktischen Herausforderungen sind von unschätzbarem Wert für die Schaffung effektiver, nachhaltiger Bildungsstrukturen.

Die Kluft zwischen Politik und Praxis führt seit Jahren zu Problemen auf mehreren Ebenen:

  • Unzureichende Ressourcenallokation: Oftmals sind politische Entscheidungen nicht im Einklang mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Kitas. Sie konzentrieren sich auf die Behebung akuter Symptomatiken und übersehen dabei, teilweise gänzlich, die Wurzel des Problems. Dies führt zu unzureichenden Lösungsansätzen, wie mangelnder Finanzierung und begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten für die Fachkräfte und letztendlich auch die Kinder.

  • Mangelnde Berücksichtigung von pädagogischen Bedürfnissen: Die Entwicklung von Bildungsprogrammen ohne Einbeziehung der Kita-Experten kann dazu führen, dass die pädagogischen Anforderungen nicht erfüllt werden. Dies kann die Qualität der Bildung beeinträchtigen und langfristig die Bildungschancen der Kinder mindern.

"Wenn Du eine weise Antwort verlangst, musst Du vernünftig fragen." - Johann Wolfgang von Goethe.

Die Hohe Kunst des Zuhören ist gefragt, bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen. Wie es sich manifestieren kann, wenn dies nicht entsprechend umgesetzt wird, zeigen diese beiden Beispiele der vergangenen Monate:

Beispiel 1: Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung

Ein exemplarisches Missverständnis zeigt sich in der Forderung nach mehr Stellen in der frühkindlichen Bildung. Das eigentliche Problem liegt nicht in einem Mangel an Stellenausschreibungen, sondern viel mehr in der Tatsache, dass es an qualifizierten Fachkräften mangelt, die sich bewerben oder langfristig in diesen Positionen bleiben möchten. Hierbei spielt die Unterfinanzierung eine entscheidende Rolle, indem sie die Arbeit vor Ort unattraktiv gestaltet, dass viele potenzielle Fachkräfte abgeschreckt werden. Die eigentliche Lösung erfordert daher eine deutlich stärkere Finanzierung, die die tatsächlichen Herausforderungen der Kitas berücksichtigt und die Attraktivität des Berufsstandes durch angemessene Wertschätzung steigert, sodass wir mehr Personal anziehen und langfristig halten können Der simple Stellenausbau wäre somit nicht die vollumfängliche Lösung.

Beispiel 2: Mangelnde Sprachentwicklung bei Kleinkindern

Ein weiteres Beispiel betrifft die mangelnde Sprachentwicklung bei Kindern vor dem Eintritt in das Grundschulalter. Politiker:innen neigen dazu, dieses Problem mit der Multilingualität vor Ort zu verknüpfen und fordern zuletzt sogar teilweise Einschränkungen im Bereich der Migration. Allerdings weisen pädagogische Fachkräfte seit Jahren darauf hin, dass sie unter den aktuellen Bedingungen ihr Bildungsangebot teilweise nicht vollständig ausführen können. Das pädagogische Fachpersonal leidet unter der Unterfinanzierung, die zu personellen Problemen und Überlastung führt, was wiederum die gezielte Förderung einzelner Kinder beeinträchtigt. Das dies symptomatisch in den Förderungsständen der Kinder sichtbar wird, war lediglich eine Frage der Zeit. Die eigentliche Lösung liegt erneut in einer deutlich stärkeren Finanzierung, die die finanziellen Bedürfnisse an die tatsächlichen Herausforderungen anpasst, dem Fachkräftemangel entgegenwirkt und gezieltere Förderungen zulässt.

Diese Beispiele sind lediglich zwei von vielen, die verdeutlichen, wie eine unzureichende Kommunikation mit den betroffenen Akteuren zu Trugschlüssen, falschen Lösungsansätzen und letztlich auch Fehlinvestitionen führt. Diese Situation ähnelt dem schnellen Überstreichen einer maroden Wand, ohne den eigentlichen Schaden an der Struktur zu beheben. Obwohl einige Lösungsansätze zunächst vielversprechend erscheinen mögen, bleibt das zugrundeliegende Problem ungelöst. Das temporäre "Lösen" der Situation erlaubt der eigentlichen Problematik sich weiter auszubreiten, was langfristig zu weitaus größeren Schäden und umfangreicheren Kosten führen kann. Eine effektive Lösung erfordert eine tiefgreifende Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern und den Kita-Experten. Die Schaffung von Plattformen für regelmäßigen Austausch, die direkte Einbindung der Fachkräfte in Entscheidungsprozesse und die aktive Integration ihrer Perspektiven in politische Diskussionen sind von entscheidender Bedeutung. Unser Verband setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die freien Kitaträger, die wir vertreten, in ihren Bedürfnissen wahrgenommen, gehört und anerkannt werden. Wir nehmen es positiv zur Kenntnis, dass wir nun mehr in entsprechende Dialoge eingebunden werden. Dies repräsentiert symbolisch einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Wir möchten an dieser Stelle jedoch ebenso vehement betonen, dass diese Dialoge weit über die Symbolik hinausgehen müssen, um hier tatsächlich etwas zu bewirken. Ein ehrlicher Austausch, und insbesondere die Offenheit sich hier mit den Herausforderungen tatsächlich zielgerichtet auseinandersetzen zu wollen, ist absolut von Nöten, um schlussendlich auch tatsächliche, realistische Lösungen zu formen.

Nur durch eine enge Zusammenarbeit kann eine frühkindliche Bildungspolitik entwickelt werden, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird und langfristig positive Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.

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Kita-Chancenjahr in Berlin: Senatorin Günther-Wünsch präsentiert Konzept

Das Kita-Chancenjahr in Berlin: Senatorin Günther-Wünsch stellt frühzeitige Sprachförderung und 'Willkommensgutscheine' vor. VKMK unterstützt die Senatorin bei ihrem Ziel und zugleich betont Erfolge ergänzender Sprachfördergruppen und fordert gezielte Fortbildungen für diese Beschäftigten.

Berlin, 26. Oktober 2023, Die Senatorin für Jugend, Frau Günther-Wünsch stellt Kita-Chancenjahr ihr zentrales Projekt aus dem Koalitionsvertrag und deren kommende Umsetzungsschritte ab 14 Uhr vor.

Die entscheidenden Eckpfeiler für den Erfolg des Kita-Chancen-Jahres sind vielfältig und konzentrieren sich in erster Linie auf die Sprachförderung und das frühzeitige Erkennen von Sprachförderbedarfen in der deutschen Sprache, um hier vor dem Schuleintritt des jeweiligen Kindes entsprechend, zielgerichtet ansetzen und agieren zu können. Ein bedeutender Teilaspekt dieses Konzepts ist die Bereitstellung eines sogenannten „Willkommens-gutscheins“ für Kinder zum jeweiligen dritten Lebensjahr, die bisher keiner Kita angehörten. Dieser Willkommensgutschein gleicht einem klassischen Kita-Gutschein, der durch die Eltern in allen Kinder-tagesstätten Berlins eingelöst werden darf.

Das oberste Ziel bleibt unverändert: die frühzeitige Identifikation und Ausgleichung sprachlicher Defizite bei Kindern die im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung keine hinreichenden Sprachkenntnisse nachweisen konnten. Hierzu werden diverse Maßnahmen zur Evaluierung ergriffen, wobei die Beschleunigung der Datenerfassung, eine Optimierung der Terminvergabe und eine reibungslose Kommunikation vorangetrieben werden, um eine gezielte Sprachförderung so rasch wie möglich zu realisieren. Paritätisch dazu wird eine familiäre Begleitung bei Bedarf angeboten, wodurch auch die Familien selbst von dieser Förderung profitieren können. Im Ergebnis will die Senatorin damit erreichen den Fokus auf die vollumfängliche Förderung der Kinder im Rahmen der Betreuung und Bildung in den Kindertagesstätten richten, da unstrittig eine alltagsintegrierte Sprachförderung gegenüber bisherigen Maßnahmen, die ihrerseits aus der Not des Fachkräftemangels heraus entwickelt wurden, eine höhere Entwicklung entsprechender Kompetenzen ermöglicht.

Der VKMK unterstützt die Zielsetzung der Senatorin. Es ist ein wichtiger Schritt frühzeitig Sprachdefizite bei Kindern zu erkennen, zu adressieren und jene hier gezielt zu stützen und zu fördern, um ihre schulische Vorbereitung zu verbessern. Dennoch dürfen wir nicht die Erfolge der bisherigen ergänzenden Sprachfördergruppen vergessen, die aufgrund des bestehenden Fachkräftemangels neben den Kindertageseinrichtungen betrieben werden. Ohne das Engagement dieser Beschäftigten in den ergänzenden Sprachfördergruppen gäbe es eine noch höhere Anzahl von Kindern ohne erfolgsversprechende Bildungsperspektiven in den Schulen.

Daher legen wir als VKMK besonderen Wert auf diesen Aspekt.Es ist entscheidend, ein angemessenes Fort- und Weiterbildungsangebot für die Beschäftigten in den bestehenden ergänzenden Sprachfördergruppen zu schaffen und gleichzeitig passende Übernahmemöglichkeiten und deren Finanzierung zur Integration in die multiprofessionellen Kita-Teams anzubieten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Kita-Chancenjahr nicht den notwendigen Erfolg erzielen kann, da schlichtweg das benötigte pädagogische Fachpersonal fehlt.

Für weiterführende Gespräche stehen wir der Senatorin gerne zur Verfügung.

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Standpunkt, Stellungnahme, Presse VKMK Standpunkt, Stellungnahme, Presse VKMK

Positionspapier Gute Kita

Gute KiTa schafft die Basis für die Lösung aller gesellschaftlicher Herausforderungen

Positionspapier Gute Kita des VKMK & Kindermitte

Präambel

Für die institutionelle Kindertagesbetreuung gab die damalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Jahr 2018 mit dem sog. „Gute-Kita-Gesetz“ (Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Verbesserung der Teilhabe in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege – KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz (KiQuTG) – das große Versprechen die Länder bei der Verbesserung der Qualität der Kindertagesbetreuung gezielt zu unterstützen.

Mit den darauffolgenden Jahren erlebte die Praxis sowie die begleitende wissenschaftliche Fachwelt die sehr unterschiedliche Ausprägung in der Umsetzung der Handlungsfelder in den jeweiligen Ländern und Kommunen. Vielerorts wurde der Elternbeitragsfreiheit eine größere Bedeutung als der Verbesserung der Qualität in den Kindertageseinrichtungen beigemessen. Demgegenüber gab es einzelne Länder und Kommunen, die mit den Handlungsmöglichkeiten aus dem Gute-KiTa-Gesetz ihren bereits eingeleiteten Weg zur Verbesserung der Rahmenbedingungen fortgeführt haben.

Um Kindern dauerhaft gute Bedingungen zum Aufwachsen und angemessene Rahmenbedingungen in den Kindertageseinrichtungen zu gewährleisten, benötigt die frühkindliche Bildung länderübergreifend weitere Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung. Hierbei müssen neben dem Bildungsauftrag der Abbau von Benachteiligungen im Zugang sowie die Aus- und Weiterbildung für die Fachkräfte im Vordergrund stehen.

Wir, Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger sowie Kindermitte – Bündnis für Soziales Unternehmertum und Qualität in der Kindertagesbetreuung begrüßen, dass der Bund die Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung mit der weiteren Ausgestaltung eines künftigen Qualitätsentwicklungsgesetzes befördern und fortentwickeln möchte. Insbesondere befürworten wir hierbei, dass sich der Bundesgesetzgeber bei der Ausgestaltung auf prioritäre Handlungsfelder, die der Qualitäts(fort-)entwicklung dienen, fokussiert.

Schwerpunkte

Für den inhaltlichen Diskurs zur Ausgestaltung eines Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes bringen wir folgende Schwerpunktaspekte ein:

Für die Kita, als dem ersten institutionellen Bildungsort für Kinder, stehen derzeit immer weniger Fachkräfte zur Verfügung. Diese Verknappung an Fachkräften hat neben dem demografischen Wandel weitere Gründe. Das Berufsbild der pädagogischen Fachkraft in Kitas ist weder finanziell noch politisch attraktiv besetzt.

Zunehmend steigen die Anforderungen an die Fachkräfte auf Grund immer weiterer Betreuungs,- Bildungs- und Sozialisierungsvorgaben, sozialer Verwerfungen und fachfremder Aufgaben. Gleichzeitig übernehmen die Kitaträger einen großen Teil der berufsbegleitenden Ausbildung. Dies bedeutet Verantwortung, die gern übernommen wird, aber auch mehr Arbeit.

Einerseits decken sich die bestehenden Ausbildungsinhalte oft nicht mit den Anforderungen in der täglichen Arbeit in den Einrichtungen und anderseits wird die Arbeitszeit der Auszubildenden voll auf den Personalschlüssel angerechnet. Somit entspricht der politisch dargestellte Betreuungsschlüssel nicht dem tatsächlichen Betreuungsschlüssel vor Ort, da hier Weiterbildung, Krankheit und Urlaub prozentual einberechnet werden müssen.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass diese prozentuale Einberechnung den Fachkräften und Eltern nicht bewusst ist, sowie gleichfalls nicht mehr der Wirklichkeit entsprechen. Dies führt zu Unverständnis auf allen Seiten und einer gefühlten oder tatsächlichen Überlastung.

Für die mittelbare pädagogische Arbeit wie Vorbereitungen, Entwicklungsdokumentationen, Elternarbeit stehen den Fachkräften nicht in allen Bundesländern klar definierte Stunden in der Woche zur Verfügung. Dort wo Zeit für mittelbare Pädagogik vorgesehen ist, kann sie aufgrund der Ausfälle und Personalmangels teilweise nicht realisiert werden; Aufgaben werden in der Freizeit erledigt oder angehäuft. Die Fachkräfte werden im Spannungsfeld zwischen ihren eigenen Ansprüchen an eine gelingende Bildungsarbeit und individuellen Förderung der Kinder, den Vorgaben der entsprechenden Aufsichtsbehörden und den Erwartungshaltungen der Eltern aufgerieben.

Für bessere Rahmenbedingungen für pädagogische Fachkräfte bedarf es:

-       vollständige Entlastung der Pädagogen und Leitungen von fachfremden Verwaltungstätigkeiten

-       die Zahlung eines angemessenen Ausbildungsentgeltes

-       ausreichend Zeit für Praxisanleitung sowie

-       regelmäßige verpflichtende Fort- und Weiterbildung für Fachkräfte sowie Leitungskräfte

-       Qualifikation von Anleitungskräften und Berücksichtigung zeitlicher Ressourcen für eine professionelle Begleitung von Auszubildenden und Berufs- und Quereinsteiger: innen

-       Schaffung professioneller Entwicklungsmöglichkeiten für päd. Fachkräfte durch Funktionsstellen als neue pädagogische Fach- und Führungspersonen ähnlich den Fachkräften Sprach-Kita

-       Spezifische Vorbereitungszeiten für den Elementarbereich und gleichzeitiger Angleichung der Betreuungsrelation an den U3 - Bereich

-       von Beginn an muss in dem Kontext der räumlichen Gestaltung auch die vollumfängliche digitale Ausstattung der Einrichtungen an sich sowie die digitale Bildung (Querschnittsaufgabe) als Qualitätsentwicklungsmerkmal bedacht werden

Harmonisierung von Gesetzen

Die Qualität von Kita und Ganztägiger Betreuung und Bildung zu entwickeln, ist nicht allein in einem Kita-Qualitätsgesetz zu entwickeln. Schnittstellen zu anderen Gesetzen müssen verändert werden, um Voraussetzungen für die Ziele im Kita-Qualitätsgesetz zu schaffen.

Änderungswürdige Gesetze sind insbesondere:

-       Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Schulstandorte müssen hiervon explizit ausgenommen werden, um Kooperation von Jugendhilfeträger und Schule zu ermöglichen

-       Aufstiegs-BaföG: In manchen Bundesländern mussten Fachschulen die Erzieher-Ausbildung umgestalten, sodass Praxis- und Theorie-Phasen der Vorgabe für Aufstiegs-BaföG entsprechen. Das BaföG sollte für sozialpädagogische Ausbildungen derart verändert werden, dass die Ausbildungen so gestaltet werden können, dass sie inhaltlich sinnvoll sind und die Fachschüler:innen bestmöglich in die Praxis integriert werden.

-       Weitere Schnittstellen zu angrenzenden Regelungen sind zu prüfen.

Die Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung ist eine zentrale Aufgabe, die nur gemeinsam von Ländern, Kommunen und Bund erfolgreich gestaltet werden kann. Gute KiTa schafft die Basis für die Lösung aller gesellschaftlicher Herausforderungen.

Wir, der Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger sowie Kindermitte – Bündnis für Soziales Unternehmertum und Qualität in der Kindertagesbetreuung, bedanken uns für die Möglichkeit, zur Ausgestaltung eines Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes mit unseren inhaltlichen Beiträgen mitwirken zu können.

(Stand: 15.10.2022)



GKG - Positionspapier

Liebe Leser:innen, Kitaexperten:innen, Eltern und Mitglieder,

Sie sind herzlich eingeladen Ihre Anmerkungen, Anregungen und Lösungsvorschläge bei unserem Kommentar-Feld zu hinterlassen und bestehende Kommentare zu diskutieren.

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