Für Vielfalt statt Feindbilder
7. Oktober 2024 - Heute vor genau einem Jahr begann für viele Menschen in Israel und der Welt ein unvorstellbarer Albtraum. Mit einem Schlag änderte sich ihr Leben unwiderruflich. Heute vor einem Jahr erfolgte der brutale Terrorangriff der Hamas auf israelische Zivilist:innen; auf Frauen, Kinder, Junge wie Alte. Sie wurden in ihren Häusern, in Ihren Siedlungen und im öffentlichen Raum abgeschlachtet, verstümmelt, vergewaltigt und als Geisel verschleppt.
7. Oktober 2024 - Heute vor genau einem Jahr begann für viele Menschen in Israel und der Welt ein unvorstellbarer Albtraum. Mit einem Schlag änderte sich ihr Leben unwiderruflich. Heute vor einem Jahr erfolgte der brutale Terrorangriff der Hamas auf israelische Zivilist:innen; auf Frauen, Kinder, Junge wie Alte. Sie wurden in ihren Häusern, in Ihren Siedlungen und im öffentlichen Raum abgeschlachtet, verstümmelt, vergewaltigt und als Geisel verschleppt.
Was als grausamer Terrorakt begann, führte zu einer unaufhaltsamen Kette von Gewalt, Vergeltung, Zerstörung und Leid. Eine Welle der Gewalt aus, die bis heute anhält.
Premierminister Netanjahu erklärte nach dem Anschlag der Hamas den Kriegszustand und startete eine militärische Offensive im Gazastreifen, die auf die Zerschlagung der Hamas abzielt. Doch der Konflikt blieb nicht auf diese beiden Akteure beschränkt. Die Hisbollah solidarisierte sich mit der Hamas und die Spannungen an der Grenze zu Israel nahmen gefährlich zu. Der Iran, langjähriger Verbündeter der Hamas und der Hisbollah, verstärkte seine Unterstützung, finanziell und militärisch, und startete Raketenangriffe auf Israel. Israel antwortete mit massiven Gegenangriffen. Ein Konflikt, der auf historisch tief verwurzelte Spannungen zurückgeht und sich immer weiter ausbreitet. Die Opfer: primär Zivilist:innen auf allen Seiten, denen ein Krieg aufgezwungen wurde, für den sie nicht verantwortlich sind. Es ist ein Krieg, der auf dem Rücken der Bevölkerung, von Familien, Kindern und unschuldigen Menschen ausgetragen wird.
An diesem Tag möchten wir an all die Opfer dieses grausamen Konflikts gedenken, uns mit ihnen solidarisch zeigen und unsere Stimme gegen Radikalisierung und Extremismus erheben. Es ist ein Tag, der daran erinnert, dass Extremismus - gleich in welcher Form oder Ideologie, niemals eine Lösung ist - dass Extremismus nur Leid unschuldiger Menschen hervorruft und dass es in einem Krieg keine Gewinner gibt. Wir leben in einer Welt voller Vielfalt, in der jeder Mensch einzigartig ist. Jeder hat seine eigenen Überzeugungen, Werte, Gedanken und Glaubensrichtungen. Statt unsere Vielfalt zu bekämpfen oder als Bedrohung zu sehen, sollten wir sie schätzen und respektieren. Es ist entscheidend, dass wir lernen, andere Denk- und Lebensweisen zu tolerieren und bereit sind, den Dialog zu suchen, anstatt in den Konflikt zu treten. Indem wir aufhören, in anderen den Feind zu sehen, eröffnen wir die Möglichkeit, friedlich zusammenzuleben. Lasst uns deshalb gemeinsam für Frieden, Respekt und Verständnis eintreten, um eine Zukunft zu schaffen, die von Miteinander und nicht Gegeneinander geprägt ist.
Sprache als Schlüssel zur Welt: Einblicke in die frühkindliche Sprachförderung
In der Welt der frühkindlichen Bildung ist Sprache weit mehr als nur ein Kommunikationsmittel – sie ist ein Schlüssel zur Entwicklung, Inklusion und der sozialen Integration. Nathalie Henschel, Fachberaterin für Diversität und Nachhaltigkeit beim Kita-Träger Kleiner Fratz nimmt uns in einem Gespräch mit auf eine Reise durch ihre vielseitige Berufserfahrung.
In der Welt der frühkindlichen Bildung ist Sprache weit mehr als nur ein Kommunikationsmittel – sie ist ein Schlüssel zur Entwicklung, Inklusion und der sozialen Integration. Nathalie Henschel, Fachberaterin für Diversität und Nachhaltigkeit beim Kita-Träger Kleiner Fratz nimmt uns in einem Gespräch mit auf eine Reise durch ihre vielseitige Berufserfahrung. In ihrem Werdegang spiegeln sich die Herausforderungen und Chancen wider, die mit der sprachlichen Förderung von Kindern verbunden sind. Von den vielseitigen Formen der Sprache über die Bedeutung der Sprache für die emotionale und soziale Entwicklung bis hin zu den unentdeckten Sprachförderbedarfen – Henschel bietet fundierte Einblicke in die komplexe Welt der frühkindlichen Sprachförderung.
„Ich bin seit zehn Jahren bei dem Träger und habe als Erzieherin angefangen“, beginnt Nathalie Henschel. Doch zu Beginn ihrer Berufslaufbahn war ihr noch nicht bewusst, welchen Weg ihre Entwicklung einnehmen würde. Vielmehr wuchs ihre Leidenschaft für die Arbeit mit Kindern und das Thema Inklusion im Laufe der Zeit. „Das kam erst nach und nach. Es ist wirklich schwierig, nach der zehnten Klasse zu wissen, was man später machen möchte. Ich meine, in der Regel ist man da 15, 16 Jahre alt und hat ganz andere Gedanken im Kopf.“, reflektiert sie, “Ich habe zuerst die Ausbildung zur Sozialassistentin gemacht, weil man da ja relativ viele Möglichkeiten hat, weiterzugehen.” Besonders prägend waren für Henschel die vielen praktischen Einblicke während dieser Zeit. „Ich habe damals gemerkt, dass ich ein Händchen für Kinder habe, das hat gut funktioniert. Und so habe ich mich entschieden, den Weg in die Erzieherausbildung einzuschlagen. Dann wurde ich im Verlaufe meiner Karriere beim Kleinen Fratz Kita-Leitung und habe auch die Zusatzqualifikation als Fachkraft für Integration gemacht, die heute als Fachkraft für Inklusion und Teilhabe bezeichnet wird. Daraufhin habe ich eine Weiterbildung gemacht, der Titel ist sehr lang, als Fachkraft zur Begleitung diskriminierungskritischer Prozesse im Handlungsfeld Kindertagesstätte.“ Auf die Frage, wie sich ihre Rolle im Laufe der Jahre entwickelt hat, erklärt Henschel: „Ich bin letztlich zur Geschäftsführung gegangen und habe gesagt, dass ich diesen Bereich unglaublich wichtig finde und ihn gerne übernehmen möchte. Dabei stieß ich auf offene Türen.“
Mehr als Worte: Die Bedeutung von Sprache in all ihren Formen für die frühkindliche Entwicklung
In Nathalies täglicher Arbeit spielt Sprache eine essenzielle Rolle. Sprache, so Henschel, sei der Schlüssel zu einem gelungenen Miteinander. „Sprache bringt Menschen zusammen“, sagt sie. Besonders in der sozial-emotionalen Entwicklung spielt Sprache eine tragende Rolle. „Es geht darum, die Kinder bei ihren Gefühlen zu begleiten“, erklärt Henschel. „Sie müssen lernen, ihre Gefühle zu benennen und zu wissen, dass es in Ordnung ist, diese Gefühle zu haben.“ Dabei ist es weniger wichtig, ob dies verbal oder nonverbal geschieht – entscheidend ist, dass Kinder Ausdrucksmöglichkeiten haben. „Alles, was vermittelt wird, muss irgendwie über Sprache vermittelt werden“, so Henschel. Gerade die Fähigkeit, Grenzen zu kommunizieren und die Grenzen anderer durch Kommunikation zu erkennen, ist essentiell für ein harmonisches Miteinander. „Sprache hilft dabei, Konflikte zu reduzieren, weil Kinder durch Sprache lernen, was Grenzen sind und wie sie mit den Gefühlen anderer umgehen können. Und ab einem gewissen Alter, meistens ab drei Jahren, hängt fast alles von der Sprache ab“, erklärt Henschel. „Viele kognitive Fähigkeiten können erst richtig erfasst werden, wenn die sprachlichen Fähigkeiten vorhanden sind.“ Dies wird in der pädagogischen Praxis durch verschiedene Beobachtungsinstrumente, wie zum Beispiel die Kuno Beller-Tabelle, erhoben. Doch Henschel warnt davor, die Sprache nur auf die verbale Kommunikation zu reduzieren. „Menschen, die nicht verbal kommunizieren können, haben ja auch eine Art von Sprache. Das hat ja dann nichts mit den kognitiven Fähigkeiten dieser Menschen zu tun. Ich finde, das muss man auseinanderhalten und ich glaube, da muss auch ein Umdenken stattfinden“, betont sie. Ein Umdenken ist notwendig, um jegliche Form der Kommunikation – sei es durch Gestik, Mimik oder Gebärden – als Sprache anzuerkennen. Gerade in der frühkindlichen Bildung sollte es selbstverständlich sein, dass Pädagog:innen auch in der Nutzung von Gebärden oder gebärdenunterstützender Kommunikation geschult werden. „Man kann so viele Dinge auch nonverbal vermitteln, und das sollte stärker in den Fokus rücken“, fordert Nathalie. „Wir hatten eine Familie mit einem gehörlosen Kind in meiner damaligen Kita“, erinnert sich Henschel. „Gebärdensprache konnten wir damals nicht, aber wir haben mit GUK gearbeitet, also mit gebärdenunterstützender Kommunikation.“ Diese Methode verwendet nur zentrale Schlüsselwörter, um die Kommunikation zu erleichtern, was sich als äußerst hilfreich für alle Kinder erwies. „Das ist besonders gut auch für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache haben, weil man so eine gemeinsame Kommunikationsebene schafft“, betont Henschel. Durch einfache Zeichen wird dabei für alle eine klare und verständliche Struktur geschaffen. „Nach dem Mittagessen hatten wir immer eine Bücherrunde. Das war ein festes Ritual, und wir haben dafür die Gebärden für 'Buch' und 'Runde' verwendet. So wussten die Kinder sofort, was als Nächstes passiert“, berichtet Henschel. Auf die Frage, ob sie sich eine breitere Integration der Gebärdensprache in Kitas vorstellen könne, antwortet Henschel begeistert: „Strukturell wäre es großartig, wenn alle Kinder von klein auf Gebärdensprache lernen könnten.“ Sie betont, wie viel Druck dadurch von manchen Menschen genommen werden könnte, die im Alltag oft mit Barrieren konfrontiert sind. „Behördengänge zum Beispiel sind für viele Menschen ohne Gebärdensprache unglaublich herausfordernd. Wenn mehr Menschen Gebärdensprache beherrschen würden, wäre das ein Riesenschritt in Richtung Inklusion.“ Doch nonverbale Kommunikation geht über Gebärdensprache hinaus. Gerade bei sehr kleinen Kindern, die noch keinen vollständigen Wortschatz besitzen, ist es oft die einzige Möglichkeit, sich verständlich zu machen. „Nehmen wir die Krippenkinder, die mit einem Jahr zu uns kommen“, beginnt Henschel. „Die haben noch keinen voll ausgebildeten Wortschatz, aber im Laufe der Eingewöhnung und durch die Bindungsarbeit lernt man das Kind kennen. Es ist letztlich wie in einer Partnerschaft. Irgendwann sieht man seinem Partner oder seiner Partnerin an, was er oder sie gerade fühlt oder möchte. Und nichts anderes ist es. Es ist ganz viel Beziehungsarbeit, die stattfinden muss. Man muss die Kinder beobachten und was sonst auch immer funktioniert, sind kleine Bildkärtchen, wo sie dann draufzeigen können, was sie möchten.“ Diese intensive Beziehungsarbeit, die darauf basiert, die Bedürfnisse und Gefühle eines Kindes durch Beobachtung zu erkennen, ist zentral in der Arbeit mit kleinen Kindern. Es ist ein Mittel, um emotionale Sicherheit und Teilhabe zu gewährleisten. „So können Kinder, die noch nicht sprechen können, trotzdem klar machen, was sie brauchen“, erklärt Henschel.
Undiagnostizierte Sprachförderbedarfe: Die versteckten Herausforderungen für die frühkindliche Bildung
Nathalie Henschel betont in ihrem Gespräch nicht nur die zentrale Rolle der Sprache für das soziale Miteinander und die kindliche Entwicklung, sondern verweist auch auf die wachsende Zahl von Kindern mit Sprachförderbedarf und die damit verbundenen Herausforderungen, denen sich Kitas zunehmend gegenübersehen. Besonders unerkannte Sprachdefizite sowie veränderte Lebensgewohnheiten und Mediennutzung verschärfen die Situation erheblich. “Allgemein ist Sprachförderung ein großes Thema.“ Henschel äußert sich dabei besorgt darüber, dass viele Kinder mit einem nicht diagnostizierten Sprachförderbedarf in die Kitas kommen. „Es gibt verschiedene Methoden und Beobachtungsinstrumente, um den Sprachstand zu evaluieren, aber ich denke, es gibt viele Kinder, bei denen der Sprachförderbedarf nicht erkannt wird.“ Diese Kinder sind dann auf die Unterstützung der Erzieher:innen angewiesen, die versuchen, die sprachlichen Defizite im Kita-Alltag aufzufangen. Unter anderem führt Nathalie diesen Anstieg an Sprachförderbedarfen auf veränderte Lebensgewohnheiten und Mediennutzung zurück: „Früher waren wir viel draußen, haben uns mit anderen Kindern und Erwachsenen unterhalten. Heutzutage werden viele Kinder schon im ersten Lebensjahr vor den Fernseher oder YouTube gesetzt, wo sie teilweise Inhalte in verschiedenen Sprachen sehen, mitunter Videos auf Russisch, Japanisch, Spanisch, Englisch. Das kann so ein kleines Gehirn alles gar nicht verarbeiten“ Gleichzeitig beobachtet Henschel, dass manche Familien ihre Kinder vermehrt vor Medien „parken“, anstatt aktiv mit ihnen zu kommunizieren. „Man sieht Kinder, die im Kinderwagen sitzen und auf dem Weg zur Kita ein Handy in der Hand haben, anstatt mit den Eltern über die Umgebung zu sprechen – über die Bäume, die Straße oder die Käfer.“ Henschel hebt hervor, dass Kinder Bewegung brauchen, um zu lernen. Doch durch die zunehmende Bildschirmnutzung wird dieser natürliche Lernprozess oft eingeschränkt. „Wenn Kinder den Großteil ihrer Zeit zu Hause vor Bildschirmen verbringen, ohne ausreichend Bewegung und direkte Kommunikation, ist es schwierig für sie, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln“, betont sie. Henschel berichtet, dass viele dieser Kinder undeutlich sprechen. In vielen Fällen geht das auch auf unerkannte Hörprobleme zurück. „Es gibt relativ viele Kinder, bei denen sich Wasser im Ohr sammelt, das nicht richtig ablaufen kann. Da braucht es Röhrchen, die eingesetzt werden. Das ist ein kleiner Eingriff, meistens noch mit Polypenentfernung dazu. Das ist ein sehr langer Prozess, weil die meisten Kinderärzte das nicht so sehen. Wir schicken die Eltern dann zum HNO-Arzt, dort wird ein Hörtest gemacht. Aber das zieht sich so lange, dass die Kinder mit unter drei, vier Jahren alt sind und dann drei, vier Jahre alt gehört haben, als wenn sie unter Wasser wären.“ Die Folge dieser Hörprobleme ist nicht nur eine undeutliche Aussprache, sondern auch ein eingeschränkter Wortschatz. „Solche Kinder brauchen dringend logopädische Unterstützung“, erklärt Henschel. „Das kann keine Kita leisten. Wir sind nicht dafür ausgebildet, Kindern beizubringen, wie sie deutlich sprechen sollen.“
Brücken bauen: Wie Kitas erfolgreich mit Sprachunterschieden umgehen
Neben den Herausforderungen durch unerkannte Sprachförderbedarfe und veränderte Lebensgewohnheiten sieht Nathalie Henschel eine weitere zentrale Frage: Wie kann in einer multikulturellen und mehrsprachigen Umgebung eine erfolgreiche, gemeinsame Kommunikation gelingen? „Man muss erst mal schauen, dass man einen gemeinsamen Kommunikationsweg findet“, erklärt sie. Glücklicherweise sind viele Kitas beim Kleinen Fratz gut ausgestattet, etwa mit Bildkärtchen, die für eine grundlegende Verständigung genutzt werden. Auch digitale Hilfsmittel wie Übersetzungs-Apps kommen zum Einsatz. „Viele Einrichtungen haben Google, aber die Herausforderung besteht darin, herauszufinden, ob die Kinder ihre Muttersprache altersgerecht beherrschen.“ Denn die Sprachkompetenz in der Muttersprache spielt eine Schlüsselrolle für den Spracherwerb der deutschen Sprache. Henschel betont: „Wenn die Kinder die Muttersprache noch nicht altersgerecht sprechen, ist es schwierig, dass sie sich auf Deutsch fokussieren.“ In den Einrichtungen vom Kleinen Fratz sind die Teams sehr divers und können viele Sprachen abdecken. „Englisch funktioniert in den meisten Einrichtungen gut, Türkisch und Arabisch sind auch gut abgedeckt, und mittlerweile auch Ukrainisch“, berichtet Henschel. Doch es gibt Sprachen, die nicht repräsentiert sind. In solchen Fällen wird auf die Zusammenarbeit mit den Eltern zurückgegriffen, um den Sprachstand in der Muttersprache zu ermitteln. In den Kitas, die besonders erfolgreich bei der Sprachförderung sind, hat sich gezeigt, dass eine solche ganzheitliche Vorgehensweise besonders wirksam ist. Nathalie Henschel beschreibt dies folgendermaßen: „In den Einrichtungen, in denen sich das gesamte Team intensiv mit dem Thema Sprachförderung auseinandergesetzt hat, und wo die Eltern aktiv eingebunden wurden, konnte oft ein großer Erfolg erzielt werden. Wenn die Kinder ihre Muttersprache in der Einrichtung gefunden haben – sei es durch Musik oder durch Schriftarten wie Arabisch – und wenn Eltern Bücher auf Deutsch und in einer anderen Sprache vorlesen, hat sich das positiv ausgewirkt. Solche umfassenden Ansätze führen dazu, dass die Kinder die deutsche Sprache schneller aufnehmen.“ In Bezug auf die Zusammenarbeit mit den Eltern im Rahmen der Sprachförderung betont Henschel besonders einen zentralen Appell: „Das Wichtigste, was wir den Eltern mitgeben, ist, dass sie konsequent in ihrer Muttersprache bleiben.“Oft hätten Eltern das berechtigte Interesse, dass ihre Kinder möglichst schnell Deutsch lernen, vor allem mit Blick auf die Schule. „Das ist natürlich völlig verständlich, aber es ist wichtig zu betonen, dass die Eltern keine Muttersprachler sind. Sie machen unbewusst kleine Fehler, wenn sie versuchen, Deutsch zu sprechen“, so Henschel. „Das ist absolut in Ordnung, wenn sie mit uns sprechen und sie wollen es ja auch lernen. Sie können mit ihren Kindern die deutschen Wörter immer wieder üben, aber letztendlich bleibt ihre Muttersprache das Fundament.“ Sie unterstreicht: „Es ist entscheidend, dass die Kinder ihre Muttersprache richtig erlernen, und wir sind dann für das Deutsch verantwortlich.“
Sprachliche Förderung im Kita-Chancenjahr: Möglichkeiten und Grenzen
Nachdem Nathalie Henschel die Bedeutung einer ganzheitlichen Sprachförderung in mehrsprachigen Kitas hervorgehoben hat, richtet sie den Fokus auf ein weiteres zentrales Thema: die Chancengleichheit. Besonders deutlich wird dieser Aspekt bei Kindern, die Deutsch als Zweitsprache sprechen oder erst spät in die Kita kommen. Henschel reflektiert dabei, wie herausfordernd es ist, allen Kindern die gleichen sprachlichen Startbedingungen zu ermöglichen. „Viele Kinder, die Deutsch als Zweitsprache sprechen oder erst spät in die Kita kommen, haben es schwer, bis zum Schuleintritt denselben sprachlichen Stand wie ihre deutschsprachigen Altersgenossen zu erreichen“, gibt sie zu bedenken. Es sei zwar wünschenswert, dass alle Kinder die gleichen Voraussetzungen hätten, aber dies sei momentan „relativ utopisch“. Das Kita-Chancenjahr, das den Kindern das letzte Jahr vor Schuleintritt in den Kitas ermöglichen soll, wird als eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Sprachförderung und Chancen- und Bildungsgleichheit gesehen. Doch Henschel weist auf zahlreiche Schwierigkeiten hin, die in der Umsetzung dieses Konzepts bestehen. „Es ist ein guter Schritt, dass die Kinder das letzte Jahr vor der Schule in die Kitas kommen sollen“, beginnt Henschel ihre Überlegungen. „Das ist nicht nur für die Sprachentwicklung wichtig, sondern auch für das soziale Umfeld. Kinder lernen, wie man miteinander umgeht und gewöhnen sich so langsam an die Struktur einer größeren Gruppe, was den Übergang in die Schule erleichtert.“ Doch trotz der positiven Grundidee sieht Henschel auch erhebliche Probleme: „Ich finde es schwierig, dass die Pädagogen und Pädagoginnen innerhalb von einem Jahr den Kindern die deutsche Sprache vermitteln sollen. Das ist eine riesige Aufgabe, die einfach nicht in der aktuellen Struktur leistbar ist. Also es wird den Pädagogen und Pädagoginnen in den Kindertageseinrichtungen immer mehr auferlegt, was aber gar nicht machbar ist.“ Die Erwartungen an die Erzieher:innen sind enorm hoch, ohne dass gleichzeitig ausreichend Unterstützung oder Personal bereitgestellt wird. „Dafür bräuchte es logopädische Fachkräfte, weil es sind ja nicht nur die Kinder, die das letzte Jahr vor der Schule kommen. Es sind ja auch die Kinder, die schon in den Einrichtungen sind.“, sagt Henschel. Zwar gibt es speziell weitergebildete Spracherzieher:innen, doch auch diese können die Arbeit nicht alleine tragen. „Es ist uns allen klar, dass Sprachförderung eine Teamaufgabe ist, aber es sind einfach zu viele Themen, die gleichzeitig bewältigt werden müssen. Das klappt so nicht“, fügt sie hinzu. Henschel plädiert daher für die Einbindung von multiprofessionellen Teams in den Kitas, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. „Es bräuchte eigentlich in jeder Einrichtung eine logopädische Fachkraft“, betont sie. „Diese könnte das Team anleiten und genau sagen, was in der Sprachförderung zu tun ist. Uns fehlt da einfach auch das nötige Fachwissen.“ Die Aufgabe, den Sprachstand innerhalb eines Jahres anzuheben, sei ohne externe Expertise und Unterstützung kaum realisierbar. Multiprofessionelle Teams, die Logopäd:innen, Pädagog:innen und weitere Fachkräfte umfassen, wären ein wichtiger Schritt, um den Kindern die bestmögliche Unterstützung zu bieten.
Bewegung, Musik und Empathie: Wie alltagsintegrierte Sprachförderung aussehen kann
Um die vielschichtigen Herausforderungen und Aspekte der Sprachförderung im Kita-Alltag zu bewältigen, kommen beim Kleinen Fratz ganz unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Ein überraschend wirksames Mittel zur Integration von Kindern mit besonderem Sprachförderbedarf ist die Unterstützung durch andere Kinder. „Die Kinder werden tatsächlich am meisten von anderen Kindern unterstützt“, berichtet Henschel. Beim Kleinen Fratz ist es zum Beispiel üblich, dass ein weiteres Kind bei der Eingewöhnung hilft. „Normalerweise macht die Eingewöhnung ja ein Erzieher oder eine Erzieherin. Und wir hatten immer noch ein Kind dabei, was uns unterstützt hat bei der Eingewöhnung. Weil letztendlich wird das Kind ja in die Kita eingewöhnt. Natürlich braucht es Bindungsarbeit ohne Frage. Aber es ist viel einfacher, wenn man das Kind schon mit einem anderen Kind connectet. Und die Kinder kennen sich bestens aus in den Einrichtungen. Die wissen, wie der Ablauf ist. Und dann nehmen sie das Kind an die Hand und dann geht's los.“, erklärt sie. „Für Kinder spielt die Sprache gar nicht so eine große Rolle. Kinder spielen einfach miteinander.“ Im weiteren Kita-Alltag wird die Sprachförderung durch verschiedene Strategien unterstützt. Dabei setzten die PädagogInnen auf eine Kombination aus Gesten, Bildkarten und Handlungen. „Es gibt keine festgelegte Strategie für die alltagsintegrierte Sprachförderung“, sagt Henschel. „Wenn wir sagen, es geht jetzt zum Zähneputzen, dann zeigen wir dem Kind die Zahnbürste und Zahnpasta.“ Auch haptische Hilfsmittel wie ein Bär, der jeden Morgen von den Kindern wettergerecht angezogen wird, helfen den Kindern, den Alltag zu verstehen und sich sprachlich zu orientieren. Diese alltagsnahen Methoden werden durch den gezielten Einsatz von Materialien ergänzt. Neben traditionellen Hilfsmitteln wie Büchern und Lernspielen betont Henschel besonders die Bedeutung von Musik. „Musik ist definitiv ein wichtiges Element. Alles an Bewegungsliedern, wie zum Beispiel ‚Grün, Grün, Grün sind alle meine Farben‘ oder ‚Kopf, Schulter, Knie und Fuß‘, ist entscheidend. Lieder, die Bewegung und Sprache verknüpfen, sind eines der wichtigsten Dinge, um Sprache zu vermitteln.“ Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Sprache ist ein zentrales Thema in der Sprachförderung und beginnt bereits bei der Grundlage für eine erfolgreiche Sprachförderung: der Konzentrationsfähigkeit. Henschel erklärt: „Bewegung ist allgemein wichtig. Ein Kind, das sich nicht körperlich betätigt hat, wird Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Wenn ein Kind unruhig ist oder einen hohen Bewegungsdrang hat, ist es wenig sinnvoll, es zum Sitzen und Buchlesen zu bringen.“ Neben der allgemeinen Bewegung betont Henschel, dass der Körper des Kindes bereits grundlegende Formen lernen muss, bevor diese durch die Feinmotorik nachgebildet werden können. „Wenn ein Kind sich nicht rollen kann auf dem Boden, dann fällt es dem Kind schwer, ein ‘O’ zu schreiben. Es lernt immer zuerst der Körper, also die Grobmotorik, und dann kommt die Feinmotorik. Und wenn Kinder anfangen, sich hinzustellen, bildet ihr Körper ein Dreieck. Genau das gleiche Dreieck lernen sie dann auch mit der Hand. Die körperlichen Lernprozesse sind also die Basis für die sprachlichen und motorischen Fertigkeiten.“ Obwohl es viele Beispiele gibt, wie Bewegung und Sprache miteinander verknüpft sind, hebt Henschel hervor: „Es gibt Kinder, die sich mit einem Rollstuhl fortbewegen und trotzdem schreiben können, wenn ihre Hände es erlauben. Es ist nur einfacher, wenn der Körper bestimmte Bewegungsabläufe schon vorher gelernt hat.“ Diese Ansätze zur Sprachförderung erfordern eine besondere Haltung von den pädagogischen Fachkräften. Henschel unterstreicht die zentrale Rolle von Geduld und Empathie im Umgang mit den Kindern. "Geduld und Empahtie ist das A und O", sagt sie, denn der stressige Kita-Alltag könne oft fordernd sein. „Also wenn wir laut werden, dann sprechen sie irgendwann genauso mit uns. Wenn wir anfangen, nur noch Zwei-Wort-Sätze zu benutzen, weil uns der Alltag zu stressig ist, dann machen die Kinder das irgendwann genauso." Neben Geduld und Empathie sind Selbstregulation und Reflexionsfähigkeit essenziell. „Man muss sich jeden Tag neu bewusst machen, wie man mit anderen umgeht“, erklärt Henschel. Offenheit und Transparenz in der Kommunikation mit den Kindern sind ebenfalls entscheidend: „Das wollen wir ja auch von den Kindern. Wir wollen ja auch, dass sie uns ihre Gefühle mitteilen. Und das können sie nur, wenn wir das auch machen." Diese Ehrlichkeit schafft Vertrauen, eine sichere Bindung und fördert die Sprachentwicklung, da die Kinder sich sicher fühlen und ermutigt werden, ihre eigenen Gefühle auszudrücken.
Kleine Gruppen, große Fortschritte: Die gezielte Sprachförderung in der frühkindlichen Bildung
Die gezielte Sprachförderung unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der alltagsintegrierten Sprachförderung. Während im Alltag alle Kinder automatisch sprachlich gefördert werden, geht es bei der gezielten Sprachförderung explizit um jene Kinder, bei denen ein erhöhter Förderbedarf festgestellt wurde. Nathalie Henschel erklärt: „Bei der gezielten Sprachförderung wissen wir genau, dass ein Bedarf da ist, und dafür gibt es spezielle Sprachförderkräfte in einigen Einrichtungen." Im Vergleich zur alltagsintegrierten Sprachförderung zeigen sich die Erfolge der gezielten Sprachförderung deutlicher und schneller. „In einer Einrichtung mit 35 Kindern, was ja eher klein ist, geht vieles im Alltag unter", so Henschel. Besonders Kinder, die ruhig oder schüchtern sind, kommen oft nicht so häufig zu Wort, obwohl sie viel aufnehmen. Die Sprachförderkräfte arbeiten oft in kleinen Gruppen, um den Kindern gezielt Raum und Aufmerksamkeit zu geben. „Es gibt Kinder, die sehr wortstark sind und ständig das Wort ergreifen, während andere ruhiger sind und in größeren Gruppen kaum zu Wort kommen. In Kleingruppen haben auch die stilleren Kinder die Möglichkeit, sich mitzuteilen und neue Wörter zu lernen.“ Die gezielte Sprachförderung ist besonders vorteilhaft für schüchterne oder introvertierte Kinder, aber auch für jene, die schnell abgelenkt sind. Henschel erklärt: „Es gibt Kinder, die einen Sprachförderbedarf haben, aber durch ihre Freundeskreise schnell abgelenkt werden. In solchen Fällen versuchen wir, die Freundesgruppe in das Sprachförderangebot einzubinden, um die Kinder gezielt zu fördern, während sie sich in ihrer sozialen Umgebung wohlfühlen." Besonders wichtig bei der gezielten Sprachförderung ist die Beziehung zwischen Kind und Fachkraft. „Wenn es um Eins-zu-eins-Situationen geht, wie etwa bei den Sprachlehrtagebüchern oder Interviews, sollte die Fachkraft eine gute Bindung zum Kind haben“, betont Henschel. Das Vertrauen spielt eine wesentliche Rolle, damit sich das Kind wohlfühlt und in der Sprachförderung erfolgreich ist. Wenn es allerdings um Gruppensituationen geht, ist die Bindung weniger entscheidend, solange das Kind sich in der Gruppe sicher fühlt. Beim Kleinen Fratz wird für die gezielte Sprachförderung gerne auf das Medium „Polilyno“ zurückgegriffen, wie Nathalie hervorhebt. „Polilyno liest den Kindern in ihrer Muttersprache vor, und die pädagogische Fachkraft liest dann den Text auf Deutsch. So können die Kinder neue Wörter kennenlernen, ohne die Vertrautheit ihrer Muttersprache zu verlieren.“ Dieses Vorgehen hat in der Praxis bereits große Erfolge gezeigt: „Wir hatten Kinder mit Polnisch als Muttersprache, und schon nach zwei, drei Wochen kannten sie neue Wörter, selbst wenn es nur Katze, Hund und Maus waren. Man hat Erfolge gesehen. Und die Kinder freuen sich, weil es ihre Muttersprache ist, weil sie ihre Muttersprache in den Einrichtungen hören.“
Das Gespräch mit Nathalie Henschel verdeutlicht eindrucksvoll, wie zentral Sprache in der frühkindlichen Bildung ist – weit über das bloße Sprechen hinaus. Sprachförderung in der frühkindlichen Bildung ist ein komplexes, aber unverzichtbares Feld, das eine kontinuierliche Reflexion und Anpassung an die individuellen Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien und an die sich verändernden Zeiten erfordert.
Gemeinsam für eine bessere Bildung: Initiative #NeustartBildungJetzt stellt Konzept für einen “Bildungsdialog für Deutschland” vor
Die Bildungslage in Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen. Ein gravierender Mangel an Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften in Kitas, steigende Bildungsarmut, abnehmende Bildungsqualität sowie anhaltende Bildungsungerechtigkeit bedrohen die Stabilität des deutschen Bildungssystems auf lange Sicht. Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen ist eine umfassende Bildungsreform dringend erforderlich. In diesem Zusammenhang hat sich eine breit angelegte Initiative formiert, die unter dem Namen #NeustartBildungJetzt im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde.
Die Bildungslage in Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen. Ein gravierender Mangel an Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften in Kitas, steigende Bildungsarmut, abnehmende Bildungsqualität sowie anhaltende Bildungsungerechtigkeit bedrohen die Stabilität des deutschen Bildungssystems auf lange Sicht. Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen ist eine umfassende Bildungsreform dringend erforderlich.
In diesem Zusammenhang hat sich eine breit angelegte Initiative formiert, die unter dem Namen #NeustartBildungJetzt im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde. Die Initiative hat eine beeindruckende gesellschaftliche Unterstützung erhalten. Insgesamt haben sich nun schon 94 verschiedene Organisationen und Verbände aus dem Bildungs-, Wohlfahrts-, Eltern- und Fachkräftebereich, Gewerkschaften, Stiftungen und Bildungsinitiativen zusammen- geschlossen, um gemeinsam einen Weg für einen Neustart im Bildungssystem zu finden.
Nun präsentiert #NeustartBildungJetzt das Konzept für einen "Bildungsdialog für Deutschland", welches unmittelbar an den Appell für einen Nationalen Bildungsgipfel aus dem März 2023 anknüpft. Das Konzept setzt auf Kooperation und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen politischen Ebenen, der Zivilgesellschaft, Bildungspraxis und der Wissenschaft. Es strebt danach, auch bisher weniger gehörten, aber unmittelbar betroffenen Gruppen, wie Kindern und Jugendlichen, Gehör zu verschaffen und ihre Perspektiven einzubeziehen. Das Ziel ist es, durch die Vielfalt der am Dialog Beteiligten umfassende Lösungen zu erarbeiten.
Die Initiative konzentriert sich darauf, einen konstruktiven Dialogprozess zu fördern, ohne dabei spezifische Reformvorschläge vorzulegen, wie es in der Pressemitteilung von #NeustartBildungJetzt heißt. Die beteiligten Akteure sollen anschließend gemeinsam Handlungsfelder identifizieren. Die inhaltliche Ausarbeitung dieser soll in Fachforen stattfinden, an denen Vertreter verschiedener Institutionen und Personen aus dem Bildungsbereich teilnehmen. Die Ergebnisse dieser Foren sollen dann auf regelmäßigen Spitzentreffen zwischen Vertretern der Zivilgesellschaft und der Politik zusammengetragen und in konkrete Ziele, wie etwa politische Maßnahmen, umgewandelt werden. Aufgrund der Zuständigkeit der Bundesländer für Bildungsfragen wird vorgeschlagen, dass diese den Prozess initiieren, möglicherweise im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz. Die Koordination könnte in den Fachministerkonferenzen der Kultus- sowie Jugend- und Familienminister angesiedelt werden.
Der VKMK, als Mitunterzeichner der Initiative, unterstützt diese aktiv von Anfang an. Der Verband sieht großes Potential in den Forderungen und betrachtet den "Bildungsdialog für Deutschland" als ersten Schritt in die richtige Richtung, um das deutsche Bildungssystem zu reformieren und international konkurrenzfähig zu bleiben. Der VKMK schätzt besonders, dass der Dialogprozess unterschiedliche Stimmen einbezieht, ohne über Köpfe hinweg zu entscheiden, und dass konstruktive Lösungsvorschläge im Fokus stehen. Es wird gehofft, dass dieser Appell auch weiterhin - insbesondere in der Politik - auf Anklang stößt und zu konkreten Maßnahmen führt.
Genaueres zum “Bildungsdialog für Deutschland” finden Sie auf der Website von #NeustartBildungJetzt: https://neustart-bildung-jetzt.de.
Herber Rückschlag für die frühkindliche Bildung: Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz droht zu scheitern
Nach der Bekanntgabe des Bundes keine weiteren Investitionsmittel für den Ausbau von Kindertageseinrichtungen mehr zur Verfügung zu Stellen, folgt nun ein weiterer herber Rückschlag für die frühkindliche Bildung und Betreuung: Das für 2025 geplante Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz verharrt in einem stagnierenden Zustand und wird aufgrund mangelnder Gelder als Einsparpunkt im Haushaltsplan 2025 gehandelt.
Nach der Bekanntgabe des Bundes keine weiteren Investitionsmittel für den Ausbau von Kindertageseinrichtungen mehr zur Verfügung zu Stellen, folgt nun ein weiterer herber Rückschlag für die frühkindliche Bildung und Betreuung: Das für 2025 geplante Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz verharrt in einem stagnierenden Zustand und wird aufgrund mangelnder Gelder als Einsparpunkt im Haushaltsplan 2025 gehandelt.
Inhalt des Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes
Das Qualitätsentwicklungsgesetz hat das Ziel, erstmals deutschlandweit verbindliche Qualitätsstandards für Kindertageseinrichtungen festzulegen. Diese Standards, die durch einen umfassenden Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis entwickelt wurden, fokussieren auf drei zentrale Aspekte: eine fundierte Betreuungsrelation, die Förderung der sprachlichen Bildung und Sprachförderung sowie die Bereitstellung eines bedarfsgerechten Ganztagsangebots. Das Vorhaben zielt darauf ab, Chancengleichheit in der Bildung und damit die Grundlage für eine starke und leistungsfähige Gesellschaft zu schaffen.
Gründe, weshalb das Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz notwendig ist
Die Entscheidung der Bundesregierung, in der frühkindlichen Bildung Einsparmaßnahmen zu tätigen, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bedeutung von Kindertageseinrichtungen für die individuelle Entwicklung und die Gesellschaft offensichtlicher denn je ist. Erst vergangenes Jahr verdeutlichte die PISA-Studie die Dringlichkeit, jetzt in frühkindliche Bildung zu investieren, um den internationalen Anschluss nicht zu verlieren. Auch die durch den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung steigende, jedoch ungedeckte Nachfrage nach Kindertagesbetreuungsplätzen sollte ein Zeichen für die Relevanz der frühkindlichen Betreuung in der Gesellschaft sein.
Individuelle Bildung und Entwicklung durch das Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz
Laut einer Studie der KKH ist die Anzahl der Sprach- und Sprechstörungen unter Kindern und Jugendlichen von 2011 bis 2021 um nahezu 60% gestiegen.* Durch gezielte Sprachförderung in der frühkindlichen Bildung, wie sie im Rahmen des Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes vorgesehen ist, ließe sich dieser besorgniserregende Trend umkehren. Eine frühzeitige Förderung könnte vielen Kindern und Jugendlichen helfen, später keine schwerwiegenden Schwierigkeiten aufgrund von Sprach- oder Sprechstörungen im Bildungsweg zu erfahren.
Des Weiteren belegen Studien deutlich, dass der Besuch von Kindertagesstätten die Bildungschancen erheblich verbessert. So steigt die Wahrscheinlichkeit für Kinder, ein Gymnasium zu besuchen, mit der Teilhabe an einem Betreuungsangebot von 36% auf 50%, laut Bertelsmann Stiftung. Besonders bemerkbar macht sich dieser Anstieg bei Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten Familien, deren Wahrscheinlichkeit auf einen höheren Bildungsabschluss um rund 65% steigt.**
Zudem besteht in der frühkindlichen Bildung das Potential, die Kinderarmut zu bekämpfen. Die aktuellen Zahlen belegen, dass knapp 20% der Kinder in Deutschland von Armut bedroht sind. Durch den Ausbau frühkindlicher Bildung und Betreuung kann, laut Institut der Deutschen Wirtschaft, die Kinder- und Bildungsarmut um knapp 4%-Punkte reduziert werden.***
Volkswirtschaftlicher Nutzen des Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes
Investitionen in die frühkindliche Bildung sind nicht nur für die individuelle Entwicklung der Kinder von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Volkswirtschaft. Jeder in die Kita investierte Euro generiert einen dreifachen bis vierfachen direkten volkswirtschaftlichen Gewinn durch ein gesteigertes Familieneinkommen, höhere Steuereinnahmen und zusätzliche Beiträge für die Sozialversicherung. Langfristig betrachtet ergibt sich durch den verbesserten Bildungsstand und das daraus resultierende höhere Lebenseinkommen der Bevölkerung eine reale fiskalische Rendite von 8% bis 13% für die Investitionen in frühkindliche Bildung.****
All dies ist jedoch nur möglich, wenn die frühkindliche Bildung durch den Bund und die Länder gefördert wird, in Form eines Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes und einer ausreichenden Finanzierung zur Umsetzung dessen. Eine vernachlässigte frühkindliche Bildung kann langfristig zu massiven ökonomischen Einbrüchen führen. Die Kernpunkte des Qualitätsentwicklungsgesetzes bergen ein erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Qualität frühkindlicher Bildung und zur Prävention von Bildungsunterschieden und Sprachdefiziten. Umso wichtiger ist es, dass das Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz bald in Kraft tritt. Der Kitaverband VKMK e.V. appelliert daher an den Bund, keine unüberlegten Einsparmaßnahmen zu tätigen und die Zukunft durch Bildung auch weiterhin zu unterstützen. Das Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz sollte nicht als Option betrachtet werden, sondern als eine unverzichtbare Verpflichtung zum Wohl und zur Entwicklung unserer Kinder.
*Eddy statt Teddy: Immer mehr Kinder ringen um Worte. (o. D.). KKH. https://www.kkh.de/presse/pressemeldungen/sprachprobleme
** Fritschi, T., Oesch, T., BASS – Büro für Arbeits- und Sozialpolitische Studien BASS AG & Bertelsmann Stiftung. (2008). Volkswirtschaftlicher Nutzen von frühkindlicher Bildung in Deutschland. https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/GP_Volkswirtschaftlicher_Nutzen_von_fruehkindlicher_Bildung_in_Deutschland.pdf
*** Anger, C., Plünnecke, A. & Institut der deutschen Wirtschaft Köln. (2008). Frühkindliche Förderung. In Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Beiträge zur Ordnungspolitik. https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/IW-Analysen/PDF/Positionen/Positionen_35.pdf
**** Kahl, R. (2012, 6. Februar). Bildung wirkt langsam, aber mächtig. ZEIT ONLINE. https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2010-01/oecd-bildungsausgaben/seite-2
Die erschreckende Entwicklung der AfD - Wenn Neutralität nicht mehr wirksam ist.
Die Meldungen der vergangenen Woche haben Wellen geschlagen und bundesweit zu Demonstrationen geführt. Im Fokus, die Funktionsträger der AfD und ihre offen rechts-populistische und demokratieaushöhlende Politik. Diese Situation erfordert eine klare Positionierung von allen, die für Demokratie und Menschenrechte stehen.
Die Meldungen der vergangenen Woche haben Wellen geschlagen und bundesweit zu Demonstrationen geführt. Im Fokus, die Funktionsträger der AfD und ihre offen rechts-populistische und demokratieaushöhlende Politik. Als Verband sind wir bemüht immer die journalistische Neutralität zu wahren. Doch im Angesicht der politischen und sozialen Entwicklung beginnt man den Wert des neutralen Raums zu hinterfragen. Wie können alle Stimmen gleichsam Gehör finden, wenn eine Seite den Rahmen beginnt zu dominieren? Diese Situation erfordert eine klare Positionierung von allen, die für Demokratie und Menschenrechte stehen.
Die aktuellen Zahlen und Meldungen sind erschreckend, und das aus verschiedenen Gründen. Noch vor vier Jahren wurde im Zuge der Debatte um George Floyd und Black Lives Matter vielseitig behauptet, "Deutschland habe kein Rassismus-Problem und sei nicht vergleichbar mit anderen Ländern, wie beispielsweise den USA." Obwohl vielen damals bereits bewusst war, dass es sich hierbei um einen fatalen Denkfehler handelte, wurde diese Sichtweise oftmals politisch beiseite geschoben. Hier wird sich meist in die altbekannte Sicherheits-Argumentation verstrickt; Deutschland sei schlussendlich ein Land mit einem hohen Bildungs-, ja auch Wohlstand. Die Aufarbeitung des zweiten Weltkrieges erleben wir alle durch mehrere geschichtliche Etappen in der Schulzeit und viele schätzen sich als informiert und gebildet genug um Rassismus, Vorurteile und Diskriminierungen benennen zu können. Und genau hier ist die Problematik verwurzelt. Dem Nicht-Anerkennen fundamentaler Lücken. Denn, trotz eines wohlmöglich hohen Bildungsstandes, ist unser Wissen selbsterklärend selektiv. Auch die Schulzeit, wenn man sie bis zum Abitur absolviert, ist nicht in der Lage sämtliche Hintergründe und politischen Entwicklungen flächig abzudecken. Die sozialen Medien setzen hier zusätzlich an und unterstreichen selektive Gedanken fundamental, in dem sie mittels des Algorithmus nur jene Informationen teilen, die mit uns und unseren Kenntnissen bereits räsonieren. Emotionen und Vorurteile werden mit gefährlichem Halbwissen weiterhin gefüttert und gestärkt.
Man sagt; „Am schwierigsten ist es ist jene Personen zu überzeugen, die überzeugt die Überzeugung hegen, sie wissen bereits alles.“
Ein Land mit einem hohen Bildungsstand stellt somit in keinster Weise einen erleichternden Rahmen dar in der Bekämpfung von rechten, diskriminierenden und vorurteilsbehafteten Denkweisen. Vielmehr kann es das eindringliche Vermitteln von Fehldenken und Trugschlüssen erschweren, da das bloße Eingeständnis eines mangelhaften Wissenstandes bereits einen erheblichen Kraftaufwand darstellen kann. Und hier gilt es jedoch anzusetzen, um (noch) harmlose Vorurteile zu bekämpfen, bevor sie größer werden. Denn selbst, wenn diese Vorurteile sich nicht gravierend verstärken, so können sie doch einen höheren Toleranz-Rahmen kreieren gegenüber jenen, die hier offen extreme Haltungen einnehmen.
Vorurteile betreffen die Gesellschaft als Ganzes
Nur die wenigsten beschäftigen sich in Eigenverantwortung aktiv mit der Aufarbeitung diverser Themen oder Hinterfragen ihre eigenen Kenntnisstände. Nicht verwunderlich erleben wir alle irgendwann vorurteilsbehaftete Aussagen, oder wurden schon einmal mit dem berühmten „Ich bin kein Rassist, aber…“-Argument konfrontiert, - sei es im familiären Rahmen, der Arbeit oder gar dem freundschaftlichen Sozialkreis. Sei es von dem Nachbarn, der nie das Land verlassen hat - oder von der Akademiker Freundin, die seit Jahren die Welt bereist. Vorurteile begegnen uns in sämtlichen, gesellschaftlichen Schichten. Wir alle tragen sie in uns - manche stärker - manche schwächer. Aber eine Aufarbeitung dessen müssen wir alle erleben, um uns von ihnen zu befreien.
Unterhält man sich mit Menschen, die starke Vorurteile hegen, wird einem oftmals schnell bewusst; das diese nur in den wenigsten Fällen einem informativen Kenntnisstand entsprungen sind. Vielmehr handelt es sich um ein faktenloses Gefühl. Entstanden durch Medien, selektiven Fokus und die nicht vorhandene Bereitschaft sich hier umfänglich zu informieren. Dieses Gefühl wird jedoch meist mit einer Überzeugung verbalisiert, welche Sorgen, Ängste und teilweise Wut unterstreicht und somit nicht nur die Meinung über bestimmte Gruppierungen nachhaltig beeinflussen, sondern auch dazu führen kann, dass Informationen, die das Bild verändern könnten, ignoriert werden.
Wenn das Bild also nicht pro-aktiv im Alltag durch Erlebnisse verändert wird, verändert es sich meist kaum bis gar nicht mehr und wird teils noch verstärkt. Nicht überraschend sind daher die Zahlen der rechts-populistischen Parteien, sei es in Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich, den Niederlanden und vielen mehr, die ihre größte Wählerschaft meist auf dem Lande finden. Gerade also jenen Regionen, die einen sehr geringen Migrations-Anteil aufweisen und kaum Berührungspunkte zu Menschen mit Migrationshintergrund bieten. Die Vorurteile sind nicht erlerbt, sondern erlernt. Die Großstädte dagegen spiegeln oftmals ein deutlich geringeres Wahlergebnisse bei eben jenen Parteien wider. Durchschnittlich zehn Prozent der AfD Wähler:innen entschieden sich dort für die Partei, im Vergleich zu bis 23 % in den ländlichen Regionen.
Die einseitige Wahrnehmung der Gesellschaft.
Die wenigsten informieren sich tatkräftig oder besprechen engagiert problematisches Verhalten seitens deutscher Staatsbürger ohne Migrationshintergrund. Wir schauen zum Beispiel auf die vielen Anfeindungen und negativen Sterotypen, denen die türkische Gemeinschaft bis heute gegenübergestellt war, nachdem viele proaktiv als Gastarbeiter von Deutschland angeworben wurden, um dabei zu helfen den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Die wenigsten sprechen in diesem Zuge überhaupt darüber, dass Deutschland diese Menschen in den 60er Jahren aktiv zum Kommen gebeten hat und wie sehr uns dies bereichern konnte. Die NSU-Prozesse stellen bei vielen große Wissens-Lücken dar. Antisemtische Übergriffe werden kaum diskutiert. Kaum einer thematisiert noch das Attentat in Hanau, dem 10 Menschen mit Migrationshintergrund zum Opfer fielen.
Alleine 2022 gab es über 151 politisch motivierte Straftaten, bei denen die Unterkünfte für Geflüchtete Angriffsziel waren. PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) zog bereits 2014 durch die Bundesländer Deutschlands und unterstrich die politische Ideologie hier klar und lautstark.
Doch, mit der selben Stärke der Ignoranz gegenüber der Fehlbarkeit Deutscher Staatsbürger ohne Migrationshintergrund liegt der Fokus eines Problems meist bei der Migration selbst. Als die neusten Bildungsstudien im Jahre 2023 erschienen sind, war der erste Impuls vieler Politiker:innen und Bürger:innen, die starke Abnahme des Bildungsstandes in Relation setzen zu wollen, mit Menschen mit Migrationshintergrund. Doch, obwohl die Studien ein anderes Bild zeichnen, und die deutsche Bildungslandschaft, seit über 20 Jahren aktiv mit einer Unterfinanzierung zu kämpfen hat, die selbsterklärend Konsequenzen mit sich bringt, wird an diesem Bild vehement festgehalten.
Antisemitismus wird aufgrund der schrecklichen Szenen in Israel seit Wochen in den Medien behandelt und hier mehrheitlich als „importiert“ bezeichnet. Der Anschlag eines Deutschen, vor der Synagoge in Halle (Saale) am 9. Oktober 2019, der als Versuch eines Massenmordes an Juden verzeichnet war, wurde hier nicht einmal erwähnt. Die medialen und politischen Debatten unterstreichen es immer wieder; den Trugschluss gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund und den Trugschluss gegenüber den Deutschen ohne Migrationshintergrund. Die mediale sehr einheitliche Berichterstattung hier, formt und stärkt dieses Bild zusätzlich zunehmend.
Ein “Nein” zur AfD wird nicht die finale Lösung sein
Die Politik hat in vielerlei Hinsichten die Bedürfnisse der Bürger:innen vernachlässigt und einen Nährboden geschaffen, der bei vielen von Sorgen und Existenzängsten geprägt ist. Deutschland steht momentan vor zahlreichen Herausforderungen, von Wirtschaftskrise und Corona-Nachwehen bis hin zu einer Reduzierung des Bildungsniveaus, deutschlandweitem Fachkräftemangel und Ängsten bezüglich der Zukunft, einschließlich der Absicherung durch die Rente. Dieser Nährboden lässt ablehnende Haltungen aufkeimen und erstickt wohlwollende Gedanken gegenüber jenen, die kommen. Und genau auf diesem Nährboden säht die AfD und verwurzelt sich zunehmend.
Während man sich in den vergangenen Jahren noch in die Hoffnung retten konnte, dass die steigenden AfD-Zahlen reine Protestwähler:innen seien, zeigten die Wahlergebnisse in Bayern 2023 bereits eine andere Tendenz. Nur noch 46 Prozent der AfD-Anhänger:innen gaben an, die Partei aus Enttäuschung über andere Parteien zu wählen. Diese Zahl verzeichnete bereits einen Rückgang von 10 Prozentpunkten im Vergleich zur Landtagswahl 2018. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die die AfD aus Überzeugung wählten (Bayrischer Rundfunk). In Hessen gaben 51 Prozent der AfD-Wähler:innen an, dass Migration das ausschlaggebende Thema für ihre Wahlentscheidung war. Bildung und soziale Themen dagegen erlangten hier gerade einmal einen auschlaggebenden Wert bei unter 10%. Die Motivation, aus welcher eine Mehrheit sich für eine rechtspopulistische Partei entscheidet liegt auf der Hand; ihre rechtspopulistische Politik.
An diesem Punkt ist es wichtig, ehrlich zu sein – mit sich selbst und mit der deutschen Bildungslandschaft und Politik. Es ist entscheidend, einen Rahmen zu schaffen, um bestimmte Denkweisen im Keim zu verändern, umzulenken und positiv zu beeinflussen. Doch dafür muss ein klares Eingeständnis stattfinden, welches Gedankengut fruchtbaren Nährboden für späteren Rechtsextremismus stellt, um dies bereits bei der Wurzel zu packen.
Ein Abschaffen der AfD könnte für kurzweilige Erleichterung sorgen - würde jedoch nicht die Gedanken der breiten Wählerschaft ändern, sondern das Gefühl politisch in Sorgen und Ängsten nicht wahrgenommen oder gar ignoriert zu werden, verstärken und vorurteilsbehaftete Ideologien keineswegs nichtig machen. Eine politische Änderung ist notwendig, um den Menschen andere Hoffnungen zu bieten, als jene, die sich in der falschen Ablehnung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund verbergen. Es ist an der Zeit, anzuerkennen, dass unsere Politik fehlbar ist, und die Verantwortung gezielt zu übernehmen, damit diese nicht auf diejenigen übertragen wird, die gesellschaftlich bereits am schwächsten aufgestellt sind.
Die Trugschlüsse zur AfD
Die AfD wägt sich als gefährliche Lösung für unsere gesellschaftlichen Herausforderungen. Doch wie sehen diese Lösung letztendlich aus? Bereits im Juni 2023 hat die Partei ihren Leitantrag zum Wahlprogramm der AfD veröffentlicht. Die Migrationspolitik stellt einen Großteil ihres Antrages dar und dies bewusst - hat sich doch in Deutschland zunehmend das große Bild der Sorge hier verwurzelt. Hier ziehen sie sogar vor, als Konsequenz, die EU als solches aufzulösen.
„Unsere Geduld mit der EU ist erschöpft. (…) Da die EU, auch wegen des Einstimmigkeitsprinzips aller Mitgliedstaaten, nicht im Sinne der AfD reformierbar ist, treten wir für die Neugründung einer europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft ein“
Sie stürzen sich in diversen Punkten auf ein „sichern“ von Deutschland, durch eine Ablehnung bezüglich bestimmter Gruppierungen und erwähnen unter anderem auch den Anstieg der Migrationen im Zuge des Gastarbeiter-Abkommens:
„Seit den 60er-Jahren sind nach und nach immer mehr Migranten nach Deutschland und Europa gekommen, insbesondere aus den Staaten des islamischen Kulturkreises.“
Hier erwähnen sie das Abkommen selbst mit keiner Silbe, viel eher stellen sie die Migration verklärt und hochstilisiert dar und schreiben von einer„einheimischen Bevölkerung, die fast vollständig verdrängt wurde.“ Sie konzentrieren sie sich auch auf Antisemitismus, den sie als „neu in Erscheinung tretenden“ beschreiben und tief im Islam verwurzeln. Sie sprechen von massiven gesellschaftlichen Verwerfungen, durch Asyl-, und Migrationspolitik und ihre Lösung scheint sich rein im großflächigerem Abschieben derer zu verankern - nicht aber in einer vernünftigen Integrationspolitik.
Nach einer verändernden Innenpolitik, welche versprechend mehr Gelder für die Gesellschaft, die Bildung und Forschung als solches bereitstellen würde, oder ein starkes Konzept gegen den bundesweiten großflächigen Fachkräftemangel, sucht man vergeblich. Gleichstellung, die Rechte der Frau, ja sogar die frühkindlichen Bildungsinstitutionen sollen große Rückschritte erleben.
„Die in den letzten Jahren immer weiter stattgefundenen Übernahmen der elterlichen Erziehungsaufgaben durch staatliche Institutionen wie Krippen und Ganztagsschulen, die Umsetzung des Gender-Mainstreaming und die allgemeine Betonung der Individualität untergraben die Familie als wertegebende gesellschaftliche Grundeinheit.“
Die AfD will sich dafür einsetzen, bestehende Gender-Lehrstühle nicht neu zu besetzen und laufende Projekte nicht zu verlängern. Das Kopftuch solle im öffentlichen Raum generell verboten sein und zuletzt betonen sie offen: „Wir lehnen das Konzept einer multikulturellen Gesellschaft sowie der Parallelgesellschaften ab.“ In sämtlichen Bereichen entdeckt man, dass jene, die gesellschaftlich bereits heute statistisch schlechter aufgestellt sind, die größten Probleme erleben werden.
„Re-Migration“ / Deportationen
Die AFD hegt den Wunsch nach einer umfassenden Re-Migration, die im Wesentlichen einer groß angelegten Deportation gleichkommt. Im Zuge einer Recherche von Correctiv wurde aufgedeckt, wie hochrangige AfD-Mitglieder, Rechtsradikale und Unternehmer:innen in einem Landhaus bei Brandenburg zusammenkamen, um Wege zu erörtern, wie der demokratische Rechtsstaat durch „eigene Mittel ausgehöhlt“ und anschließend gehandelt werden könnte. Der österreichische Rechtsextreme Martin Sellner äußerte auf diesem Treffen den Wunsch, "Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht und nicht assimilierte Staatsbürger" nach Nordafrika zu deportieren, was unter dem Terminus "Remigration" firmierte. Dieser rechtsextreme Begriff strebt die massenhafte Deportation aller nicht deutschstämmigen Menschen an, mit dem Ziel einer ethnisch homogenen Volksgemeinschaft. Jede/r, die/der sich für Menschenrechte und die Erhaltung der Demokratie einsetzt, sollte sich entschieden gegen solche Bestrebungen stellen, die grundlegende Werte bedrohen.
Integration als Chance
Menschen mit Migrationshintergrund stellen eine immense Stärkung dar, die sich in sämtlichen Bereichen entfaltet: sei es in Bildung, Wissenschaft, Forschung, Pflege, IT, Journalismus, Reinigung oder Betreuung. Ihre vielfältigen Erfahrungen und Qualifikationen tragen dazu bei, bestehende Lücken zu schließen und das gesamte gesellschaftliche Gefüge in Deutschland zu stärken. Ein Abschieben im "großen Stil", wie es von der AfD vorgeschlagen wird und sogar von Bundeskanzler Olaf Scholz in einer kürzlichen Rede angedeutet wurde, birgt, abgesehen vom moralischen verwerflichen Standpunkt, zusätzlich die Gefahr erheblicher wirtschaftlicher Probleme in sämtlichen Berufszweigen. Eine solche Massenausweisung von Menschen kann und wird nicht nur zu einem verstärktem Fachkräftemangel führen, sondern auch wirtschaftliche Sektoren in vielfältiger Hinsicht beeinträchtigen. Von der frühkindlichen Bildung über die Gesundheitsversorgung bis hin zur Industrie und anderen Dienstleistungssektoren sind viele Branchen auf die Diversität und das Engagement von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund angewiesen. Viel eher sollten wir die Potenziale effektiv nutzen, welche diese Menschen mit sich bringen und uns viel mehr darauf fokussieren, ihre Wissens- und Kenntnisstände besser zu integrieren. Eine gezielte Integrations-Politik ermöglicht nicht nur eine schnellere Eingliederung, sondern fördert auch ein harmonisches Zusammenleben und Zusammenarbeiten in unserer vielfältigen Gesellschaft.
Unberechenbare Wellengänge
Nicht nur der offenkundige Rechtsruck in Deutschland und die jüngsten Enthüllungen über die AfD sind erschreckend, sondern sie schaffen auch ein feindliches und unfruchtbares Klima für jeden/r, dem/der Gleichstellung, Toleranz, Akzeptanz und Demokratie wichtig sind. Die langfristigen Auswirkungen dieser problematischen Haltungen und Handlungen sind noch nicht absehbar.
Die AfD propagiert in ihrem Wahlprogramm eine selektivere Migration von hoch qualifizierten Fachkräften. Abgesehen davon, dass man ein Menschenleben nicht nach seiner Produktivität und seinem Bildungsstand messen darf, werden selbst jene, die von der Selektion profitieren könnten, diese vermutlich durchaus kritisch sehen. Im Zuge der Globalisierung sind die stark gebildeten, hochqualifizierten Fachkräfte von heute in der Regel auch weltbereist, belesen und mit Menschen von überall auf der Welt verbunden. Genau jene, die Deutschland ebenso dringend benötigt, insbesondere in Wissenschaft, Forschung und Medizin, werden sich mit den Werten einer xenophoben Partei wohl kaum großflächig identifizieren können und das gesellschaftliche Milieu als lebenswert ansehen. Die Zuwanderung von eben auch genau jenen Personen wird voraussichtlich einen Rückschlag erleben, und die Tendenz, dass Menschen, die ihr Glück anderswo suchen können, das Land verlassen, wird sich sicherlich verstärken. In den sozialen Medien kursieren bereits verschiedene Videos mit dem Hashtag #wohinjetzt, in denen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in den Kommentarspalten diskutieren und Länder ins Gespräch bringen, in denen das gesellschaftliche Klima als lebenswerter und erstrebenswerter empfunden wird als in Deutschland.
Eine starke Warnung fordert starke Lösungen
Die deutsche Politik steht vor einem gravierenden Problem der Verantwortungsübernahme. Immer wieder erleben wir, wie Herausforderungen übergangen werden, Probleme seit zwei Jahrzehnten diskutiert werden und Lösungsansätze zwar besprochen, aber in der Umsetzung auf sich warten lassen. Das Auftreten von Symptomen wird dabei meist nur partiell behandelt, während die eigentliche Ursache des zugrundeliegenden Problems selten bis kaum adressiert wird. Ob es um Bildung, Fachkräftemangel, hohe Krankenstände im Land oder gesellschaftliche Themen wie Migrationspolitik und das pro-aktive Schaffen von Offenheit und Toleranz geht. Die alarmierenden Zahlen der AfD sind erschreckend, aber nicht überraschend. Die politische Landschaft sollte nicht den Fehler begehen, mit diesem Wahlprogramm konkurrieren zu wollen, indem sie Ideologien reproduziert, die fälschlicherweise zunehmend als gesellschaftliche Lösungen angesehen werden. Vielmehr sollte sie sich mit realen, fundierten Lösungen auseinandersetzen, die die zugrundeliegenden Strukturprobleme angehen und eine nachhaltige Veränderung ermöglichen.
In Anbetracht des aktuellen politischen Klimas ist es ebenso von entscheidender Bedeutung, Aufklärung verstärkt in den Fokus zu rücken. Dies gilt sowohl im politischen Kontext und insbesondere in Bildungsinstitutionen, als letztendlich in Eigenverantwortung auf privater Ebene. Die Notwendigkeit, Vorurteile und Gedankengut, das sich möglicherweise in rechtsextreme Entwicklungen ausbreitet, frühzeitig zu erkennen und zu beheben, ist absolut unverzichtbar. Ein einheitliches Verständnis darüber, wo Aufklärungsarbeit bereits im Keim beginnen muss, ist entscheidend, um verzögerte Reaktionen zu vermeiden, die erst dann erfolgen, wenn problematische Einstellungen bereits manifestiert sind.
Als Verband lehnen wir entschieden die rechtspopulistischen Ideologien der AfD ab. Gleichzeitig sehen wir uns auch in der Verantwortung, die weiteren Wahlprogrammpunkte kritisch zu hinterfragen, welche zum Teil dazu neigen, gesellschaftliche Probleme auszuklammern oder sogar zu verschärfen und dementsprechend aus vielerlei Hinsichten keine Lösung darstellen. Deutschland benötigt dringend Hoffnung und einen konstruktiven Umgang mit Ängsten und Sorgen. Es ist entscheidend, Lösungen zu finden, die die Lebensqualität für alle verbessern und Ängste nicht durch das klassische Bereitstellen eines Sündenbocks in Form von Millionen Menschen in Deutschland zu befeuern. Die aktuelle Situation kann man als deutlichen, letzten Warnschuss verstehen.
Wir hoffen die Politik hört hin.
Wenn 2 sich Streiten, ist wohl "der Ausländer" Schuld?
Der Verband der kleinen und Mittelgroßen Kitaträger (VKMK) möchte auf einen Artikel des Fokus aufmerksam machen, der unter dem Titel „Du mir nix sagen, du deutsch!“: Zoff mit Migranten-Jungs im Kindergarten" veröffentlicht wurde. Wir sind der Meinung, dass dieser Artikel nicht nur hochgradig Fremdenfeindlichkeit fördert, sondern auch den Zustand in den Kitas in ein absolut falsches Licht rückt.
Der Verband der kleinen und Mittelgroßen Kitaträger (VKMK) möchte auf einen Artikel des Fokus aufmerksam machen, der unter dem Titel „Du mir nix sagen, du deutsch!“: Zoff mit Migranten-Jungs im Kindergarten" veröffentlicht wurde. Wir sind der Meinung, dass dieser Artikel nicht nur hochgradig Fremdenfeindlichkeit fördert, sondern auch den Zustand in den Kitas in ein absolut falsches Licht rückt und die Problematik bei den Kindern mit Migrationshintergrund selbst verankert, nicht aber bei der Politik.
Hierzu möchten wir gerne Stellung beziehen.
Seit Jahren überschlagen sich die Neuigkeiten zu der nicht enden wollenden Kitakrise. Unterschiedliche Finanzierungssysteme in den Ländern und Kommunen führen stets zur Unterfinanzierung im großen Stil, und daraus resultierend zu einem starken Fachkräftemangel, damit verbundener Überbelastung, hohen Krankenständen und letztendlich einem Einschränken des Bildungsangebotes. Die Bildungs- und Betreuungsarbeit kann schon lange nicht mehr so gewährleistet werden, wie sie sollte. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo mancherorts nicht einmal mehr der Aufsichtspflicht vollends nachgegangen werden, geschweige denn jedes Kind sich auf einem sicheren Kitaplatz wägen kann.
Dieses Problem ist selbst kreiert und die mannigfaltigen Symptome waren schon lange absehbar.
Nicht überraschend, denn leider schon viel zu oft gesehen, tauchen in diesen problematischen Zeiten Artikel auf, die sich nicht mit dem Kernproblem auseinandersetzen möchten, sondern stattdessen nach einer Art Sündenbock lechzen, der als Katalysator dienen muss, um dem Frust und der angestauten Wut endlich Luft machen zu können. In diesem Fall trifft es, wie sehr oft, Menschen mit Migrationshintergrund.
Doch nun geht es sogar einen Schritt weiter; ihre Kinder sind Schuld. Kinder im frühkindlichen Alter.
"Du mir nix sagen - Du Deutsch". Chapeau. Es ist schon eine Leistung innerhalb eines Titels, diverse fremdenfeindliche Botschaften verstecken zu können. Man müsse beinahe den Hut ziehen, wenn es nicht so traurig wäre. Die gezielte Ablehnung der “gutmütigen Förderung” Deutschlands, ausgehend von Kindern im Kleinkindalter. Und das nicht nur aus kindlichem Trotz der Förderung gegenüber, nein, die Ablehnung ist, so wird es implementiert, geboren aus ihrer "Antideutschen" Haltung. Der gesamte Artikel setzt sich mit einem Limit der Toleranz diesen Kindern gegenüber auseinander und endet mit einem Statement, das die Verzerrung bestens unterstreicht:
“Sie kenne viele Kolleginnen, die anfangs offen waren für neue Kulturen und die sich darauf gefreut hatten, Kinder anderer Herkunft in das deutsche Kita-System einzugliedern. Doch mittlerweile würden sich immer mehr von ihnen fragen: „Wofür machen wir das, wenn der Dank von der anderen Seite eh nicht da ist?“”
Die “anfängliche Offenheit gegenüber neuen Kulturen” ist nun bereits etwas, das nicht einmal mehr hinter vorgehaltener Hand deutlich in der Vergangenheitsform besprochen wird, sondern offen gegenüber Journalisten. Denn schließlich wird ihnen für diese Offenheit nicht gebührend Dank entgegengebracht.
Keinem deutschen Kind würde man “Dankbarkeit” abfordern für zielgerichtete Förderung.
Wenn die kleine Lena-Marie in einer ADHS-Überstimulierung zu Wut greifen würde, würde vermutlich mit Verständnis agiert, nicht aber ein Limit an Toleranz verbalisiert werden, das erreicht wäre - schließlich würde ihr Verhalten nicht genügend Dankbarkeit repräsentieren.
Genauso wenig sollte es hier ein "Limit" an Toleranz geben, sofern Schwierigkeiten auftreten, bei Kindern mit Migrationshintergrund. Diese sollen und müssen dasselbe Förderungssprektrum erhalten, das ebenso Offenheit für Individualität lassen sollte.
Wir sind der Überzeugung/Meinung, dass solche Artikel gefährlich und verzerrend sind, da sie einseitige und stereotype Bilder von Kindern mit Migrationshintergrund zeichnen und damit Rassismus fördern. Wir sind ebenfalls der Meinung, dass wir einem akuten Problem gegenüberstehen, wenn Erzieher:innen bereits öffentlich ihre Ablehnung für Kinder aus bestimmten Herkunftsländern äußern.
Der Artikel liest sich, als wäre das Kernproblem in den Kitas momentan “das ausländische Kind”, wissend, dass sich seit Jahren die Artikel überschlagen zu akuten Förderungsdefiziten bei Kindern aus Familien mit sozialökonomischen Problemen.
Diese Förderungs-Defizite machen sich sprachlich aber auch in der Entwicklung bemerkbar und betreffen Kinder aus Deutschen Familien ebenso stark.
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Kitakrise in erster Linie eine Folge von politischen Versäumnissen ist. Die Unterfinanzierung, Unterbesetzung und hohe Krankenstände in Kitas sind kein Zufall, sondern das Ergebnis von politischen Prioritäten gegen eine gut ausgestattete frühkindliche Bildung. Es ist deshalb kontraproduktiv, sich auf einen Sündenbock zu konzentrieren und die Schuld bei einer bestimmten Gruppe von Kindern oder Eltern zu suchen. Stattdessen sollten alle Beteiligten - Politiker:innen, Kitaträger, Erzieher:innen, Eltern - gemeinsam daran arbeiten, Lösungen für die Kitakrise zu finden und umzusetzen. Eine erfolgreiche Integration von Kindern mit Migrationshintergrund gehört dabei genauso dazu wie die Förderung aller anderen Kompetenzen. Nur so können wir sicherstellen, dass alle Kinder unabhängig von ihrer Herkunft - die bestmögliche Förderung/Bildung und Betreuung erhalten.
Artikel wie dieser sind starke Warnschüsse und zeigen offen, wie kaputtgespart und überfordert das System “frühkindliche Bildung” bereits ist.
Wir fordern daher alle Beteiligten auf, gemeinsam daran zu arbeiten, eine positive und respektvolle Umgebung für alle Kinder zu schaffen, die die Vielfalt und Individualität der Kinder berücksichtigt. Nur so können wir eine erfolgreiche Integration und eine erfolgreiche Zukunft für alle Kinder gewährleisten.
KITA & Politik #1
unsere Empfehlung für heute:
Erste Debatte zum Entwurf eines “Zweiten Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung” der Bundesregierung