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Weniger Kinder, mehr Qualität? VKMK warnt vor Kürzungen, die Chancen verbauen

Am heutigen Tag findet im Abgeordnetenhaus im Rahmen der 53. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie unter Tagesordnungspunkt 2 eine Anhörung zum Thema “Weniger Kinder, mehr Qualität” statt. Unter anderem wurde Lars Békési, Geschäftsführer des Kitaverbands VKMK, als Experte eingeladen, in der Sitzung zu diesem Thema zu sprechen.

Am heutigen Tag findet im Abgeordnetenhaus im Rahmen der 53. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie unter Tagesordnungspunkt 2 eine Anhörung zum Thema “Weniger Kinder, mehr Qualität” statt. Unter anderem wurde Lars Békési, Geschäftsführer des Kitaverbands VKMK, als Experte eingeladen, in der Sitzung zu diesem Thema zu sprechen.

Der VKMK betont in diesem Kontext, dass weniger Kinder allein nicht automatisch zu mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung führen - insbesondere dann nicht, wenn gleichzeitig indirekte Sparmaßnahmen vollzogen werden. Zwar wird die im Rahmen des Runden Tisch Kita geplante Verbesserung des Personalschlüssels im U3-Bereich punktuell Entlastung und Qualitätssteigerung bringen, doch gleichzeitig wird die zunehmende Mehrbelastung im Ü3-Bereich - unter anderem durch den massiven Anstieg an zusätzlichen Förderbedarfen - außer Acht gelassen. Stattdessen plant der Senat Kürzungen im Bereich der Sprachförderung. 

“Besonders alarmierend ist die geplante Umstellung der Personalzuschläge. Bislang gab es gezielte Förderungen für Kinder mit nichtdeutscher Herkunftssprache (ndH). Diese sollen nun beendet werden. Mit einem sogenannten Partizipationszuschlag sollen diese Gelder gebündelt werden und künftig nur noch nach den Kriterien des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT) vergeben werden. Das bedeutet faktisch, dass zwei Gruppen mit besonderem Förderbedarf gegeneinander ausgespielt werden. Kinder, die eine gezielte Sprachförderung benötigen, stehen damit in Konkurrenz zu Kindern aus wirtschaftlich benachteiligten Familien. Das kann nicht unser Anspruch sein. Sprachförderung ist essentiell für Chancengleichheit und muss als eigenständige Aufgabe erhalten bleiben.”, betont Lars Békési.

In einer Stadt wie Berlin, in der jede:r Vierte einen Migrationshintergrund hat, 180 verschiedene Herkunftsländer vertreten sind und 120 Muttersprachen gesprochen werden, wäre diese Kürzung ein herber Rückschlag für die Bildungs- und Chancengerechtigkeit.

Weniger Kinder bedeutet nicht automatisch mehr Qualität, wenn gleichzeitig wichtige Fördermaßnahmen für Kinder gekürzt werden sollen”, so Békési weiter. Eine Qualitätssteigerung kann nur erreicht werden, wenn alle relevanten Faktoren in einem ganzheitlichen Konzept berücksichtigt werden - von den Arbeitsbedingungen des pädagogischen Personals über die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen der Kita-Träger bis hin zu den Voraussetzungen für eine exzellente frühkindliche Förderung. “Kürzungen durch die Hintertür dürfen nicht dazu führen, dass zentrale Bildungsaufgaben und pädagogische Qualität geschwächt werden.” mahnt Békési abschließend.

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VKMK schlägt gerechtere Sachkostenpauschale vor

Während die öffentliche Debatte um die Verbesserung der frühkindlichen Bildung vor allem Entlastungsmaßnahmen für Kita-Teams in den Fokus rückt, bleibt ein zentrales Problem weiterhin unbeachtet: die unzureichende Sachkostenpauschale. Sie ist das finanzielle Fundament jeder Kita – und muss dringend an die realen Kosten angepasst werden.

Während die öffentliche Debatte um die Verbesserung der frühkindlichen Bildung vor allem Entlastungsmaßnahmen für Kita-Teams in den Fokus rückt, bleibt ein zentrales Problem weiterhin unbeachtet: die unzureichende Sachkostenpauschale. Sie ist das finanzielle Fundament jeder Kita – und muss dringend an die realen Kosten angepasst werden.

Warum ist die Sachkostenpauschale so entscheidend?
Gute Bildung braucht stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, die nur mit ausreichender Finanzierung gewährleistet werden können. Doch bereits in Zeiten voller Kitas reichte die Sachkostenpauschale nicht aus: Viele Träger mussten seit Jahren eine Unterfinanzierung von bis zu 30 % ausgleichen. 

„Jetzt, da die Geburtenzahlen das dritte Jahr in Folge sinken, verschärft sich die Situation weiter. Weniger Kinder in den Kitas bedeuten weniger Mittel aus der Sachkostenpauschale – während Miet- und Betriebskosten unverändert hoch bleiben.“, so Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK.

Zwar wurde die Pauschale in der Vergangenheit regelmäßig in kleinen Schritten erhöht, doch die massiven Preissteigerungen in nahezu allen Bereichen sind darin bis heute nicht adäquat berücksichtigt. Die Folge: Auch 2025 bleibt die chronische Unterfinanzierung der Kita-Träger bestehen – mit einem Defizit von mindestens 10 bis 15 %.
Ein besonders Beispiel ist hierfür die Kita-Verpflegung: Die Elternbeteiligung für das Mittagessen beträgt seit 2013 unverändert 23 Euro monatlich, während das Land Berlin aktuell knapp 57,41 Euro pro Kind beisteuert – ein Betrag, der angesichts steigender Lebensmittel- und Personalkosten nicht mehr ausreicht. Pro Betreuungstag stehen so lediglich 3,82 Euro zur Verfügung – eine Summe, aus der nicht nur das Essen selbst, sondern auch Personal, Kücheninfrastruktur, Geschirr und Reinigung finanziert werden müssen. Zudem schreibt die Qualitätsvereinbarung für Berliner Kitas (QVTAG) die tägliche Bereitstellung von frischem Obst, Gemüse und ungesüßten Getränken vor – zusätzliche Kosten, die in der Pauschale nicht berücksichtigt sind. 

„Wer regelmäßig einkauft, weiß: Für 3,82 Euro pro Tag ist ein frisches, gesundes Mittagessen nicht realisierbar. Realistisch sind eher 5 Euro“, so Békési.

Auch die Mietkosten belasten die Träger zunehmend. Allein von 2012 zu 2024 sind die Quadratmeterpreise für Gewerbemietflächen um 123% gestiegen.* Besonders problematisch: Die Sachkostenpauschale ist direkt an die Kinderzahl gekoppelt. Das bedeutet: 

Sinkende Kinderzahlen oder eine Verbesserung des Personalschlüssels – eigentlich eine positive Entwicklung – führen paradoxerweise zu weniger finanziellen Mitteln für Miete und Betriebskosten, obwohl die Quadratmeterzahl der Einrichtungen gleich bleibt.
Um die Finanzierung der Kitas nachhaltig zu sichern, schlägt der VKMK eine gezieltere Anpassung der Sachkostenpauschale im Bereich der Mietkosten vor. „Wir setzen uns gegen das Gießkannenprinzip und stattdessen für ein präziseres, bedarfsgerechtes Modell ein, das ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand umgesetzt werden kann“, erklärt Békési. „Kitas in angemieteten Räumen sollten eine höhere Pauschale erhalten als jene in eigenen Immobilien. Ein solches Cluster-Modell könnte durch eine Vergleichsreferenz abgesichert werden, um übermäßige Mietsteigerungen durch Vermieter zu verhindern.“
Der VKMK fordert das Land Berlin auf, bei allen notwendigen Maßnahmen zur Entlastung der pädagogischen Fachkräfte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Kita-Träger zu vernachlässigen. „Eine faire Sachkostenpauschale ist essenziell, um Kitas langfristig tragfähig zu halten. Nur mit einer sachgerechten Anpassung der Finanzierung können wir die Qualität und Stabilität frühkindlicher Bildung gewährleisten“, betont Békési abschließend.

*Für Büroflächen, Quelle: Statista 2025 

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Runder Tisch Kita: VKMK schlägt zur sofortigen Entlastung der Kita-Teams die Erhöhung der Schließtage für Berliner Kitas vor

Die hohe Belastung des pädagogischen Fachpersonals führte im vergangenen Jahr wiederholt zu Streiks der Beschäftigten an den kommunalen Kitas Berlins - und auch diese Woche auf der Didacta wurde in Vorträgen und Gesprächen die anhaltende Relevanz des Themas nochmal deutlich. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, den Runden Tisch Kita ins Leben gerufen, um gemeinsam Maßnahmen zur Entlastung des pädagogischen Personals in den Berliner Kitas zu erörtern. Im Rahmen dieser Runde stellt die Verbesserung des Personalschlüssels im U3-Bereich eine breit diskutierte Entlastungsmöglichkeit dar. Auch der Kitaverband VKMK wird wieder aktiv an den Gesprächen teilnehmen. 

Die hohe Belastung des pädagogischen Fachpersonals führte im vergangenen Jahr wiederholt zu Streiks der Beschäftigten an den kommunalen Kitas Berlins - und auch diese Woche auf der Didacta wurde in Vorträgen und Gesprächen die anhaltende Relevanz des Themas nochmal deutlich. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, den Runden Tisch Kita ins Leben gerufen, um gemeinsam Maßnahmen zur Entlastung des pädagogischen Personals in den Berliner Kitas zu erörtern. Im Rahmen dieser Runde stellt die Verbesserung des Personalschlüssels im U3-Bereich eine breit diskutierte Entlastungsmöglichkeit dar. Auch der Kitaverband VKMK wird wieder aktiv an den Gesprächen teilnehmen. 

In Vorbereitung auf diese Sitzung hat der VKMK eine Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt, um eine Einschätzung aus der Praxis zur vorgeschlagenen Verbesserungen des Personalschlüssels im U3-Bereich einzufangen sowie die aktuellen Belastungsfaktoren im Kita-Bereich zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen, dass die vorgeschlagene Entlastungsmaßnahme mit 70% große Zustimmung findet. Gleichzeitig wurde mehrfach betont, dass diese Maßnahme nicht auf den U3-Bereich beschränkt bleiben darf. Denn nicht nur der U3-Bereich ist von einer hohen Belastung betroffen, auch die Fachkräfte im Ü3-Bereich stehen stark unter Druck. Die wachsenden Anforderungen können mit dem bestehenden Personalschlüssel nicht mehr ausreichend abgedeckt werden. Zudem belastet die Erhöhung der Krankmeldungen – sowohl in der Häufigkeit als auch in der Dauer – die Kita-Teams erheblich. Der daraus resultierende Personalausfall kann auch durch eine Verbesserung des U3-Schlüssels nicht ausgeglichen werden. „Diese Maßnahme ist zweifellos erstrebenswert, wird aber kurzfristig aufgrund der enormen Krankenstände keine spürbare Entlastung für die Kita-Teams bringen“, fasst Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, zusammen.

Angesichts dieser hohen Belastungen benötigen unsere Kita-Teams dringend schnell umsetzbare Maßnahmen, die eine sofortige Entlastung bringen. Andernfalls dürften auch die Gewerkschaften zu neuen Streikmaßnahmen ihre Mitglieder aufrufen. Der Kitaverband VKMK setzt sich daher dafür ein, im ersten Schritt eine Erhöhung der Schließtage für eine kurzfristige, aber nachhaltige Entlastung umzusetzen. „Wird die Anzahl der Schließtage erhöht, entlasten wir damit unsere Kita-Teams unmittelbar und stärken gleichzeitig die Qualität der frühkindlichen Bildung, da unseren Fachkräften mehr Zeit für wichtige Schulungen, Fort- und Weiterbildungen und interne fachliche Austauschrunden zur Verfügung steht." erläutert Békési, und fügt hinzu: “Die Verbesserung des Personalschlüssels ist erstrebenswert, jedoch sollte diese erst im zweiten Schritt erfolgen und nicht auf den U3-Bereich begrenzt sein.“ Stattdessen braucht es eine generelle Erhöhung der Personalausstattung, welche die realen Fehlzeiten durch Krankheit, Urlaub und Fortbildungen einbezieht und abdeckt. Auf diese Weise werden nicht nur Fachkräfte im U3-Bereich, sondern alle pädagogischen Fachkräfte in den Kitas entlastet.

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