Runder Tisch Kita: VKMK schlägt zur sofortigen Entlastung der Kita-Teams die Erhöhung der Schließtage für Berliner Kitas vor
Die hohe Belastung des pädagogischen Fachpersonals führte im vergangenen Jahr wiederholt zu Streiks der Beschäftigten an den kommunalen Kitas Berlins - und auch diese Woche auf der Didacta wurde in Vorträgen und Gesprächen die anhaltende Relevanz des Themas nochmal deutlich. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, den Runden Tisch Kita ins Leben gerufen, um gemeinsam Maßnahmen zur Entlastung des pädagogischen Personals in den Berliner Kitas zu erörtern. Im Rahmen dieser Runde stellt die Verbesserung des Personalschlüssels im U3-Bereich eine breit diskutierte Entlastungsmöglichkeit dar. Auch der Kitaverband VKMK wird wieder aktiv an den Gesprächen teilnehmen.
Die hohe Belastung des pädagogischen Fachpersonals führte im vergangenen Jahr wiederholt zu Streiks der Beschäftigten an den kommunalen Kitas Berlins - und auch diese Woche auf der Didacta wurde in Vorträgen und Gesprächen die anhaltende Relevanz des Themas nochmal deutlich. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, den Runden Tisch Kita ins Leben gerufen, um gemeinsam Maßnahmen zur Entlastung des pädagogischen Personals in den Berliner Kitas zu erörtern. Im Rahmen dieser Runde stellt die Verbesserung des Personalschlüssels im U3-Bereich eine breit diskutierte Entlastungsmöglichkeit dar. Auch der Kitaverband VKMK wird wieder aktiv an den Gesprächen teilnehmen.
In Vorbereitung auf diese Sitzung hat der VKMK eine Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt, um eine Einschätzung aus der Praxis zur vorgeschlagenen Verbesserungen des Personalschlüssels im U3-Bereich einzufangen sowie die aktuellen Belastungsfaktoren im Kita-Bereich zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen, dass die vorgeschlagene Entlastungsmaßnahme mit 70% große Zustimmung findet. Gleichzeitig wurde mehrfach betont, dass diese Maßnahme nicht auf den U3-Bereich beschränkt bleiben darf. Denn nicht nur der U3-Bereich ist von einer hohen Belastung betroffen, auch die Fachkräfte im Ü3-Bereich stehen stark unter Druck. Die wachsenden Anforderungen können mit dem bestehenden Personalschlüssel nicht mehr ausreichend abgedeckt werden. Zudem belastet die Erhöhung der Krankmeldungen – sowohl in der Häufigkeit als auch in der Dauer – die Kita-Teams erheblich. Der daraus resultierende Personalausfall kann auch durch eine Verbesserung des U3-Schlüssels nicht ausgeglichen werden. „Diese Maßnahme ist zweifellos erstrebenswert, wird aber kurzfristig aufgrund der enormen Krankenstände keine spürbare Entlastung für die Kita-Teams bringen“, fasst Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, zusammen.
Angesichts dieser hohen Belastungen benötigen unsere Kita-Teams dringend schnell umsetzbare Maßnahmen, die eine sofortige Entlastung bringen. Andernfalls dürften auch die Gewerkschaften zu neuen Streikmaßnahmen ihre Mitglieder aufrufen. Der Kitaverband VKMK setzt sich daher dafür ein, im ersten Schritt eine Erhöhung der Schließtage für eine kurzfristige, aber nachhaltige Entlastung umzusetzen. „Wird die Anzahl der Schließtage erhöht, entlasten wir damit unsere Kita-Teams unmittelbar und stärken gleichzeitig die Qualität der frühkindlichen Bildung, da unseren Fachkräften mehr Zeit für wichtige Schulungen, Fort- und Weiterbildungen und interne fachliche Austauschrunden zur Verfügung steht." erläutert Békési, und fügt hinzu: “Die Verbesserung des Personalschlüssels ist erstrebenswert, jedoch sollte diese erst im zweiten Schritt erfolgen und nicht auf den U3-Bereich begrenzt sein.“ Stattdessen braucht es eine generelle Erhöhung der Personalausstattung, welche die realen Fehlzeiten durch Krankheit, Urlaub und Fortbildungen einbezieht und abdeckt. Auf diese Weise werden nicht nur Fachkräfte im U3-Bereich, sondern alle pädagogischen Fachkräfte in den Kitas entlastet.
Neue Studie zeigt: Kita-Personal leidet unter besonders hohen Fehlzeiten – VKMK fordert Maßnahmen
Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Krankenversicherung DAK offenbart neue Zahlen zu krankheitsbedingten Ausfällen im Kita-Personal. Demnach sind die Ausfallzeiten in dieser Berufsgruppe im Vergleich zu anderen Berufsgruppen deutlich höher. Besonders besorgniserregend sieht die Situation in Berlin aus: Hier liegt die durchschnittliche Zahl der krankheitsbedingten Fehltage bei 35,7 Tagen pro Jahr.
Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Krankenversicherung DAK offenbart neue Zahlen zu krankheitsbedingten Ausfällen im Kita-Personal. Demnach sind die Ausfallzeiten in dieser Berufsgruppe im Vergleich zu anderen Berufsgruppen deutlich höher. Besonders besorgniserregend sieht die Situation in Berlin aus: Hier liegt die durchschnittliche Zahl der krankheitsbedingten Fehltage bei 35,7 Tagen pro Jahr. Das sind 15,3 Tage mehr als im Durchschnitt anderer Berufsgruppen und 6,1 Tage mehr als im bundesweiten Durchschnitt des Kita-Personals. Diese Zahlen verdeutlichen eine Entwicklung im Kita-Bereich, insbesondere in der Hauptstadt, welche auch der Kita-Verband VKMK seit geraumer Zeit intern bei seinen Mitgliedern beobachtet.
Mitglieder des VKMK berichten insbesondere von einem drastischen Anstieg der Atmenwegsinfektionen im Vergleich zu den Vorjahren. Diese Beobachtung wird durch die Studie der Bertelsmann-Stiftung bestätigt, in welcher Atemwegsinfektionen als häufigste Ursache für krankheitsbedingte Ausfalltage identifiziert wurden. Die zweithäufigste Ursache sind laut Studie psychische Erkrankungen. In Berlin machen diese 20,5% aller krankheitsbedingten Fehltage im Kita-Personal aus. In einem Interview mit dem rbb Inforadio erklärt Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, dass dieser Trend unter anderem auf eine Vielzahl von zunehmenden Belastungen zurückzuführen ist, die in der Metropole Berlin besonders stark zusammenwirken, darunter sozioökonomisch schwache Herkunft, mangelnde Deutschkenntnisse und ein allgemeiner Anstieg an Verhaltensauffälligkeiten vieler Kinder.
Die neue Studie bestätigt die internen Beobachtungen des VKMK. Auch die Schlussfolgerung der Bertelsmann-Stiftung, dass die bereits ungünstigen Rahmenbedingungen im Kita-Bereich maßgeblich zu den erhöhten Fehlzeiten beitragen, teilt der Verband. „Wir befinden uns in einem klassischen Kreislauf“, so Békési. „Die hohe Arbeitsbelastung führt zu mehr Ausfällen, die wiederum die Belastung des verbleibenden Personals weiter erhöhen.“ Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, fordert der VKMK dringend Maßnahmen. „Eine Entlastung der Pädagoginnen und Pädagogen muss durch zusätzliches Personal, wie kaufmännische Verwaltungskräfte und unterstützendes Personal, erfolgen“, betont Békési, “Langfristig muss die Personalausstattung auf 120 % angehoben werden, um sicherzustellen, dass Kitas ausreichend personelle Kapazitäten haben, um Ausfälle zu kompensieren, ohne die Belastung der Fachkräfte weiter zu erhöhen.” Trotz der aktuellen Herausforderungen blickt Békési optimistisch in die Zukunft: „Wenn es uns gelingt, diese bereits bekannten Stellschrauben zu justieren, können wir unsere Pädagoginnen und Pädagogen deutlich entlasten und ihnen attraktivere Arbeitsbedingungen bieten. Dies würde nicht nur die derzeitige Situation entschärfen, sondern auch dazu beitragen, zukünftige Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu sichern.“