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Weniger Kinder, mehr Qualität? VKMK warnt vor Kürzungen, die Chancen verbauen

Am heutigen Tag findet im Abgeordnetenhaus im Rahmen der 53. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie unter Tagesordnungspunkt 2 eine Anhörung zum Thema “Weniger Kinder, mehr Qualität” statt. Unter anderem wurde Lars Békési, Geschäftsführer des Kitaverbands VKMK, als Experte eingeladen, in der Sitzung zu diesem Thema zu sprechen.

Am heutigen Tag findet im Abgeordnetenhaus im Rahmen der 53. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie unter Tagesordnungspunkt 2 eine Anhörung zum Thema “Weniger Kinder, mehr Qualität” statt. Unter anderem wurde Lars Békési, Geschäftsführer des Kitaverbands VKMK, als Experte eingeladen, in der Sitzung zu diesem Thema zu sprechen.

Der VKMK betont in diesem Kontext, dass weniger Kinder allein nicht automatisch zu mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung führen - insbesondere dann nicht, wenn gleichzeitig indirekte Sparmaßnahmen vollzogen werden. Zwar wird die im Rahmen des Runden Tisch Kita geplante Verbesserung des Personalschlüssels im U3-Bereich punktuell Entlastung und Qualitätssteigerung bringen, doch gleichzeitig wird die zunehmende Mehrbelastung im Ü3-Bereich - unter anderem durch den massiven Anstieg an zusätzlichen Förderbedarfen - außer Acht gelassen. Stattdessen plant der Senat Kürzungen im Bereich der Sprachförderung. 

“Besonders alarmierend ist die geplante Umstellung der Personalzuschläge. Bislang gab es gezielte Förderungen für Kinder mit nichtdeutscher Herkunftssprache (ndH). Diese sollen nun beendet werden. Mit einem sogenannten Partizipationszuschlag sollen diese Gelder gebündelt werden und künftig nur noch nach den Kriterien des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT) vergeben werden. Das bedeutet faktisch, dass zwei Gruppen mit besonderem Förderbedarf gegeneinander ausgespielt werden. Kinder, die eine gezielte Sprachförderung benötigen, stehen damit in Konkurrenz zu Kindern aus wirtschaftlich benachteiligten Familien. Das kann nicht unser Anspruch sein. Sprachförderung ist essentiell für Chancengleichheit und muss als eigenständige Aufgabe erhalten bleiben.”, betont Lars Békési.

In einer Stadt wie Berlin, in der jede:r Vierte einen Migrationshintergrund hat, 180 verschiedene Herkunftsländer vertreten sind und 120 Muttersprachen gesprochen werden, wäre diese Kürzung ein herber Rückschlag für die Bildungs- und Chancengerechtigkeit.

Weniger Kinder bedeutet nicht automatisch mehr Qualität, wenn gleichzeitig wichtige Fördermaßnahmen für Kinder gekürzt werden sollen”, so Békési weiter. Eine Qualitätssteigerung kann nur erreicht werden, wenn alle relevanten Faktoren in einem ganzheitlichen Konzept berücksichtigt werden - von den Arbeitsbedingungen des pädagogischen Personals über die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen der Kita-Träger bis hin zu den Voraussetzungen für eine exzellente frühkindliche Förderung. “Kürzungen durch die Hintertür dürfen nicht dazu führen, dass zentrale Bildungsaufgaben und pädagogische Qualität geschwächt werden.” mahnt Békési abschließend.

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Runder Tisch Kita: VKMK schlägt zur sofortigen Entlastung der Kita-Teams die Erhöhung der Schließtage für Berliner Kitas vor

Die hohe Belastung des pädagogischen Fachpersonals führte im vergangenen Jahr wiederholt zu Streiks der Beschäftigten an den kommunalen Kitas Berlins - und auch diese Woche auf der Didacta wurde in Vorträgen und Gesprächen die anhaltende Relevanz des Themas nochmal deutlich. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, den Runden Tisch Kita ins Leben gerufen, um gemeinsam Maßnahmen zur Entlastung des pädagogischen Personals in den Berliner Kitas zu erörtern. Im Rahmen dieser Runde stellt die Verbesserung des Personalschlüssels im U3-Bereich eine breit diskutierte Entlastungsmöglichkeit dar. Auch der Kitaverband VKMK wird wieder aktiv an den Gesprächen teilnehmen. 

Die hohe Belastung des pädagogischen Fachpersonals führte im vergangenen Jahr wiederholt zu Streiks der Beschäftigten an den kommunalen Kitas Berlins - und auch diese Woche auf der Didacta wurde in Vorträgen und Gesprächen die anhaltende Relevanz des Themas nochmal deutlich. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, den Runden Tisch Kita ins Leben gerufen, um gemeinsam Maßnahmen zur Entlastung des pädagogischen Personals in den Berliner Kitas zu erörtern. Im Rahmen dieser Runde stellt die Verbesserung des Personalschlüssels im U3-Bereich eine breit diskutierte Entlastungsmöglichkeit dar. Auch der Kitaverband VKMK wird wieder aktiv an den Gesprächen teilnehmen. 

In Vorbereitung auf diese Sitzung hat der VKMK eine Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt, um eine Einschätzung aus der Praxis zur vorgeschlagenen Verbesserungen des Personalschlüssels im U3-Bereich einzufangen sowie die aktuellen Belastungsfaktoren im Kita-Bereich zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen, dass die vorgeschlagene Entlastungsmaßnahme mit 70% große Zustimmung findet. Gleichzeitig wurde mehrfach betont, dass diese Maßnahme nicht auf den U3-Bereich beschränkt bleiben darf. Denn nicht nur der U3-Bereich ist von einer hohen Belastung betroffen, auch die Fachkräfte im Ü3-Bereich stehen stark unter Druck. Die wachsenden Anforderungen können mit dem bestehenden Personalschlüssel nicht mehr ausreichend abgedeckt werden. Zudem belastet die Erhöhung der Krankmeldungen – sowohl in der Häufigkeit als auch in der Dauer – die Kita-Teams erheblich. Der daraus resultierende Personalausfall kann auch durch eine Verbesserung des U3-Schlüssels nicht ausgeglichen werden. „Diese Maßnahme ist zweifellos erstrebenswert, wird aber kurzfristig aufgrund der enormen Krankenstände keine spürbare Entlastung für die Kita-Teams bringen“, fasst Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, zusammen.

Angesichts dieser hohen Belastungen benötigen unsere Kita-Teams dringend schnell umsetzbare Maßnahmen, die eine sofortige Entlastung bringen. Andernfalls dürften auch die Gewerkschaften zu neuen Streikmaßnahmen ihre Mitglieder aufrufen. Der Kitaverband VKMK setzt sich daher dafür ein, im ersten Schritt eine Erhöhung der Schließtage für eine kurzfristige, aber nachhaltige Entlastung umzusetzen. „Wird die Anzahl der Schließtage erhöht, entlasten wir damit unsere Kita-Teams unmittelbar und stärken gleichzeitig die Qualität der frühkindlichen Bildung, da unseren Fachkräften mehr Zeit für wichtige Schulungen, Fort- und Weiterbildungen und interne fachliche Austauschrunden zur Verfügung steht." erläutert Békési, und fügt hinzu: “Die Verbesserung des Personalschlüssels ist erstrebenswert, jedoch sollte diese erst im zweiten Schritt erfolgen und nicht auf den U3-Bereich begrenzt sein.“ Stattdessen braucht es eine generelle Erhöhung der Personalausstattung, welche die realen Fehlzeiten durch Krankheit, Urlaub und Fortbildungen einbezieht und abdeckt. Auf diese Weise werden nicht nur Fachkräfte im U3-Bereich, sondern alle pädagogischen Fachkräfte in den Kitas entlastet.

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Runder Tisch Kita: VKMK fordert pragmatische Entlastungsmaßnahmen für Kitas in Berlin

Am heutigen Tag, den 08. November, findet auf Einladung von Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, der Runde Tisch Kita statt. Dies ist eine Antwort der Senatsverwaltung auf die Forderungen Verdis nach Entlastung des pädagogischen Personals in den Kita-Eigenbetrieben in Berlin.

Am heutigen Tag, den 08. November, findet auf Einladung von Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, der Runde Tisch Kita statt. Dies ist eine Antwort der Senatsverwaltung auf die Forderungen Verdis nach Entlastung des pädagogischen Personals in den Kita-Eigenbetrieben in Berlin. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Bezirke, Gremien, Verbände und Bündnisse, der Gewerkschaften, der Elternschaft sowie der Kita-Eigenbetriebe will die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bei dem Runden Tisch Belastungsfaktoren und Entlastungsmöglichkeiten im Kita-Alltag identifizieren und erörtern. 

Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, erläutert: „Angesichts der angespannten Haushaltslage in Berlin schlagen wir effiziente, pragmatische und schnell wirksame Entlastungsmaßnahmen vor, die das Land Berlin kaum bis gar nichts kosten oder als wertvolle Investitionen wirken. Die Erhöhung der Schließtage verursacht keine zusätzlichen Ausgaben für das Land, steigert aber die Qualität der frühkindlichen Bildung erheblich. Diese zusätzlichen Schließtage schaffen für Kita-Träger dringend benötigte Kapazitäten, um den stetig wachsenden Anforderungen in der Elternarbeit und den zunehmenden Herausforderungen in der täglichen Beziehungsarbeit mit den Kindern gerecht zu werden. Sie bieten den Teams Zeit und Raum für Austausch, gezielte Fort- und Weiterbildungen sowie Teamstärkung. Gleichzeitig profitieren die pädagogischen Fachkräfte von wichtigen Entlastungsmomenten, in denen sie in Ruhe an der Weiterentwicklung der internen und externen Qualitätsstandards arbeiten können. Wer schnelle und wirksame Entlastung erzielen will, sollte diese Maßnahme als ersten Schritt in Betracht ziehen.“

Neben dem Vorschlag zur Erhöhung der Schließtage wird der VKMK weitere Entlastungsmaßnahmen in die Diskussion einbringen.

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Kita-Qualität im Fokus: VKMK begrüßt Fortführung des Kita-Qualitätsgesetzes und Maßnahmen zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung

Wie bereits aus dem Haushaltsplan des Bundes für 2025 bekannt wurde, werden auch für die Jahre 2025/2026 jeweils zwei Milliarden Euro für die Weiterentwicklung der Qualität in den Kitas vom Bund bereitgestellt. Seit gestern liegt dem Kitaverband VKMK hierzu der Referentenentwurf zum „3. Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung“ vor.

Wie bereits aus dem Haushaltsplan des Bundes für 2025 bekannt wurde, werden auch für die Jahre 2025/2026 jeweils zwei Milliarden Euro für die Weiterentwicklung der Qualität in den Kitas vom Bund bereitgestellt. Seit gestern liegt dem Kitaverband VKMK hierzu der Referentenentwurf zum „3. Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung“ vor. Aus diesem Entwurf geht klar hervor, dass der Fokus auf der Gewinnung und Sicherung von Fachkräften, der Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation sowie der kontinuierlichen Qualitätssteigerung in der frühkindlichen Bildung liegt. Aufgrund dieser Priorisierung der Qualität werden Maßnahmen zur Entlastung der Eltern bei den Kostenbeiträgen nach einer Übergangszeit von einem halben Jahr nicht weiter verfolgt. Der VKMK begrüßt ausdrücklich diese Schwerpunktsetzung, die das Ziel verfolgt, das Qualitätsniveau in den Kitas bundesweit anzugleichen und allen Kindern gleiche Start- und Bildungschancen sowie gleichwertige Lebensverhältnisse zu ermöglichen. 

Für Berlin bedeutet die fortsetzende Finanzierung des Kita-Qualitätsgesetzes durch den Bund, dass wichtige Maßnahmen zur Verbesserung des Angebots für Kinder mit komplexen Unterstützungsbedarfen, zur Förderung der sprachlichen Bildung und zur praxisunterstützenden Fachberatung zur Sicherung von Fachkräften weitergeführt werden können. Diese Handlungsfelder waren bereits im Zeitraum 2023/2024 zentrale Bestandteile des Kitaqualitätsgesetzes zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung im Land Berlin. Die bis vor kurzem bestehende Unklarheit über die Finanzierung und Fortführung des Kita-Qualitätsgesetzes brachte viele Kita-Träger in eine gewisse Unsicherheit. Die Frage, ob diese wichtigen Programme und Maßnahmen in den kommenden Jahren weiterhin finanziell unterstützt werden, führte zu großen Ungewissheiten. Mit der nun zugesicherten Finanzierung und Fortführung des Gesetzes herrscht diesbezüglich endlich Klarheit und Erleichterung.

Der VKMK sieht in dieser Entwicklung ein großes Potenzial zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse und zur Sicherstellung, dass jedes Kind durch qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung die bestmöglichen Startchancen und individuelle Förderung erhält. Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, unterstreicht: „Um gleichwertige Lebensverhältnisse zu gewährleisten, ist es essenziell, das Kita-Qualitätsgesetz fortzuführen und die Mittel auf die kontinuierliche Verbesserung der Bildungsqualität zu konzentrieren, anstatt sie für Beitragsfreiheit zu verwenden. Wir unterstützen diesen Ansatz nachdrücklich und stehen bereit, gemeinsam an dessen Weiterentwicklung zu arbeiten.“

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Kita-Streiks in Berlin: Verdi-Forderungen könnten System zerspalten

Die von der Gewerkschaft Verdi initiierten Streiks an den Kita-Eigenbetrieben in Berlin gehen nun in die dritte Woche. Verdi möchte mit diesen Streiks einen gesonderten Tarifvertrag für die kommunalen Kitas erreichen, parallel zu dem bereits bestehenden Tarifvertrag TV-L. Dieser eigenständige Tarifvertrag soll unter anderem einen verbesserten Personalschlüssel durch kleinere Gruppengrößen und einen Ausgleich für die hohe Belastung des pädagogischen Fachpersonals in den kommunalen Kitas Berlins beinhalten.

Die von der Gewerkschaft Verdi initiierten Streiks an den Kita-Eigenbetrieben in Berlin gehen nun in die dritte Woche. Verdi möchte mit diesen Streiks einen gesonderten Tarifvertrag für die kommunalen Kitas erreichen, parallel zu dem bereits bestehenden Tarifvertrag TV-L. Dieser eigenständige Tarifvertrag soll unter anderem einen verbesserten Personalschlüssel durch kleinere Gruppengrößen und einen Ausgleich für die hohe Belastung des pädagogischen Fachpersonals in den kommunalen Kitas Berlins beinhalten.

Während diese Forderungen auf den ersten Blick begründet und lobenswert erscheinen, wird auf den zweiten Blick die sehr einseitige und oberflächliche Vorgehensweise von Verdi deutlich. Ein separater Tarifvertrag würde zu einer Spaltung innerhalb des Berliner Kita-Systems und zur Benachteiligung andere Kitaträger führen. Lars Békési, Geschäftsführer des Kitaverbands VKMK, erklärt: “Der Personalmangel und die hohe Belastung betreffen nicht nur die kommunalen Kitas in Berlin, sondern eine Vielzahl von Kindertagesstätten, die jedoch bei den Forderungen Verdis vergessen werden.” Zudem lässt Verdi die rechtlichen Grundlagen, welche die Personalausstattung in Kitas regeln, außer Acht: Berlin ist Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und kann somit keine eigenständigen Tarifverträge für kommunale Kitabetriebe abschließen. Darüber hinaus ist der Personalschlüssel nicht Bestandteil des Tarifvertrags, sondern separat geregelt in §11 des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG). “Verdi ignoriert somit die rechtlichen und systemischen Rahmenbedingungen des Kita-Systems in Berlin. Gruppengröße und Personalausstattung können nicht, wie Verdi fordert, im Tarifvertrag geregelt werden, da dies nicht mit dem bestehenden Recht vereinbar ist und unser einheitliches System auseinanderdividieren würde.”, so Békési. Weiterhin warnt er: “Die sehr einseitigen Forderungen, die auf eine Spaltung zwischen den Kita-Eigenbetriebe und den Kitas freier Träger abzielen, werden zu Lasten des sozialen Friedens und der Stabilität und Qualität der Bildung und Betreuung unserer Jüngsten gehen.”

Der VKMK beobachtet den Streik nun seit knapp drei Wochen mit zunehmendem Unverständnis und appelliert an Verdi, realistische und rechtlich fundierte Lösungen zu erarbeiten, die das gesamte Kita-System verbessern und nicht den Großteil der Kita-Betriebe und damit auch den Großteil der Kinder und des Fachpersonals übersieht.

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Personalmangel an Kitas: VKMK fordert langfristige Lösungen statt Zeitarbeit

Am Mittwoch, den 10.04.2024, wurde in der Abendschau des rbbs ein Beitrag über Zeitarbeit in Berliner Kitas* ausgestrahlt, für welchen der rbb zu Recherchezwecken auf den VKMK zugekommen ist. Anlässlich dieses Beitrags bezieht der VKMK ebenfalls Stellung zu dieser Thematik, mit besonderem Bezug auf den betriebswirtschaftlichen Aspekt, welcher in dem Beitrag unerwähnt blieb. 

Am Mittwoch, den 10.04.2024, wurde in der Abendschau des rbbs ein Beitrag über Zeitarbeit in Berliner Kitas* ausgestrahlt, für welchen der rbb zu Recherchezwecken auf den VKMK zugekommen ist. Anlässlich dieses Beitrags bezieht der VKMK ebenfalls Stellung zu dieser Thematik, mit besonderem Bezug auf den betriebswirtschaftlichen Aspekt, welcher in dem Beitrag unerwähnt blieb. 

Bereits seit längerer Zeit verfolgt der VKMK die Entwicklung im Bereich der Personalausstattung in Kindertageseinrichtungen. Personalmangel, verkürzte Arbeitszeiten und krankheitsbedingte Ausfälle führen an vielen Kitas in Deutschland vermehrt zu personellen Engpässen. 

Hinzu kommt die verstärkte Neigung pädagogischer Fachkräfte, sich an Arbeitnehmerüberlassungsunternehmen zu wenden. Dieser Trend erklärt sich durch die vermeintlich höhere Flexibilität bei gleichzeitig geringerer Verantwortung, die das Zeitarbeitsmodell bietet – Aspekte, die viele Kitaträger aufgrund der komplexen Ansprüche und strukturellen Vorgaben frühkindlicher Bildung nicht in gleichem Maße bieten können.

Diese Entwicklungen in Bezug auf das pädagogische Personal führen dazu, dass Kitaträger aufgrund unvorhergesehener Ereignisse, wie Kündigungen, Schwangerschaft oder Krankheitsfälle oftmals unter der vom Senat festgelegten 100% Personalausstattung liegen, womit sie Gefahr laufen finanzielle Sanktionen auferlegt zu bekommen. Folglich sehen sich Kitaträger bei personellen Engpässen gezwungen, auf Arbeitnehmerüberlassung zurückzugreifen, um sowohl finanzielle Sanktionen als auch personelle Schwierigkeiten zu vermeiden. Allerdings belaufen sich die Kosten für einen Zeitarbeiter auf 48 Euro pro Stunde. Ein hoher Betrag, der nicht refinanziert wird. Auf Dauer gesehen, ist es Kitaträgern somit unmöglich Zeitarbeiter einzustellen ohne dabei in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Die Regelung der Finanzierung einer Personalausstattung von 100% stellt somit eine Zwickmühle für Kitaträger dar, die in beide Richtungen Kitas in wirtschaftliche Miseren stürzen kann. Eine Erhöhung der Finanzierung der Personalausstattung von 115% ist daher unumgänglich, um die Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung langfristig zu sichern.

Darüber hinaus stehen die Anforderungen an die Qualität der frühkindlichen Bildung im Widerspruch zum Prinzip der Zeitarbeit. Kontinuität und Verlässlichkeit spielen eine zentrale Rolle in diesem sensiblen Bereich. Kinder benötigen feste Bezugspersonen, auf die sie sich verlassen können und die sie langfristig in ihrer Entwicklung unterstützen und begleiten. Die kurzfristigen Einsätze von Zeitarbeitskräften können diesen Anforderungen nicht gerecht werden.

Der VKMK betont daher, dass der Einsatz von Zeitarbeitskräften lediglich eine kurzfristige Lösung für personelle Engpässe darstellt, jedoch keine nachhaltige Lösung für die zugrundeliegende Herausforderung der Fachkräftebindung und -gewinnung. Eine langfristige Lösung erfordert dringend eine Finanzierung einer Personalausstattung von 115%, wie es bereits in Schulen üblich ist. Dadurch könnten Kitaträger flexibel und zeitnah auf kurzfristige Personalausfälle reagieren und gleichzeitig ihre Abhängigkeit von Zeitarbeit verringern. Dies führt nicht nur zur Entlastung im Personalmanagement und den finanziellen Ressourcen, sondern sichert auch die Qualität der frühkindlichen Bildung nachhaltig.

*https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20240410_1930/zeitarbeit-auch-in-kitas.html

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Wichtige Etappe auf dem Weg zur Qualitätssteigerung der frühkindlichen Bildung.

Pressemitteilung “Wichtige Etappe auf dem Weg zur Qualitätssteigerung der frühkindlichen Bildung. vom 23.08.23

Der Verband Kleiner und Mittelgroßer Kitaträger (VKMK) begrüßt Senatorin Günther-Wünschs Engagement für die Kitasozialarbeit und sieht eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Qualitätssteigerung der frühkindlichen Bildung.

Der Verband Kleiner und Mittelgroßer Kitaträger (VKMK) begrüßt Senatorin Günther-Wünschs Engagement für die Kitasozialarbeit und sieht eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Qualitätssteigerung der frühkindlichen Bildung.

23.08.2023 Der VKMK möchte seine Unterstützung für das Engagement von Jugendsenatorin Günther-Wünsch hinsichtlich der Kitasozialarbeit ausdrücken, dessen Wichtigkeit sie kürzlich auf der Landespressekonferenz vom 22. August 2023 deutlich unterstrichen hat. Jugendsenatorin Günther-Wünsch betonte die Bedeutung der Kitasozialarbeit als unverzichtbaren Bestandteil der frühkindlichen Bildung und Präventionsmaßnahme. Der VKMK begrüßt das Anerkennen dieser Thematik nachdrücklich.

Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, äußerte sich dazu wie folgt:

"Wir sehen die Kitasozialarbeit als wichtige Etappe, um die Qualität der frühkindlichen Bildung in Berlin nachhaltig aufrechtzuerhalten und kontinuierlich zu verbessern. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass dieser Weg viele Etappen hat, die noch diverse Anstiege und Anstrengungen mit sich bringen werden. Diese Herausforderungen müssen wir im Blick behalten und nicht vor ihnen zurückscheuen. Nur so können wir die bestmögliche Betreuung und Bildung für unsere jungen Generationen sicherstellen. Das Anerkennen, Thematisieren und Anvisieren der ersten Etappen ist ein wichtiger Schritt von Senatorin Günther-Wünsch, den wir sehr begrüßen."

Wir nutzen diese Gelegenheit nicht nur, um den Ausbau der Kitasozialarbeit zu betonen, sondern auch, um auf die weiteren entscheidenden Schritte hinzuweisen. Wie Lars Békési hervorhebt: "Die Verstetigung der Kitasozialarbeit im Berliner Doppelhaushalt 2024/25 sowie die Entlastung der pädagogischen Fachkräfte sind von zentraler Bedeutung. Zusätzlich bedarf es einer verstärkten finanziellen Förderung der Digitalisierung im Bereich der frühkindlichen Bildung im kommenden Doppelhaushalt."

In diesem Zusammenhang setzen wir uns für eine erweiterte Genehmigungsfiktion ein, um den Ausbau von noch benötigten Kita-Plätzen beschleunigt voranzutreiben. Diese Maßnahme zielt darauf ab, bürokratische Hürden abzubauen und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen Kita-Trägern und Verwaltung zu vereinfachen. Ebenso signifikant ist die angemessene Berücksichtigung der Mietkostensteigerungen der vergangenen Jahre bei der Kalkulation der Sachkostenpauschale für die Kita-Träger.

Unser übergreifendes Ziel ist es, optimale Rahmenbedingungen für frühkindliche Bildung zu schaffen. Wir stehen vor einer anspruchsvollen Aufgabe, um das Wohlergehen aller Kinder und Kita-Teams langfristig zu gewährleisten. Daher ist es unerlässlich, sämtliche Phasen im Blick zu behalten und selbstverständlich das übergeordnete Ziel stets im Auge zu behalten: die Sicherung der Qualität in der frühkindlichen Bildung.

Der VKMK steht bereit, aktiv zur Verbesserung der Situation beizutragen und eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen beteiligten Parteien fortzusetzen.

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Kita nach Zahlen VKMK Kita nach Zahlen VKMK

KITA nach Zahlen #16

Allerorts wird derzeit auf die Notwendigkeit von “mehr Kita-Plätze” verwiesen. Allein im Land Berlin sind 77% der Kita-Kinder in Gruppen mit nicht kindgerechten Personalschlüssel.

Aber neben diesem “mehr an Kita-Plätzen” haben Kinder das Recht auf gute Bildung und die Kitaträger mit ihren Beschäftigten das Recht auf gute Kita-Qualität durch passende Rahmenbedingungen.

Eine Voraussetzung dafür ist :

  • eine kindgerechte Personalausstattung nach wissenschaftlichen Empfehlungen

Eine sofortige Maßnahme dafür ist:

  • eine umfassende Entlastung der pädagogischen Fachkräfte von nichtpädagogischer Verwaltungsarbeit durch zusätzliche Verwaltungskräfte in allen Einrichtungen

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