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Neue Studie zeigt: Kita-Personal leidet unter besonders hohen Fehlzeiten – VKMK fordert Maßnahmen

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Krankenversicherung DAK offenbart neue Zahlen zu krankheitsbedingten Ausfällen im Kita-Personal. Demnach sind die Ausfallzeiten in dieser Berufsgruppe im Vergleich zu anderen Berufsgruppen deutlich höher. Besonders besorgniserregend sieht die Situation in Berlin aus: Hier liegt die durchschnittliche Zahl der krankheitsbedingten Fehltage bei 35,7 Tagen pro Jahr.

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Krankenversicherung DAK offenbart neue Zahlen zu krankheitsbedingten Ausfällen im Kita-Personal. Demnach sind die Ausfallzeiten in dieser Berufsgruppe im Vergleich zu anderen Berufsgruppen deutlich höher. Besonders besorgniserregend sieht die Situation in Berlin aus: Hier liegt die durchschnittliche Zahl der krankheitsbedingten Fehltage bei 35,7 Tagen pro Jahr. Das sind 15,3 Tage mehr als im Durchschnitt anderer Berufsgruppen und 6,1 Tage mehr als im bundesweiten Durchschnitt des Kita-Personals. Diese Zahlen verdeutlichen eine Entwicklung im Kita-Bereich, insbesondere in der Hauptstadt, welche auch der Kita-Verband VKMK seit geraumer Zeit intern bei seinen Mitgliedern beobachtet. 

Mitglieder des VKMK berichten insbesondere von einem drastischen Anstieg der Atmenwegsinfektionen im Vergleich zu den Vorjahren. Diese Beobachtung wird durch die Studie der Bertelsmann-Stiftung bestätigt, in welcher Atemwegsinfektionen als häufigste Ursache für krankheitsbedingte Ausfalltage identifiziert wurden. Die zweithäufigste Ursache sind laut Studie psychische Erkrankungen. In Berlin machen diese 20,5% aller krankheitsbedingten Fehltage im Kita-Personal aus. In einem Interview mit dem rbb Inforadio erklärt Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, dass dieser Trend unter anderem auf eine Vielzahl von zunehmenden Belastungen zurückzuführen ist, die in der Metropole Berlin besonders stark zusammenwirken, darunter sozioökonomisch schwache Herkunft, mangelnde Deutschkenntnisse und ein allgemeiner Anstieg an Verhaltensauffälligkeiten vieler Kinder.

Die neue Studie bestätigt die internen Beobachtungen des VKMK. Auch die Schlussfolgerung der Bertelsmann-Stiftung, dass die bereits ungünstigen Rahmenbedingungen im Kita-Bereich maßgeblich zu den erhöhten Fehlzeiten beitragen, teilt der Verband. „Wir befinden uns in einem klassischen Kreislauf“, so Békési. „Die hohe Arbeitsbelastung führt zu mehr Ausfällen, die wiederum die Belastung des verbleibenden Personals weiter erhöhen.“ Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, fordert der VKMK dringend Maßnahmen. „Eine Entlastung der Pädagoginnen und Pädagogen muss durch zusätzliches Personal, wie kaufmännische Verwaltungskräfte und unterstützendes Personal, erfolgen“, betont Békési, “Langfristig muss die Personalausstattung auf 120 % angehoben werden, um sicherzustellen, dass Kitas ausreichend personelle Kapazitäten haben, um Ausfälle zu kompensieren, ohne die Belastung der Fachkräfte weiter zu erhöhen.” Trotz der aktuellen Herausforderungen blickt Békési optimistisch in die Zukunft: „Wenn es uns gelingt, diese bereits bekannten Stellschrauben zu justieren, können wir unsere Pädagoginnen und Pädagogen deutlich entlasten und ihnen attraktivere Arbeitsbedingungen bieten. Dies würde nicht nur die derzeitige Situation entschärfen, sondern auch dazu beitragen, zukünftige Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu sichern.“

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10 Jahre VKMK – Fragen und Antworten an die Gründerin Frau Dr. Gabriela Pfändner-Morrice

Vor zehn Jahren gründete Frau Dr. Gabriela Pfändner-Morrice den Verband kleiner und mittelgroßer Kitaträger (VKMK), um eine starke Stimme für kleine und mittelgroße Träger der freien Jugendhilfe in Berlin zu schaffen. Im Interview spricht Frau Dr. Pfändner-Morrice über die Gründe für die Gründung, die Ziele und Visionen sowie die Entwicklungen und Erfolge des VKMK in den letzten zehn Jahren.

Vor zehn Jahren gründete Frau Dr. Gabriela Pfändner-Morrice den Verband kleiner und mittelgroßer Kitaträger (VKMK), um eine starke Stimme für kleine und mittelgroße Träger der freien Jugendhilfe in Berlin zu schaffen. In einem spannenden Interview gibt sie Einblicke in die Entstehungsgeschichte des VKMK, die Herausforderungen und Erfolge der letzten Dekade sowie ihre persönlichen Visionen für die Zukunft.

VKMK: Warum hast Du Dich vor 10 Jahren entschieden, den VKMK zu gründen?

Gabriela Pfändner-Morrice: Zunächst – wie kam es zu diesem Namen: Wir haben dem Verband diesen Namen gegeben nach dem Vorbild des Verbandes der KMU – der Vertretung kleiner und mittlerer Wirtschaftsunternehmen -, die bis zu 250 Mitarbeiter haben. Die Gründungshistorie des VKMK beginnt mit der Anregung der damaligen Ansprechpartnerin der GLS Bank, ein Netzwerk mit anderen kleinen und mittelgroßen Trägern der freien Jugendhilfe zu gründen zwecks Erfahrungsaustausch in Bezug auf Organisation, Verwaltung und Themen, die sich aus der RV-Tag und den Anforderungen des Senats ergaben. Dieses Netzwerk mit dem Namen NIKI gründete ich zusammen mit einigen anderen GLS Kunden dieses Bereichs bereits im Jahre 2011. Mit der Sozietät „Die Kitarechtler“, ebenfalls aus diesem Netzwerk, entstand dann die Idee zur Gründung eines Verbandes zur Vertretung der kleinen und mittleren Kitaträger. In meiner täglichen Arbeit war ich immer wieder darauf gestoßen, dass in Berlin eine Vertretung der kleinen und mittleren Träger der freien Jugendhilfe in Politik und der Verwaltung fehlte mit den entsprechenden Auswirkungen. Diese Betriebsgrößen im Kitabereich hatten bislang weder durch den DaKs noch durch die großen Träger wie Fröbel oder den Paritätischen Wohlfahrtsverband eine Stimme im politischen Geschehen. Wir waren von der Größe zu klein für die Paritätischen und zu groß für den DaKs. Die Belange und Besonderheiten dieser Träger fanden insofern keinerlei Berücksichtigung in allen Verhandlungen zwischen den bisherigen Kitaverbänden und dem Senat. Ich hatte als kleiner Kitaträger der freien Jugendhilfe begonnen, aber ich hatte die Vision zu wachsen und mittelgroß zu werden und damit im Bezirk den Eltern und Kindern mehr als nur die ersten 30 Plätze anbieten zu können. Es war mein Anliegen, in den Behörden und in der Politik den Blick zu schärfen für Bedingungen dieser Träger und damit auch den Ausbau der Kitaplätze zu stützen. Die kleinen und mittleren, oftmals aus zunächst aus eigenem Bedarf gegründeten, inhaberinitiierten Unternehmungen, die sich damals in einer bis dahin seltener genutzten Rechtsform der gemeinnützigen GmbH gründeten, brauchten eine Stimme. Denn die bislang häufig genutzte Rechtsform des Vereins war auf Dauer nicht geeignet, um die für einen Ausbau der dringend benötigten Kitaplatz-Kapazitäten notwendige Kontinuität und Stabilität zu gewährleisten.23.04.2024

VKMK: Welche Visionen und Ziele hattest Du bei der Gründung des VKMK im Sinn?

Gabriela Pfändner-Morrice: Am 31.10.2013 fand die Ursprungsversammlung zur Gründung des Verbandes statt mit dem Ziel, den kleinen und mittleren Trägergruppen mit ihren größenspezifischen Themen und Konstellationen Gehör zu verschaffen bei der Aushandlung der Verordnungen der RV-Tag zwischen dem Senat, dem DaKs und den großen Wohlfahrtsverbänden. Insbesondere ging es darum, diesen Kleinen und Mittelgroßen Trägern einen Platz an dem sogenannten „Runden Tisch“ zu verschaffen.

VKMK: Welche Veränderungen oder Verbesserungen hast Du durch die Gründung angestrebt?

Gabriela Pfändner-Morrice: In den RV-Tag Verhandlungen waren die spezifischen Erfordernisse einer gemeinnützigen GmbH bis dahin nicht vertreten worden. Die besonderen Notwendigkeiten der kleinen und mittleren Träger der freien Jugendhilfe sind auch finanzieller Natur. Es ging und geht um die Verbesserung der Finanzierung insbesondere der Personal- und Sachkostenpauschale. Die Mieten für Räumlichkeiten am freien Markt steigen unaufhörlich, ebenso steigen die Gehaltserwartungen der Mitarbeiter auf Grund der Knappheit an Fachkräften am Markt. Im Wettbewerb mit den Eigenbetrieben, die oftmals in städtischen Immobilien tätig sind, müssen die Freien Träger in unserer Größenordnung den sich verändernden Verhältnissen stellen und den Betreuungsauftrag in einem immer schwieriger werdenden finanziellen und personellen Umfeld erfüllen.

VKMK: Wie bewertest Du heute, nach 10 Jahren, Dein persönliches und kollektives Wirken?

Gabriela Pfändner-Morrice: Mit dieser Initialzündung von damals sind inzwischen feste Netzwerke entstanden zwischen den Trägern, die die Kitalandschaft in Berlin extrem bereichern: Mit Konzepten einer Klangschalenpädagogik, bilinguale Kitas in verschiedenen Sprachen, Bewegung, vegan…… Der Austausch läuft exzellent und gerade in der Corona-Krise hat sich ein großer Zusammenhalt gezeigt. Die gegenseitige Unterstützung wirkt bis heute nach.

VKMK: Inwiefern haben sich die ursprünglichen Ziele des VKMK aus Deiner Sicht in dieser Zeit verwirklicht?

Gabriela Pfändner-Morrice: Wir werden in Zukunft mit am Runden Tisch vertreten sein und damit haben sich meine Ziele hundertprozentig verwirklicht.

VKMK: Wie empfindest Du die Entwicklung des VKMK seit seiner Gründung bis heute?

Gabriela Pfändner-Morrice: Der Verband hat eine ausgezeichnete Entwicklung innerhalb der bestehenden Konstellation zwischen alteingesessenem Paritätischen Wohlfahrtsverband und DaKS genommen. Das Mitgliederwachstum und die Verfestigung der Kontakte zum Senat haben die Erwartungen übertroffen. Durch die sehr kompetente Geschäftsführung ist es gelungen, eine Wissensbasis aufzubauen, die exakt auf gemeinnützige GmbHs zugeschnitten ist.

VKMK: Welche Rolle hat der VKMK in Deinem persönlichen und beruflichen Leben gespielt?

Gabriela Pfändner-Morrice: Anfangs mit viel Enthusiasmus gestartet, hat es doch viel Zeiteinsatz und mentale Kraft erfordert, diese Grundstruktur aufzubauen. Ich kann bis heute aus dem angesammelten Wissensschatz für meinen täglichen Informationsbedarf schöpfen.

VKMK: Was bedeutet für Dich die Zusammenarbeit und das Engagement im VKMK?

Gabriela Pfändner-Morrice: Zu einigen Trägern sind persönliche und freundschaftliche Bande entstanden mit viel Austausch und gegenseitiger Unterstützung. Das ist mir sehr viel wert.

VKMK: Welche Hoffnungen und Erwartungen hast Du für die Zukunft des VKMK?

Gabriela Pfändner-Morrice: Durch den Platz am Runden Tisch werden wir den Beitrag, den die kleinen und mittelgroßen Träger zur Kitalandschaft in Berlin leisten, noch weiter stärken und auf eine noch solidere Grundlage stellen. Damit in Zukunft die angebotenen Kitaplätze in Berlin erhalten und in aller Vielfalt auch noch ausgebaut werden können.

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Ein politischer Neujahrsvorsatz für die Gesundheit unserer Kinder? - Die Kraft der richtigen Ernährung

Es ist ein wiederkehrendes Dilemma: Wir erkennen und diskutieren fortwährend Problemfelder und Herausforderungen, jedoch fehlt es oft an der sinnvollen Umsetzung von Lösungen. Mit dem Beginn eines neuen Jahres erwächst in vielen von uns der Wunsch nach Veränderung und Verbesserung. Wir hoffen auf einen politischen Neujahrsvorsatz für die Gesundheit und die Bildung unserer Kinder.

Mit dem Beginn eines neuen Jahres erwächst in vielen von uns der Wunsch nach Veränderung und Verbesserung. Einer der häufigsten Vorsätze betrifft unsere Gesundheit, und insbesondere die Ernährung steht oft im Mittelpunkt dieser Bestrebung. Wir sind uns alle der essenziellen Rolle bewusst, die eine ausgewogene Ernährung für unser Wohlbefinden spielt. Doch nicht nur die eigene Ernährung ist von höchster Wichtigkeit, sondern auch diese der Kinder. Den eigenen Vorsatz hier zu legen, ist oftmals nicht ausreichend, da die „gesunde Ernährung“ der Kinder kollektiv umgesetzt wird, in einem Zusammenspiel aus Familie und Einrichtungen.




Eine offene Kommunikation zwischen Eltern und den Kinderbetreuungseinrichtungen ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die Kinder vollumfänglich mit den richtigen Nährstoffen und Vitaminen versorgt werden – denn gute Ernährung beginnt nicht erst an der Kita-Tür, sondern schon am Frühstückstisch zu Hause. Ebenso wichtig sind die politischen Weichen, die ein problembefreites Umsetzen dieser Ernährung zulassen müssen.


Die Auswirkungen mangelhafter Ernährung auf Kinder

Eine unzureichende Versorgung mit den richtigen Nährstoffen kann sich bei Kindern auf verschiedene Weisen bemerkbar machen. Häufig führt eine unausgewogene Ernährung zu einem Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, die für das Wachstum und die Entwicklung unerlässlich sind. Dies kann sich in einem geschwächten Immunsystem äußern, was dazu führt, dass Kinder anfälliger für Infektionen und Krankheiten werden. Neben den direkten Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit kann eine unzureichende Ernährung ebenso die kognitive Entwicklung beeinträchtigen. Kinder, die nicht ausreichend mit wichtigen Nährstoffen versorgt sind, könnten Schwierigkeiten entwickeln, sich zu konzentrieren, und daraufhin mit einer verminderten Lernfähigkeit und Gedächtniskapazität konfrontiert sein. Ebenso kann sich eine unausgewogene Ernährung auf das Energielevel der Kinder auswirken, was zu Müdigkeit, Erschöpfung und einer allgemeinen Abnahme der Leistungsfähigkeit führen kann. Sogar das Verhalten und die Stimmung können von der Ernährung beeinflusst werden. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Unausgeglichenheit können auftreten, wenn die Zufuhr der Nährwerte nicht ausreichend gedeckt ist.

Chancengleichheit bedeutet, dass jedes Kind unabhängig von seiner Herkunft oder finanziellen Situation die gleiche Bildungschance erhalten sollte. Dies beinhaltet auch, dass alle Kinder mit vollem Magen und bestmöglicher Versorgung in die Bildungseinrichtungen kommen und in dieser verweilen können. Eine ausgewogene Ernährung ist daher ein grundlegender Bestandteil der Chancengleichheit. Nur wenn die Grundbedürfnisse jedes Kindes erfüllt sind, kann eine faire Bildungsgleichheit gewährleistet werden.

Die Herausforderungen der täglichen Umsetzung einer ausgewogenen Ernährung in den freien Kitaträgern Berlins

Berlin hat mit der Verankerung des Berliner Bildungsprogramms im Kindertagesförderungsgesetz (KitaFÖG) seit 2005 eine klare Haltung zur Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung eingenommen.

Die Einbindung der Förderung gesunder Essgewohnheiten als verbindlicher Bestandteil des pädagogischen Programms betont das deutlich vorhandene Bewusstsein der politischen Bildungslandschaft Berlins. Die verstärkte Hervorhebung des Bereichs „Gesundheit“ im aktualisierten Berliner Bildungsprogramm von 2014 spiegelt dieses Engagement ebenfalls wider und unterstreicht nicht nur den direkten Zusammenhang zwischen Bildung und dem Wohlbefinden durch eine gesunde Ernährung, sondern sieht auch die Bedeutung gemeinsamer Mahlzeiten. Das Programm sieht vor, dass das Lernen in der Kita nicht nur durch formale Aktivitäten, sondern auch durch die Gestaltung des Kita-Alltags gefördert wird, wozu auch die Einahme fester Mahlzeiten gehören. Sie stellen einen integralen Bestandteil des Kita-Alltags dar und bieten eine wiederkehrende Struktur. Die pädagogische Gestaltung und Begleitung hierbei wird als wichtiger Beitrag zur Ernährungsbildung anerkannt und betont. Doch, die bloße Anerkennung dieses Aspekts allein reicht nicht aus, wenn die finanziellen Strukturen nicht entsprechend angeknüpft und geschaffen werden, um eine vollumfängliche Umsetzung zu gewährleisten. Denn, obwohl die essenzielle Wichtigkeit der Ernährung unserer Kleinsten sichtbar deutlich unterstrichen ist, gestaltet sich die tägliche Umsetzung einer ausgewogenen Ernährung in Kindertagesstätten in Berlin dennoch als eine enorm herausfordernde Aufgabe. Die zugewiesenen Mittel ca. 3,50 Euro pro Kind und Tag erweisen sich als nicht ausreichend für das Sicherstellen einer qualitativ hochwertige Verpflegung, inkludiert die Verwendung dieses Betrages doch schlussendlich nicht nur das Decken der Lebensmittelkosten, sondern auch jene der grundlegenden Betriebsausgaben wie Personalkosten, Materialien und Infrastruktur. Diese finanzielle Begrenzung erschwert es den Kitas erheblich, ihre Bestrebungen nach gesunder Ernährung aufrechtzuerhalten.

Die freien Kitaträger in Berlin stehen vor einem wahren Balanceakt, wenn sie täglich versuchen, ausreichende und gesunde Mahlzeiten anzubieten, während sie gleichzeitig mit begrenzten finanziellen Ressourcen jonglieren müssen. Dies führt zu Kompromissen, die sich auf die Qualität und Quantität der angebotenen Speisen auswirken können und somit die Herausforderungen bei der Umsetzung einer nahrhaften Verpflegung für die Kinder verstärken.

Leere Töpfe lassen keinen Raum für Kompromisse

Diese Situation bildet nur eine weitere Facette des unterfinanzierten frühkindlichen Bildungssystems, das sich an einer Vielzahl von Herausforderungen reiht. Die begrenzten finanziellen Ressourcen lassen keine Spielräume für Ausweichmethoden auf andere Ressourcen mehr zu. Insbesondere im Zuge der Inflation hat sich diese Krise nochmals verschärft. Die Gelder wurden bisweilen nur zögerlich angepasst und sogar die Inflationsausgleichprämie musste vorerst, von jenen, die ihren Mitarbeiter:innen diese stark benötigte Auszahlung gewährleisten wollten, aus den eigenen Geldern der freien Kitaträger gestemmt werden. Politische Lösungsansätze in diesem Bereich ließen zu lange auf sich warten und die Prozesse bis zur tatsächlichen finanziellen Umsetzung erstrecken sich bis heute.

Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts und ihre Auswirkungen

Im Oktober 2023 fällte das Bundesverwaltungsgericht eine bahnbrechende Entscheidung. Nach einer Klage der Private Kant-Schulen gGmbH, vertreten durch die Kanzlei DOMBERT Rechtsanwälte, hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass diese Obergrenze für monatliche Zuzahlungen der Eltern, die in Berlin für zusätzliche Leistungen freier Träger von Kindertagesstätten galt, nicht mit dem Grundsatz der gleichheitsgerechten Beteiligung der freien Jugendhilfeträger am staatlichen System der Kindertagesstättenfinanzierung vereinbar ist. Diese wegweisende Entwicklung eröffnet nun Kitaträgern die Möglichkeit, transparent aufzuzeigen, dass bestimmte Angebote über die zuvor festgelegte Obergrenze hinausgehen und eine erhöhte finanzielle Beteiligung der Eltern erfordern könnten. Eine Erleichterung für Kitaträger und Eltern, da es ihnen die Chance eröffnet, der Unterfinanzierung selbst die Stirn zu bieten und die gewünschte Qualität aufrechtzuerhalten, die sie sich für ihre Kinder wünschen. Dennoch darf dies nicht als finale Lösung betrachtet werden. Vielmehr sollten die politisch zur Verfügung gestellten Mittel an die realen Ausgaben angeglichen werden, um eine erfolgreiche Basis in der frühkindlichen Bildung zu gewährleisten. Zusatzzahlungen sollten nur für tatsächlich anspruchsvolle Zusatzleistungen genutzt werden können, nicht aber für das Aufrechterhalten der Bildungsqualität an und für sich. Diese Verantwortung muss politisch getragen werden, nicht aber an die Kitaträger und Eltern weitergereicht.

Ziele für eine hochwertige Verpflegung in Kitas

Es ist ein wiederkehrendes Dilemma: Wir erkennen und diskutieren fortwährend Problemfelder und Herausforderungen, jedoch fehlt es oft an der sinnvollen Umsetzung von Lösungen. Besonders große Probleme, insbesondere solche finanzieller Natur, können weder aufgeschoben noch durch Gespräche allein gelöst werden - sie erfordern unverzügliches Handeln. Das erneute Auftreten bereits bekannter Herausforderungen unterstreicht die dringende Notwendigkeit, Lösungen nicht nur zu erkennen, sondern sie auch effizient und effektiv umzusetzen, um den anhaltenden Schwierigkeiten im frühkindlichen Bildungssystem entgegenzuwirken. Eine vollumfängliche Ernährung unserer Kleinsten sollte keine Herausforderung darstellen, sondern sich als die Basis der Förderung verstehen.

Für das Jahr 2024 ist es daher von entscheidender Bedeutung, dass die Anliegen der freien Kitaträger deutlicher Gehör finden, als bisweilen. Die Diskrepanz zwischen den identifizierten Lösungsansätzen und ihrer tatsächlichen Umsetzung muss unsererseits adressiert werden können. Es bedarf einer verstärkten Plattform für die freien Kitaträger, um ihre Anliegen und Herausforderungen effektiver kommunizieren zu dürfen. Nur durch ein verstärktes politisches Engagement und eine verbesserte Einbeziehung dieser Träger in die Diskussionen und Umsetzungen von Lösungen können die bestehenden Hindernisse im Jahre 2024 wirksam angegangen werden. Wir sind weiterhin entschlossen, den aktiven Austausch, Ideengebungen und die kontinuierliche Lösungsfindung voranzutreiben. Trotz der bestehenden Hindernisse bleiben wir bereit, innovative Ansätze zu entwickeln, um sicherzustellen, dass die Ernährung unserer Kleinsten nicht länger eine Herausforderung, sondern eine selbstverständliche Grundlage in ihrer Entwicklung darstellt.

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VKMK drängt auf schnelle Umsetzung des TV-L Tarifabschlusses für Berliner Kitaträger vor Weihnachten

Der VKMK appelliert an den Berliner Senat, nicht nur die zweistufigen Anpassungen, sondern auch nunmehr die Hauptstadtzulage in die Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen für Kinder (RV-Tag) innerhalb der nächsten zwei Wochen zu integrieren und umzusetzen.

Berlin, 13.12.2023 – Der Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger (VKMK) appelliert an den Berliner Senat, den jüngsten Tarifabschluss zwischen der Tarifgemeinschaft der Länder (TV-L) und den Gewerkschaften zeitnah umzusetzen. Der Abschluss, datiert auf den 9. Dezember 2023, markiert einen bedeutenden Schritt für die hochengagierten Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst.

Die Rückkehr Berlins als vollwertiges Mitglied in die Tarifgemeinschaft TV-L und die Übernahme der Hauptstadtzulage von 150 Euro pro Monat als festen Bestandteil des neuen Tarifvertrages stellen wichtige Entwicklungen dar. Zusätzlich beinhaltet der Abschluss eine steuer- und sozialabgabenfreie Inflationsprämie, eine zusätzliche Stadtstaatenzulage sowie eine zweistufige Erhöhung der Entgelte.

Für den VKMK ist es von höchster Dringlichkeit, die verbindliche Finanzierung vor Beginn der Weihnachtsfeiertage zu regeln. Die freien Kitaträger, welche 89,1 % aller Kitaplätze in Berlin bereitstellen, stehen vor der Herausforderung, die erforderlichen finanziellen Mittel für die steuer- und sozialabgabenfreie Inflationsprämie in Höhe von 1.800 Euro pro Beschäftigter/m aufzubringen.

Die aktuelle Regelung des Tarifvertrags berücksichtigt jedoch lediglich pädagogische Fachkräfte und vernachlässigt die Beschäftigten aus Verwaltung und Hauswirtschaft vollumfänglich, ähnlich der vergangenen Corona-Prämie seitens des Berliner Senats. Dies steht im Widerspruch zur gebotenen Wertschätzung und Anerkennung der vielfältigen Arbeit der Kitateams. Weiterhin stellen die bürokratischen Verzögerungen im Umsetzungsprozess ein deutliches Hindernis dar. Obwohl eine unverzügliche Festlegung der Tarifergebnisse in der Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen für Kinder (RV-Tag) innerhalb von zwei Monaten gefordert wird, verursacht diese zeitliche Einschränkung für die freien Träger Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit ihren Mitarbeitenden in der Vorweihnachtszeit.

Der VKMK appelliert an den Berliner Senat, nicht nur die zweistufigen Anpassungen, sondern auch neben der Stadtstaaten-Zulage nunmehr die Hauptstadtzulage in die Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen für Kinder (RV-Tag) innerhalb der nächsten zwei Wochen zu integrieren und umzusetzen.

Die rechtzeitige Bereitstellung der Mittel für die Inflationsausgleichsprämie vor dem 1. Januar 2024 wäre zudem ein bedeutendes Zeichen der Wertschätzung für die Beschäftigten in der frühkindlichen Bildung.

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