Herausforderungen, Sorgen und Hoffnungen im Kita-Alltag - Lars Békési zieht Bilanz.
Das sich dem Ende neigende Kitajahr und die bevorstehenden Sommerfeste bieten uns einen idealen Anlass für einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen, sowohl auf der Ebene der frühkindlichen Bildungsinstitutionen, als auch auf der politischen. Wir vom VKMK haben mit Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, gesprochen, um seine Einschätzungen zu aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen in der frühkindlichen Bildung zu erfahren.
Das sich dem Ende neigende Kitajahr und die bevorstehenden Sommerfeste bieten uns einen idealen Anlass für einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen, sowohl auf der Ebene der frühkindlichen Bildungsinstitutionen, als auch auf der politischen. Wir vom VKMK haben mit Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, gesprochen, um seine Einschätzungen zu aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen in der frühkindlichen Bildung zu erfahren.
VKMK: Herr Békési, lassen Sie uns mit einem Rückblick auf das vergangene Kitajahr beginnen. Wie würden Sie das vergangene Kitajahr zusammenfassen und welche Herausforderungen haben sich für die Kita-Teams ergeben?
Lars Békési: Das vergangene Kitajahr war geprägt von der Bemühung der Kita-Teams, nach den umfangreichen Maßnahmen und Verwaltungsaufwendungen im Zuge der Corona-Pandemie zum ursprünglichen Alltag vor der Corona-Zeit zurückzufinden. Es war jedoch festzustellen, dass vielen Beschäftigten dies bisher noch nicht vollständig gelungen ist. Erschöpfungszustände, steigende Krankenstände und Langzeitfolgen von COVID-19 stellen weiterhin Herausforderungen dar und erhöhen den Druck auf das gesamte Personal.
VKMK: Haben Sie Beispiele dafür, wie Beschäftigte individuelle Wege gefunden haben, um mit der Anspannung und Erschöpfung umzugehen? Welche Auswirkungen können solche Veränderungen auf die Qualität der pädagogischen Arbeit haben?
Lars Békési: Einige Beschäftigte haben individuelle Wege gefunden, um mit der Anspannung und Erschöpfung umzugehen. Zum Beispiel sind einige in den Hortbereich gewechselt, wo bessere Rahmenbedingungen für die mittelbare pädagogische Arbeit herrschen. Andere haben vorübergehend neue Arbeitgeber über Zeitarbeitsfirmen gefunden, um vorübergehend weniger Verpflichtungen zu haben. Solche Veränderungen können die Arbeitsbelastung auf Einzelne reduzieren, jedoch könnten sie auch zu einer Fragmentierung des Teams und der pädagogischen Arbeit führen, was sich negativ auf die Qualität auswirken kann.
VKMK: Wie haben sich die politischen Diskussionen auf Landes- und Bundesebene auf die Kitas ausgewirkt und welche Themen waren besonders herausfordernd?
Lars Békési: Die politischen Diskussionen auf Landes- und Bundesebene waren oft von emotionalen und wenig produktiven Auseinandersetzungen geprägt. Dies führte absolut verständlich zu unnötigen Verunsicherungen. Besonders herausfordernd war und ist bspw. das Thema der Kindergrundsicherung und jüngst noch der unüberlegte Vorschlag beim Elterngeld., Eine konstruktive Diskussionskultur und eine Fokussierung auf die Bedürfnisse der Familien, Eltern und Kinder wären hier nicht nur wünschenswert gewesen, sondern auch dringend notwendig.
VKMK: Welche Bemühungen wurden unternommen, um die Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung zu verbessern, und wie könnten diese Bemühungen die Qualität der pädagogischen Arbeit beeinflussen? Welche aktuellen Initiativen werden ergriffen, um die Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung zu verbessern, und wie könnten sich diese Bemühungen auf die Qualität der pädagogischen Arbeit auswirken?
Lars Békési: Auf Bundesebene arbeitet eine engagierte Arbeitsgruppe aus Vertretern der Bundesländer sowie Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft intensiv daran, die Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung dauerhaft zu verbessern. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das kommende Kitaqualitätsentwicklungsgesetz, das langfristig einheitliche Qualitätsstandards für die pädagogischen Kompetenzen der Fachkräfte etablieren und gezielt den Spracherwerb bei den jüngsten Kindern stärken soll. Zudem wird auf Bundesebene und in den Ländern ein fortlaufender Prozess vorangetrieben, um eine kluge Strategie zur Fachkräftegewinnung und -bindung zu entwickeln. Ich persönlich begrüße diese Aktivitäten aus verschiedenen Gründen. Der Dialog und der Austausch von Ideen sind grundlegend, um gemeinsam umsetzbare Lösungen zu finden. Meine Unterstützung für diese Bemühungen basiert nicht nur darauf, dass der VKMK Teil dieses Prozesses und Austauschs ist, sondern auch auf der Erkenntnis, dass in Zeiten begrenzter Haushaltsmittel eine kluge Investitionspolitik eine erfolgreiche Bildungspolitik ermöglicht. Es ist wichtig, alle Akteure einzubeziehen. Durch diese umfangreichen Bemühungen können wir die Qualität in den Kitas erhöhen und eine erstklassige Bildung und Betreuung für alle Kinder gewährleisten.
VKMK: Wie könnten verschiedene Bundesländer zusammenarbeiten, um das gesamte System der frühkindlichen Bildung zukunftsfähig zu machen, und welche Hindernisse müssten überwunden werden?
Lars Békési: Die Zusammenarbeit der verschiedenen Bundesländer muss, wie bereits erwähnt, durch das kommende Kitaqualitätsentwicklungsgesetz verbindlich vereinbart werden. Nur auf diese Weise kann das gesamte System der frühkindlichen Bildung langfristig zukunftsfähig ausgestaltet bleiben. Daher ist es klug, den Austausch über bewährte Praktiken und die Entwicklung einheitlicher Standards bereits unter Beachtung eines engen Zeitplans voranzutreiben. Bis Ende 2023 soll ein erster Entwurf vorgestellt werden. Selbstverständlich müssen dabei auch Hindernisse wie unterschiedliche Finanzierungsmodelle und politische Interessen der Länder überwunden werden. Es erfordert den Willen zur Zusammenarbeit und einen langfristigen Fokus auf das gemeinsame Ziel, ein zukunftsfähiges System der frühkindlichen Bildung zu schaffen.
VKMK: Welche konkreten Lösungswege schlagen Sie vor, um pädagogische Fachkräfte effektiv zu entlasten?
Lars Békési: Werfen wir einen Blick auf das Beispiel des Landes Berlin. In einigen Bereichen hat das Land bereits mit den Bundesmitteln aus dem sogenannten "Gute-Kita-Gesetz" und nun durch das Kitaqualitätsgesetz gute Schritte unternommen, um die Fachkräfte zu entlasten und die Qualität zu steigern. Es ist jedoch wichtig, dass wir uns nicht auf diesen Erfolgen ausruhen und auf andere Bundesländer verweisen, die offenbar noch größere Herausforderungen bewältigen müssen. Stattdessen sollten wir nach vorne schauen und weitere Maßnahmen ergreifen, um die pädagogischen Fachkräfte effektiv zu entlasten. Besonders wichtig ist es, die pädagogischen Fachkräfte vollständig von nicht-pädagogischen Verwaltungsarbeiten zu entlasten. Neben dem Vorschlag, zusätzliche Verwaltungskräfte einzusetzen, um die Kita-Leitungen von nicht-pädagogischer Verwaltungsarbeit zu entlasten, damit sie sich zu 100% auf die pädagogische Arbeit und die Weiterentwicklung ihrer multiprofessionellen Kitateams konzentrieren können, könnten auch temporäre Maßnahmen ergriffen werden. Zum Beispiel könnten Freiwillige im sozialen Jahr (FSJ), Alltags- und Pflegehelfer eingesetzt werden, um die Stundenreduktion durch berufsbegleitende Auszubildende im Rahmen der kommenden 5-5-5-Anrechnung prozentual auszugleichen. Dadurch könnten wertvolle Stunden für die pädagogische Arbeit gewonnen werden.
VKMK: Die voranschreitende Digitalisierung wird auch immer wieder im Zuge von Entlastungsmaßnahmen erwähnt. Wo sehen Sie hier die größten Vorteile?
Lars Békési: Der Einsatz digitaler Tools und Technologien ermöglicht eine effizientere Gestaltung administrativer Aufgaben, wodurch pädagogische Fachkräfte mehr Zeit und Raum für ihre eigentliche pädagogische Arbeit haben. Dies beinhaltet die Digitalisierung von Dokumentationsprozessen, die Nutzung pädagogischer Apps zur Kommunikation mit Eltern und die Bereitstellung von Online-Ressourcen für die pädagogische Arbeit. Zahlreiche Mitglieder des VKMK haben in den letzten Jahren genau diese Expertise erworben, und es ist nun wichtig, dass dies als Standard in der gesamten frühkindlichen Bildung flächendeckend implementiert wird. Es ist von großer Bedeutung, dass pädagogische Fachkräfte die Möglichkeit haben, ihre digitalen Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Schulungen und Fortbildungen sollten angeboten werden, um den Umgang mit digitalen Werkzeugen zu fördern und die Integration von Medien in den pädagogischen Alltag zu unterstützen. Wie bei allen Fortentwicklungen der Menschheit - sei es der Buchdruck, die Dampfmaschine oder das Internet - müssen wir Vorbehalte abbauen und aktiv Veränderungen annehmen. Daher ist es bedauerlich, dass die technische Ausstattung (bspw. Viedokonferenztechnik) des Senats für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) immer noch unzureichend ist und eine erfolgreiche digitale Zusammenarbeit dadurch erschwert wird. Eine "Steinzeitmethodik" ohne angemessene digitale Ausstattung und Kompetenzen kann nicht die Zukunft der Bildung gestalten. Insgesamt sollten wir die Digitalisierung auf allen Ebenen nutzen, um pädagogischen Fachkräften eine nachhaltige Entlastung zu bieten und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Durch den konsequenten Abbau bürokratischer Hindernisse und die gezielte Förderung digitaler Kompetenzen können wir aktiv die Zukunft der Bildung gestalten.
VKMK: Wie sieht es mit den finanziellen Rahmenbedingungen aus? Welche Maßnahmen schlagen Sie vor, um diese zu verbessern?
Lars Békési: Als Beispiel möchte ich erneut auf Berlin verweisen. Wenn die verfügbaren Haushaltsgelder knapper werden, bedeutet dies für die frühkindliche Bildung, dass die vorhandenen Gelder noch effizienter investiert und gezielt eingesetzt werden müssen. Der Haushaltsgesetzgeber muss sich mit dem Problem der Unterfinanzierung auseinandersetzen, insbesondere im Hinblick auf Gewerbemieten für Kitaeinrichtungen . Dabei halte ich eine Anpassung der bestehenden Finanzierung, ähnlich dem Hamburger Modell der Teilentgelte, für zwingend erforderlich. Es ist von großer Bedeutung, dass auch Maßnahmen zur Bestandserhaltung, wie Sanierungen, und insbesondere die Gewerbemietpreise pro Quadratmeter stärker in Betracht gezogen werden, insbesondere für kleinere Träger.
VKMK: Wie können wir sicherstellen, dass in den aktuellen Diskussionen zu Arbeitsbedingungen und Bildungsqualität in der frühkindlichen Bildung die Perspektive der Kinder nicht weiterhin in den Hintergrund gerät und ihre Bedürfnisse ausreichend berücksichtigt werden?
Lars Békési: Um sicherzustellen, dass die Perspektive der Kinder in den Diskussionen zur Förderung von Chancengerechtigkeit nicht vernachlässigt wird, müssen wir den Fokus auch auf die Stärkung multiprofessioneller Teams richten. Die Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen ist von großer Bedeutung, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Darüber hinaus sollten wir die Fachberatung als festen Bestandteil im System der Kindertagesbetreuung etablieren. Fachberaterinnen und -berater können pädagogische Fachkräfte unterstützen, ihre Arbeit zu reflektieren, neue Impulse zu geben und weiterzuentwickeln. Eine verbindliche Evaluation der pädagogischen Arbeit stellt sicher, dass die Qualität regelmäßig überprüft und verbessert wird. Ein weiterer Schritt zur Berücksichtigung der Kinderperspektive ist die Integration von Kitasozialarbeit. In besonders herausfordernden Lagen ist es wichtig, dass zusätzliche Ressourcen und Unterstützung zur Verfügung stehen. Ein Sozialraumbudget kann dazu beitragen, dass Kitasozialarbeit als Standard etabliert wird, um den Kindern in schwierigen Lebenssituationen bestmögliche Unterstützung zu bieten.Indem wir multiprofessionelle Teams stärken, Fachberatung und Evaluation fest im System verankern und Kitasozialarbeit durch zusätzliche Ressourcen fördern, setzen wir einen wichtigen Schritt, um die Bedürfnisse und Rechte der Kinder in den Vordergrund zu stellen. Eine ganzheitliche und gerechte frühkindliche Bildung kann nur gelingen, wenn wir die vielfältigen Herausforderungen erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um den individuellen Bedürfnissen jedes Kindes gerecht zu werden.
VKMK: Abschließend, welche positiven Perspektiven sehen Sie für die Zukunft der frühkindlichen Bildung und wie können wir diese Herausforderungen gemeinsam angehen?
Lars Békési: Trotz der Herausforderungen bin ich optimistisch und sehe positive Perspektiven für die Zukunft der frühkindlichen Bildung. Indem wir – alle Akteure im Bildungsfeld- uns gemeinsam für verbesserte Rahmenbedingungen einsetzen, den Austausch und die Zusammenarbeit z stärken und ein Bewusstsein für die Bedeutung der frühkindlichen Bildung in der Gesellschaft schaffen, können wir diese Herausforderungen bewältigen
Einen großen Dank an Herrn Békési, für Einschätzungen und Lösungsvorschläge zur Entlastung der pädagogischen Fachkräfte sowie zur Verbesserung der aktuellen Rahmenbedingungen. Wir bedanken uns für Ihre Zeit und natürlich Ihr Engagement, um die frühkindliche Bildung nachhaltig positiv zu verändern.
Kein Raum für weitere schlechte Kompromisse.
Diesen Donnerstag, 27.04.2023 um 12 Uhr, stellt die CDU nach 11.782 Tagen nunmehr erneut den Regierenden Bürgermeister von Berlin. Auch, wenn Änderungen und erste Dialoge hoffnungsvoll stimmen, ist bereits heute klar: Die aktuelle Kitakrise kann nicht mehr auf 100 Tage Einarbeitung des neuen Senats warten.
Die aktuelle Kitakrise kann nicht mehr auf 100 Tage Einarbeitung des neuen Senats warten.
Diesen Donnerstag, 27.04.2023 um 12 Uhr, wird eine bedeutende Veränderung in der politischen Landschaft Berlins eintreten. Die CDU stellt nach 11.782 Tagen nunmehr erneut den Regierenden Bürgermeister von Berlin.
Zeitgleich wechselt nach 9955 Tagen auch die Ressourceverantwortung für Bildung, Jugend und Familie von der SPD in die Hände von Frau Katharina Günther-Wünsch (CDU). Mit ihrem Eintreten übernimmt die Senatorin nicht nur eine enorme Verantwortung für die Zukunft der Stadt, ihre Kinder und Familien, sondern auch einen Berg an Herausforderungen, der das Ergebnis vieler politischer (Fehl-)Entscheidungen der vergangenen Jahre widerspiegelt.
Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Kitaträger und deren Kitateams ist nur ein wichtiger Schritt, der unverzüglich umgesetzt werden muss, um den drohenden Kollaps zu verhindern. Laut aktueller Studien gibt es nicht nur große Herausforderungen, hier ausreichend Betreuungsplätze anzubieten; auch die Qualität der Bildung hat durch die aktuelle Krise nachhaltige Veränderungen erlebt, die sich negativ in den Bildungserfolgen der Kinder abzeichnen.
Gleichzeitig gibt es große Unterschiede in der Bildungsbeteiligung und dem Bildungserfolg zwischen Kindern. Insbesondere Kinder aus sozio-ökonomischen benachteiligten und bildungsfernen Familien haben oft schlechtere Bildungschancen.
Vor allem eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung kann zu einem Angleich des Bildungsstandes der Kinder und somit zu besseren schulischen Leistungen führen, sondern auch langfristig positive Auswirkungen auf die Gesellschaft aufweisen. Unausgeschöpfte Potenziale der Kinder von heute sind unausgeschöpfte Potenziale von Berufswegen, Karrieren und letztendlich einer wettbewerbsfähigen Wissensgesellschaft & Wirtschaft von morgen.
Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, betont: „Bund, Länder und Kommunen müssen ihre Anstrengungen noch stärker bündeln und sich dafür einsetzen, dass unser Bildungssystem das Versprechen einer fairen und chancengerechten Gesellschaft endlich erfüllt.“
Es ist von größter Bedeutung, dass Kinder unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Bildung haben. Dies gelingt nur, wenn bessere Rahmenbedingungen für Kitaträger und deren Kitateams geschaffen werden. Konkret müssen Entlastungen bei der Arbeitsbelastung erfolgen, insbesondere bei nichtpädagogischer Verwaltungsarbeit.
Zudem müssen die Kitateams durch weitere Fachberatungsangebote beim Ausbau der Qualität in der Bildungsarbeit gestärkt werden. Das Kitachancenjahr, wie es im Koalitionsvertrag steht, muss durch pragmatische Lösungsschritte eingelöst werden. Sämtliche Akteure auf Bezirksebene, Gesundheitsamt, Schulamt, Jugendamt und Landesebene sowie Fachkräfte und Fachverbände müssen gemeinsam Prozessoptimierungen lokalisieren und gemeinsame Umsetzungen beschließen. Hierbei müssen auch alle Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden. Die Signale der letzten Monate und Woche der nunmehr neuen Senatorin stimmen uns optimistisch. Die Erwartungen sind hoch und müssen natürlich an den Rahmen der Möglichkeiten angeglichen werden.
Wir als Verband der freien unabhängigen kleinen und mittelgroßen Kitaträger stehen unterstützend bereit, um durch den Dialog mit den beteiligten Akteuren, schnelle, zielgerichtete und insbesondere langfristige Ergebnisse zu erzielen.
Was wir von den Koalitionsverhandlungen erwarten.
Qualitätsversprechen und deren Verbesserungen können nur umgesetzt werden, wenn endlich der Qualitätsreduktion der Rücken zugekehrt wird. Die momentanen Koalitionsverhandlungen könnten hier Hoffnung erwecken - doch erste Ergebnisse bringen bereits Zweifel.
Während die Tage vor der ersten Koalitionsverhandlung von Unsicherheiten geprägt waren, wirkten die ersten Schwarz-Rot-Verhandlungen doch recht optimistisch stimmend. Man wolle gemeinsam an einem Strang ziehen und die (frühe) Bildung auf richtige Wege bringen. So der Konsens der ersten Sitzungen. Doch erste Anzeichen einer Unstimmigkeit sendet ausgerechnet der noch JStS mit einem Tweet “Ich will nur anmerken, dass die SPD-Seite paritätisch besetzt war. Das geht immer einher mit Fachwissen. Und es sollte uns allen nicht schmecken, wenn die gesellschaftlichen Realitäten sich nicht widerspiegeln.“
Der frühkindliche Bildungssektor ist mannigfaltigen Herausforderungen ausgesetzt und das bereits seit Jahren. Unterfinanzierung, Kostenexplosionen, sinkende Bewerberzahlen, stetig steigende Abgänge, immense Krankenstände.
Wir fordern, dass sich die Kita-Situation für Kita-Teams, Kinder und Kitaträger in Berlin endlich nachhaltig verbessert. Investitionsverhandlungen, Bildungsverhandlungen, Zukunftsverhandlungen müssen die frühkindliche Bildung endlich intensiv mit einbeziehen.
Qualitätsversprechen und deren Verbesserungen können nur umgesetzt werden, wenn endlich der Qualitätsreduktion der Rücken zugekehrt wird. Dies ist kurzfristig umsetzbar, durch schnelle Hilfsmittel, wie eine deutliche Entlastung der Pädagog:innen von nicht pädagogischen Verwaltungsaufgaben. Eine deutlich einheitliche praxisbezogener Ausbildung für die künftigen Fachkräfte. Sowie eine echte Herstellung der Bildungsteilhabegerechtigkeit für alle Kinder durch die flächendeckende Einführung der Kitasozialarbeit. Nur so können wir realistisch die unterschiedlichen Start- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten der einzelnen Kinder berücksichtigen und von einer gerechten Bildungsverteilung überhaupt erst sprechen.
Gerade nach ununterbrochenen 27 Jahren SPD-Bildungs- & Jugendsenatoren:innen erwarten wir, dass die Koalitionsverhandlungen im Rahmen der Dachgruppen-Gespräche in einem klaren vertraglichen Bekenntnis zur Beseitigung der Fehlentwicklungen mittels kluger Investitionspolitik münden.
Das große Kita-Fachkräfte-Sterben. - Wir fordern Lösungen. Jetzt.
Was vor wenigen Jahren noch als überspitzte Androhung wahrgenommen wurde, ist mittlerweile bitterer Ernst geworden: Das große Kita-Fachkräfte-Sterben. Wir fordern Lösungen. Jetzt.
Lisa Henriette Huber, Referentin Presse- & Öffentlichkeitsarbeit & Lars Békési, Geschäftsführer,
Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger e.V.
Was vor wenigen Jahren noch als überspitzte Androhung wahrgenommen wurde, ist mittlerweile bitterer Ernst geworden: Das große Kita-Fachkräfte-Sterben. An diesem Montag hat die amtierende Jugendsenatorin (SPD) wiederholt bewiesen, dass es großen Bedarf an neuen Impulsen gibt, für zukunftsgerichtete Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung, insbesondere im Bereich der Freien Träger. Und während Berlin sich bisher sehr zurückhaltend äußerte und den großen Personalmangel eher vorsichtig und meist negierend thematisierte, so gab es dieses Mal, von Senat eine doch sehr überraschend ehrliche Antwort: Nach einer schriftliche Anfrage vom VKMK an die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, um Antworten auf künftige Maßnahmen bezüglich der fortlaufenden Unterbesetzung zu suchen, erhielten wir erstmals eingestehende Worte:
“Dem Senat ist bewusst, dass Phasen der Über- und Unterschreitung des Personalschlüssels systembedingt sind. Im Falle anhaltender Personalunterschreitungen sind jedoch die Kitaträger gefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Betreuung der Kinder sicherzustellen. (...)”
Und, wenngleich es beinahe tröstend ist, die lang ersehnte, wenn auch noch milde formulierte Anerkennung dessen zu erhalten, was wir seit langem als Realität wahrnehmen, so sieht man doch wieder dasselbe, alte Problem, das schon seit Jahren zu keiner gewinnbringenden Lösung führt:
Die Weitergabe der Verantwortlichkeit für das Suchen und Finden einer Lösung.
Ein strukturell abgebauter und systematisch unterfinanzierter Sektor bricht zusammen und die Symptomatiken, die hierbei selbsterklärend zum Vorschein treten, sollen von den Betroffenen – ohne ausreichend finanzieller Mittel - selbst bekämpft werden. Wir blicken seit Jahren, bei einem wachsenden System, in sich immer weiter leerende Finanzierungstöpfe, die immer größeres Wachstum an Abgängen von qualifizierten Pädagog:innen verursachen und zu immer mehr schrumpfenden Bewerbungszahlen für neue Auszubildende führen. Ein Strudel, der die Qualität der pädagogischen Arbeit seit Jahren in die Tiefe saugt. Wer heute noch Pädagog:in werden möchte, muss Überbelastung und Unterfinanzierung im großen Stil erwarten.
Dieser Alltag spiegelt keine Ausnahme, sondern die Regel wider. Und selbst wenn hochmotivierte Kräfte an der Tür klopfen und sich dem Dilemma annehmen möchten, so müssen sich immer mehr Kitas Berlins eingestehen: "Die Gelder für Personal sind schlichtweg nicht da.” Wir sind über “Bitten” und “Wünschen” schon lange hinaus. Es wird Zeit, dass die klaren Formulierungen an Bedarf von den Kitas endlich Gehör finden und Handlungen und Verantwortungsübernahme stattfinden - seitens der Politik.
“Die Konsequenzen des Nichts-Tun klopfen nicht mehr an der Tür, sondern sind bereits im Haus, mitten im Kinderzimmer.”
Das System, wie es bis heute umgesetzt wurde, ist nicht zukunftsfähig. Statt Kitaplatz Ausbau zu betreiben, wie es momentan dringend und zwingend nötig wäre, finden wir uns in einer Reduktion der Berliner Kitas wieder, da ein Verkleinern auf Grund von finanziellen Zusatzbelastungen und dem massiven Personalmangel für viele unumgänglich geworden ist. Die Konsequenzen des Nichts-Tun klopfen nicht mehr an der Tür, sondern sind bereits im Haus, mitten im Kinderzimmer und sorgen hier für mannigfaltige Probleme, die wir gesellschaftlich in die Zukunft tragen. Diese Kinder von heute, denen es in den Kitas an Raum und Platz und Entfaltungsmöglichkeiten mangelt, um die entsprechenden Kompetenzen zu erwerben, die es im späteren Alter bedarf, sind die Erwachsenen von Morgen. Die Erwachsenen, die unsere Wirtschaft und die Zukunft unseres Landes lenken und formen werden.
Es wird Zeit, dass sich die Koalitionäre des neuen Senates ihrer Verantwortung dieser Zukunft bewusst werden - und handeln.
Kitakrise 2022 / 2023 - Ein Interview Mit Lars Békési
“Warme Worte, kalte Aussichten". Wir lassen das Jahr 2022 Revue-Passieren, mit dem Geschäftsführer des VKMK, Lars Békési und besprechen die Hürden des vergangenen Jahres, sowie die Hoffnungen für das kommende.
Ein Revue-Passieren des Jahres 2022 mit Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK.
“Warme Worte, kalte Aussichten”
Die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie in Berlin, bezeichnete in ihrer Weihnachtsgrußkarte an die Kitaträger Berlins, das Jahr 2022, als ein Jahr der Krisen und Herausforderungen, welches gleichzeitig aber ein Zusammenwachsen in den Kitas und Kitaträgern deutlich zeigte. Wie stehen Sie zu diesem Ansatz, Herr Békési?
Lars Békési: Natürlich ist es schön einen Weihnachtsgruß zu erhalten - in diesem Jahr hatte er aber einen faden Beigeschmack. Die Krisen, von denen Frau Busse gesprochen hat, sind real und noch lange nicht gelöst. Das Zusammenrücken, von dem sie spricht, sehe ich kritisch. Metaphorisch gesprochen; in einem sinkenden Boot klammern sich die Insassen vermutlich auch aneinander und versuchen verzweifelt, das Unvermeidbare hinauszuzögern - es ändert aber nichts an dem tatsächlichen Sinken. Eine Hilfestellung, ein aktives Eingreifen, wäre hier das einzig Vernünftige - nicht aber ein symbolisches Applaudieren an den noch halbwegs intakten Zustand der Insassen, während man dabei zusieht, wie das Boot weiterhin zerstört wird.
Das sinkende Boot, symbolisch für den Verfall der frühkindlichen Bildungsträger. Welche Entscheidungen haben Sie in diesem Jahr insbesondere als fatal einstufen können?
Lars Békési: Am Ende sind es nicht nur die tatsächlich ausgeführten Handlungen, sondern auch die vielen verpassten Gelegenheiten Verantwortung zu übernehmen und hier die richtigen Schritte zu gehen.
Ein Paradebeispiel sind die Sprach-Kitas in Berlin. Während Anfang des Jahres noch die regierende Bürgermeisterin, gemeinsam mit Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, feierlich die Bändchen zerschnitt, bei der Eröffnung diverser Sprach-Kitas, konnte sich im Hintergrund nicht geeignet werden, wer hier die finanzielle Verantwortung übernehmen wird, sobald der Bund die Anschubsfinanzierung, wie geplant, beendet. Anstelle frühzeitig eine solide Lösung gemeinschaftlich zu beschließen, wurden die Sprach-Kitas viel eher als politische Spielmasse durch zahlreiche Ländern gegenüber dem Bund instrumentalisiert, in der Hoffnung, dass es hier, mittels diverser Druckmittel eben doch zu einer Weiterfinanzierung in altbekannter Struktur durch den Bund kommen kann.
So etwas kann und darf nicht passieren, in einer vernünftigen verantwortungsvollen Bildungspolitik.
Eine Lösung hierfür scheint es bis heute nicht zu geben?
Lars Békési: Und genau das ist eben das Problem. Es sind nicht die aktiven Handlungen, die hier das Boot zum Sinken bringen. Es sind viele passive Entscheidungen. Das Weiterreichen von Verantwortlichkeiten, das Übergehen von Problemfeldern, in der Hoffnung, sie würden von alleine verschwinden, oder jemand anderes würde sich ihrer annehmen. Die Wichtigkeit von Bildung, insbesondere das Augenmerk auf den Jüngsten, wird unfassbar gerne betont und in Wahlkampagnen natürlich auch gezielt instrumentalisiert - die Wirklichkeit zeichnet aber ein Bild der Vernachlässigung und des Wegduckens vor Verantwortlichkeiten, das uns nun einholt, mit drastischen Konsequenzen.
Während im Herbst keine substanziellen Lösungen durch den Berliner Senat gefunden werden konnte, um die 13,4 Millionen Euro für die bestehenden Sprach-Kitas umsetzen zu können, wurde im AGH- im Rahmen des Nachtragshaushaltes gleichzeitig das Freigeben von zusätzlichen 500 Millionen Euro besiegelt, für die Reduzierung des A-B Tickets in Berlin - einem Ticket, von dem nicht einmal die Anwohner:innen im Berliner Stadtrand , die wirklich darauf angewiesen wären, profitieren können. So sieht keine verantwortungsbewusste Politik aus - und schon gar keine mit Zukunftsperspektiven. Erst, als das Schließen der Sprach-Kitas dann tatsächlich vor der Tür stand, wurde sich notgedrungen nach einer Lösung umgesehen, die, für uns absolut nicht überraschend, letztendlich so aussah, dass an die ohnehin schon leeren Töpfe der Kitas gegangen wird, um eine Ad-Hoc-Finanzierung für die kommenden 6 Monate mit Ach und Krach umsetzen zu können. Eine Lösung mit Perspektive für die darauffolgende Zeit ist bis heute nicht auffindbar. Ich denke, das unterstreicht sehr gut, weshalb weihnachtliche Grüße, mit einem Lob gegenüber des “Zusammenrückens” innerhalb der Kita-Teams und Kitaträger, eher auf Irritation stoßen.
Sie erwähnen von diesem Vorgehen nicht mehr überrascht zu sein. Stehen Sie dem kommenden Jahr ebenfalls ernüchtert gegenüber?
Lars Békési:
Wenn man die Erfahrungswerte der vergangenen Jahre, insbesondere des letzten Rot-Grün-Rot-Jahres, bewertet - bleibt einem nur Ernüchterung übrig.
Es war ganz klar ein verschwendetes Jahr, in Bezug auf die frühkindliche Bildungspolitik. Trotzdem bleiben wir positiv und werden uns weiterhin stark für relevante Themen einsetzen. Die Liste der Lösungen sind unserseits bereits mehrfach benannt worden. Es muss hier aber eine Änderung hinter den Kulissen geben, damit diese letztendlich auch spürbar bei den Kindern und den Kitateams in allen Kindertagesstätten zu sehen ist.
Wie hoffen Sie, könnte man einen Schritt in Richtung Besserung gehen?
Lars Békési: Die vielfältige Fremdbestimmung der Kita-Träger durch die Senatsverwaltung, mit ihren knapp 60 Trägerscheiben der letzten Pandemie-Jahre, ist nicht sinnvoll. Wir wünschen uns die notwendige Beinfreiheit, hier Entscheidungen deutlicher zu bestimmen und mehr Gehör finden zu können, damit wichtige Themen nicht untergehen - oder hinausgezögert werden, bis die Katastrophe vor der Tür steht . Wir brauchen hier situationsgerechte Lösungen. Beispielsweise eine vollumfängliche Entlastung der Kitateams von fachfremder Verwaltungsarbeit, eine 100%ige Anrechnung der mittelbaren pädagogischen Arbeit, oder etwa eine angemessene, qualitätsvollere Ausgestaltung der Ausbildungsinhalte. Diese Forderungen sind nicht neu, sondern wohlbekannt. Der, nach der Wahlwiederholung neugewählte Senat, muss hier endlich die Umsetzung gestalten. Das beginnt selbsterklärend bereits bei den Haushaltsverhandlungen und der Festschreibung entsprechender Titel.
Welche Problematiken, befürchten Sie, könnten im kommenden Jahr entstehen oder verstärkt werden, sofern sich politisch keine Änderung abzeichnet?
Lars Békési: Das Hauptproblem ist natürlich eine deutliche Unterfinanzierung, gepaart mit einer deutlichen Überlastung. Die Symptome dessen breiten sich seit Jahren in allen vorstellbaren Bereichen aus und zeichnen sich insbesondere in einem stetigen Abgang von qualifizierten Fachkräften ab. Die Tendenz hier ist weiterhin abnehmend. Die Verantwortlichkeiten bleiben natürlich bestehen, aber aufgrund der aktuellen Lage müssen sie unter weniger Fachkräften aufgeteilt werden. Überbelastung führt zu Mehr-Ausfällen, was wiederum zu weiterer Überlastung führt. Wenn die Bedingungen eines Berufes so strukturiert sind, dass selbst darauf spezialisierte Fachkräfte freiwillig das Feld verlassen, ist das selbstverständlich auch keine Grundlage, um neue Fachkräfte mit den richtigen Kompetenzen anzuwerben und langfristig zu binden.
Wir befinden uns bereits in einer Spirale nach unten und am Grund warten drastische Konsequenzen auf uns:
Einbruch der Qualität von Verpflegung und Bildung, sowie verkürzte Öffnungszeiten oder deutlich weniger Angebot, an die vielen Familien, die verzweifelt darauf angewiesen sind. Dies sind Probleme, die nicht neu sind, sondern gekonnt seit Jahren übergangen und ausgesessen werden. Die Kostenexplosionen der vergangenen Monate haben diese nur zusätzlich gravierend verstärkt. Das frühkindliche Bildungssystem ist ein völlig überlastetes und erschöpftes System, das in 2022 weiterhin ausbluten musste mit keiner Perspektive, dass sich hier etwas im kommenden Jahr ändern wird. Dass wir irgendwann an das Ende der Kapazität gekommen werden und einen fatalen Kollaps erleben werden, ist keine Frage des “ob / wenn”, sondern des “wann.”
Was wünschen Sie sich für das Jahr 2023?
Lars Békési:
Über ein schlichtes “Wünschen” sind wir bereits lange hinaus.
Die Dringlichkeit des aktuellen, mehrfachen Notstandes muss anerkannt werden, um hier Problematiken der Zukunft zu vermeiden. Wir müssen das Kernproblem behandeln, nicht nur die Symptome dessen - die unvermeidbar immer wieder auftauchen und selbsterklärend schwerwiegender ausarten werden, wenn wir das Grundproblem nicht systematisch und lösungsorientiert angehen. Frühkindliche Bildungspolitik ist das Fundament der Investitionspolitik. Eine Investition in die Kinder ist eine Investition in die Zukunft. Wir erwarten im Jahr 2023 eine echte Verantwortungsübernahme zur Umsetzung dieser Investitionspolitik seitens der Politik und mehr Entscheidungsfreiheit für die Kita-Träger. An dieser Stelle verweise ich natürlich auf die Möglichkeit hier aktiv mitzureden und mitzugestalten, die sich im kommenden Februar bietet.
Am 12.02.2023 findet die Wahlwiederholung zum Berliner Abgeordnetenhaus statt.
Wir hoffen auf ein reges Beteiligen der Berliner Wähler:innen, um so politisch, in Zukunft bessere und bewusste Entscheidungen in der frühkindlichen Bildungspolitik treffen zu können.
“Frühkindliche Bildungspolitik ist Investitionspolitik”
Über ein schlichtes “Wünschen” sind wir bereits lange hinaus. Vielmehr erwarten wir eine echte Verantwortungsübernahme. Während frühkindliche Institutionen sich vor Problemfeldern kaum retten können, schafft der Berliner Senat es bisher immer wieder, diese zu übergehen und andere Themen zu priorisieren.
“Die Förderung zur Entwicklung von Kompetenzen, die wir heute ignorieren und aufschieben, sind Defizite, die sich irgendwann nicht nur privat, im Leben und den Zukunftschancen der individuellen Kinder bemerkbar machen, sondern eben auch, unvermeidlich; gesellschaftlich.”
Ein Interview mit Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK
Herr Békési, als Geschäftsführer des VKMK sind Sie mit beiden Seiten regelmäßig im Austausch; der politischen und der betroffenen Seite, in dem Fall: den Kindertagesstätten in Berlin. Wo sehen Sie die größte Diskrepanz in der Kommunikation?
Lars Békési: Gesagtes bzw. Versprochenes und die tatsächliche Umsetzung dessen sind oftmals nicht übereinstimmend. Im Gegenteil; große Missstände werden regelmäßig thematisch übergangen, in Sitzungen sogar übersprungen - und, wenn sie doch als Diskussionspunkt auf dem Tisch landen, dann oftmals im Zuge einer bevorstehenden Wahlkampagne. Das klingt auf den ersten Blick wunderbar, wirkt beinahe hoffnungserregend. Doch dann streichen die Wochen und Monate ins Land und allen wird wieder einmal bewusst, dass hinter den schönen Worten leider keinerlei Absichten zu Taten standen.
“Die Politik überspringt die Kitas immer wieder und legt den Fokus größtenteils erst im Schulalter an, was ein absolut fataler Gedankenfehler ist. “
Bei der Verteilung der Haushaltsgelder wurden die Kitaträger kaum bis gar nicht thematisiert. Wie haben Sie und die Kita-Träger darauf reagiert?
Lars Békési: Es war in vielerlei Hinsichten eine herbe Enttäuschung. Die Tatsache, dass die Kita-Träger nicht einmal mehr ausführlich besprochen und bedacht wurden, war für uns erschreckend. Es wirkte wie eine Selbstverständlichkeit, dass hier keinerlei Unterstützung stattfinden wird. So selbstverständlich, dass es nicht einmal mehr eines offenen Gesprächs bedarf. Während die Koalitionsrunde vom 19.09 noch Hoffnung auf Hilfe schürte, gingen die Kitaträger in der Diskussion um die Haushaltsgelder leer aus. Wissend, dass sie den finanziellen Belastungen bereits vor der starken Inflation kaum gewachsen waren.
Die Politik überspringt die Kitas immer wieder und legt den Fokus größtenteils erst im Schulalter an, was ein absolut fataler Gedankenfehler ist. Anstelle hier eine gleichmäßige Verteilung und Gewichtung anzustreben, gibt es hier deutliche Diskrepanzen. Denn, während die Kitaträger beispielsweise in leere Töpfe blicken, ohne Aussicht auf Hilfe, erhalten Schulen auch einmal Ad-Hoc-Finanzierungen im mehrstelligen Millionen-Bereich.
Sie denken hier vermutlich an die Sanierung des Gymnasiums am Europasportpark in Pankow, für die Frau Giffey 40 Millionen Euro veranlasst hat?
Lars Békési: Richtig. Verstehen Sie mich hier nicht falsch; es ist natürlich sinnvoll, dass die regierende Bürgermeisterin Berlins, gemeinsam mit ihrer Fachsenatorin, das Gespräch wahrgenommen hat und persönlich am Gymnasium in Pankow erschienen ist und es ist ebenfalls beruhigend, dass sie den Zustand des Gebäudes als ebenso unzumutbar empfunden hat, wie die Lehrkräfte, Kinder und Jugendlichen. Die finanzielle Hilfestellung, die dem Gymnasium in Pankow zugesichert wurde, ist wichtig, richtig und längst überfällig gewesen. Nur sollte die helfende Hand nicht nur dort agieren, wo am lautesten gebrüllt wird, wissend, dass diverse Institutionen auf ebenso angesetzte Hilfestellungen zwingend und dringend angewiesen sind. Gerade, wenn die wirtschaftliche Lage absolutes Abwägen veranlasst, was die Verteilung von Finanzierungen betrifft, sollte man Ad-Hoc-Entscheidungen tunlichst vermeiden. Der Aufschrei nach einer Beseitigung des unwürdigen Zustandes in Pankow war absolut nicht neu. Er ist nun nur eben unüberhörbar laut geworden. Für die Zukunft gilt es zu vermeiden; Entscheidungen so lange aufzuschieben, bis sie zu politischen Spontan-Reaktionen zwingen, die nicht durchdacht scheinen, in Anbetracht des Gesamtkontextes.
“Das Hauptproblem ist eine deutliche Unterfinanzierung. Die Symptome dessen breiten sich seit Jahren in allen vorstellbaren Bereichen aus.”
Vor welcher Problematik stehen die Kitaträger momentan denn insbesondere?
Lars Békési: Würden wir nun anfangen aufzuzählen, wo die Folgen des Totsparens bereits so gravierend sind, dass man nicht mehr von Handlungsbedarf, sondern viel eher von Notstand sprechen müsste, wären wir vermutlich vor dem Morgengrauen kaum fertig. Das Hauptproblem ist eine deutliche Unterfinanzierung. Die Symptome dessen breiten sich seit Jahren in allen vorstellbaren Bereichen aus.
Angefangen beim Frühstückstisch: Kitas müssen sich die Frage stellen, wie man mangels vernünftiger Finanzierung hier überhaupt noch Qualität versprechen kann. Dass alle Kinder satt werden müssen, ist eine Selbstverständlichkeit. Nur wie viel Qualität ist hier gleichzeitig noch umsetzbar, bei derart geringen finanziellen Mitteln und derart hohen Mehrkosten?
Und während die UNESCO Kommission, bei der Weltkonferenz (14. - 16. November 2022) lautstark die Wichtigkeit frühkindlicher Bildung unterstrichen hat und bis 2030 allen Kindern den Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung sichern möchte, blickt man in Berlin in leere Gesichter, bei der immer wieder auftauchenden Frage: "Wann werden die für sprachliche Bildung im frühkindlichen Alter angesetzten 13,4 Millionen Euro überführt, die der Bund bisher jährlich in seiner Regelfinanzierung gestellt hat?"
Anstelle des wissenschaftlich empfohlenen Fachkraft-Kind-Schlüssels von 1 zu 3, müssen die Kita-Teams seit langem in den Kindertagesstätten jeweils 10-12 Kinder, oder mehr, gleichzeitig betreuen und dabei zugleich die individuelle Kompetenzförderung für jedes einzelne Kind abbilden, bei einer öffentlichen Wertschätzung und einem Gehalt, die/das ihren mannigfachen Bildungsaufgaben oft kaum im Ansatz gerecht wird. Ein Abgang von gut ausgebildeten Fachkräften, den wir seit Jahren beobachten müssen, ist also absolut keine Zufälligkeit sondern eine Reaktion auf die Arbeitssituation, die ohnehin schon unzureichend war, aufgrund von Covid, stetig steigenden Verwaltungsaufgaben, sowie Mehr-Ausfällen aber zu einem Ding der Unzumutbarkeit geworden ist. Die körperliche und seelische Überlastung der Fachkräfte hat als natürliche Konsequenz zu einem Abwandern der Beschäftigten geführt, was eine zusätzliche Mehrbelastung durch den Personalmangel nur verstärken wird. Dies sind nur einige Beispiele, von vielen, die verdeutlichen, wie gravierend die aktuelle Lage ist und welche Folgen diese Unterfinanzierung mit sich bringt.
“Der Grundbaustein für Kompetenzen wird nun einmal im frühkindlichen Alter gelegt. Genau dort, wo momentan ein rigoroses Ignorieren und Abbauen stattfindet.”
Welche Folgen machen Ihnen hier die größten Sorgen?
Lars Békési: Kurz gesagt: Die fatale Unterschätzung von frühkindlicher Bildung und die möglichen Konsequenzen dessen für die Zukunft. Die Kernkompetenzen eines Menschen werden im Altersabschnitt zwischen 0 und 6 Jahren gelegt. Das ist keine neue Erkenntnis, sondern ein wissenschaftliches Gut, das der Gesellschaft seit Jahrzehnten zur Verfügung steht.
Wir alle kennen den Spruch: “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr”. In diesem Fall sprechen wir nicht von Manieren oder diversen Kleinigkeiten, sondern sprachlichen Fähigkeiten, kognitiven Herangehensweisen, strukturiertem Arbeiten, Förderung von Stärken und Bearbeiten von Defiziten. In Kitas werden die Grundlagen gelegt, für eine erfolgreiche Zukunft der Kinder. Und, wovor viele erfolgreich die Augen verschließen; diese Kinder werden irgendwann die wirtschaftlichen Stützpfeiler unserer Gesellschaft, wenn sie herangewachsen und im Berufsleben angekommen sind.
Die Förderung zur Entwicklung von Kompetenzen, die wir heute ignorieren und aufschieben, sind dann Defizite, die sich irgendwann nicht nur privat, im Leben und den Zukunftschancen der individuellen Kinder bemerkbar machen, sondern eben auch, unvermeidlich; gesellschaftlich.
“Es ist unverständlich, wie diese Situation beinahe schulterzuckend hingenommen werden kann.”
An welche Auswirkungen denken Sie hier?
Lars Békési: Auch hier gilt abermals, dass sämtliche Punkte wohl den Rahmen unseres Gespräches sprengen würden. Wie bereits gesagt; die chronische Unterfinanzierung der Kitas ist das Hauptproblem und dessen Symptomatiken streuen in etliche Bereiche. Überbelastung und nicht ausreichende Entlohnung führen bereits seit Jahren zu einem stetigen Abgang von qualifizierten Fachkräften.
Die Tendenz hier ist weiterhin abnehmend. Die Verantwortlichkeiten bleiben natürlich bestehen, aber aufgrund der aktuellen Lage müssen sie unter weniger Fachkräften aufgeteilt werden. Überbelastung führt zu Mehr-Ausfällen, was wiederum zu weiterer Überlastung führt. Wenn die Bedingungen eines Berufes so strukturiert sind, dass selbst darauf spezialisierte Fachkräfte freiwillig das Feld verlassen, ist das selbstverständlich auch keine Grundlage, um neue Fachkräfte mit den richtigen Kompetenzen anzuwerben und langfristig zu binden. Wir befinden uns bereits in einer Spirale nach unten und am Grund warten drastische Konsequenzen auf uns: Einbruch der Qualität von Verpflegung und Bildung, sowie verkürzte Öffnungszeiten oder deutlich weniger Angebot, an die vielen Familien, die verzweifelt darauf angewiesen sind.
Es ist unverständlich, wie diese Situation beinahe schulterzuckend hingenommen werden kann. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften ist enorm. Diese Fachkräfte sind jedoch zuständig für das Übermitteln und Fördern von essentiellen Kernkompetenzen in den Kindern. Die Grundbausteine für einen erfolgreichen Werdegang können somit oftmals nicht mehr ausreichend gelegt und das birgt natürlich Konsequenzen, die irgendwann auch gesellschaftlich spürbar werden.
Ignorierte Defizite bei Sprache und Bildung verbauen Kindern Zukunftschancen für erfolgreiche und gut qualifizierte Jobs, insbesondere auch im Handwerk oder in den Feldern der Zukunftstechnologien. Diese Berufe sind natürlich nicht nur von Vorteil für die heranwachsenden Kinder selbst, sondern auch auf Landesebene essentiell. Qualifizierte und gebildete Menschen sichern nun einmal, landesweit, eine erfolgreiche Zukunfts-Perspektive.
“Bildungschancen sollten für alle Kinder gegeben sein, um Zukunftsperspektiven zu sichern.”
Der Grundbaustein für die entsprechenden Kompetenzen wird aber nun einmal im frühkindlichen Alter gelegt. Genau dort, wo momentan ein rigoroses Ignorieren und Abbauen stattfindet. Ein erfolgreiches Überkommen der fehlenden Kompetenzen ist für die heranwachsenden Kinder natürlich nicht unmöglich, aber durchaus schwieriger und unwahrscheinlicher, als bei jenen, die hier individuelle Förderung und Hilfestellungen erhalten haben und auf einem guten Fundament aufbauen und wachsen können. Kinder, die keinerlei zusätzliche Bildungsförderung im privaten Rahmen erhalten können, sei es, weil beide Eltern berufstätig sind oder eine Förderung schlicht nicht im Rahmen der privaten Finanzierungsmöglichkeiten liegt, sehen sich hier nicht nur schlechten Startchancen gegenüberstehen, sondern fallen in den darauffolgenden Jahren oftmals immer weiter nach hinten, bis die Kluft nicht mehr überbrückbar ist. Eine erfolgreiche schulische Bildung ist und war noch nie Zufall und sollte niemals abhängig vom finanziellen Rahmen der Eltern sein.
“Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, hier Diskrepanzen bereits im frühkindlichen Alter mehr oder weniger hinnehmen zu müssen.”
Bildungschancen sollten für alle Kinder gegeben sein, um Zukunftsperspektiven zu sichern. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, hier Diskrepanzen bereits im frühkindlichen Alter mehr oder weniger hinnehmen zu müssen, da der finanzielle Rahmen keine Alternativen für Förderungen bietet. Alles, ohne Aussicht auf Besserung, seitens der Politik.
Was wünschen Sie sich hier von Seiten der Politik, um dieser Problematik entgegenzuwirken?
Lars Békési: Über ein schlichtes “Wünschen” sind wir bereits lange hinaus. Vielmehr erwarten wir eine echte Verantwortungsübernahme. Während frühkindliche Institutionen sich vor Problemfeldern kaum retten können, schafft der Berliner Senat es bisher immer wieder, diese zu übergehen und andere Themen zu priorisieren. Man ist weit entfernt von irgendwelchen Lösungsansätzen, wenn man sich noch in der Frage um die bloße Existenz der Probleme befindet. Ein offenes Anerkennen der Problematik(en) wäre hier der erste Schritt, um konstruktive Diskussionen und Lösungsansätze überhaupt bedenken zu können. Ein regelmäßiger Austausch mit allen Kita-Trägern ist hier unvermeidbar und würde Klarheit für alle Parteien schaffen können.
“Es grenzt hier schon an eine organisierte Verantwortungslosigkeit.”
Weiter brauchen wir: tatsächliche Umsetzungen. Schöne Worte bringen in aktuellen Notständen und Krisensituationen absolut gar nichts. Hierzu ist es wichtig, dass die Verantwortlichkeiten nicht immer wieder hin und her gereicht werden, je nachdem, in welchem Licht sich die Parteien im Rahmen diverser Wahlkampagnen präsentieren möchten, bis es zu unumgehbaren Problematiken kommt. Es grenzt hier schon an eine organisierte Verantwortungslosigkeit, die selbstverständlich drastische Konsequenzen mit sich bringt, die heute bereits nicht mehr diskutierbar sind und für die Zukunft fatale Problematiken bereithalten. Der Fokus des Senates scheint leider nur auf politisch gewinnbringenden Maßnahmen zu liegen, nicht aber auf den richtigen Bausteinen, um aktuelle Probleme zu beheben und schon gar nicht auf den notwendigen Schritten für langfristige, erfolgreiche Resultate.
Gerade bei den großen Krisen der heutigen Zeit, die viele wirtschaftliche Fragezeichen mit sich bringen; bedarf es hier deutlich mehr Durchleuchtung und ebenso mehr Handlungen mit Blick in die Zukunft und Einbezug des Gesamtkontextes, damit es nicht mehr zu Ad-Hoc-Aktionen im Rahmen der finanziellen Förderung, wie in Pankow, kommen muss, sondern vielmehr zu gut durchdachten Lösungswegen, die mehr als nur eine Institution mit einbeziehen.
Kurzum: Wir erwarten als Erstes, dass die Dringlichkeit des aktuellen, mehrfachen Notstandes anerkannt wird, um hier Problematiken der Zukunft zu vermeiden. Als zweites erwarten wir, dass die Unterfinanzierung, bzw. die Politik der “reinen Behandlung von Symptomen”, beendet wird. Wir müssen das Kernproblem endlich ernst nehmen und behandeln. Frühkindliche Bildungspolitik ist das Fundament der Investitionspolitik. Eine Investition in die Kinder ist eine Investition in die Zukunft und die wirtschaftliche Ausgangslage, die eng mit ihnen verwoben sein wird.
Unser Geschäftsführer im Abendschau-Interview (RBB)
VKMK-Geschäftsführer Lars Békési fordert im RBB-Abendschau-Interview eine schnelle und einheitliche Bearbeitung von Kita-Neugründungen in Berlin.
Am vergangenen Sonnabend (21.9.19) konnte unser Geschäftsführer, Lars Békési, im Rahmen der RBB- Abendschau den VKMK einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. In einem kurzen Interview legte er dem Moderator dar, welche Probleme und Schwierigkeiten es bei einer Kita-Gründung im Land Berlin gibt.
Nach dem Beitrag über eine private Kitagründung im Wedding stieg Moderator Volker Wieprecht direkt mit der Frage ein, was Kita-Gründer denn in Berlin zu erwarten haben. Lars Békési erläuterte, dass der Marathon zum Einsammeln der „acht Stempel“ nur ein Hindernis auf dem langen Weg zur eigenen Kita ist. Die andere Herausforderung besteht darin, das „kleine Goldstück“, den Erzieher*in zu finden.
Ruhig und verständlich erklärte Lars Békési auch Unworte, wie zum Beispiel die „Gestehungskostenanalyse“. Diese vom Senat in Auftrag gegebene Befragung der Träger in Berlin zur realen Kostensituation ergab die traurige Wahrheit einer 30-prozentigen Unterfinanzierung der kleinen und mittelgroßen Kitas in Berlin.
Und damit kam es zum Kern der Sache, dem Recht auf einen kostenfreien Kitaplatz. Hier gab unser Geschäftsführer zu bedenken, dass „gratis“ nicht mit „umsonst“ und „umsonst“ nicht notwendigerweise mit „gut“ gleichzusetzen sei. Im Mittelpunkt stehen dabei unsere Kinder, ihren „Chancennachteil“ gegenüber anderen Bundesländern gilt es zu überwinden. Dieses muss entweder über eine 100% Finanzierung durch das Land oder durch Elternbeiträge erfolgen, sonst wird keine Qualität und Vielfalt geben, so Lars Békési.