Frühkindliche Bildung als Schlüssel für zukünftigen Erfolg
Die gestrige Veröffentlichung der PISA-Studie 2023 zeigte: Deutschland erlebt einen alarmierenden Tiefpunkt in den Leistungen seiner 15-jährigen Schüler: Das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der PISA-Untersuchungen. Diese globalen Einblicke in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften werfen ein bedeutsames Licht auf die Bildungslandschaft – ein Barometer, das dringendes Umdenken erfordert, insbesondere bezüglich der frühkindlichen Bildung.
Frühkindliche Bildung als Schlüssel für zukünftigen Erfolg
PISA-Studie 2023 enthüllt Herausforderungen
Mit der heutigen Veröffentlichung der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) am 05.12.2023 wurde ein globales Augenmerk auf die Leistungen von 15-jährigen Schülern und Schülerinnen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften gerichtet. Die Ergebnisse dieser umfassenden Untersuchung werfen ein Licht auf die Fähigkeiten und Defizite der Jugendlichen und dienen als Barometer für die Bildungslandschaft in verschiedenen Ländern. Inmitten dieser umfassenden Analyse liegt ein alarmierendes Ergebnis für Deutschland: Die deutschen Jugendlichen verzeichnen das schlechteste Resultat seit Beginn der PISA-Studien insgesamt.
Im aktuellen internationalen Vergleich haben die deutschen Jugendlichen in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften alarmierend schlecht abgeschnitten. Nahezu ein Drittel der 15-Jährigen zeigte lediglich geringe Kompetenzen in mindestens einem der getesteten Bereiche, während jeder sechste Jugendliche Defizite in allen drei Bereichen aufwies. Mit Platz 25 in Mathematik liegt Deutschland weit hinter seinen deutschsprachigen Nachbarländern wie Österreich (Platz 16) und der Schweiz (Platz 8) zurück.
Warum Deutschland in der PISA-Studie abrutscht
Die Suche nach Erklärungen für diese deutliche Verschlechterung der deutschen Leistungen in der PISA-Studie erfordert eine umfassende Analyse. Es ist entscheidend, sich damit auseinanderzusetzen, wie es zu einem derartigen Abwärtstrend seit Beginn der PISA-Studien kommen konnte.
Eine der vermuteten Ursachen liegt in den Schulschließungen während der COVID-19-Pandemie. Der Unterrichtsausfall und die Einschränkungen könnten den Kompetenzerwerb der Schüler negativ beeinflusst haben. Es ist anzumerken, dass der digitale Unterricht in Deutschland im Vergleich zum OECD-Durchschnitt weniger stark ausgeprägt war, was eine mögliche Rolle spielen könnte. Allerdings zeigt die internationale Datenanalyse keinen klaren Zusammenhang zwischen der Dauer der Schulschließungen und dem Ausmaß des Leistungsabfalls.
Weitere potenzielle Gründe könnten in sozioökonomischen Faktoren liegen, einschließlich des familiären Hintergrunds. Ebenfalls wurde der vermehrte Anteil von Schüler:innen mit Zuwanderungshintergrund genannt. Doch die aktuelle Datenlage zeigt bereits jetzt eine differenziertere Realität: Die allgemeine, verschlechterte Leistung ist bei Kindern sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund verzeichnet, welches diese Hypothese in Frage stellt und auf andere Einflussfaktoren hinweist.
An dieser Stelle möchten wir nachdrücklich auf die entscheidende Verbindung zwischen frühkindlicher Bildung und der grundlegenden Entwicklung sowie dem kontinuierlichen Aufbau akademischer Kompetenzen hinweisen. Die Fundamente für eine tragfähige Bildung werden bereits in den ersten Schritten des Lernens gelegt und dort tief verankert. Kindertagesstätten gewinnen in dieser Hinsicht eine unverzichtbare Bedeutung, da sie gezielt auf Defizite reagieren können, indem sie maßgeschneiderte Förderprogramme und Bildungsoptionen anbieten.
Die Teams in den Kindertagesstätten stehen im Zentrum dieser bildungsorientierten Bemühungen. Doch für eine effektive Förderung benötigt das pädagogische Personal dringend angemessene Ressourcen und ausreichend Zeit, um sich uneingeschränkt der Betreuung und Entwicklung der Kinder zu widmen. Der vorherrschende Fachkräftemangel sowie die hohe administrative Belastung stellen dabei ernsthafte Hindernisse dar, die behoben werden müssen, um diesem Ansatz gerecht zu werden.
Die Stärkung der frühkindlichen Bildung gewinnt angesichts ihrer zentralen Rolle im Bildungssystem eine unabdingbare Relevanz. Versäumnisse in diesem Bereich könnten langfristig zu weiteren Leistungseinbußen führen, die nur schwer rückgängig zu machen sind. Es ist von größter Dringlichkeit, die Bedeutung der frühkindlichen Bildung anzuerkennen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um einen festen Grundstein für die umfassende Entwicklung der kommenden Generationen zu legen.
Die Versäumnisse in der frühkindlichen Bildung tragen, wie erwähnt, nicht nur unmittelbare Auswirkungen, sondern manifestieren sich auch in späteren Bildungsphasen. Bereits in der Grundschule und verstärkt in den weiterführenden Schulen treten die Folgen deutlicher zutage. Die Herausforderungen und Defizite, die bei den heutigen 15-Jährigen festgestellt wurden, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf die anhaltende Unterfinanzierung der frühkindlichen Bildungslandschaft zurückzuführen, die in den letzten zwei Jahrzehnten bestand. Diese finanziellen Engpässe haben sich in jüngster Zeit sogar verschärft, welches uns mit Bangen in die kommenden Studien schauen lässt. Denn, wenn man dieser Entwicklung folgt, ist zu erwarten, dass die Kinder der kommenden Jahre mit noch größeren Defiziten konfrontiert sein werden. Es bedarf angemessener Maßnahmen, um diesen Trend umzukehren.
In jüngster Zeit verzeichnet die Kommunikation rund um das Thema frühkindliche Bildung sichtbare Verbesserungen. Insbesondere ist die gesteigerte Aufmerksamkeit von Bildungssenatorin Günther-Wünsch bezüglich dieser Thematik deutlich spürbar. Dialoge, insbesondere mit den freien Kitaträgern, werden offener begrüßt und signalisieren eine symbolische Wertschätzung, wie etwa durch die Einladung zum aktuellen Kitagipfel deutlich wird.
Dennoch ist es entscheidend, dass diese Gespräche in einem offenen Rahmen und mit einem wachen Bewusstsein geführt werden. Die Herausforderungen in der aktuellen Kitalandschaft sind spürbar, genauso wie der dringliche Handlungsbedarf. Es mag verlockend sein, sich auf schnelle, oberflächliche Lösungen zu konzentrieren, die jedoch vom eigentlichen Problem ablenken und lediglich oberflächliche Ergebnisse erzielen könnten.Es ist unabdingbar, dass wir langfristige Konzepte entwickeln und umsetzen, die auf fundierten Erkenntnissen, Daten und Fakten aus der frühkindlichen Bildungslandschaft basieren. Nur durch ein gezieltes Einbinden der betroffenen Akteure der frühkindlichen Bildung können wir langfristige positive Veränderungen herbeiführen und eine nachhaltige Verbesserung erreichen.
Politik versus Praxis: Die Wichtigkeit lokaler Expertise in der frühkindlichen Bildung.
Der jüngste Kitagipfel verdeutlichte erneut die kritische Diskrepanz zwischen politischen Entscheidungen und ihrer Umsetzung in der frühkindlichen Bildung. In den letzten Jahren wiederholte sich dieses Muster: Entscheidungen wurden ohne Konsultation derjenigen getroffen, die die täglichen Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung hautnah erleben. Wir brauchen ehrliche, offene Dialoge, um zielgerichtete Lösungen umsetzen zu können!
Hinhören und Hinsehen, für die richtigen Lösungsansätze in der frühkindlichen Bildung.
Im Zuge des letzten Kitagipfels wurde dem VKMK eines wieder deutlich: Die Diskrepanz zwischen politischen Entscheidungen und praktischer Umsetzung in der frühkindlichen Bildung ist eine Thematik von entscheidender Bedeutung. Wir haben es in den letzten Jahren leider viel zu oft erleben müssen; Politische Entscheidungen werden getroffen, ohne diejenigen zu konsultieren, die die täglichen Herausforderungen und Möglichkeiten in der frühkindlichen Bildung aus erster Hand erleben. Die Folge sind Maßnahmen, die oft an den Bedürfnissen der Kinder, Eltern und des pädagogischen Personals vorbeigehen.
Die Kita-Experten, bestehend aus Erzieher:innen, Leiter:innen und anderen pädagogischen Fachkräften, sowie vertretenden Verbänden, wie dem VKMK, bringen eine unverzichtbare Perspektive ein. Ihre Erfahrungen sind ein unschätzbares Kapital, das bei der Gestaltung von Richtlinien und Programmen berücksichtigt werden muss. Ihre Kenntnisse über die Entwicklung von Kindern, pädagogischen Bedürfnissen und praktischen Herausforderungen sind von unschätzbarem Wert für die Schaffung effektiver, nachhaltiger Bildungsstrukturen.
Die Kluft zwischen Politik und Praxis führt seit Jahren zu Problemen auf mehreren Ebenen:
Unzureichende Ressourcenallokation: Oftmals sind politische Entscheidungen nicht im Einklang mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Kitas. Sie konzentrieren sich auf die Behebung akuter Symptomatiken und übersehen dabei, teilweise gänzlich, die Wurzel des Problems. Dies führt zu unzureichenden Lösungsansätzen, wie mangelnder Finanzierung und begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten für die Fachkräfte und letztendlich auch die Kinder.
Mangelnde Berücksichtigung von pädagogischen Bedürfnissen: Die Entwicklung von Bildungsprogrammen ohne Einbeziehung der Kita-Experten kann dazu führen, dass die pädagogischen Anforderungen nicht erfüllt werden. Dies kann die Qualität der Bildung beeinträchtigen und langfristig die Bildungschancen der Kinder mindern.
"Wenn Du eine weise Antwort verlangst, musst Du vernünftig fragen." - Johann Wolfgang von Goethe.
Die Hohe Kunst des Zuhören ist gefragt, bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen. Wie es sich manifestieren kann, wenn dies nicht entsprechend umgesetzt wird, zeigen diese beiden Beispiele der vergangenen Monate:
Beispiel 1: Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung
Ein exemplarisches Missverständnis zeigt sich in der Forderung nach mehr Stellen in der frühkindlichen Bildung. Das eigentliche Problem liegt nicht in einem Mangel an Stellenausschreibungen, sondern viel mehr in der Tatsache, dass es an qualifizierten Fachkräften mangelt, die sich bewerben oder langfristig in diesen Positionen bleiben möchten. Hierbei spielt die Unterfinanzierung eine entscheidende Rolle, indem sie die Arbeit vor Ort unattraktiv gestaltet, dass viele potenzielle Fachkräfte abgeschreckt werden. Die eigentliche Lösung erfordert daher eine deutlich stärkere Finanzierung, die die tatsächlichen Herausforderungen der Kitas berücksichtigt und die Attraktivität des Berufsstandes durch angemessene Wertschätzung steigert, sodass wir mehr Personal anziehen und langfristig halten können Der simple Stellenausbau wäre somit nicht die vollumfängliche Lösung.
Beispiel 2: Mangelnde Sprachentwicklung bei Kleinkindern
Ein weiteres Beispiel betrifft die mangelnde Sprachentwicklung bei Kindern vor dem Eintritt in das Grundschulalter. Politiker:innen neigen dazu, dieses Problem mit der Multilingualität vor Ort zu verknüpfen und fordern zuletzt sogar teilweise Einschränkungen im Bereich der Migration. Allerdings weisen pädagogische Fachkräfte seit Jahren darauf hin, dass sie unter den aktuellen Bedingungen ihr Bildungsangebot teilweise nicht vollständig ausführen können. Das pädagogische Fachpersonal leidet unter der Unterfinanzierung, die zu personellen Problemen und Überlastung führt, was wiederum die gezielte Förderung einzelner Kinder beeinträchtigt. Das dies symptomatisch in den Förderungsständen der Kinder sichtbar wird, war lediglich eine Frage der Zeit. Die eigentliche Lösung liegt erneut in einer deutlich stärkeren Finanzierung, die die finanziellen Bedürfnisse an die tatsächlichen Herausforderungen anpasst, dem Fachkräftemangel entgegenwirkt und gezieltere Förderungen zulässt.
Diese Beispiele sind lediglich zwei von vielen, die verdeutlichen, wie eine unzureichende Kommunikation mit den betroffenen Akteuren zu Trugschlüssen, falschen Lösungsansätzen und letztlich auch Fehlinvestitionen führt. Diese Situation ähnelt dem schnellen Überstreichen einer maroden Wand, ohne den eigentlichen Schaden an der Struktur zu beheben. Obwohl einige Lösungsansätze zunächst vielversprechend erscheinen mögen, bleibt das zugrundeliegende Problem ungelöst. Das temporäre "Lösen" der Situation erlaubt der eigentlichen Problematik sich weiter auszubreiten, was langfristig zu weitaus größeren Schäden und umfangreicheren Kosten führen kann. Eine effektive Lösung erfordert eine tiefgreifende Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern und den Kita-Experten. Die Schaffung von Plattformen für regelmäßigen Austausch, die direkte Einbindung der Fachkräfte in Entscheidungsprozesse und die aktive Integration ihrer Perspektiven in politische Diskussionen sind von entscheidender Bedeutung. Unser Verband setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die freien Kitaträger, die wir vertreten, in ihren Bedürfnissen wahrgenommen, gehört und anerkannt werden. Wir nehmen es positiv zur Kenntnis, dass wir nun mehr in entsprechende Dialoge eingebunden werden. Dies repräsentiert symbolisch einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Wir möchten an dieser Stelle jedoch ebenso vehement betonen, dass diese Dialoge weit über die Symbolik hinausgehen müssen, um hier tatsächlich etwas zu bewirken. Ein ehrlicher Austausch, und insbesondere die Offenheit sich hier mit den Herausforderungen tatsächlich zielgerichtet auseinandersetzen zu wollen, ist absolut von Nöten, um schlussendlich auch tatsächliche, realistische Lösungen zu formen.
Nur durch eine enge Zusammenarbeit kann eine frühkindliche Bildungspolitik entwickelt werden, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird und langfristig positive Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.
Die Kunst des Zuhörens: Senatorin Günther-Wünsch bittet zum Kita-Gipfel
Der bevorstehende Kitagipfel am 27.11.2023 in Berlin steht als entscheidender Moment für die frühkindliche Bildung in Berlin bevor. Senatorin Günter-Wünsch setzt hiermit ihr Versprechen als neu ernannte Jugendsenatorin um, indem sie allen involvierten Stakeholdern im Bereich der frühkindlichen Bildung die Möglichkeit bietet, den aktuellen Stand zu evaluieren und gemeinsam bedeutende Lösungsansätze zu erarbeiten.
Die große Kunst des Hinhörens: Der erste Schritt zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung liegt im Zuhören bei den richtigen Akteuren
Der bevorstehende Kitagipfel am 27.11.2023 in Berlin steht als entscheidender Moment für die frühkindliche Bildung in Berlin bevor.
Senatorin Günther-Wünsch setzt hiermit ihr Versprechen als neu ernannte Jugendsenatorin um, indem sie allen involvierten Stakeholdern im Bereich der frühkindlichen Bildung die Möglichkeit bietet, den aktuellen Stand zu evaluieren und gemeinsam bedeutende Lösungsansätze zu erarbeiten.
Die Vergangenheit zeigt bedauerlicherweise, dass solche wichtigen Gelegenheiten versäumt wurden, was zu vorhersehbaren und schwerwiegenden Konsequenzen führte.
Ein herausragendes Beispiel hierfür ist die Sachkostenpauschale als Teil über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen (RV Tag) in Berlin. Ursprünglich entwickelt, um die Finanzierung von frühkindlichen Einrichtungen langfristig sicherzustellen, erwiesen sich diese Teile dieser Pauschale in den folgenden Jahren als wesentlicher Engpass.
Finanzkonzepte benötigen regelmäßige Anpassungen an aktuelle Bedürfnisse, eine Überprüfung, die trotz offensichtlicher Veränderungen, einschließlich wirtschaftlicher Aspekte, wiederholt versäumt wurde.
Erst 2017 wurde eine Gestehungskostenanalyse in Auftrag gegeben, die zeigte, dass Kitas mit einer Unterfinanzierung von fast 30% zu kämpfen hatten, hauptsächlich aufgrund stark gestiegener Mietkosten, die in der Sachkostenpauschale nicht berücksichtigt wurden.
Insbesondere kleinere und mittelgroße Kitaträger litten unter höheren Mietkosten im Vergleich zu größeren Institutionen.
Trotz dieses neuen Wissens ignorierten die damaligen Akteure in der Senatsverwaltung und ihre ausgewählten Verhandlungspartner im Rahmen ihrer 2017 laufenden Verhandlungen zur Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen (RV Tag) diese dramatische Unterfinanzierung und schufen nur eine Teilreparatur.
Es erfolgte für den Zeitraum von 2018 bis 2021 eine leichte stufenweise Erhöhung der Sachkostenpauschale um insgesamt 10%, doch konnte die massive Unterfinanzierung bei weitem nicht kompensiert werden.
Die kleinen und mittelgroßen freien Kitaträger hatten weiterhin mit steigenden Gewerbemiet- & Immobilienunterhaltungskosten und zunehmend schwieriger werdenden Rahmenbedingungen zu kämpfen.
Einzig der VKMK reagierte auf diese Herausforderungen, indem er mit seiner Expertengruppe eine nachhaltige Lösung entwickelte: die "Clusterlösung".
Basierend auf dem Grundgedanken der Hamburger Finanzierungskonstruktion integriert die "Clusterlösung" eine differenzierte Betrachtung der IST-Situation der Gewerbeflächen der jeweiligen Kita-Träger in die Ausgestaltung der Sachkostenpauschale. Durch die Unterstützung verschiedener Abgeordneter des Berliner Abgeordnetenhauses konnten weitere relevante Daten zu den Bruttomietzinsen für soziale Träger in landeseigenen Wohnbaugesellschaften erfragt werden.
Hierbei ergab sich, dass die Mietzinsen für Gewerbeflächen der landeseigenen Wohnbaugesellschaften im Durchschnitt über 10 Euro pro Quadratmeter lagen, während die Kita-Träger lediglich eine Finanzierung von etwa 5 Euro pro Quadratmeter erhielten. Diese Diskrepanz verdeutlichte bereits damals die erheblichen finanziellen Herausforderungen, denen die betroffenen Einrichtungen gegenüberstanden.
Herausforderungen, die in den vergangenen Jahren zunehmend zu Lasten der Fachkräfte gingen.
Um dem Scheinargument- Phänomen der "Miethaie" und des " Miet-Monopoly" entgegenzuwirken, integrierte der VKMK in seine "Clusterlösung" das Modell einer wiederkehrenden Abfrage des Bruttomietzinses pro Quadratmeter bei landeseigenen Wohnbaugesellschaften. Dieser Wert dient als Grundlage für die Einberechnung in die Sachkostenpauschale, um den Einrichtungen eine finanzielle Grundlage zu bieten, die ihren tatsächlichen Herausforderungen gerecht wird.
Diese konkreten Beispiele unterstreichen nicht nur unsere langjährige Arbeit und Bemühungen, realistische Lösungsansätze zu bieten, sondern auch den gravierenden politischen Fehler, betroffene Akteure unzureichend zu berücksichtigen.
„Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, betont: "Wir bieten der Jugendsenatsverwaltung seit Jahren fundierte Lösungen an. Unser Clustermodell ist ein solcher gezielter Lösungsansatz, der jedoch in den Jahren der SPD-Ressortverantwortung ignoriert wurde. Lösungen, die betroffene Stakeholder nicht angemessen einbeziehen, führen letztlich immer zu höchsten Gerichtsurteilen, die dann eine Unverhältnismäßigkeit bis hin zur Verfassungswidrigkeit im Handeln der Jugendsenatsverwaltung attestieren.“
Die konzertierte Anstrengung von Senatorin Günter-Wünsch gemeinsam mit allen Interessengruppen in einen Dialog einzutreten, verspricht langfristige Fortschritte in der effizienten Ressourcennutzung und nachhaltigen Verbesserungen im Bereich der frühkindlichen Bildung.
#NeustartBildungJetzt - Gemeinsam zum Ziel.
Um Veränderungen in Gang zu setzen, sind Kommunikation, die Bündelung von Kräften und die gemeinsame Entfaltung von fokussierter Energie unerlässlich. Dies gilt nicht nur innerhalb unseres Verbandes und im Zusammenwirken mit den Trägern, sondern auch darüber hinaus. Wir schätzen einen regen Austausch, die Unterstützung unserer Ziele und die Möglichkeit, uns mit Initiativen zu verbinden, die unsere Werte teilen. Wir freuen uns somit mitteilen zu können, dass wir die Initiative #NeustartBildungJetzt aktiv unterstützen, da sie unsere Überzeugungen und Bestrebungen ebenso repräsentiert und eine lebendige Zusammenarbeit in Richtung einer verbesserten frühkindlichen Bildung fossiert.
Um Veränderungen in Gang zu setzen, sind Kommunikation, die Bündelung von Kräften und die gemeinsame Entfaltung von fokussierter Energie unerlässlich. Dies gilt nicht nur innerhalb unseres Verbandes und im Zusammenwirken mit den Trägern, sondern auch darüber hinaus. Wir schätzen einen regen Austausch, die Unterstützung unserer Ziele und die Möglichkeit, uns mit Initiativen zu verbinden, die unsere Werte teilen. Wir freuen uns somit mitteilen zu können, dass wir die Initiative #NeustartBildungJetzt aktiv unterstützen, da sie unsere Überzeugungen und Bestrebungen ebenso repräsentiert und eine lebendige Zusammenarbeit in Richtung einer verbesserten frühkindlichen Bildung fossiert.
Worum geht es?
#NeustartBildungJetzt ist ein Zusammenschluss aus Stiftungen, Verbänden und Gewerkschaften und appelliert eindringlich an den Bundeskanzler, den Senat und die Regierungschefs der Länder, einen Nationalen Bildungsgipfel einzuberufen, um den dringend benötigten Reformprozess in der Bildung zu starten. Der Nationale Bildungsgipfel sollte den Auftakt zu einem kontinuierlichen Dialog- und Reformprozess mit gemeinsamen Arbeitsstrukturen markieren. Dabei müssen sich alle relevanten Akteure auf gemeinsame Ziele sowie geeignete Maßnahmen verbindlich einigen und darauf hinwirken, diese in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung pragmatisch, lösungsorientiert und entschlossen umzusetzen. Denn nur mit vereinten Kräften kann der Neustart in der Bildung als elementare Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gelingen.
Was wird gefordert?
Die gravierenden Probleme im deutschen Bildungssystem beeinflussen die Bildungsrechte eines jeden Kindes und Jugendlichen und haben tiefgreifende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Leistungsdefizite, Chancenungleichheit und Fachkräftemangel sind nur einige der akuten Herausforderungen, die das deutsche Bildungssystem beeinflussen. Die Alarmsignale sind längst unverkennbar. An den Grundschulen gehen die Leistungen seit Jahren zurück, vor allem in den Basiskompetenzen Lesen, Schreiben, Zuhören und Rechnen. Auch an den weiterführenden Schulen sinkt das Leistungsniveau auf allen Ebenen dramatisch. Der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss bleibt hoch. Zugleich wächst die Zahl junger Menschen, die im Berufsleben den Anschluss verlieren. (Mehr als eine halbe Million junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren gehen weder einer Arbeit noch einer schulischen oder beruflichen Ausbildung nach.)
Frühkindliche Bildung spielt hierbei eine entscheidende Rolle in dieser Problematik. Sie bildet das Fundament für den späteren Bildungsweg und hat einen nachhaltigen Einfluss auf die individuelle Entwicklung jedes Kindes. (Mehr Informationen hierzu.) Daher ist es von großer Bedeutung, frühzeitig in Bildung und Betreuung zu investieren, um Chancengleichheit zu fördern.
Bildung soll den jungen Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung helfen und Orientierung bieten. Sie soll es ihnen ermöglichen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, an der Gesellschaft teilzunehmen und diese mitzugestalten. Sie soll ihnen die Kompetenzen vermitteln, um in der immer komplexeren Arbeitswelt ihren Platz zu finden. Bildung ist die Grundlage für wirtschaftlichen Wohlstand, Innovationskraft und die Zukunftsfähigkeit unserer demokratischen Gesellschaft. Daher benötigen wir #NeustartBildungJetzt.
Was ist das Ziel?
Es ist erforderlich, jetzt die Weichen für ein leistungsfähigeres, begabungs- und chancengerechteres Bildungssystem zu stellen. Um den dringend benötigten Reformprozess herbeizuführen, braucht es eine Initialzündung auf höchster politischer Ebene. Ein Nationaler Bildungsgipfel wäre das starke Signal, die Bildung endlich an die höchsten Instanzen zu tragen. Der Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder haben das nötige Gewicht, um gemeinsam mit den Bildungs-, Wissenschafts- und Jugendministerinnen und -ministern von Bund und Ländern, Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildungspraxis, Zivilgesellschaft sowie Eltern, Kinder und Jugendliche zusammenzubringen.
Gemeinsam stark.
Der VKMK ist selbst seit Jahren aktiv im Austausch mit Trägern und politischen Akteuren, um hier eine deutliche, zukunftsorientierte Verbesserung anzustreben. Sowohl wir als auch unsere Mitglieder engagieren sich in Dialogen und Diskussionen zur Zukunft unserer Bildungssysteme. Umso erfreulicher ist es für uns, in diesen Vorhaben gestärkt arbeiten zu können durch die Vernetzung mit ebensolchen Initiativen, wie #NeustartBildungJetzt. Es ist an der Zeit, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen zu fördern, denn die Zukunft unserer Gesellschaft hängt maßgeblich davon ab. Wir sind stolz, aktiv unsere Stimme zu erheben und unsere Kräfte zu bündeln, um positive Veränderungen in der Bildungslandschaft herbeizuführen.
Mehr Informationen
Für mehr Informationen: https://neustart-bildung-jetzt.de
Der Bildungsgipfel 2023 - Eine Chance für den benötigten Weckruf?
“Bildung muss eine Chance für alle sein - unabhängig von der sozialen Herkunft” Ein Versprechen, das sich in den Zahlen und Statistiken bisweilen nicht wiederfinden lässt. Kann der diesjährige Bildungsgipfel als Weckruf dienen?
Diesen Dienstag, 14.03.2023 und Mittwoch, 15.03.2023, findet der Bildungsgipfel 2023 in Berlin statt, der als eine Erneuerung des Aufstiegs-Versprechen dienen soll:
“Bildung muss eine Chance für alle sein - unabhängig von der sozialen Herkunft”. - Ein Versprechen, das sich in den Zahlen und Statistiken bisweilen nicht wiederfinden lässt.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung äußerte sich ernüchtert: “Die Ergebnisse der jüngsten Untersuchungen zum Kompetenzstand von Kindern und Jugendlichen sind alarmierend. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist nach wie vor zu hoch.”
Neue Wege müssen beschritten werden, alte hinter sich gelassen, und man solle auch den Mut finden, auszuprobieren, um dem Versprechen auf Bildungschancen endlich Taten folgen zu lassen - so das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Berlins Bildungsministerin zitierte zum Auftakt eine Zeile aus dem Film “Sonne und Beton”:
“Manche starten drei Meter vor dem Ziel, andere starten mit drei Bleisäcken, 10 Meter vor dem Start.”
Bei so viel Einsicht dem aktuellen Ist-Zustand gegenüber, so viel Anerkennung der gesellschaftlichen Unterschiede, die Bildungsgleichheit nur dann umsetzbar werden lässt, wenn die individuellen, mannigfaltigen Herausforderungen mit einbezogen werden, ist es stark verwunderlich, dass hier im Vorfeld nicht jene stark mit einbezogen wurden, die vor Ort sind - sich mit den Problemfeldern tagtäglich auseinandersetzen und transparenten Einblick geben können, woran es mangelt und wo starker Bedarf umgehend gedeckt werden sollte.
Der Bildungsgipfel stieß bereits vor dem Auftakt auf scharfe Kritik. In einem gemeinsamen Appell äußerten sich 50 Stiftungen, Verbände, Gewerkschaften und Bildungsträger zu dem Treffen und betitelten dieses als zu “unambitioniert.” Hessens Schulminister sprach von Unprofessionalität.
Bei einer Vielzahl an Herausforderungen, denen sich sämtliche Bildungsinstitutionen, völlig gleich dem Altersabschnitt, tagtäglich stellen müssen, ist ein Mangel an Qualität in der Bildungsvermittlung schon immer eine Frage des “wann?” gewesen. Und dieses “wann” ist nun einmal schon lange angekommen, eingetreten und hat sich in den Einrichtungen breit gemacht.
Wir hoffen, dass nicht nur die scharfe Kritik, sondern auch die Diskussionen, Gespräche, Erkenntnisse der kommenden 2 Tage, hier zumindest ein Augenöffnen bewirken und endlich erkenntlich machen:
Chancengleichheit und erfolgreiche Bildung sind eine Investitions-Frage.
Gute Investitionen können nur dann umgesetzt werden, wenn die betroffenen Akteure direkt in den Prozess integriert werden. Nur so können wir die Problemfelder offen betrachten und Lösungen finden, die nicht nur temporär, sondern von Dauer sind.
Wie können wir hoffen, Bildungschancen endlich gerecht umzusetzen, wenn wir nicht einmal dem Vorhaben, hier vernünftig zu agieren, die gerechte Chance einräumen, die es nun einmal benötigt?
Die Bildungsinstitutionen verdienen eine Chance gehört zu werden, integriert zu werden, an der Umsetzung beteiligt zu sein. Nur so lässt sich die Chance auf Bildungsgleichheit langfristig umsetzen.
Warme Worte statt finanzieller Mittel
Ein Bereich, der seit Jahren systematisch tot gespart wurde, ist nun am
Ende seiner Kapazität angekommen. Warme Worte und Augenverschließen an dieser Stelle bringen fatale Zukunftsperspektiven mit sich, nicht nur für die Kinder, sondern für uns alle. Um dies zu umgehen, fordern wir ein Zukunftssicherungsprogramm.
Genug geredet. Wo bleiben die Taten?
Wir erinnern uns an den Beginn der Corona-Pandemie; der Notstand
des Pflege,- und Gesundheitspersonals wurde der Allgemeinbevölkerung noch nie so deutlich widergespiegelt, wie damals, als es für die eigene Person relevant wurde.
Es müsse etwas geändert werden, und zwar schnell. Das Thema wurde
groß. Von den Dächern wurde gejubelt und geklatscht, als Dank an das Personal, dessen tägliche Arbeitsleistung viel mehr einer unterbezahlten Aufopferung gleicht.
Und dann? Der Jubel wurde leiser. Das Klatschen ward immer seltener und schließlich gar nicht mehr wahrzunehmen und irgendwann wurde das Thema beiseite gelegt und begraben, noch bevor eine ansatzweise adäquate Lösung gefunden wurde. Es gab neue Themen, die in den Vordergrund gerückt sind.
Der Notstand im Gesundheitssystem ist nach, wie vor, existent.
Nur nicht mehr in den Köpfen derer, die nicht akut davon betroffen sind.
Ähnlich ist es mit der Unterstützung der Kitaträger Berlin.
Es handelt sich hier schon lange nicht mehr um eine komplizierte Lage, die mit etwas Geschick lösbar wäre. Es ist auch das ungeliebte Kind des amtierenden Rot-Grünen Senates. Das Thema, das oftmals nicht einmal mehr Beachtung findet und in vielen Sitzungen sogar unerwähnt bleibt. Vielleicht, weil die
Betroffenen selber wissen; uns sind die Lösungen ausgegangen.
Ein Bereich, der seit Jahren systematisch tot gespart wurde, ist nun am Ende seiner Kapazität angekommen.
Man kann nicht mehr temporär in die Gelder des einen Topfes greifen, um akute Bredouillen zu überstehen; denn die Töpfe sind leer.
Auch hier, wurde zu Beginn der Corona-Pandemie endlich die benötige Aufmerksamkeit generiert und der Gesellschaft fiel stirnrunzelnd auf, dass es zu wenig Räumlichkeiten gibt, zu wenig Personal, zu wenig finanzielle Mittel. Und obwohl es hier nicht zu Applaus und großen Danksagungen an die Kindertagesstätten kam, so kam es zumindest zu einer neuen Beachtung und Priorisierung, auch auf politischer Ebene.
Es solle sich etwas ändern; Gelder müssen beschaffen und neu verteilt werden. Auch hier; warme Worte. An diese Worte haben sich die Kitaträger
verzweifelt gehalten. Schliesslich gaben sie Hoffnung. Diese Hoffnung wich nun der kalten Realität: Der Senat hat beschlossen, die Kitaträger in Berlin vorerst nicht bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Vielmehr lässt man sie mit den enormen Kostenexplosionen alleine, auf sich gestellt.
Die Haushaltsgelder hier würden nicht einmal an die aktuell stark angestiegenen Inflationsrate angeglichen werden. Während Unterstützungen im Fern,- oder Nahverkehr generiert werden, findet keine Unterstützung vor Ort, in Berlin, bei der Generation statt, die unser Zukunftsträger ist.
Die Kitaträger stehen vor einer inflationären und strukturellen Mehrbelastung bei 0 Euro Zuschuss.
Wie soll frühkindliche Bildung funktionieren, geschweige denn erfolgreich umgesetzt werden, wenn die finanziellen Mittel hierfür einfach nicht zur Verfügung gestellt werden?
Wie soll man Kindern ausreichend Zukunftsperspektiven und Entwicklungschancen geben, wenn wir nicht einmal beantworten können, wie wir alle ausreichend sättigen können, mit viel zu wenig Verpflegungsgeld?
Wie sollen wir Bildung fördern können, mit viel zu wenig Personal?
Und wie sollen wir qualifiziertes Personal langfristig halten können, wenn ihre Perspektiven Überbelastung und Unterbezahlung sind?
Viel zu lange schon wird den Kitaträgern nichts als warme Worte angeboten.
Wir fordern, dass endlich Taten folgen.
Die Kinder von heute sind die Zukunft von morgen. Und deren Entwicklungs,- und Entfaltungsmöglichkeiten, werden uns spätestens dann in der eigenen Realität einholen, wenn sie zu der nächsten aktiven steuerpflichtigen Generation herangewachsen sind. Warme Worte und Augenverschließen an dieser Stelle bringen fatale Zukunftsperspektiven mit sich, nicht nur für die Kinder, sondern für uns alle.
Um dies zu umgehen, fordern wir ein Zukunftssicherungsprogramm.
Die Kitaträger müssen endlich die benötigte finanzielle Förderung
erhalten, die ihnen schon lange versprochen wurde.
Wir fordern ein Ende der Bildungsmisere
Wir fordern ein Ende der Bildungsmisere
Um all dieser Probleme Herr zu werden, müssen alle Beteiligten miteinander reden. So einfach das auch klingen mag, es ist eines der größten Probleme ……
Ein Beitrag von Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, zur Lage der frühkindlichen Bildung in Berlin
Mit dem Beginn der anstehenden parlamentarischen Beratungen zum Nachtragshaushalt 20/21 möchte ich die Position des VKMK noch einmal deutlich machen.
Bereits seit der Kita-Geschäftsführer-Runde mit der Bildungssenatorin am 25. November letzten Jahres sind die folgenden Probleme allen Beteiligten bekannt. Für das nun abgelaufene Kita-Jahr wurden tausende angedachte Plätze zu wenig geschaffen. Das ergibt nach den Planungen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie einen Kita-Platz-Mangel von 20.000 Plätzen für das Jahr 2020/2021. Der Versuch, durch die Einrichtung eines Kita-Navigators den Mangel an Plätzen zu verschleiern, ist kläglich gescheitert und hat lediglich für zusätzlichen Frust bei den Eltern und Kita-Trägern gesorgt.
Bedauerlicherweise bilden diese traurigen Fakten noch nicht das gesamte Bild der Berliner Bildungsmisere ab. Bei den Bemühungen der Freien Träger, zusätzliche Kitaplätze zu schaffen, tritt die Senatsverwaltung als größtes Hindernis in Erscheinung. Allein in unserem Verband konnten 700 Kitaplätze aufgrund überlasteter Behörden nicht realisiert werden - auch die versprochene Verwaltungsreform konnte hierbei noch keine Abhilfe schaffen. Als trauriger Höhepunkt gingen dem Senat dann auch noch die Fördermittel aus.
Für den Doppelhaushalt 20/21 wurden im Bereich Kita allein 80 Millionen Euro (sog. Pauschale Minderausgaben) an Einsparungen eingeplant. Wo dieses Geld eingespart werden soll, ist bislang noch völlig unklar. Bei einer derzeitigen Unterfinanzierung der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger von 30% sind alle weiteren Einsparungen eine existenzielle Bedrohung für die frühkindliche Bildung in Berlin. Leider sieht es so aus, dass erneut der Rot-Rot-Grüne Senat lieber Flickschusterei betreiben möchte, anstatt mit einem notwendigen mehre hunderte Millionen Euro schweren zukunftsweisenden Bildungs-Nachtragshaushalt Abhilfe schaffen möchte. Die bisher veranschlagten 33 Millionen Euro Fördermittel zum Kitaplatzausbau decken lediglich ein Viertel der benötigen Gelder ab - in diesem Punkt stimmen wir mit den Berechnungen anderer Verbände vollkommen überein.
Wir müssen reden - und endlich erfolgreich handeln!
Um all dieser Probleme Herr zu werden, müssen alle Beteiligten miteinander reden. So einfach das auch klingen mag, es ist eines der größten Probleme auf Seiten des Senats. Allein in den letzten 20 Wochen, einer kritischen Phasen für die Kita-Betreiber, war die Kommunikation der Behörden ein komplettes Desaster. Maßnahmen und Vorgaben wurden nur kurzfristig, zum Teil erst über die Medien, bekannt gegeben und Trägerschreiben erscheinen regelmäßig mit Verspätung.
Wir brauchen lösungsorientierte Gespräche. Aber vor allem brauchen wir ein schnelles und beherztes Umsetzen von Maßnahmen, die auch tatsächlich die bekannten Probleme lösen können. Die ewige Flickschusterei im Bildungssektor muss endlich aufhören. Mit der frühkindlichen Bildung in den Berliner Kitas steht und fällt das gesamte Bildungssystem, mit all seinen Auswirkung auf die Wirtschaft sowie Gesellschaft im Allgemeinen. Berlin kann und darf sich diese Spar-Politik nicht leisten.