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Brand vor Berliner Kita: Rauch, Ruß und die Sorge um das Wohl der Kinder

Am 21.05.2025 geriet in Berlin Oberschöneweide direkt vor einer Kita ein parkendes Auto in Brand. Die Flammen griffen auf ein weiteres Fahrzeug sowie drei umstehende Bäume über. Die Brandursache ist bislang unklar - die Folgen für die Kita jedoch erheblich.  

Am 21.05.2025 geriet in Berlin Oberschöneweide direkt vor einer Kita ein parkendes Auto in Brand. Die Flammen griffen auf ein weiteres Fahrzeug sowie drei umstehende Bäume über. Die Brandursache ist bislang unklar - die Folgen für die Kita jedoch erheblich.  

Betroffen ist eine Kita des Trägers Berliner Traumzauberland, Mitglied im VKMK - Der Kitaverband. Durch geöffnete Fenster drangen Rauch und Ruß in die Innenräume der Kita. Zwar gab es keine Verletzte, doch die Sorgen sind dennoch groß: “Wir machen uns natürlich Gedanken um das gesundheitliche Wohlbefinden der Kinder sowie unserer Kolleginnen und Kollegen, da nach wie vor die Gefahr besteht, Schadstoffe, ausgelöst durch den Brand, einzuatmen und gesundheitliche Folgen wie Husten, Reizungen im Hals oder belegte Schleimhäute davonzutragen.” erklärt Ulli Pietsch, Leiterin der Kita. 

Auch psychisch belastet das Ereignis Kinder wie Fachkräfte: “Wir spüren eine hohe psychische Anspannung. Viele Fragen sind noch offen und es herrscht Verunsicherung. Viele Kinder haben das Erlebte noch nicht vollständig verarbeitet - das Thema beschäftigt sie emotional sehr. Um diese Eindrücke aufzuarbeiten, ist intensive pädagogische Begleitung notwendig. Wir begleiten sie sensibel, stärken ihr Sicherheitsgefühl und geben Raum für Fragen, Sorgen und Gesprächen.” so Frau Pietsch weiter.   

Die Räume der Kita waren in der Folge zunächst nicht mehr nutzbar. Am Tag des Brandes musste der Betrieb kurzfristig in den Garten verlegt werden, anschließend blieb die Einrichtung für fünf Tage - drei Werktage und das folgende Wochenende - geschlossen. Inzwischen ist die Kita wieder geöffnet. Zahlreiche Spiel- und Einrichtungsmaterialien, Bücher, langjährig gepflegte Dokumentationen sowie persönliche Gegenstände von Kindern und Mitarbeitenden wurden durch den Rauch stark beschädigt oder vollständig zerstört und mussten entsorgt werden. 

Die Wiederaufnahme des pädagogischen Alltags stellt das Team vor große Herausforderungen: “Auch nach der Wiedereröffnung haben wir viele zusätzliche Aufgaben zu bewältigen.” berichtet Kitaleiterin Ulli Pietsch. “Wir koordinieren die Kommunikation mit Behörden, Versicherungen und Handwerksbetrieben. Wir müssen Wäsche reinigen, jedes einzelne Spielzeug, Böden, Decken, Fenster, Wände und Möbel. Gleichzeitig gilt es, Übergangslösungen zu schaffen, zerstörte Materialien zu ersetzen und die Kita im Grunde neu einzurichten.” Hinzu kommen viele Unsicherheiten: Es fehlen klare Orientierungshilfen seitens der Kita-Aufsicht, beispielsweise zu Anhaltspunkten oder Abläufen in solchen Krisensituationen. Auch bezüglich der Kostenübernahme durch die Versicherung herrschte lange Unklarheit. Nun hat sie in dieser Woche der Übernahme der Kosten für das entsorgte Inventar zugestimmt. 

Gleichzeitig ist es der Kita ein großes Anliegen, den Kindern trotz der schwierigen Umstände einen stabilen und liebevollen Alltag zu ermöglichen. “Auch das erfordert viel Kraft, Flexibilität und zusätzliche Arbeit", betont Kita-Leiterin Ulli Pietsch. “Wir sind sehr dankbar, dass das gesamte Team mit großem persönlichen Einsatz weit über die reguläre pädagogische Arbeit hinausgeht - oft auch über die eigentliche Arbeitszeit hinaus.” Auch der Träger hat schnell und unbürokratisch reagiert: “Er war sofort ansprechbar, kam zur Beratung vor Ort und beauftragte umgehend eine Firma für die Brandsanierung.” Eine weitere wichtige Stütze ist die Elternschaft: “Das Verständnis, die Geduld und die Unterstützung der Familien bedeuten für uns eine große Erleichterung”, so Frau Pietsch.

Auch der VKMK - Der Kitaverband zeigt sich bestürzt über das Geschehene. Nachdem der Verband durch sein Mitglied Berliner Traumzauberland über den Vorfall informiert wurde, äußert sich Geschäftsführer Lars Békési: “Die Auswirkungen eines solchen Ereignisses sind nicht zu unterschätzen - weder für die Kinder noch für die Eltern, unsere Pädagoginnen und Pädagogen sowie den Träger. Wir wünschen allen Betroffenen viel Kraft und stehen ihnen in dieser herausfordernden Zeit zur Seite.”

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BEOKiz in Berliner Kitas startet: Kitaverband VKMK drängt auf beschleunigte Digitalisierung des neuen Verfahrens

Wie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gestern öffentlich in einer Pressemitteilung bekannt gab, beginnt mit diesem Kita-Jahr die berlinweite Implementierung des BEOKiz-Verfahrens. Das BEOKiz-Verfahren stellt ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur ganzheitlichen und umfassenden Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklungs- und Lernstände dar.

Wie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gestern öffentlich in einer Pressemitteilung bekannt gab, beginnt mit diesem Kita-Jahr die berlinweite Implementierung des BEOKiz-Verfahrens. Das BEOKiz-Verfahren stellt ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur ganzheitlichen und umfassenden Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklungs- und Lernstände dar. Grundlegendes Ziel dieses Verfahrens ist es, zum einen ein vereinheitlichtes und vereinfachtes Evaluationssystem zu etablieren, das einen größeren Bezug zum Berliner Bildungsprogramm aufweist als bisherige Verfahren. Zum anderen soll durch BEOKiz eine bessere Anschlussfähigkeit der Bildungsinhalte an die Grundschule gewährleistet werden.

Das BEOKiz-Verfahren soll ab diesem Kita-Jahr in etwa 500 Kitas in Berlin eingeführt werden und ersetzt damit bisherige Verfahren, wie das umfangreiche Sprachlerntagebuch sowie die bereits im Jahr 2020 von der Köller-Kommission als defizitär eingestufte Statuserhebung QuaSta, die bislang vor der Einschulung durchgeführt wurde. Laut der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie wird der vollständige Implementierungsprozess bis zum Kita-Jahr 2027/2028 abgeschlossen sein.

Der Kitaverband VKMK begrüßt die Einführung des BEOKiz-Verfahrens und sieht darin einen großen Mehrwert. Dennoch erkennt der Verband auch Schwachstellen, die es zu verbessern gilt. Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK, betont: „Die Intention des BEOKiz-Verfahrens, eine entlastende und erfolgreiche Erfassung der Entwicklungs- und Lernprozesse der Kinder zu ermöglichen, kann nur durch eine Digitalisierung des Verfahrens erfolgreich umgesetzt werden. Jedoch ist eine digitale Version erst ab 2028 geplant.“ Bis dahin müssen die pädagogischen Fachkräfte weiterhin Papierbögen ausfüllen, was zu einem erhöhten bürokratischen Aufwand im Kita-Alltag führt. Auch der Übergang von der Kita zur Grundschule wird durch die analoge Vorgehensweise nicht wesentlich erleichtert. „Die papierbasierte Dokumentation der Entwicklungsstände und der Förderung der Kinder erschwert die Weitergabe wichtiger Informationen an die Schulen. Wenn pro Kind mehrere Ordner anfallen, besteht das Risiko, dass nicht alle relevanten Unterlagen dort ankommen. Sollte das passieren, war die gesamte Dokumentation letztlich umsonst“, so Békési.

Aus Sicht des VKMK bietet das BEOKiz-Verfahren einen wertvollen Schritt in die richtige Richtung, um die Qualität der Entwicklungs- und Lernstandserfassung in Berliner Kitas zu verbessern. Allerdings sieht der Verband dringenden Handlungsbedarf in der beschleunigten Digitalisierung des Verfahrens. Eine zeitnahe Umsetzung der digitalen Lösung ist daher unerlässlich, um das volle Potenzial von BEOKiz auszuschöpfen.

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Ein Jahr schwarz-roter Koalition in Berlin: Bürokratieabbau in der frühkindlichen Bildung bleibt ein unerfülltes Versprechen

Vor einem Jahr wurde der gemeinsame Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD unterzeichnet, womit seitdem ein schwarz-roter Senat die Regierungsgeschäfte in Berlin führt. Innerhalb dieses Jahres haben sich signifikante positive Entwicklungen ergeben, insbesondere im Bereich der Kommunikation. Anstatt unilateral zu entscheiden, werden wichtige Stimmen nun angehört und aktiv in Entscheidungsprozesse integriert. Der Kitaverband VKMK betrachtet dabei Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch als maßgeblich für die Verbesserung der Zusammenarbeit im Bereich der frühkindlichen Bildung, da sie eine erfolgreiches und respektvolles Miteinander zwischen Verband und der politischen Ebene ermöglicht. Trotz dieser Fortschritte steht der schwarz-rote Senat bis dato nach wie vor vor der scheinbar unüberwindbaren Aufgabe, die fest verankerten bürokratischen Strukturen in Berlin zu lockern. 

Vor einem Jahr wurde der gemeinsame Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD unterzeichnet, womit seitdem ein schwarz-roter Senat die Regierungsgeschäfte in Berlin führt. Innerhalb dieses Jahres haben sich signifikante positive Entwicklungen ergeben, insbesondere im Bereich der Kommunikation. Anstatt unilateral zu entscheiden, werden wichtige Stimmen nun angehört und aktiv in Entscheidungsprozesse integriert. Der Kitaverband VKMK betrachtet dabei Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch als maßgeblich für die Verbesserung der Zusammenarbeit im Bereich der frühkindlichen Bildung, da sie eine erfolgreiches und respektvolles Miteinander zwischen Verband und der politischen Ebene ermöglicht. Trotz dieser Fortschritte steht der schwarz-rote Senat bis dato nach wie vor vor der scheinbar unüberwindbaren Aufgabe, die fest verankerten bürokratischen Strukturen in Berlin zu lockern. 

Deutschland, und insbesondere Berlin, leiden unter dem berechtigten Ruf der überbordenden Bürokratie. Tagtäglich sehen sich Bürger*innen und Unternehmen mit komplexen und zeitraubenden bürokratischen Prozessen konfrontiert. Ein symbolisches Beispiel dieses Bürokratiemonsters in Berlin sind die langen Wartezeiten für die Online-Terminbuchungen in den Bürgerämtern. Auch der Bau des Hauptstadtflughafens veranschaulicht die langwierigen Prozesse, die in sämtlichen Bereichen der Stadt zu finden sind. Dass dies den Arbeitsablauf und den Fortschritt beeinträchtigt, ist auch dem Senat bewusst. Als Reaktion auf diese Herausforderung hat er das Vorhaben einer Bürokratieentlastung ins Leben gerufen, wobei die Digitalisierung als Schlüssel zur Reduzierung bürokratischer Hürden betrachtet wird. Trotz klar definierter Pläne und Maßnahmen bleibt die Umsetzung in einigen Bereichen hinter den Erwartungen zurück.

Bürokratische Odysee in der frühkindlichen Bildung

Davon betroffen ist natürlich auch die frühkindliche Bildung. Hier zeigt sich deutlich, dass die erhoffte Entlastung durch Digitalisierung bisher nicht erreicht wurde. Im Gegenteil: Die Einführung digitaler Systeme führte paradoxerweise zu einer Zunahme der Belastung für pädagogische Fachkräfte und Kitaträger. Täglich müssen sie sich auch weiter durch eine Vielzahl verschiedener Dokumente und Formulare kämpfen, um den bürokratischen Anforderungen gerecht zu werden.

Geburtsurkunde und Kita-Gutschein: Ein bürokratischer Spießrutenlauf für Eltern 

Der bürokratische Irrsinn in der frühkindlichen Bildung beginnt für Eltern praktisch schon kurz nach dem Kreißsaal. Um ihr Kind in einer Kita anmelden zu können, benötigen sie eine Geburtsurkunde. Doch diese erhalten Eltern nicht automatisch oder können sie bereits im Krankenhaus beantragen. Stattdessen müssen sie sich zunächst zum zuständigen Standesamt begeben, Formulare ausfüllen und dann bis zu acht Monate auf die Ausstellung der Geburtsurkunde warten. Als ob das nicht schon genug wäre, kommt der bürokratische Hürdenlauf beim Kita-Gutschein hinzu. Dieser muss von den Eltern im Jugendamt beantragt werden, erfordert ein weiteres Formular sowie den Nachweis der Geburtsurkunde und verschlingt einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit. Ein Aufwand, den sich keine der beteiligten Parteien leisten kann und der durch effizientere und durchdachtere Lösungen eigentlich überflüssig wäre.

Die Papierflut im digitalen Zeitalter

Sind die Kinder einmal nach diesem Marathon in der Kita angemeldet, beginnt für die pädagogischen Fachkräfte der bürokratische Albtraum. Ein Beispiel stellt die Dokumentation und Beobachtung der Kinder in ihrer Entwicklung dar. Fast 20 Jahre mussten die Fachkräfte hierfür im sogenannten Sprachlerntagebuch regelmäßig in schriftlicher Form die Dokumentation über die sprachliche Entwicklung der Kinder erheben. Dieses Verfahren, inklusive der vor der Einschulung zu durchführenden Statuserhebung QuaSta wurden bereits 2020 von der Köller-Kommission als defizitär eingestuft. Als Antwort darauf soll in diesem Jahr das BEOKiz-Verfahren eingeführt werden. Neben dem größeren Bezug zum Berliner Bildungsprogramm sollte BEOKiz zusätzlich die Dokumentation und Beobachtung vereinfachen und vereinheitlichen. Doch trotz aller Möglichkeiten der Digitalisierung und der modernen Technologien entschied man sich dafür, BEOKiz vorläufig in Papierform zu implementieren. Eine digitale Version ist erst ab 2028 geplant. Eine Entlastung stellt dies für die Fachkräfte nicht dar, sondern führt stattdessen zu einem erheblichen Mehraufwand. Abgesehen davon erschwert die analoge Dokumentation eine einfache Weitergabe relevanter Informationen beim Übergang zur Schule, wenn für jedes Kind mehrere Ordner an Papier anfällt. 

Digitales Fachverfahren ISBJ-Kita: Zwischen Versprechen und Realität

Um die Verwaltungsaufgaben im Bereich der Berliner Jugendhilfe zu bündeln, wurde vor knapp 20 Jahren die allgemeine Funktion “Integrierte Software Berliner Jugendhilfe (ISBJ)” eingeführt. Die ISBJ fungiert als Dach aller IT-Fachverfahren der Jugendhilfe und ist eine verpflichtende Infrastruktur für Kita-Träger. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Abwicklung verschiedener administrativer Aufgaben, von der An- und Abmeldung von Kindern, über die Berechnung der Elternbeiträge bis hin zur monatlichen Träger-Abrechnung. Obwohl der ursprüngliche Gedanke hinter der ISBJ lobenswert ist, führt die zunehmende Anforderung von Datenerhebungen außerhalb dieser Plattform zu einer Fragmentierung der administrativen Aufgaben anstatt zu einer Bündelung. Erschwert wird die Arbeit mit der ISBJ zudem durch eine Serie von Fehlern, die mit dem letzten großen Update Anfang März 2024 auf der Plattform auftraten. Seitdem häufen sich Probleme, Fehlermeldungen und Störungen. Personaldaten können nicht mehr ordnungsgemäß eingetragen werden, und teilweise werden bereits eingetragene Daten nicht gespeichert. Die Ist-Soll-Werte des Fachpersonals werden völlig falsch angezeigt, was es für die Leitung und die Überprüfung durch die Kita-Aufsicht schwierig macht, eine verlässliche Personalplanung zu erstellen. Auf mehrfache Nachfragen beim Senat, ob einzelner Träger oder unsererseits als Verband bei der zuständigen Senatsverwaltung, wann diese massiven Störungen bereinigt werden sollen, erhalten alle Fragenden immer wieder vertröstende Aussagen. Nunmehr will die SenBJF zum Beginn des nächsten Kita-Jahrs - also August - die vollumfängliche und störungsfreie Nutzung der Integrierten Software Berliner Jugendhilfe (ISBJ) den Kita-Trägern wieder zusichern. Angesichts unserer Erfahrungen der letzten Jahre bleiben wir jedoch skeptisch.

Die bürokratische Fragmentierung für Kita-Träger

Wie bereits angedeutet, wird zunehmend der kluge Pfad der Bündelung und Digitalisierung verlassen und es entstehen wieder vermehrt Nebenschauplätze des Bürokratieauswuchses. Dazu zählen betriebsbezogene Meldungen, Personalmeldungen und Meldungen bei besonderen Vorkommnissen, welche separat und direkt an die entsprechende Kita-Aufsicht in der für Jugend zuständigen Senatsverwaltung gesendet werden müssen, da sie nicht in das ISBJ integriert sind. Die Umständlichkeit dieser Vorgehensweise wird besonders deutlich bei Meldungen über besondere Vorkommnisse. Aufgrund inkompatibler Dateiformate müssen diese manuell ausgedruckt, unterzeichnet, gestempelt und per Fax, Mail oder Post der Kita-Aufsicht zugeschickt werden. Hinzu kommen die Meldungen, die die Träger dem Gesundheitsamt übermitteln müssen. Dabei herrscht eine Uneinheitlichkeit bei den Meldebögen und den inhaltlichen Strukturen der Bezirke zu ein und demselben Themenfeld. Dies wurde besonders während der Corona-Pandemie offensichtlich, da verschiedene Bezirke unterschiedliche Anforderungen und Vorgehensweisen hatten. 

Zusätzlich zu all diesen bürokratischen Meldungen, sind Träger verpflichtet, regelmäßig Statistiken auszufüllen, wie die Kinder- und Jugendhilfestatistik, welche im Anschluss an das Landesamt für Statistik übermittelt werden müssen. Der Kita-Alltag ist somit geprägt von einem Dschungel aus Formularen, Meldungen und Dokumentationen. Die Einführung einer digitalen Lösung wie dem ISBJ war ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch führte sie nicht zur erhofften Bündelung, sondern zu einer massiven Fragmentierung bürokratischer Prozesse. Eine Vereinheitlichung und Digitalisierung all dieser würde nicht nur den Trägern helfen, Zeit zu sparen, sondern auch den Behörden.

Der unsichtbare Zeitfresser Bürokratie

Die Kitaträger des Kitaverbands VKMK stemmen sich von Beginn gegen diese Fragmentierung, indem sie gezielt für ihre Bedürfnisse entwickelte Software-Lösungen einführen. Dennoch zeigt eine Umfrage des VKMK deutlich, dass der Bürokratieauswuchs der letzten Jahre diese geschaffene Effizienzen wieder auffrisst. Im Durchschnitt wird so eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden lediglich für die Abwicklung bürokratischer Prozesse benötigt. Diese Zeit wird nicht durch das Land Berlin refinanziert und fällt letztlich zu Lasten der pädagogischen Arbeit. Die Folgen davon sind regelmäßige Überstunden und Unzufriedenheit beim Personal, da die eigentliche Arbeit mit den Kindern durch all diese Anforderungen zu kurz kommt.

Es bedarf einer ganzheitlichen Strategie, die alle bürokratischen Verfahren eines Kita-Betriebs unter einem Dach vereint und die Prozesse drastisch vereinfacht. Bis dies nicht eingetreten ist, fordert der VKMK daher zusätzlich eine Entlastung des pädagogischen Fachpersonals durch die Einstellung und Finanzierung von kaufmännischem Verwaltungspersonal in Kindertageseinrichtungen. Diese Forderung stellt der VKMK nunmehr ununterbrochen seit sieben Jahren und dennoch wurde sie bis dato nicht richtig umgesetzt. Stattdessen nehmen die Verwaltungsaufgaben stetig zu und die Integration von Verwaltungskräften geschieht nur halbherzig. Zwar plant der Senat nun im Zuge der Verwaltungsreform einen einheitlichen Zuständigkeitskatalog, um die Verwaltung in Berlin effizienter zu gestalten und dem “Behörden-Pingpong” ein Ende zu setzen, doch werden die bürokratischen Aufgaben für Kita-Träger nach wie vor bestehen bleiben, wodurch der Appell an den Senat weiterhin aktuell bleibt. 

Der VKMK fordert das nicht zum Spaß oder aus Eigennutz, sondern aus pädagogischen Gründen, aus Gründen des Gesundheitsschutzes für unsere Beschäftigten und aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen. Wir können den Euro nur einmal ausgeben und daher wollen wir ihn für die Qualität der frühkindlichen Arbeit am Kind und nicht für das Befüllen von Exceltabellen, auszudruckenden Melde-Fragebögen etc. ausgeben. Wir erwarten daher vom Senat ein Ende mit halbherzigen Lösungen oder hausgemachten digitalen Ineffizienzen und stattdessen das Implementieren ganzheitlicher, durchdachter Strategien, die das pädagogisches Fachpersonal spürbar von dem Auswuchs an Verwaltungsarbeiten entlasten. Nur so kann die Qualität der frühkindlichen Betreuung und Bildung verbessert und gewährleistet werden.

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