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Ein kleines Potpourri aus weihnachtlichen Traditionen und Bräuchen weltweit

In den Innenstädten tauchen warme Lichterketten die Straßen in einen funkelnden Glanz, die Schaufenster sind geschmückt mit bunten Sternen und Schneeflocken und Menschen tummeln sich auf den Wintermärkten, um sich mit einer warmen Tasse vor der eisigen Kälte zu schützen - für viele beginnt damit die Weihnachtszeit.

In den Innenstädten tauchen warme Lichterketten die Straßen in einen funkelnden Glanz, die Schaufenster sind geschmückt mit bunten Sternen und Schneeflocken und Menschen tummeln sich auf den Wintermärkten, um sich mit einer warmen Tasse vor der eisigen Kälte zu schützen - für viele beginnt damit die Weihnachtszeit. Eine Zeit voller Besinnlichkeit und Liebe, die allerdings auch nicht zu selten von Stress und Hektik begleitet wird. Und dennoch, wenn man mal von den vollen Gängen in den Supermärkten und dem Druck, das perfekte Geschenk zu finden, absieht, zaubert Weihnachten für viele ein kleines Licht in die dunkle Jahreszeit. Weihnachten wird weltweit auf unterschiedlichste Weise gefeiert: Manche begehen es gar nicht, andere feiern es ohne den christlichen Hintergrund, und wiederum andere pflegen ganz besondere Bräuche und Traditionen rund um dieses Fest. Wir wollen heute mal die faszinierendsten Weihnachtsbräuche in der Welt genauer betrachten.

Merī Kurisumasu (「メリークリスマス」) - Mehr Liebe und Fast-Food in Japan

In Japan ist nur knapp 1% der Bevölkerung christlich geprägt - und dennoch wird auch hier Weihnachten groß gefeiert. Doch wie kam es dazu? Japaner:innen stehen nicht-einheimischen Religionen, Traditionen und Festlichkeiten sehr offen gegenüber. Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs das Interesse in Japan insbesondere gegenüber westlichen Traditionen und Bräuchen, wobei es ihnen das vermutlich größte Fest der christlich geprägten westlichen Welt besonders angetan hat: Weihnachten - die Geburt Christi, das Fest der Liebe. Doch während bei uns der religiöse Hintergrund dieses Festes im Mittelpunkt steht, haben die Leute in Japan Weihnachten als Fest der Liebe übernommen und daraus ihr ganz eigenes, besonderes Fest gestaltet, welches mit unserem Valentinstag vergleichbar ist. Der 24. Dezember wird dabei als ganz normaler Arbeitstag begangen, der Abend jedoch ist dann für die Zeit zu zweit reserviert. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit am japanischen Weihnachtsfest, auch das traditionelle Weihnachtsessen kann Staunen hervorrufen, denn hier kommt an Weihnachten Kentucky Fried Chicken auf den Tisch. Dies ist auf eine augenscheinlich sehr erfolgreiche Marketingkampagne der US-amerikanischen  Fast-Food-Kette aus dem Jahr 1974 zurückzuführen, welche unter dem Slogan “Kurisumasu ni wa Kentakkii” (“An Weihnachten KFC”) ihre Weihnachtsmenüs bewarb. Die Kampagne fand großen Anklang und inzwischen gehört das KFC Weihnachtsmenü in Japan zu Weihnachten wie bei uns Würstchen und Kartoffelsalat und man muss bereits Wochen im Voraus bei KFC bestellen, um an Weihnachten den Festschmaus genießen zu können. 

Feliz Navidad - Weihnachtliches Zocken in Spanien

In Spanien ist Weihnachten für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung eines der bedeutendsten Feste im Jahr, welches ausgiebig im Kreise von Familie und Freunden gefeiert wird. Dabei beginnt die Weihnachtszeit seit 1812 mit einem Brauch, der einem ein kleines Schmunzeln auf die Lippen zaubern kann: Der größte Lotterie der Welt, gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme. Die Ziehung der sogenannten “lotería de navidad” (Weihnachtslotterie) findet in festlicher Atmosphäre am 22. Dezember statt  und wird den ganzen Vormittag von der Bevölkerung verfolgt. Ein unverkennbarer Kinderchor gibt die Gewinnzahlen preis und die Gewinner:innen feiern oftmals fröhlich auf der Straße. Ziel ist natürlich der Hauptpreis, oder auch “el gordo” (der Dicke), wie er in Spanien genannt wird. Doch damit hat das weihnachtliche Glücksspiel in Spanien noch nicht sein Ende. In der “noche buena" (Heiligabend), nachdem am Abend mit der Familie das weihnachtliche Essen verzehrt wurde, darf “la urna del destino” (Urne des Schicksals) nicht auf dem Tisch fehlen. Die Urne enthält kleine Geschenke und Nieten und jeder darf sein Glück dabei versuchen. 

Maligayang Pasko - Die längste Weihnachtszeit auf den warmen Philippinen

Im September, bei durchschnittlich 30 Grad, beginnen auf den Philippinen die Vorbereitungen für die wohl längste Weihnachtszeit. Die Städte werden festlich geschmückt und bunte Lichterketten und Lampions werden aufgehängt. Ab 16. Dezember werden dann die offiziellen Feierlichkeiten mit dem „Simbang Gabi“ („Nachtmesse“) eingeläutet. Von diesem Tag an bis zum Heiligen Abend machen sich Gläubige jeden Morgen im Morgengrauen, zwischen 3 und 5 Uhr, auf den Weg zum Gottesdienst. Die “Simbang Gabi” endet am 24. Dezember mit der „Misa de Gallo“ (Messe des Hahns), die traditionelle Mitternachtsmesse an Heiligabend. Es heißt, wer an allen neun Messen teilnimmt, dem wird ein Wunsch erfüllt. Nach Heiligabend hören die Feierlichkeiten jedoch nicht auf. Die Weihnachtszeit endet offiziell erst am dritten Sonntag im Januar mit dem Santo-Niño-Fest, das von Straßenumzügen und festlichen Veranstaltungen begleitet wird.

Feliz Navidad - Die Suche nach einer Herberge in Mexiko

In Mexiko wird Weihnachten nicht nur gefeiert, es werden sogar Teile der Weihnachtsgeschichte selbst nachgespielt, in den sogenannten “Posadas” (Herbergen). Bei diesem Brauch, der vom 16. bis zum 24. Dezember stattfindet, wird Maria und Josefs Suche nach einer Herberge nachempfunden. Dabei ziehen jeden Abend zwei Personen, verkleidet als Maria und Josef, um die Häuser und klopfen an Türen, um Einlass zu erbeten. Vorab wird ein Zielort definiert, an dem ihnen der Einlass gewährt wird, während sie an den vorherigen Türen abgewiesen werden – ganz wie in der Geschichte, aufgrund der hohen Auslastung der „Posada“. An der finalen Herberge mündet die Posada dann in eine Fiesta Mexicana, welche nicht mehr viel mit der überlieferten Geschichte von Maria und Josef zu tun hat: Mit Musik, Tanz, “Buñuelos” (süße Krapfen) und “Ponche” (Fruchtpunsch, für Erwachsene “con Piquete”, also mit einem Schuss Tequila) wird die Ankunft von Maria und Josef gefeiert. Jeden Tag endet die Posada in einem anderen Haus, wodurch die Vorweihnachtszeit in Mexiko zu einer Zeit voller Feierlichkeiten, Gemeinschaft und ausgelassener Freude wird. Am letzten Tag der Posadas wartet dann noch ein besonderes Highlight auf die Kinder: Die Piñatas, gefüllt mit lauter Leckereien. Mit verbundenen Augen und ausgerüstet mit einem Stock dürfen die Kinder dann versuchen, die Piñata zu zerschlagen, um an die Süßigkeiten zu kommen. 

Merry Christmas - Weihnachten auf dem Surfbrett in Australien

Während wir von weißen Weihnachten träumen, um, eingekuschelt in Schal, Mütze und warmer Winterjacke im knirschenden Schnee spazieren zu gehen, mit Schlitten die schönsten Hügel hinunterzurasen und den größten Schneemann in der Nachbarschaft zu bauen, wünschen sich die Leute in Australien vermutlich nur die perfekte Welle. Denn hier wird Weihnachten bei sommerlichen Temperaturen von durchschnittlich 30 Grad gefeiert und da das Meer oftmals nicht weit entfernt ist, zieht es die Australier:innen am 25. Dezember, nachdem Santa Claus die Geschenke gebracht hat, raus an die weihnachtlich geschmückten Strände. Gemeinsam mit Freunden und Familie wird dort gegrillt, gefeiert und das Surfbrett ausgepackt, um auf den Wellen zu reiten. 

Feliz Navidad - Weihnachten als Ablenkungsmanöver in Venezuela

Weihnachten in Venezuela hat mittlerweile zwei Besonderheiten aufzuweisen. Die eine lässt einen irritiert den Kopf schütteln, während die andere ein Schmunzeln auf das Gesicht zaubern lässt. Fangen wir zunächst einmal mit der irritierenden, eher unweihnachtlichen Besonderheit an: In diesem Jahr kommt es nun zum dritten Mal in der Geschichte Venezuelas vor, dass Weihnachten, auf Befehl des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro, um drei Monate nach vorne verlegt wird. Venezuela befindet sich schon seit längerem immer wieder in schweren politischen Krisen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Es wächst zunehmend Unmut in der Bevölkerung und viele Menschen verlassen das Land. Die ersten beiden Male, als Maduro die Vorverlegung von Weihnachten befahl, herrschte die Corona-Pandemie. In diesem Jahr sorgte die Manipulation der Wahlen, wodurch Maduro wieder Präsident wurde, für heftige Unruhen und Proteste auf den Straßen. Mit der Maßnahme Weihnachten vorzuverlegen beabsichtigt Maduro, in solchen Krisen die Bevölkerung des Landes von den innenpolitischen Problemen und seiner autoritären Politik abzulenken und, laut Maduro, um dem Volk seinen Dank auszusprechen. Und so begann in Venezuela dieses Jahr Weihnachten bereits am 01. Oktober und wird voraussichtlich bis Januar dauern. Eine ungewöhnliche Maßnahme, die argwöhnisches Stirnrunzeln auslösen kann. Doch kommen wir nun zu der etwas fröhlicheren Besonderheit zu Weihnachten in Venezuela; In der Hauptstadt Caracas ist es Brauch, dass die Menschen an Heiligabend auf Rollschuhen zur Kirche fahren. Zu diesem Anlass werden die Straßen extra  für den Autoverkehr gesperrt, sodass jeder unbeschwert und fröhlich durch die festlich geschmückte Stadt gleiten kann. Die Ursprünge dieses Brauchs sind zwar nicht genau bekannt, doch es ist eine bezaubernde Vorstellung, die den Weihnachtsabend in Caracas zu etwas ganz Besonderem macht.

Gleðileg jól - Trollige Weihnachten in Island

Island ist bekannt für seinen tief verwurzelten Naturglauben und den Glauben an Feen, Elfen und Trolle. Es gibt sogar spezielle „Elfenbeauftragte“, die als Hüter der elfischen Welt fungieren und die Interessen der Elfen in der Bevölkerung vertreten, damit zum Beispiel keine Straßen durch Elfengebiete gebaut werden. Auch beim christlichen Weihnachtsfest spielt dieser Glaube in Island natürlich eine Rolle. In Island gibt es zu Weihnachten, oder „jól“, die 13 „Jólasveinar„ (Weihnachtsgesellen), die Söhne der Trollfrau Grýla und ihres Mannes Leppalúði. Vom 12. bis zum 24. Dezember kommt jeden Tag einer der Jólasveinar aus den dunklen Bergen, wo sie wohnen, zu den Menschen. Sie stibitzen Leckereien und hinterlassen Geschenke. Nach dem 24. Dezember, wenn alle zusammengekommen sind, ziehen sie nacheinander wieder in die Berge zurück, bis am 6. Januar der letzte von ihnen verschwindet.

God Jul - Das Versteckspiel mit den Besen in Norwegen

In Norwegen gibt es an Heiligabend einen besonderen Brauch, der aus dem Glauben stammt, dass an diesem Abend Hexen und Geister ihr Unwesen treiben. Aus diesem Grund verstecken die Norweger:innen ihre Besen an Weihnachten vorsorglich, um zu verhindern, dass die finsteren Wesen sie finden, stehlen und auf ihnen davonfliegen. Und so kann es schon mal vorkommen, dass an Weihnachten versucht wird alle Besen eines Haushalts zu finden und das perfekte Versteck dafür zu kreieren. 

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Warum Verdis Forderungen Berlins Kita-System, Kindern, Eltern und Fachkräften schaden

„Freie Träger seit Jahren benachteiligt“

Warum Verdis Forderungen Berlins Kita-System, Kindern, Eltern und Fachkräften schadenAuf Kita-Fachkräfte, kommunale wie freie, kommen immer mehr Belastungen zu. Statt diese Probleme gemeinsam anzugehen, bleibt die Verdi-Gewerkschaft aber einseitig. Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Lars Békési

ein Kommentar: abgedruckt am 20.09.24 im Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/berlin/freie-trager-seit-jahren-benachteiligt-warum-verdis-forderungen-berlins-kita-system-kindern-eltern-und-fachkraften-schaden-12405452.html

Warum Verdis Forderungen dem Kita-System, Kindern, Eltern und Fachkräften schaden

Die Forderung der Gewerkschaft Verdi nach einem Entlastungstarifvertrag für kommunale Kita-Träger sorgt nicht nur bei den betroffenen Einrichtungen und Eltern für Verunsicherung, sondern entfacht auch hitzige Diskussionen bei den freien Trägern in Berlin. Dabei betreffen die steigenden Belastungen für Kita-Fachkräfte durch den wachsenden Anteil an Kindern mit besonderen Förderbedarfen sowie die schwierige Personalgewinnung alle Träger gleichermaßen – kommunale wie freie. Doch anstatt diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen, fokussiert Verdi einseitig auf kommunale Einrichtungen, ohne die strukturellen Ungleichheiten im gesamten Kita-System zu berücksichtigen.

Verdis pauschalisierte Darstellung führt in die Irre

Verdi zeichnet ein übermäßig dramatisches Bild eines angeblich kurz vor dem Kollaps stehenden Berliner Kita-Systems, das allein durch ihren "Entlastungstarifvertrag" gerettet werden könnte. Diese Fokussierung verkennt jedoch die Realität und gefährdet den Zusammenhalt des Kita-Systems. Besonders bedenklich: Rund 82 % der Kitaplätze in Berlin werden von freien Trägern angeboten, die in Verdis Forderungen keinerlei Berücksichtigung finden. Dies führt nicht nur zu einer Spaltung der Trägerlandschaft, sondern schadet auch den Kindern, Eltern und Fachkräften.

Strukturelle Benachteiligung freier Träger

Freie Träger sind in Berlin seit Jahren strukturell benachteiligt. Ein wesentlicher Aspekt dieser Ungleichbehandlung sind die stark gestiegenen Gewerbemietkosten seit 2017. Freie Träger müssen diese Mehrbelastung nahezu allein tragen, da die Finanzierungsstruktur des Landes Berlin diese Entwicklung nicht berücksichtigt. Im Gegensatz dazu erhalten kommunale Träger finanzielle Zuschüsse vom Berliner Senat, wenn ihre Mittel im laufenden Betrieb aufgebraucht sind – beispielsweise bei der teuren Beschaffung von Personal über Arbeitnehmerüberlassungen. Diese zusätzlichen Ausgaben werden letztlich vom Steuerzahler getragen. In der Öffentlichkeit besonders bekannt ist die Hauptstadtzulage von 150 Euro im Monat, die nur an pädagogische Fachkräfte in kommunalen Kitas gezahlt wird. Hierbei geht es nicht darum, den Beschäftigten in kommunalen Trägern diese Zulage zu missgönnen. Vielmehr sollte darauf geachtet werden, dass freie Träger und deren Teams nicht weiter benachteiligt werden. Die pädagogische Arbeit und der Bildungsauftrag gemäß dem Berliner Bildungsprogramm sind für alle Einrichtungen gleich, unabhängig vom Träger.

Verdis Forderung ist Diskriminierend

Lösung kann nicht darin bestehen, nur den kommunalen Trägern Entlastungen zu gewähren. Sollte Verdi ihre Forderungen durchsetzen, würde dies erneut die Fachkräfte bei den freien Trägern diskriminieren. Dies wäre nicht nur ein Widerspruch zu Verdis eigenen Prinzipien von "gleichem Geld für gleiche Arbeit", sondern untergräbt auch den bundesrechtlichen Grundsatz aus dem Sozialgesetzbuch VIII, der eine pluralistische und partizipative Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und freier Jugendhilfe fordert.

Verdis Argumentation ist nicht zielführend

Verdi verweist immer wieder auf den Entlastungstarifvertrag an der Medizinischen Hochschule Hannover als Vorbild. Doch dieser Vergleich hinkt: Berlin ist kein Flächenland wie Niedersachsen, und eine medizinische Hochschule ist keine Kindertagesstätte. Zudem handelt es sich bei den Berliner kommunalen Kitas nicht um Körperschaften des öffentlichen Rechts, sondern um Eigenbetriebe – ein wesentlicher rechtlicher Unterschied.

Reduktion der Gruppengröße erfordert mehr Personal

Eines der Hauptanliegen Verdis ist die Reduzierung der Gruppengrößen in den Kitas. Diese Forderung ignoriert jedoch die Realität: Kurz- und mittelfristig gibt es nicht genug Fachkräfte, um kleinere Gruppen zu betreuen. Die frühkindliche Bildung steht vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Branchen – es fehlen schlichtweg Menschen, die diesen Beruf ergreifen können. Statt über den Fachkräftemangel zu klagen, sollten die Ausbildungs- und Weiterbildungsstrukturen für Erzieher:innen in den Fokus gerückt werden. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung, die auch Spezialisierungen ermöglicht, ist entscheidend, um den steigenden Förderbedarfen der Kinder gerecht zu werden.

Einseitige Lösungen sind nicht der Weg

Verdis Forderungen berücksichtigen nicht die komplexe Realität des Berliner Kita-Systems. Einseitige Entlastungen für kommunale Träger gefährden das gesamte System. Stattdessen ist eine umfassende Lösung erforderlich, die nur auf der Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen für Kinder (RV-Tag) basiert. Nur durch diesen Weg können Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und eine gerechte Entlastung aller Fachkräfte – unabhängig vom Träger – erreicht werden.

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Der RBB im Gespräch mit Lars Békési

Herr Wieprecht diskutiert im zweiten Teil der Sendung vom 8. September mit Lars Békési und anderen Gästen über den steigenden Fachkräftemangel.

Lars Békési im Gespräch mit Volker Wieprecht (RBB) zum Fachkräfte-Mangel.

Hohe Belastungen führten zu Abwanderung im Bereich der Pflege und Erziehung. Darüber hinaus seien Teilzeitmodelle beliebter bei den Beschäftigten. Grundsätzlich ist die Ausbildung in den Erziehungsberufen zu allgemein gehalten, sodass für spezielle Aspekte bei Kleinkindern kaum Zeit bleibt. Und auch die Anerkennung ausländischer Abschlüsse würden viel zu lange dauern oder sogar scheitern.

Dabei sei das Berufsbild Frühe Bildung eigentlich eines der schönsten. Vielseitige Arbeit und das Heranwachsen eines Menschen zu begleiten, seien erfüllende Aufgaben und böten auch große Karrierechance - gerade in der jeweiligen Spezialisierung.

Die komplette Sendung finden Sie hier: RBB-Wieprecht Sendung 8.9.22 (Der Teil zum Fachkräfte-Mangel beginnt ab Minute 26)

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Experten-Dialog - Wir helfen gern!

Heute vormittag fand im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der erste Experten-Dialog zum Qualitätsentwicklungsgesetz statt. Auch unser Geschäftsführer, Lars Békési war zu diesem Treffen eingeladen worden, um sein Fachwissen einzubringen.

Nach einer kurzen Einführung wurde zunächst der Prozess sowie die zu behandelnden Qualitätsbereich vorgestellt, bevor der dritte Tagespunkt besprochen wurde. Dabei ging es um die Vorstellung der Ausgangslage bei der Betreuungsrelation anhand der Ergebnisse des Monitorings zum Gute-KiTa- Gesetz durch DJI/TU Dortmund sowie einer Expertise zur Betreuungsrelation durch Prof. Strehmel und Prof. Viernickel mit anschließender Diskussion.

Wir haben den Ausführungen der Professoren Strehmel und Viernickel gern zu gehört und uns für unseren Verband sowie den Partner-Verbänden Kindermitte und dem Bayerischen Kita-Verband eingebracht.

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Beiratssitzung des VKMK

Nach Jahren der Beiratssitzungen im Netz konnten wir uns diese Woche endlich wieder in Präsenz in der Französischen Straße in Mitte treffen. Am vergangenen Mittwoch kamen die gewählten Vertreterinnen des Beirats zusammen, um sich über multiprofessionelle Teams in Kindergärten zu unterhalten.

Nach Jahren der Beiratssitzungen im Netz konnten wir uns diese Woche endlich wieder in Präsenz in der Französischen Straße in Mitte treffen. Am vergangenen Mittwoch kamen die gewählten Vertreterinnen des Beirats zusammen, um sich über multiprofessionelle Teams in Kindergärten zu unterhalten.

Zu diesem Thema luden wir Herrn Thomas Pappritz, wissenschaftlicher Mitarbeiter des BeKi, zu unserer Sitzung ein. Er leitete ein Projekt zu diesem Thema, bei dem neben kleinen und großen Kita-Trägern auch eines unserer Beiratsmitglieder teilnahm.

Herr Pappritz stellte zunächst die Ergebnisse des Projektes vor. Dazu zählte, dass das Modell der Sozialassistenz den Fachkräfte-Mangel nicht behoben hat und die Qualität nicht steigern konnte. Auszubildende sollten in der Kita nicht in den Betreuungsschlüssel gerechnet werden, da sie Begleitung benötigen.

Darüber hinaus sollten die ausbildenden Fachhochschulen einheitliche Qualitätsstandards bekommen, die auch verlässlich geprüft werden können.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Pappritz für das interessante Treffen und werden aus den Erkenntnissen dieses Austausches nun unsere weiteren Positionen erarbeiten.

VKMK-Sommer-Stammtisch

Anschließend trafen sich unsere Verbandsmitglieder im Zollpackhof an der Spree zum diesjährigen Sommer-Stammtisch. Auch dieses Treffen musste in den letzten Jahren aufgrund der Infektionslage leider zu oft entfallen. Umso größer war die Freude, wieder einmal persönlich im Schatten einer alten Kastanie über die Sorgen und Freuden des Kita-Alltags zu plaudern.

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Klima-Aktionswochen im Mai

“Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln und ab in den Kinder-Garten! Ihre Mission: Bringen Sie mit den Kindern in diesem Jahr mehr Vielfalt in den Kinder-Garten, auf den Balkon oder in die Umgebung Ihrer Kita und machen Sie diese klimafreundlicher!”

Vom 1. bis zum 31. Mai 2022 finden die Klima-Aktionswochen des Projekts „Klima-Kita-Netzwerk – Nachhaltiges Handeln zu Klimaschutz ausbauen und verstetigen“ statt und laden Kindergärten zur Teilnahme ein:

“Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln und ab in den Kinder-Garten! Ihre Mission: Bringen Sie mit den Kindern in diesem Jahr mehr Vielfalt in den Kinder-Garten, auf den Balkon oder in die Umgebung Ihrer Kita und machen Sie diese klimafreundlicher!”

Mehr erfahren Sie auf der Internetseite des Netzwerks.

Am 11. Mai wird in diesem Zusammenhang auch eine Veranstaltung unter dem Titel Träger-Fachforum „Energiesparpotentiale in der Kita – Ansatzpunkte für Träger“ vom NAJU stattfinden, an der auch unser Geschäftsführer, Lars Békési, teilnehmen wird. Näheres dazu werden Sie zeitnah auf diesem Blog erfahren..

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Die Corona-Prämie ist beschlossen

Die Corona-Prämie ist beschlossen 

Als Anerkennung ihrer Leistungen während der Krise durch das Corona-Virus erhalten auch die Erzieher/innen der Freien Kita-Träger eine Bonuszahlung. Als Vorschlag des Regierenden Bürgermeisters ist die Idee, „Helden des Alltags“ für ihre Dienste zu belohnen, vom Land Berlin beschlossen worden. Zu diesen „Alltagshelden“ gehören Ärzte und Pfleger bei Vivantes und der Charité, aber auch Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter, Mitarbeiter der Gesundheitsämter und Jobcenter sowie Erzieher/innen im Notbetrieb der Kitas und Horte. 

Was erhalten die Angestellten der Freien Kita-Träger? 

Auch auf Betreiben des VKMK sind für die Freien Kita-Träger die folgenden Punkte beschlossen worden. Es wird zeitnah eine einmalige Prämie für Erzieher/innen in Höhe von bis zu 1.000 Euro an die Träger ausgezahlt werden. Diese „Helden des Alltags“- Prämie soll steuerfrei sein, also als Netto-Betrag den Erzieher/innen zu Gute kommen. Finanziert wird diese Prämie aus den Mitteln der für den November dieses Jahres geplanten Berlin-Zulage (Link zum VKMK-Statement). 

Waren bei der Berlin-Zulage die Erzieher/innen der Freien Träger noch ignoriert worden, gehören sie nun zu den Begünstigten. Die Bitten und Forderungen des VKMK und das unermüdliche Verweisen auf die Lage der Freien Kita-Träger - zuletzt durch einen offenen Brief an die Jugendsenatorin - scheinen ein Umdenken in Gang gesetzt zu haben. Über diese Anerkennung könnten wir uns freuen, wenn da nicht ein Beigeschmack wäre.  

Leider soll die Prämie nur für das pädagogische Personal ausgezahlt. Dieser Umstand verkennt die Bedeutung der restlichen Angestellten des Kita-Betriebes. Ohne Verwaltungs-, Reinigungs- und Instandhaltungskräfte wäre eine Notbetreuung ebensowenig möglich gewesen. In diesem Punkt hätten wir uns eine alle Beteiligten umfassende Anerkennung gewünscht. 

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5. VKMK-Trägeraustausch; Lagebericht zur Mitarbeiterführung

Diese Woche trafen sich die GeschäftsführerInnen der VKMK-Mitglieder zum fünften 5. VKMK-Trägeraustausch. Stefanie Schubert, unsere stellvertretende Vorsitzende, leitete die Online-Konferenz, bei dem Erfahrungen ausgetauscht und Fragen zum Thema Mitarbeiterführung besprochen wurden. Im folgenden geben wir einen kurzen Überblick. 

Was gut läuft : Nahezu alle Teilnehmer berichteten von hervorragenden kreativen Lösungen ihrer MitarbeiterInnen. Mit viel Engagement und Aufwand wird in vielen Einrichtungen der Betrieb an die neuen Gegebenheiten angepasst. Das tägliche Arbeiten mit digitalen Hilfsmitteln wurde von vielen als problemlos beschrieben und gehört mittlerweile zur Routine. Alle Kita-Träger haben die Zeit auch genutzt, die Einrichtungen zu verbessern und Projekte voranzutreiben, für die vorher kaum Zeit war. Vor allem aber wurde die Zeit genutzt, um die MitarbeiterInnen auch mit den 20 unterschiedlichen VKMK Webinaren fortzubilden. Im Allgemeinen konnten die Herausforderungen der erweiterten Notbetreuung bisher gemeistert werden.

Was nicht gut läuft: In dem Trägeraustausch wurden allerdings auch viele Probleme besprochen. So ist es zum Beispiel zunehmend schwieriger die Mitarbeiter zu motivieren. Die konzeptionelle Arbeit ist allmählich erschöpft und die persönlichen Kontakte fehlen, da auch die Digitalisierung in unserer Branche ihre Grenzen hat. Viele Fragen und Bedenken gab es auch zur Anrechnung der Mitarbeiterleistungen. Ein normaler Stundennachweis ist derzeit kaum möglich und es gibt noch keine Kurzarbeit. Des Weiteren unterscheiden sich die Leistungen der MitarbeiterInnen stark. Wie soll mit älterem Personal oder anderen Risikogruppen umgegangen werden? Sind sie juristisch betrachtet derzeit berufsfähig? Hierzu wurden fehlende Vorgaben von Seiten des Gesetzgebers beklagt. 

Es wurde sich auch die Frage gestellt, wie der Ausnahmezustand in Zukunft in eine neue Normalität überführt werden könnte. Wie können neuen Eltern die Einrichtungen gezeigt und Kinder eingewöhnt werden? Sollte für die Umsetzung der Kontaktbeschränkungen vielleicht die Öffnung an Sonnabenden diskutiert werden? Und was bringt die Beschränkung der Gruppenstärke, wenn die öffentlichen Spielplätze wieder geöffnet werden? 

All diese Fragen gilt es so schnell wie möglich mit dem Land Berlin zu klären. Unserseits werden wir neben unseren Lösungsvorschlägen auch eine weitere Klarheit bzgl der weiteren Schritten in Richtung Regelbetrieb einzufordern.

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