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PCR-Lolli-Test: Senat muss RKI-Empfehlung umsetzen!

RKI-Warnungen werden nicht erhört

Sein vernichtendes Fazit lautete, Deutschland - und somit auch Berlin - liefe sehenden Auges in die Notlage. Warum der Regierende Bürgermeister und seine Fachsenatorinnen sich nicht an diese Empfehlungen des RKI hält, ist für uns nicht nachzuvollziehen. Denn wirtschaftliche Gründe, wie der Unterschied bei den Kosten für einen einzelnen Test, ungeachtet der Fehleranfälligkeit, können nicht mit der Gesundheit der Kita-Kinder abgewogen werden.

Die PCR-Lolli-Tests sind besser für den Einsatz in der Kita geeignet als die bisher verwendeten “Nasenbohrer”-Schnelltests.[1]Das ergab das Berliner Pilot-Projekt in 30 Einrichtungen und entspricht den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Wir haben deshalb kein Verständnis für die Verweigerung des Senats, eine flächendeckende PCR-Pooltestung im Kita-Bereich einzuführen.

Vorteile der PCR-Lolli-Tests

Antigene PoC - Schnelltests haben im Gegensatz zu den PCR-Lolli-Tests eine hohe Fehleranfälligkeit und häufige auch Materialmängel. Hinzu kommt die nicht kleinkindgerechte Benutzung mittels eines Stäbchens, das tief in die Nase des Kita-Kindes eingeführt werden muss. Das erzeugt zum Teil Schmerz, blutige Nasen und Ängste bei den Kita-Kindern und ist deshalb keine geeignete Methode für die tägliche Arbeit in einer Kita.

Die PCR-Pooltestung mit PCR- Lolli-Tests hat also nicht nur den Vorteil, sehr genaue Ergebnisse zu liefern, sie ist auch sehr viel einfacher umzusetzen. Bei den PCR- Lolli-Tests “lutschen” Kinder an einem Tupfer, stecken es in einen speziellen Sammelbehälter, der ins Labor kommt.

RKI-Warnungen werden nicht erhört

Deshalb empfiehlt auch das RKI ausdrücklich die PCR- Lolli-Tests im Bereich der Frühen Bildung. Herr Wieler, Präsident des RKI, hat im Zuge der Videokonferenz des sächsischen Ministerpräsidenten vom 17.11.21 noch einmal betont, dass alle Maßnahmen, die nun notwendig wären, in ihrer Wirksamkeit bekannt und seit langem vom RKI empfohlen wurden. 

Sein vernichtendes Fazit lautete, Deutschland - und somit auch Berlin - liefe sehenden Auges in die Notlage. Warum der Regierende Bürgermeister und seine Fachsenatorinnen sich nicht an diese Empfehlungen des RKI hält, ist für uns nicht nachzuvollziehen. Denn wirtschaftliche Gründe, wie der Unterschied bei den Kosten für einen einzelnen Test, ungeachtet der Fehleranfälligkeit, können nicht mit der Gesundheit der Kita-Kinder abgewogen werden.

Wir fordern weiterhin: altersgerechte PCR-Pooltestung für alle Kitas

 Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK: „Anstatt über eine Schnelltest-Pflicht in Kitas zu diskutieren, fordern wir den Regierenden Bürgermeister dringlichst dazu auf, ein flächendeckendes Angebot für eine PCR-Pooltestung mit PCR- Lolli-Tests den Kitas zur Verfügung zu stellen. Wir müssen die bereits strapazierten Kinderseelen schützen. Das gelingt nur, wenn ein Infektionsschutz auch durch sichere PCR-Tests gegeben ist und unser Bildungsauftrag für alle Berliner Kita-Kinder nicht von möglichen Kita-Schließungen gefährdet wird.

 Wir brauchen ebenso eine Verlässlichkeit der Maßnahmen, um die auch emotional stark in Anspruch genommenen Kita-Fachkräfte zu entlasten. Wenn wir einen längerfristigen Notstand in der Frühen Bildung verhindern wollen, muss der Senat jetzt handeln und virologisch wie pädagogisch sinnvolle Maßnahmen umsetzen. Dabei muss auf jegliches politische Kalkül und das bereits Monate andauernde Verzögern in der Jugendsenatsverwaltung verzichtet werden.“

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[1] Wieler LH, Häcker G: Warum müssen wir Kinder vor einer SARS-CoV-2-Infektion schützen? Epid Bull 2021;46:3 -9 | DOI 10.25646/9204 

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Offene Fragen vor der vierten Welle

In Berlin läuft bis Ende August ein Pilotprojekt zu den PCR-Lolli-Tests in 30 Kita-Einzelgruppen. Im Folgenden möchten wir auf dringende Fragen eingehen, die entgegen der Praxis der vergangenen Monate endlich von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) geklärt werden müssen – und zwar vor den Wahlen!

In Berlin läuft bis Ende August ein Pilotprojekt zu den PCR-Lolli-Tests in 30 Kita-Einzelgruppen. Im Folgenden möchten wir auf dringende Fragen eingehen, die entgegen der Praxis der vergangenen Monate endlich von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) geklärt werden müssen – und zwar vor den Wahlen!

Logistik

Derzeit stehen Schulen und Kitas (ohne Ausbruchsgeschehen) in der Priorisierung der Labore laut der nationalen Teststrategie des Bundesministeriums für Gesundheit an vierter Stelle. Das heißt aber auch, dass die Kapazitäten bei einer möglichen vierten Welle nicht ausreichen könnten, die PCR-Lolli-Tests aus den Kitas zeitnah auszuwerten. Aus der Senatsverwaltung kommt nur die Verlautbarung, es gäbe einen gewissen Grenzwert der Testkapazitäten. Wo dieser liegt und was im Falle einer Überschreitung geplant ist, konnte beziehungsweise wollte man nicht beantworten. In dieser Frage muss die Senatsverwaltung aber dringend ein schlüssiges Konzept vorlegen, damit die Teststrategie nicht zuletzt an der Logistik scheitert.

Im Falle eines Ausbruchs 

Unklar ist derzeit auch noch, wie eine Quarantäne in der vierten Welle geregelt wird. Was passiert, wenn ein Kita-Kind positiv getestet wird? Sollte dann nur das Kind oder zusätzlich alle Kontaktpersonen (K1) oder gleich die komplette Gruppe in Quarantäne geschickt werden? Hier geht es auch darum, die Erkenntnisse der vergangenen Pandemie-Monate in ein Konzept für den kommenden Herbst einzuarbeiten, um die Schäden in den Kinderseelen so gering wie möglich zu halten. 

Reiserückkehrer und Gesundheitsämter

Es ist dringend notwendig, die Kommunikation und Arbeitsweise der Gesundheitsämter zu verbessern. Allein beim Thema Reiserückkehrer erlebten unsere Mitglieder ein widersprüchliches Handeln einzelner Gesundheitsämter, denn nicht immer sind der Wohnort des Kindes und die Kita im gleichen Bezirk. Wir benötigen aber dringend ein einheitliches Vorgehen der Gesundheitsämter, um die Kita-Teams nicht mit diesen Entscheidungen an der Kita-Tür allein zu lassen.

Wir verlieren wichtige Zeit

Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK: “Arbeitskreise und Expertenrunden sind dann sinnvoll und richtig, wenn man die Erkenntnisse und Ergebnisse daraus auch schnellstmöglich in Umsetzung münden lässt. Die Senatorin hat am 26. August im Bildungsausschuss erneut bekräftigt, dass das Lolli-Test-Pilot-Projekt erst nach seiner Beendigung am 31. August ausgewertet wird. Das dürfte aber dazu führen, dass vor den Wahlen keine konkreten Maßnahmen mehr zu erwarten sind. Die Verlautbarungen der Senatsverwaltung, “man wolle die Berliner Kitas so lange wie möglich offen halten”, sind somit durch keine nachvollziehbaren Maßnahmen gestützt. Womöglich wird die Senatsverwaltung erst Ende September mit den Vorbereitungen auf eine vierte Welle beginnen, die laut RKI allerdings bereits begonnen hat. Die Verunsicherung sowohl der Kita-Teams als auch der Eltern ist daher nur allzu verständlich.”

Wir hoffen, dass eine Entscheidung nicht unnötig verzögert wird, um kritischen Schlagzeilen im Wahlkampf zu entgehen.

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