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VKMK drängt auf schnelle Umsetzung des TV-L Tarifabschlusses für Berliner Kitaträger vor Weihnachten

Der VKMK appelliert an den Berliner Senat, nicht nur die zweistufigen Anpassungen, sondern auch nunmehr die Hauptstadtzulage in die Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen für Kinder (RV-Tag) innerhalb der nächsten zwei Wochen zu integrieren und umzusetzen.

Berlin, 13.12.2023 – Der Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger (VKMK) appelliert an den Berliner Senat, den jüngsten Tarifabschluss zwischen der Tarifgemeinschaft der Länder (TV-L) und den Gewerkschaften zeitnah umzusetzen. Der Abschluss, datiert auf den 9. Dezember 2023, markiert einen bedeutenden Schritt für die hochengagierten Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst.

Die Rückkehr Berlins als vollwertiges Mitglied in die Tarifgemeinschaft TV-L und die Übernahme der Hauptstadtzulage von 150 Euro pro Monat als festen Bestandteil des neuen Tarifvertrages stellen wichtige Entwicklungen dar. Zusätzlich beinhaltet der Abschluss eine steuer- und sozialabgabenfreie Inflationsprämie, eine zusätzliche Stadtstaatenzulage sowie eine zweistufige Erhöhung der Entgelte.

Für den VKMK ist es von höchster Dringlichkeit, die verbindliche Finanzierung vor Beginn der Weihnachtsfeiertage zu regeln. Die freien Kitaträger, welche 89,1 % aller Kitaplätze in Berlin bereitstellen, stehen vor der Herausforderung, die erforderlichen finanziellen Mittel für die steuer- und sozialabgabenfreie Inflationsprämie in Höhe von 1.800 Euro pro Beschäftigter/m aufzubringen.

Die aktuelle Regelung des Tarifvertrags berücksichtigt jedoch lediglich pädagogische Fachkräfte und vernachlässigt die Beschäftigten aus Verwaltung und Hauswirtschaft vollumfänglich, ähnlich der vergangenen Corona-Prämie seitens des Berliner Senats. Dies steht im Widerspruch zur gebotenen Wertschätzung und Anerkennung der vielfältigen Arbeit der Kitateams. Weiterhin stellen die bürokratischen Verzögerungen im Umsetzungsprozess ein deutliches Hindernis dar. Obwohl eine unverzügliche Festlegung der Tarifergebnisse in der Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen für Kinder (RV-Tag) innerhalb von zwei Monaten gefordert wird, verursacht diese zeitliche Einschränkung für die freien Träger Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit ihren Mitarbeitenden in der Vorweihnachtszeit.

Der VKMK appelliert an den Berliner Senat, nicht nur die zweistufigen Anpassungen, sondern auch neben der Stadtstaaten-Zulage nunmehr die Hauptstadtzulage in die Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen für Kinder (RV-Tag) innerhalb der nächsten zwei Wochen zu integrieren und umzusetzen.

Die rechtzeitige Bereitstellung der Mittel für die Inflationsausgleichsprämie vor dem 1. Januar 2024 wäre zudem ein bedeutendes Zeichen der Wertschätzung für die Beschäftigten in der frühkindlichen Bildung.

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Politik versus Praxis: Die Wichtigkeit lokaler Expertise in der frühkindlichen Bildung.

Der jüngste Kitagipfel verdeutlichte erneut die kritische Diskrepanz zwischen politischen Entscheidungen und ihrer Umsetzung in der frühkindlichen Bildung. In den letzten Jahren wiederholte sich dieses Muster: Entscheidungen wurden ohne Konsultation derjenigen getroffen, die die täglichen Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung hautnah erleben. Wir brauchen ehrliche, offene Dialoge, um zielgerichtete Lösungen umsetzen zu können!

Hinhören und Hinsehen, für die richtigen Lösungsansätze in der frühkindlichen Bildung.

Im Zuge des letzten Kitagipfels wurde dem VKMK eines wieder deutlich: Die Diskrepanz zwischen politischen Entscheidungen und praktischer Umsetzung in der frühkindlichen Bildung ist eine Thematik von entscheidender Bedeutung. Wir haben es in den letzten Jahren leider viel zu oft erleben müssen; Politische Entscheidungen werden getroffen, ohne diejenigen zu konsultieren, die die täglichen Herausforderungen und Möglichkeiten in der frühkindlichen Bildung aus erster Hand erleben. Die Folge sind Maßnahmen, die oft an den Bedürfnissen der Kinder, Eltern und des pädagogischen Personals vorbeigehen.

Die Kita-Experten, bestehend aus Erzieher:innen, Leiter:innen und anderen pädagogischen Fachkräften, sowie vertretenden Verbänden, wie dem VKMK, bringen eine unverzichtbare Perspektive ein. Ihre Erfahrungen sind ein unschätzbares Kapital, das bei der Gestaltung von Richtlinien und Programmen berücksichtigt werden muss. Ihre Kenntnisse über die Entwicklung von Kindern, pädagogischen Bedürfnissen und praktischen Herausforderungen sind von unschätzbarem Wert für die Schaffung effektiver, nachhaltiger Bildungsstrukturen.

Die Kluft zwischen Politik und Praxis führt seit Jahren zu Problemen auf mehreren Ebenen:

  • Unzureichende Ressourcenallokation: Oftmals sind politische Entscheidungen nicht im Einklang mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Kitas. Sie konzentrieren sich auf die Behebung akuter Symptomatiken und übersehen dabei, teilweise gänzlich, die Wurzel des Problems. Dies führt zu unzureichenden Lösungsansätzen, wie mangelnder Finanzierung und begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten für die Fachkräfte und letztendlich auch die Kinder.

  • Mangelnde Berücksichtigung von pädagogischen Bedürfnissen: Die Entwicklung von Bildungsprogrammen ohne Einbeziehung der Kita-Experten kann dazu führen, dass die pädagogischen Anforderungen nicht erfüllt werden. Dies kann die Qualität der Bildung beeinträchtigen und langfristig die Bildungschancen der Kinder mindern.

"Wenn Du eine weise Antwort verlangst, musst Du vernünftig fragen." - Johann Wolfgang von Goethe.

Die Hohe Kunst des Zuhören ist gefragt, bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen. Wie es sich manifestieren kann, wenn dies nicht entsprechend umgesetzt wird, zeigen diese beiden Beispiele der vergangenen Monate:

Beispiel 1: Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung

Ein exemplarisches Missverständnis zeigt sich in der Forderung nach mehr Stellen in der frühkindlichen Bildung. Das eigentliche Problem liegt nicht in einem Mangel an Stellenausschreibungen, sondern viel mehr in der Tatsache, dass es an qualifizierten Fachkräften mangelt, die sich bewerben oder langfristig in diesen Positionen bleiben möchten. Hierbei spielt die Unterfinanzierung eine entscheidende Rolle, indem sie die Arbeit vor Ort unattraktiv gestaltet, dass viele potenzielle Fachkräfte abgeschreckt werden. Die eigentliche Lösung erfordert daher eine deutlich stärkere Finanzierung, die die tatsächlichen Herausforderungen der Kitas berücksichtigt und die Attraktivität des Berufsstandes durch angemessene Wertschätzung steigert, sodass wir mehr Personal anziehen und langfristig halten können Der simple Stellenausbau wäre somit nicht die vollumfängliche Lösung.

Beispiel 2: Mangelnde Sprachentwicklung bei Kleinkindern

Ein weiteres Beispiel betrifft die mangelnde Sprachentwicklung bei Kindern vor dem Eintritt in das Grundschulalter. Politiker:innen neigen dazu, dieses Problem mit der Multilingualität vor Ort zu verknüpfen und fordern zuletzt sogar teilweise Einschränkungen im Bereich der Migration. Allerdings weisen pädagogische Fachkräfte seit Jahren darauf hin, dass sie unter den aktuellen Bedingungen ihr Bildungsangebot teilweise nicht vollständig ausführen können. Das pädagogische Fachpersonal leidet unter der Unterfinanzierung, die zu personellen Problemen und Überlastung führt, was wiederum die gezielte Förderung einzelner Kinder beeinträchtigt. Das dies symptomatisch in den Förderungsständen der Kinder sichtbar wird, war lediglich eine Frage der Zeit. Die eigentliche Lösung liegt erneut in einer deutlich stärkeren Finanzierung, die die finanziellen Bedürfnisse an die tatsächlichen Herausforderungen anpasst, dem Fachkräftemangel entgegenwirkt und gezieltere Förderungen zulässt.

Diese Beispiele sind lediglich zwei von vielen, die verdeutlichen, wie eine unzureichende Kommunikation mit den betroffenen Akteuren zu Trugschlüssen, falschen Lösungsansätzen und letztlich auch Fehlinvestitionen führt. Diese Situation ähnelt dem schnellen Überstreichen einer maroden Wand, ohne den eigentlichen Schaden an der Struktur zu beheben. Obwohl einige Lösungsansätze zunächst vielversprechend erscheinen mögen, bleibt das zugrundeliegende Problem ungelöst. Das temporäre "Lösen" der Situation erlaubt der eigentlichen Problematik sich weiter auszubreiten, was langfristig zu weitaus größeren Schäden und umfangreicheren Kosten führen kann. Eine effektive Lösung erfordert eine tiefgreifende Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern und den Kita-Experten. Die Schaffung von Plattformen für regelmäßigen Austausch, die direkte Einbindung der Fachkräfte in Entscheidungsprozesse und die aktive Integration ihrer Perspektiven in politische Diskussionen sind von entscheidender Bedeutung. Unser Verband setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die freien Kitaträger, die wir vertreten, in ihren Bedürfnissen wahrgenommen, gehört und anerkannt werden. Wir nehmen es positiv zur Kenntnis, dass wir nun mehr in entsprechende Dialoge eingebunden werden. Dies repräsentiert symbolisch einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Wir möchten an dieser Stelle jedoch ebenso vehement betonen, dass diese Dialoge weit über die Symbolik hinausgehen müssen, um hier tatsächlich etwas zu bewirken. Ein ehrlicher Austausch, und insbesondere die Offenheit sich hier mit den Herausforderungen tatsächlich zielgerichtet auseinandersetzen zu wollen, ist absolut von Nöten, um schlussendlich auch tatsächliche, realistische Lösungen zu formen.

Nur durch eine enge Zusammenarbeit kann eine frühkindliche Bildungspolitik entwickelt werden, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird und langfristig positive Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.

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Ein symbolischer Tag im Bereich der frühkindlichen Bildung

Berlin - ein symbolischer Tag für die frühkindliche Bildung! Gestern versammelten sich beim Kitagipfel unter anderem der VKMK und Bildungssenatorin Günther-Wünsch, um über die Demokratiebildung und die Herausforderungen in Kitas zu diskutieren. Doch während Lob für das Engagement erklingt, plädieren wir ebenfalls für einen tieferen Blick, um echte Veränderungen zu bewirken – Jetzt mehr erfahren!

Der VKMK begrüßt das politische Engagement betont jedoch die Notwendigkeit einer tiefergehenden Diskussion im Dialog.

Berlin, 28. November 2023 – Gestern war ein bedeutsamer Tag für die frühkindliche Bildung, an dem der Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger (VKMK), sowie eine Vielzahl seiner Vereins-, und Vorstandsmitglieder, aktiv teilnehmen und mitwirken konnte. Zum einen fand das 12. Plenum in der Frühpädagogik - symbolisch - im jüdischen Museum statt, welches sich auf die Frage konzentrierte "Wie bildet man eine Demokratie? Mitwirkung von Kita-Kindern als Zukunftsaufgabe". Gleichzeitig wurde der Kita-Gipfel einberufen. Bei beiden Veranstaltungen war die Bildungssenatorin Günther-Wünsch aktiv anwesend.

Der VKMK begrüßt mit Nachdruck die gestrige Aufmerksamkeit für die frühkindliche Bildung in Berlin und würdigt die Bemühungen, insbesondere von Senatorin Günther Wünsch, Raum für Diskurse zu schaffen, um die Herausforderungen zu identifizieren und gemeinsam anzugehen. Die Teilnahme am Kita-Gipfel erlaubte unserem Verband wertvolle Einblicke zu teilen, die zu einem realistischeren Verständnis der Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung beitragen können. Im Verlauf dieser Veranstaltung wurde jedoch offenkundig, dass trotz des erkennbaren Engagements zur Bewältigung diverser Problemfelder der notwendige Tiefgang in den Diskussionen, um den eigentlichen Ursprüngen der Herausforderungen auf den Grund zu gehen, oftmals, bedauerlicherweise, vernachlässigt blieb.

"Wir sind uns durchaus bewusst, dass die Entwicklung und Umsetzung einiger Lösungsansätze Zeit und angemessene Ressourcen erfordern. In manchen Fällen kann es verlockend sein, vorerst den Fokus auf oberflächliche Problembehebungen zu legen, um schnellstmöglich sichtbare Veränderungen zu bewirken. Doch dies ändert nichts an der Bedeutung, sich intensiv mit den zugrundeliegenden Kernproblemen auseinanderzusetzen, um Lösungswege zu erarbeiten, die langfristig zu tatsächlichen Veränderungen und Verbesserungen in der frühkindlichen Bildung führen können", betonte Lars Békési, Geschäftsführer des VKMK. "Es ist von fundamentaler Wichtigkeit, dass kommende Diskussionen und Sitzungen einen stärkeren Fokus auf einen direkten und tiefgründigeren Austausch legen.“

Wir begrüßen die Entwicklung, die es ermöglicht, die Stimmen und Perspektiven der freien Kitaträger, wie sie durch unseren Verband repräsentiert werden, aktiv in derartige Diskussionen einzubinden, um einen realistischen Ist-Zustand abzubilden. Es ist jedoch essenziell, dass dieser Einbezug nicht nur symbolischer Natur ist, sondern dass ihre Anliegen, Herausforderungen und Lösungsansätze ausreichend Gehör finden, und angenommen werden. Ein solcher Dialog und Austausch sollt durch eine sichtbare Interaktion geprägt sein, um langfristige und wirkungsvolle Lösungen zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung zu gestalten. Wir blicken hoffnungsvoll in die kommenden Sitzungen diesbezüglich.

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Künstliche Intelligenz: die nächste Revolution für die frühe Bildung?

Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) sind Begriffe, die in der heutigen Bildungswelt immer präsenter werden. Doch es ist entscheidend zu verstehen, dass diese beiden Forschungsgebiete nicht miteinander verwechselt werden sollten. In diesem Artikel möchten wir die Unterschiede zwischen Digitalisierung und KI verdeutlichen und dabei die großen Potenziale der KI für die frühkindliche Bildung beleuchten. Wir werfen einen genaueren Blick auf die KI-Forschung, insbesondere in Deutschland, und diskutieren, welche Entwicklungen uns in diesem faszinierenden Feld erwarten und wie sie die Bildung unserer Kleinsten beeinflussen können.

Die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in Bildungseinrichtungen ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität. Kindertagesstätten sind keine Ausnahme und können von den vielfältigen Vorteilen dieser Technologie profitieren. KI kann nicht nur das Lernen der Kinder erleichtern, sondern auch die Arbeit der Mitarbeiter*innen unterstützen. Heute tauchen wir in dieses faszinierende Feld ein und werfen einen genauen Blick auf die KI-Forschung, insbesondere in Deutschland. Wir möchten beleuchten, welche bereits existierenden Möglichkeiten sich den Kitas in Deutschland bieten, welche aktuellen Forschungsprojekte laufen und welche zukünftigen Entwicklungen uns noch erwarten können.

Das wichtigste vorweg: Es ist von Bedeutung, KI und Digitalisierung klar voneinander abzugrenzen.

KI ≠ Digitalisierung.

Digitalisierung bezieht sich auf den Prozess, bei dem analoge Informationen in digitale Formate umgewandelt werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Übertragung von handgeschriebenen Berichten oder Notizen auf einen Computer, indem sie eingescannt oder direkt digital erstellt werden. Dies ermöglicht die Speicherung und Bearbeitung der Informationen auf einem Computer mithilfe von geeigneten Computerprogrammen.

Arbeiten mit einer App bedeutet nicht zwangsläufig, KI einzusetzen: Es ist wichtig zu erkennen, dass die Nutzung einer App nicht automatisch darauf hinweist, dass Künstliche Intelligenz involviert ist. Viele Apps nutzen digitale Technologien, um Aufgaben zu automatisieren oder Informationen zu verarbeiten, ohne dass KI im eigentlichen Sinne beteiligt ist. KI hingegen bezieht sich auf Technologien, die in der Lage sind, Daten zu analysieren, Muster zu erkennen und aufgrund dieser Muster Entscheidungen zu treffen oder Aufgaben auszuführen, ohne dass sie explizit programmiert werden müssen.

In der Bildung, einschließlich in Kitas, kann die Digitalisierung dazu beitragen, Informationen zu organisieren und zugänglich zu machen. KI-basierte Anwendungen hingegen übernehmen spezielle Aufgaben wie die Personalisierung von Lerninhalten oder die Erkennung von Entwicklungsstörungen. Es ist also entscheidend, zwischen diesen beiden Konzepten zu unterscheiden, um ihre jeweiligen Anwendungen und Auswirkungen angemessen zu verstehen. Die Integration von KI bietet viele Vorteile und Chancen, die Arbeit in  Bildungseinrichtungen zu revolutionieren. Hierbei sind nicht nur die Art und Weise, wie Kinder lernen, sondern auch, wie Pädagogen ihre Arbeit gestalten betroffen: 

1. Personalisierte Lernunterstützung:

KI kann dazu verwendet werden, den individuellen Lernfortschritt jedes Kindes zu verfolgen und anzupassen. Durch die Analyse von Daten, wie Testergebnissen und Verhaltensmustern, kann die KI personalisierte Lernpläne erstellen, die auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Kindes zugeschnitten sind. So können Kinder in ihrem eigenen Tempo lernen und erhalten gezielte Unterstützung, um Schwierigkeiten zu überwinden.

2. Frühzeitige Identifizierung von Entwicklungsstörungen:

Eine der wichtigsten Aufgaben von Kitas ist die frühzeitige Erkennung von Entwicklungsverzögerungen oder -störungen bei Kindern. KI-gestützte Screening-Tools können dazu beitragen, Anzeichen frühzeitig zu identifizieren. Diese Technologie ermöglicht es den Fachkräften, geeignete Interventionen frühzeitig einzuleiten, um die bestmögliche Entwicklung der Kinder sicherzustellen. Gleichzeitig ist eine individuelle Förderung möglich, ohne zusätzlichen personellen Aufwand, was betroffenen Kindern große Chancen in der Entwicklung ermöglichen kann.

3. Automatisierte administrative Aufgaben:

Die Verwaltungsaufgaben in Kitas sind oft zeitaufwendig. KI kann dabei helfen, administrative Aufgaben wie die Erfassung von Anwesenheitslisten, die Kommunikation mit Eltern oder die Organisation von Terminen zu automatisieren. Bürokratische Prozesse für Einstellungsverfahren, Krankmeldungen oder Urlaubs-Koordinierungen lassen sich hierdurch ebenfalls mit wenigen Klicks festhalten und kommunizieren. Dies ermöglicht den Mitarbeiter*innen mehr Zeit, sich auf die pädagogische Arbeit und die Betreuung der Kinder zu konzentrieren.

4. Sprachförderung und Übersetzungsdienste:

Kitas sind häufig multikulturelle Umgebungen, in denen Kinder unterschiedlicher sprachlicher Hintergründe zusammenkommen. KI kann als Übersetzungstool dienen, um die Kommunikation zwischen Kindern, Eltern und Mitarbeiter*innen zu erleichtern. Darüber hinaus können KI-gestützte Sprachlernprogramme entwickelt werden, um Kindern bei der Verbesserung ihrer Sprachfähigkeiten zu helfen. Insbesondere für migrierte Kinder, die beispielsweise über einen Wortschatz einer anderen Sprache verfügen und/oder Zuhause kaum bis gar nicht mit der deutschen Sprache vertraut gemacht wurden und werden, wäre dies von unschätzbarem Wert. Integration würde erleichtert werden und damit auch das Anknüpfen und Weiterlernen der deutschen Sprache. Eine Arbeit, die viel individuelle Aufmerksamkeit einer Fachkraft bedürfte, könnte hier mittels KI übernommen und erfolgreich umgesetzt werden.

5. Sicherheit und Überwachung:

Obwohl die Idee von Videoüberwachungssystemen zunächst auf Zurückhaltung stoßen kann, sollten wir nicht die Vorteile übersehen, die sie bieten. In einer Zeit, in der die Sicherheit von Kindern an oberster Stelle steht, bieten diese Systeme eine zusätzliche Schutzschicht. Sie helfen nicht nur bei der Prävention von Gefahren, sondern ermöglichen auch eine schnellere Reaktion im Notfall. Die sorgfältige Abwägung zwischen Datenschutz und Kindersicherheit ist entscheidend, um den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten und gleichzeitig die Privatsphäre zu respektieren. KI kann dazu beitragen, ein sicheres Umfeld zu gewährleisten, indem sie Videoüberwachungssysteme mit intelligenter Analysefunktion nutzt. Diese Systeme können ungewöhnliches Verhalten oder Gefahrensituationen erkennen und sofort Alarm schlagen, um schnelles Handeln zu ermöglichen.

Forschende Projekte in Deutschland

In Deutschland gibt es bereits einige vielversprechende Forschungsprojekte, die KI in Kitas integrieren, um die Bildung und Betreuung von Kindern zu verbessern. 

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) - SpeechTrans4Kita:

Das DFKI forscht an diversen KI-Entwicklungen, die im Bildungssystem in Deutschland zum Einsatz kommen können. So haben sie beispielsweise das innovative Projekt "SpeechTrans4Kita" ins Leben gerufen. Dieses Projekt zielt darauf ab, die Sprachbarrieren zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern mit Migrationshintergrund zu überwinden. Mit einer speziell entwickelten App, die auf KI und maschinellem Lernen basiert, werden schriftliche und auditive Übersetzungen zwischen beispielsweise der arabischen und der deutschen Sprache angeboten. Dies schafft nicht nur eine reibungslosere Kommunikation, sondern fördert auch die Integration von Kindern mit verschiedenen kulturellen Hintergründen in den Kita-Alltag.

Konferenzen zur Verbesserung der Aktivitäten- und Verhaltensanalyse:

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) veranstaltet jährliche Konferenzen, die sich auf die Nutzung von KI zur Verbesserung der Aktivitäten- und Verhaltensanalyse konzentrieren. Hierbei spielen Optimierung von Sensorkombinationen und die Anwendung von (tiefem) maschinellem Lernen eine entscheidende Rolle. In einer Kita-Umgebung könnten solche Erkenntnisse dazu beitragen, die Sicherheit der Kinder zu erhöhen und pädagogische Prozesse zu optimieren. Diese Forschungsprojekte und Visionen zeigen deutlich, wie KI in Kitas nicht nur die Effizienz steigern kann, sondern auch dazu beitragen kann, dass frühkindliche Bildung noch zugänglicher und qualitativ hochwertiger werden kann. Sie stehen für eine moderne und zukunftsorientierte Ausrichtung der frühkindlichen Bildung in Deutschland, bei der Technologie und menschliches Engagement Hand in Hand gehen.

2. Quintic Digital - Kidling:

Quintic Digital hat mit "Kidling" ein KI-basiertes Robotic Process Automation (RPA)-System entwickelt, das in Kindertagesstätten eingesetzt werden kann. Dieses System automatisiert repetitive Verwaltungsaufgaben, die oft zeitaufwändig sind und die Mitarbeiter*innen von ihrer eigentlichen pädagogischen Arbeit abhalten.

Kidling funktioniert wie ein virtueller Assistent, der Aufgaben wie die Verarbeitung von Rechnungen oder die Organisation von Betreuungsanfragen übernimmt. Das Besondere an diesem System ist seine Flexibilität, da er über die Benutzeroberfläche gesteuert wird, ähnlich wie menschliche Mitarbeiter. Eine spannende Zukunftsvision ist die Verknüpfung von RPA mit maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz, um komplexe Aufgaben noch effizienter zu bewältigen, wie die automatische Buchung von Betreuungsplätzen oder die Erkennung von Zahlungsfälligkeiten.

Sensibler Umgang ist gefragt.

In der Bildungswelt ist es entscheidend, nicht nur die Technologie selbst, sondern auch die Fähigkeit, diese Technologie verantwortungsbewusst zu nutzen, zu verstehen und zu vermitteln. In diesem Kontext hat Intel das Programm "Intel AI For Youth" ins Leben gerufen, in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelte Programme, die darauf abzielen, künstliche Intelligenz zum Wohl der Gemeinschaft einzusetzen. Obwohl es sich bisher an Schülerinnen ab der 8. Klasse und Pädagoginnen in Schulen richtet, sind die darin vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten auch für Fachpersonal in Kitas äußerst relevant. In diesen Programmen werden nicht nur technische Aspekte von KI behandelt, sondern auch ethische Fragen und rechtliche Rahmenbedingungen. Die Teilnehmer*innen lernen den geschickten Umgang mit KI sowie die richtige Art und Weise, wie sie dieses Wissen an Kinder weitergeben können. Workshops zur praktischen Anwendung von KI-Konzepten sind ebenfalls Bestandteil des Programms, um sicherzustellen, dass die Integration von KI in Bildungseinrichtungen auf verantwortungsbewusste und pädagogisch sinnvolle Weise erfolgt.


Die Integration von künstlicher Intelligenz in Kindertagesstätten eröffnet nicht nur neue Möglichkeiten für die Bildung und Betreuung der Kinder, sondern birgt auch große Chancen, insbesondere in Zeiten des Personalmangels. KI kann dazu beitragen, administrative Aufgaben zu automatisieren und Pädagoginnen von zeitraubenden Tätigkeiten zu entlasten, sodass sie sich verstärkt auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder konzentrieren können. Durch personalisierte Lernunterstützung, frühzeitige Identifizierung von Entwicklungsstörungen, automatisierte administrative Aufgaben, Sprachförderung und verbesserte Sicherheit können Kitas allgemein ihre Effizienz steigern und die Qualität der Betreuung und Bildung der Kinder verbessern. Gleichzeitig sollten wir jedoch stets im Blick behalten, dass KI als Unterstützung und nicht als Ersatz für das wertvolle Engagement und die Fürsorge der Pädagoginnen in Kindertagesstätten dient. Die richtige Balance zwischen Technologie und menschlichem Engagement wird entscheidend sein, um sicherzustellen, dass die frühkindliche Bildung weiterhin eine warme und unterstützende Umgebung bietet, in der Kinder aufblühen können. Die Reise hat gerade erst begonnen, und wir können gespannt sein, wohin uns die KI in Kindertagesstätten in Zukunft führen wird.

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