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Warum die Kritik am Berliner Bildungsprogramm nicht gerechtfertigt ist

Das überarbeitete Berliner Bildungsprogramm hat es nicht leicht. Sowohl im Überarbeitungsprozess als auch jetzt im Nachgang zieht es immer wieder Kritik auf sich.

Das überarbeitete Berliner Bildungsprogramm hat es nicht leicht. Sowohl im Überarbeitungsprozess als auch jetzt im Nachgang zieht es immer wieder Kritik auf sich: Es habe nicht ausreichend Beteiligung aus Praxis und Fachwelt gegeben, auch das Parlament sei nicht ausreichend einbezogen worden und Diversität und Vielfalt würden nicht ausreichend widergespiegelt. 

Wer den VKMK verfolgt, weiß, dass wir üblicherweise mit unserer Kritik an der Berliner Bildungspolitik in manchen Belangen nicht sparen. Beim Berliner Bildungsprogramm müssen wir jedoch deutlich sagen: Die hohe Kritik in dieser Form ist ungerechtfertigt.

Es gab einen langen Beteiligungsprozess mit Praxis und Fachwelt. Auch nicht offiziell eingebundene Organisationen konnten Stellungnahmen einreichen - und haben dies auch getan. Die nun in Kraft getretene Fassung zeigt eindeutig: Viele Hinweise wurden berücksichtigt und übernommen. Dass es in den Wochen vor Veröffentlichung des endgültigen inhaltlichen Entwurfs keine weitere Beteiligung mehr gab, ist ein legitimer Teil administrativer Verfahren. 

Auch die Parlamentarier:innen sind selbstverständlich mit einbezogen: Einerseits haben sie mit dem Kindertagesförderungsgesetz den gesetzlichen Rahmen für das Berliner Bildungsprogramm gesetzt (beispielhaft sei genannt, dass die Personalausstattungen und Qualitätsregelungen definiert sind). Andererseits werden sie natürlich auch im Fachausschuss des Abgeordnetenhauses regelmäßig in diesen Prozess eingebunden. Innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens muss sich die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bei der Ausarbeitung ihres Verwaltungshandelns bewegen.

Der Inhalt des Bildungsprogramms stellt einen Handlungs- und Haltungsleitfaden für die pädagogische Arbeit in der frühkindlichen Bildung dar.

In den vorangegangen Monaten wurde häufig von einigen Seiten eine mangelnde Berücksichtigung von Vielfalt und Diversität kritisiert. Dies finden wir sehr irritierend, da diese Kritik aufgenommen wurde und sich im Bildungsprogramm als Querschnittsthemen wiederfinden.

Zudem hängt der Umgang mit und die Vermittlung von Vielfalt und Diversität wesentlich von der inneren Haltung ab. Auf dem Papier kann vieles stehen - entscheidend ist, dass und wie es in der Praxis gelebt wird. Und das sollte bei diesen Punkten unabhängig von seiner Verschriftlichung selbstverständlich sein. 

Das neue Berliner Bildungsprogramm stellt ein gutes, solides, den aktuellen wissenschaftlichen Standards entsprechendes Fundament für pädagogische Arbeit dar. Es ist sprachlich verständlicher und klarer formuliert als die vorherige Version. Damit bietet es einen qualitätsvollen Orientierungsrahmen für angehende und bestehende Pädagog:innen, die diesen nun in ihrer täglichen Arbeit mit Leben füllen können. 

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