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Abwanderung von Kita-Fachkräften: Ein flächendeckendes Problem mit Folgen

Ende August veröffentlichte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Niedersachsen-Bremen eine Studie zur Beschäftigungssituation in den Berufen der Kinderbetreuung und -erziehung in Niedersachsen. Unter anderem wird aus dieser Studie die Diskrepanz zwischen Fachkräfte-Zuwachs und der ungedeckte Bedarf an Fachkräften in der frühkindlichen Bildung ersichtlich. Eine Diskrepanz, die sich nicht nur auf Niedersachsen beschränkt, sondern die in allen Bundesländern vorzufinden ist und erhebliche Folgen für die Qualität der frühkindlichen Bildung mit sich bringen kann.  

Ende August veröffentlichte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Niedersachsen-Bremen eine Studie zur Beschäftigungssituation in den Berufen der Kinderbetreuung und -erziehung in Niedersachsen. Unter anderem wird aus dieser Studie die Diskrepanz zwischen Fachkräfte-Zuwachs und der ungedeckte Bedarf an Fachkräften in der frühkindlichen Bildung ersichtlich. Eine Diskrepanz, die sich nicht nur auf Niedersachsen beschränkt, sondern die in allen Bundesländern vorzufinden ist und erhebliche Folgen für die Qualität der frühkindlichen Bildung mit sich bringen kann.  

In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl an pädagogischen Fachkräften in Kitas um über 50% gestiegen. Daraus könnte geschlussfolgert werden, die Kitas hätten genügend Personal. Doch neben dem hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigten von über 40%, erschwert auch die anhaltende Fachkräfteabwanderung die Deckung des Personalbedarfs, wodurch die Gewährleistung einer stabilen Bildungs- und Betreuungssituation wesentlich erschwert wird. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wenden sich 20% der pädagogischen Fachkräfte in Niedersachsen im Laufe ihrer Berufslaufbahn von der Arbeit in der Kita dauerhaft ab. Eine etwas ältere Längsschnittstudie des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation aus dem Jahr 2019 kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass bundesweit 20% der pädagogischen Fachkräfte in den ersten fünf Jahren ihrer Berufskarriere den Kitas den Rücken zukehren. 

Die Zahlen zeigen, dass sehr viele Personen am Berufsbild der pädagogischen Fachkraft interessiert sind und gewillt wären, diesen Berufsweg zu beschreiten. Jedoch gibt es erhebliche Schwierigkeiten, die Fachkräfte langfristig an das Arbeitsfeld Kita zu binden. Als Gründe hierfür nennt die Autorengruppe der Studie unter anderem schlechte Rahmenbedingungen, wie eine ungünstige Personalausstattung, sowie Arbeit unter Stress und Druck. Auch andere Studien, wie die OECD-Fachkräftebefragung (2018), kommen zu dem Ergebnis, dass die Fachkräfte mit der pädagogischen Arbeit im Grunde sehr zufrieden sind, jedoch begrenzte Personalressourcen mehrheitlich für Unzufriedenheit und Stress im Personal führt. Nach der DKLK-Studie (2024) sind, neben der Unzufriedenheit, auch erhöhte Ausfälle im Personal Folgen einer unzureichenden Personalausstattung, was die Situation wiederum zusätzlich verschärft.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir, in gemeinsamer Anstrengung, Rahmenbedingungen schaffen, um unsere pädagogischen Fachkräfte langfristig an das Arbeitsfeld Kita zu binden. Einer der ausschlaggebendsten Faktoren hierfür ist unter anderem eine bessere Personalausstattung, damit wieder mehr Zeit für die pädagogische Arbeit bleibt, unsere Pädagog:innen ohne Stress und Druck ihrer Tätigkeit nachgehen können und somit besser auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kinder eingegangen werden kann. Der Kitaverband VKMK sieht gerade jetzt, wo mit dem Geburtenrückgang die Zahl der Kinder sinkt, die optimale Chance, dies in die Tat umzusetzen. Daher fordert der Verband die Bundesländer dazu auf, in ihren Gesetzen die Finanzierung der Personalressourcen anzupassen, damit die Kitas eine höhere Personalausstattung ermöglichen können und eine stabile Bildung und Betreuung für alle Kinder sichergestellt werden kann. 

Quellen:

  • Kita-Betreuung: 51 % mehr pädagogisches Personal im März 2023 als zehn Jahre zuvor: in: Statistisches Bundesamt, o. D., [online] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_N004_p002.html.

  • Fischer, Florence/Tomi Neckov/FLEET Education Events GmbH/VBE Bundesverband/VBE Landesverband/Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV)/VBE Baden-Württemberg/VBE Hessen/VBE Nordrhein-Westfalen/Andy Schieler: DKLK-Studie 2023, in: DKLK-Studie 2023, 21.03.2023, [online] https://deutscher-kitaleitungskongress.de/wp-content/uploads/2023/03/DKLK_Studie_2023_210x297_A4_V07_RZ-1.pdf.

  • Wrobel, Martin/Uwe Harten/Amelie Berisha: Beschäftigungssituation in den Berufen der Kinderbetreuung und -erziehung in Niedersachsen, in: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, 27.08.2024, [online] doi:10.48720/IAB.RENSB.2401.

  • Bader, Samuel/Birgit Riedel/Carolyn Seybel/Daniel Turani/Deutsches Jugendinstitut: Kita-Fachkräfte im internationalen Vergleich: Ergebnisse der OECD-Fachkräftebefragung 2018, Band II, in: Forschung zu Kindern, Jugendlichen und Familien an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Fachpraxis, Deutsches Jugendinstitut, 2021.

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Presse Lisa H. Huber-Youmans Presse Lisa H. Huber-Youmans

Der Unterschied zwischen Fachkräftemangel und -verlust in der Frühkindlichen Bildung

In vielen Diskussionen und öffentlichen Wahrnehmungen dominiert die Vorstellung eines akuten Fachkräftemangels in der frühkindlichen Bildung. Die logische Schlussfolgerung erscheint dabei simpel: Stellenausbau als Lösung. Doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich eine viel komplexere Realität. Der einfache Appell nach mehr Stellen erweist sich als zu oberflächlich, da er die Wurzeln des Problems unberücksichtigt lässt.

Der Unterschied zwischen Fachkräftemangel und -verlust in der Frühkindlichen Bildung

Warum eine nachhaltige Lösung mehr als nur einen Stellenausbau erfordert.

Die Debatte um Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung ist häufig von zwei Begriffen geprägt: Fachkräftemangel und -verlust. Doch zwischen dem schlichten Mangel an Arbeitskräften und dem tatsächlichen Abgang von Fachkräften aufgrund von Arbeitsbedingungen existieren entscheidende Unterschiede. Diese Begriffe umfassen nicht nur eine quantitative Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage nach Fachkräften, sondern auch qualitative Herausforderungen, die den Berufszweig prägen.

In vielen Diskussionen und öffentlichen Wahrnehmungen dominiert die Vorstellung eines akuten Fachkräftemangels in der frühkindlichen Bildung. Die logische Schlussfolgerung erscheint dabei simpel: Stellenausbau als Lösung. Doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich eine viel komplexere Realität. Der einfache Appell nach mehr Stellen erweist sich als zu oberflächlich, da er die eigentlichen Wurzeln des Problems unberücksichtigt lässt. Die Nuance zwischen den Begrifflichkeiten und die dementsprechend daraus unterschiedlich benötigten Lösungsansätzen werden oftmals nicht einmal politisch wahrgenommen, trotz vorliegender Zahlen und Fakten.

Der Fachkräftemangel beschreibt den quantitativen Aspekt, bei dem die Nachfrage nach ausgebildeten Fachkräften das vorhandene Angebot übersteigt. Dies resultiert in unbesetzten Stellen und kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden, darunter niedrige Anreize, Ausbildungsmängel und demografische Veränderungen. Im Gegensatz dazu bezieht sich der Fachkräfteverlust auf qualitative Aspekte, die den Abgang erfahrener Fachkräfte aufgrund unzureichender Arbeitsbedingungen beschreiben. Dies führt zu hohen Fluktuationsraten, Burnout und Frustration in der Branche.

Die frühkindliche Bildung weist Zweierlei deutlich auf: einen Mangel an Arbeitskräften, sowie eine bedenkliche Fluktuation aufgrund unzureichender Arbeitsbedingungen. Und, während sich der Fachkräfteverlust und der Fachkräftemangel als zwei deutlich unterschiedliche Herausforderungen erweisen, die jeweils verschiedene Lösungsansätze erfordern, stimmen sie letztendlich doch in einem Punkt überein: Beide sind nicht durch einen simplen, großflächigen Stellenausbau zu lösen, wie es oft politisch angestrebt wird. Dieses Vorgehen gleicht dem Auftischen weiterer Schüsseln an einem Tisch, an dem ohnehin schon niemand Platz nehmen will, und selbst die gnädigsten Gourmets langsam gehen, weil das Essen schlichtweg nicht schmeckt. Es ergibt wenig Sinn, mehr Stellen zu schaffen, wenn die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Berufs für potenzielle Fachkräfte nicht ansprechend sind. Die Herausforderung liegt somit nicht darin, dass es nicht genug Stellen gibt, sondern darin, dass die Bedingungen und Strukturen, die das Arbeitsumfeld formen, nicht attraktiv genug sind, um Fachkräfte langfristig zu halten oder neue anzuziehen.

“Dieses Vorgehen gleicht dem Auftischen weiterer Schüsseln an einem Tisch, an dem ohnehin schon niemand Platz nehmen will.”

Beinahe 3000 pädagogische Fachkräfte verlassen jährlich ihren Beruf. Fachkräfte, die dringend durch Neuzugänge besetzt werden müssten. Von den ca. 10.000 Auszubildenden, die sich heute für die dreijährige Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft entscheiden, tätigen jedoch, statistisch gesehen, lediglich etwa ein Viertel den Sprung in eine feste Anstellung in einer Kita. Diese Zahl verdeutlicht ein drängendes Problem: viele brechen die Ausbildung vorzeitig ab oder entscheiden sich nach Abschluss für einen anderen Karriereweg, haben sie doch aus erster Hand die Vielzahl von Herausforderungen erlebt, die mit dem Beruf einhergehen.Von jenen, die den Schritt in den Kita-Alltag wagen, tun viele dies zögerlich und mit Einschränkungen. Insbesondere die Work-Life-Balance erweist sich als schwer zu bewältigen, und viele sehen sich gezwungen, nur als Teilzeitkräfte tätig zu sein, um hier auch den eigenen Anforderungen gerecht zu werden.

Es ist eine weit verbreitete Annahme, dass Personen, die in der frühkindlichen Bildung tätig sind, ihren Beruf einzig und allein aus tiefer Leidenschaft und Überzeugung wählen müssen. Diese Annahme wird oft mit dem Argument untermauert, dass die Liebe zur Arbeit und die Bedeutung des Berufs so groß sind, dass die Bezahlung oder die Konditionen letztendlich nicht ausschlaggebend sein können. Und es mag richtig sein, Stimmen aus den Kitas sind einhellig: Das Personal schätzt seine Arbeit, betont die Bedeutung des Austauschs mit den Kindern und empfindet tiefe Erfüllung in der Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit. Doch die Konditionen und Wertschätzungen finanzieller Art spielen in der Erfüllung ebenso eine zentrale Rolle, wie in jedem weiteren Berufsfeld auch. Es ist daher umso bedauerlicher zu sehen, dass Menschen, die sich aus persönlicher Überzeugung für eine berufliche Laufbahn entschieden haben, sich letztendlich gezwungen sehen, diesen Weg zu verlassen, aufgrund der Konditionen. Es ist nicht eine Frage des individuellen Engagements der Fachkräfte, sondern vielmehr ein strukturelles Problem, das dringend angegangen werden muss.

Trotz des immens wichtigen Bildungsauftrags, der die Kernkompetenzen der Kinder für ihr späteres Erwachsenenleben festlegt und fördert, wird die frühkindliche Bildung nach wie vor nicht in ihrer Bedeutung und Wichtigkeit ausreichend anerkannt. Dies spiegelt sich in den bestehenden Rahmenbedingungen wider, die weit hinter dem zurückbleiben, was erforderlich wäre, um eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung zu gewährleisten. Um neue Fachkräfte zu generieren und Stellen nachhaltig zu besetzen benötigen wir einen Facettenreichen Lösungsansatz.

Diese Lösungsansätze zielen darauf ab, nicht nur den akuten Mangel an Fachkräften zu bekämpfen, sondern auch langfristig eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung sicherzustellen, die den Anforderungen und Bedürfnissen der Kinder gerecht wird.

Man sagt so schön; "Das Gegenteil von gut ist gutgemeint." Dieser Satz verdeutlicht, dass gutgemeinte Absichten nicht zwangsläufig zu effektiven Lösungen führen. Eine sinnvolle und gezielte Hilfestellung, die benötigt und erwünscht ist, erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den Betroffenen. Es ist unerlässlich zu verstehen, wie eine lösungsorientierte Hilfe für sie tatsächlich aussehen könnte, bevor Maßnahmen in einem gemeinsamen Verständnis angegangen werden. Nur so lässt sich gewährleisten, dass die gebündelten Kräfte an den Stellen eingesetzt werden, die den dringendsten Bedarf haben. Politiker und Politikerinnen sollten verstärkt auf den Austausch mit den direkten Akteuren der frühkindlichen Bildung setzen, um offene Dialoge proaktiv zu fördern und ihre Erfahrungen, Daten und Erkenntnisse in Entscheidungsprozesse miteinfließen zu lassen. Der KitaGipfel bietet genau diese Möglichkeit. Er kann dazu beitragen, bestehende Missstände zu korrigieren und die Schritte zu setzen, die wir benötigen, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen: eine deutliche Verbesserung der frühkindlichen Bildungslandschaft - mit pädagogischen Fachkräften, die nicht nur gerne in diesem Berufsfeld tätig sind, sondern vor allem; langfristig bleiben möchten.

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Berlin sucht schlaue Leute! Wir suchen sogar (noch) mehr als das.

Am 14. Oktober 2023 wird in Berlin der Berlintag stattfinden – Deutschlands größte Berufs- und Informationsmesse im Bildungsbereich. Unter dem Motto "Berlin sucht schlaue Leute! Für Schulen, Kitas und Jugendämter!" soll die dringende Notwendigkeit einer gestärkten frühkindlichen Bildung und die akute Knappheit pädagogischer Fachkräfte ins Rampenlicht gerückt werden. Und während wir absolut zustimmen; Berlin braucht schlaue, qualifizierte pädagogische Fachkräfte. So möchten wir diesen Satz gerne erweitern: Berlin braucht (mehr) schlaue, empathische und begeisterte pädagogische Fachkräfte. Und die gilt es zu generieren.

Am 14. Oktober 2023 wird in Berlin der Berlintag stattfinden – Deutschlands größte Berufs- und Informationsmesse im Bildungsbereich. Unter dem Motto "Berlin sucht schlaue Leute! Für Schulen, Kitas und Jugendämter!" soll die dringende Notwendigkeit einer gestärkten frühkindlichen Bildung und die akute Knappheit pädagogischer Fachkräfte in das Rampenlicht gerückt werden.

Und während wir absolut zustimmen; Berlin braucht schlaue, qualifizierte pädagogische Fachkräfte. So möchten wir diesen Satz gerne erweitern: Berlin braucht (mehr) schlaue, empathische und begeisterte pädagogische Fachkräfte. Und die gilt es zu generieren.

Der Beruf der pädagogischen Fachkraft im Bereich frühkindliche Bildung vereinigt diverse Facetten, die uns als Gesellschaft im Allgemeinen prägen und bewegen. Knapp 731.000 pädagogische Fachkräfte sind im Großraum Deutschland tätig. Eine Zahl, die beinahe deckend ist, mit der der deutschen Automobilindustrie. Und während die einen Schrauben, Stellen, Weichen, um uns als Personen auch künftig sicher von A nach B zu bringen - so arbeiten die pädagogischen Fachkräfte an ebensolchen Zielen: dem Weiterkommen, als Gesellschaft und dem Fortbewegen in eine bessere Zukunft.

Trotz dieser beachtlichen Anzahl ist der Erziehermangel nicht nur in Berlin, sondern auch bundesweit eine der größten Herausforderungen. Um diesem gravierenden Problem zu begegnen, arbeitet Berlin daran, das Berufsfeld der pädagogischen Fachkräfte attraktiver zu gestalten und innovative Konzepte zur Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams zu entwickeln. Der Berliner Senat hat bereits diverse Initiativen ins Leben gerufen, um Absolventen und Quereinsteiger:innen für den Kita-Bereich zu gewinnen und die Aus- und Weiterbildung zu optimieren. Schon Schüler und Schülerinnen werden Berufspraktika angeboten, um ihre Begeisterung für den pädagogischen Bereich zu wecken. Mit dem Kita-Qualitätsgesetz stehen in den nächsten zwei Jahren 173 Millionen Euro vom Bund zur Verfügung. Die Schwerpunkte des Gesetzes liegen auf der Integration von Kindern mit Behinderungen, der Unterstützung der Fachkräfte durch Fachberatung, der Stärkung der Kindertagespflege und der Einführung unterstützender Digitalisierung in den Einrichtungen.

Wir sehen; es tut sich etwas in Berlin. Der Berlintag wird daher nicht nur dafür genutzt werden, dieses interessante, spannende Berufsfeld vorzustellen, sondern auch die Augen zu öffnen, für die vielen Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die in diesem Feld gerade stattfinden und sich den pädagogischen Fachkräften somit ebenfalls bieten.

Wir vom VKMK sind stets im regen Austausch mit unseren Mitgliedern. Diese zahlreichen, fokussierten Gespräche zur Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich frühkindliche Bildung, halten vor Allem aber auch weiteres bereit: aktive Dialog darüber, was die Pädagoginnen und Pädagogen dazu bewegt hat, sich für diesen Berufsweg zu entscheiden und mit Leidenschaft dabei zu bleiben. Hierzu gehören unter anderem:

1. Die Möglichkeit, die Zukunft zu gestalten: Pädagogische Fachkräfte legen das Fundament für die Gesellschaft von morgen. In Kindertagesstätten werden nicht nur sprachliche und kognitive Fähigkeiten gefördert, sondern auch wichtige soziale Kompetenzen wie emotionale Intelligenz, Empathie, Rücksichtnahme und Toleranz. Dies ist in einer schnelllebigen und sich stark verändernden Zeit von unschätzbarem Wert.

2. Vielfältige Aufgaben: Der Beruf bietet eine äußerst abwechslungsreiche und spannende Tätigkeit. Pädagogische Fachkräfte haben die einzigartige Möglichkeit, die Entwicklung und das Lernen von Kindern in den ersten Lebensjahren zu begleiten und zu fördern. Kein Tag gleicht dem anderen, und die Arbeit ist voller Überraschungen und Erfahrungen.

3. Persönliche Erfüllung: Pädagogische Fachkräfte erleben oft tiefe Befriedigung, wenn sie sehen, wie sich Kinder in ihrer Obhut entwickeln, lernen und glücklich sind. Die Arbeit kann außerordentlich erfüllend sein und positive Auswirkungen auf das Leben der Kinder haben.

4. Arbeit in einem sozialen Umfeld: Das Arbeiten in einer Gemeinschaft, sei es mit Kollegen, anderen Fachleuten oder Eltern, trägt zur Zufriedenheit der Pädagoginnen bei.

5. Das Gefühl, einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten: Die Erkenntnis, dass ihre Arbeit dazu beiträgt, die Gesellschaft positiv zu gestalten, macht Pädagoginnen besonders glücklich und erfüllt.

6. Empfangene Wertschätzung: Pädagoginnen schätzen die Anerkennung und Wertschätzung, die sie von Kindern, Eltern und der Gesellschaft für ihre wichtige Arbeit erhalten. Dies verstärkt ihr Glücksgefühl und ihre Motivation.

Pädagogische Fachkräfte sind die Wegbereiter der Zukunft und spielen eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft. Sie gestalten die berufliche Entwicklung der kommenden Generation und vermitteln den Kindern Kernkompetenzen, die für die Arbeitswelt von morgen von entscheidender Bedeutung sind.

Diese Kernkompetenzen umfassen soziale Fähigkeiten wie Teamarbeit, Kommunikation, Konfliktlösung und Empathie, die in nahezu jedem Beruf von großer Bedeutung sind. Darüber hinaus fördern Pädagoginnen und Pädagogen die gezielte Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten, die eine klare Kommunikation in fast jedem Berufsfeld erfordert. Sie legen den Grundstein für lebenslanges Lernen und Problemlösungsfähigkeiten, indem sie die geistige Anregung in den Kitas fördern. Die Fähigkeit zur Selbstregulation und emotionale Intelligenz sind weitere Schlüsselkompetenzen, die in der Arbeitswelt von großer Bedeutung sind und von Pädagoginnen und Pädagogen gelehrt werden. Schließlich fördern sie Kreativität und künstlerische Fähigkeiten, die in vielen kreativen Berufen von großem Nutzen sind.

Doch die Arbeit von Pädagoginnen und Pädagogen geht über die bloße Vermittlung beruflicher Kompetenzen hinaus. Sie gestalten sie viel eher die Gesellschaft im Kern, indem sie nicht nur Wissen, sondern auch grundlegende Werte und Fähigkeiten vermitteln, die für das Zusammenleben und den Erfolg einer Gemeinschaft von größter Bedeutung sind. Pädagoginnen und Pädagogen fördern Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenz, Toleranz, Empathie, Rücksichtnahme und den respektvollen Umgang miteinander. Diese Werte und Fähigkeiten sind in einer sich ständig wandelnden und vielfältigen Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. Pädagoginnen und Pädagogen sind somit nicht nur Architekten individuellen Erfolgs, sondern auch Mitgestalter einer Gesellschaft, in der Wertschätzung und gegenseitiger Respekt tragende Säulen sind. Ihre Arbeit ist von unschätzbarem Wert und trägt dazu bei, eine bessere und harmonischere Gesellschaft zu formen.

Wir sehen mit großer Vorfreude dem diesjährigen Berlintag entgegen, der uns die Gelegenheit bietet, dieses faszinierende und erfüllende Berufsfeld der frühkindlichen Bildung zu präsentieren. Wir hoffen, dass dieser besondere Tag nicht nur diejenigen, die bereits in diesem Bereich tätig sind, inspiriert und stärkt, sondern auch die Türen für noch mehr Menschen öffnet. Wir vom VKMK und einige unserer Mitglieder werden an diesem Tag selbstverständlich anwesend sein und freuen uns auf offene, interessierte Dialoge und einen guten Austausch.

Unsere Hoffnung ist, dass der Berlintag dazu beiträgt, Leidenschaft für die frühkindliche Bildung zu entfachen und noch mehr großartige Fachkräfte dazu bewegt, ihre Passion in diesem bedeutungsvollen Bereich zu finden. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft und legen das Fundament für eine bessere Gesellschaft. Dieses beginnt bereits in der Wiege. Es beginnt in der frühkindlichen Pädagogik.

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